lichtline

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RE: Von der Leyens vergiftete Gabe | 23.04.2011 | 11:11

Pervers

Wir ernähren mindestens eine Milliarde Menschen nicht ausreichend.

Wir haben ein gewaltiges Armutspotential auf dem Planeten aufgebaut. Aufgebaut, weil die rasante technologische, medizinische und pharmakologische High-Tech-Entwicklung mit immensem Mittelaufwand neue höchst komplizierte Forschungen ermöglicht, die letztlich Medizingeschäft und verlängerte Leben in reichen Ländern erzeugen. Mit Teilen dieser Mittel hätte man gut und gerne Armut und Hunger mildern können und etwas Wertvolles an Menschen erbracht.

Die ständigen Sensationsmeldungen, welchen Fortschritt wer wo erreicht habe und diesen oder jenen genetischen Aspekt aufgeklärt hat, können nur als pervers angesehen werden. Pervers, weil das scheinbar Gute am gemeldeten Fortschritt nichts Gutes aufzuweisen hat. Die Alten in den entwickelten Ländern sind einsam und für die Gesellschaft unnütz; sie trägt die Verantwortung, nicht etwa die länger lebenden Alten. Ihr Leben wird verlängert auf Kosten anderer, jüngerer, noch wichtiger Menschen. Dies geschieht ausschließlich, weil sie das Geld haben bzw. die Versicherungen das Geld der Beitragszahler auskehren darf, das diese zuvor ohne Wahl zu haben, an die Versicherer abgeben mussten.

Ähnlich verhält es sich mit „jeder wird reanimiert“, wenn es nur irgendwie geht und lebt dann kostenintensiv weiter. Das zeigt, die Medizinforschung und ihre angewendeten Ergebnisse verursachen direkt und ohne erkennbaren Gegenwert gewaltige Aufwendungen, die angesichts des Hungers und der Armut nicht gerechtfertigt sind, ganz abgesehen davon, dass die Krankheitskostenlast auch in unserem kleindeutschen Gemeinwesen Mittel ohne Ende frisst, um dafür im Ausgleich Kindern, die nicht vor dem Tod, sondern vor dem Leben stehen, in unnachahmlicher Bürokratiearroganz mickrige Bildungsgutscheine anzubieten. Das ist pervers. Selbst wenn Bildung entstünde, ändert das nichts an fehlenden Arbeitsplätzen, es verschärft lediglich die Konkurrenz.

Die unverantwortete Mittelexplosion für High-Tech in der Medizin mit zu bezweifelndem Nutzen ist ein überaus bösartiger Tumor der sich direkt auf Kosten einer seinetwegen unterentwickelten Gesellschaft nährt. Dies zuzulassen, ist pervers. Nichts davon, noch nicht Mal ansatzweise das Thema auf die Tagesordnungen zu setzen, ist mehr als pervers.

siehe auch sinnhalt.com/aktuelles

RE: Wann, wenn nicht jetzt? | 12.04.2011 | 14:00

Wir müssen schon noch ein bisschen mehr als nur die Energiefragen klären. Der Konsumhunger der Menschen ist Hauptursache des Energiebedarfs. Den Canon zwischen superarm und elend reich zu überwinden fordert zweierlei und doch nur eines. Die kriminellen Anhäufungen von sinnlos hohem Wohlstand – angesichts dieserhalb ausgebeuteter Armen können nicht gerechtfertigt und müssen für nachhaltiges Zusammenleben aufgegeben werden. Beides ist schwierig und möglich zugleich. Die Evolution hat uns ertüchtigt, zäh und fast rücksichtslos nach allem Erreichbaren zu streben. Auch dann, wenn es nur noch um Kosmetik, Urlaub, Hobbys, mein Haus, mein Boot, mein Geld geht. Unser tolles Naturgeschenk Großhirn erlaubt diesen Fortschritt, es ermächtigt uns jedoch auch die Mängel unseres Erfolges zu erkennen und einen klugen Ausgleich anzustreben. Die Welt muss lernen, was Menschen im Innern sind, dann kann jeder Einzelne lernen, was wichtig und was entbehrlich ist. Die Gründe liegen im Spannungsfeld was können und was dürfen wir? Denn die Evolution ertüchtigt die Spezies zu überleben und nicht mehr. Sie begrenzt unseren zu großen Erfolg nicht und sie moralisiert nicht. Die Grenzen und die Moral müssen die Menschen selbst errichten. siehe auch sinnhalt.com/aktuelles

RE: Die tragischen Verlierer | 08.04.2011 | 12:40

„Das globalisierte Bewusstsein tötet die Demokratie herkömmlichen Zuschnitts.“

Das Töten der Demokratie ist nur die Folge einer Folge. Die Menschen haben durch die Entwicklung zu Massengesellschaften den Rahmen, den uns die Evolution für Kommunikation, äußerstes Maß des Verstehens und des Ertragens eingerichtet hat, gesprengt. Unser Gehirn nimmt vieles auf und speichert vor allem Sensationen des Unglücks und der Not direkt zum Kanon der zu meidenden Gefahren – einfach um das Überleben zu sichern. Das Überleben in allen Fährnissen zu sichern, ist die einzige aber sehr ernst genommene Aufgabe der Evolution allen Lebens. Uns hat sie eine Aufnahmefähigkeit beschert, die sich auf die direkte Umgebung in der Einheit Sippe oder Stamm bezieht. Da wir nun alles erfahren, was in der Welt vorgeht, sind wir traumatisch beladen mit allen Amokläufern, Rektorunfällen, Gadhafis, Anabolikaresistenz, Finanzkrisen, Lebensmittelvergiftungen usw., usw. Wir haben unverschuldet die Beziehung zu einer engen realen überschaubaren nahen Umwelt mit dem Wahnsinn des gesamten Globus ersetzt. Uns fehlen alle psychischen Werkzeuge und die Möglichkeiten zur angemessenen Reaktion auf die eingehenden Nachrichten. Heute sind sie losgelöst ein Tsunami der uns überrollt. Konstruiert ist die Aufnahme von Nachrichten aber immer noch dazu, direkt verstanden zu werden und entsprechend konkret zu reagieren, um den Fortbestand der Sippe zu sichern. In den Massengesellschaften funktioniert nur noch die Aufnahme, alles Agieren ist für den Einzelnen ausgeschlossen. So pervertiert die Globalisierung Millionen Jahre entwickelte Sinne der überzähligen Spezies Mensch und wenige bemerken die Brisanz. Mehr davon auf sinnhalt.com/aktuelles