Böse Konzerne

Corporate Conspiracy Warum sind böse Konzerne, die über Leichen gehen, ein so beliebtes Sujet für Bücher und Filme?
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Vor ein paar Tagen habe ich den Film „Wolkenatlas“ im Kino gesehen. Einer der Handlungsstränge: Ein Konsortium von Ölfirmen kauft einen Atomreaktor, dessen Design fehlerhaft ist (was nur ein paar Eingeweihte wissen) und der daher beim ersten Hochfahren explodieren würde (kann ein Atomreaktor explodieren? Egal). Natürlich WOLLEN die Ölbösewichter das Ding hochfahren, damit die anschließende Katastrophe diese Energieform so gründlich desavouiert, dass die Ölgewinne weiterhin kräftig sprudeln. Die Protagonistin, eine Journalistin, die dem ganzen auf die Schliche kommt, wird von einem Auftragskiller, den die Ölbosse angeheuert haben, gejagt, aber natürlich gibt es ein Happy End.

Der Film wäre auch ohne diesen hahnebüchenen Mist dämlich, das ist nur Sahnehäubchen. Schon im Kino habe ich mich gefragt, warum so viele Filme und auch Bücher solche „Corporate Conspiracies“ thematisieren. Filme/Bücher über Gangster, Mafiosi, Terroristen usw. haben eine reale Grundlage, da es Gangster, Mafiosi, Terroristen usw. tatsächlich gibt. Aber hat schon mal jemand von Konzernmanagern gehört, die Auftragskiller anheuern, um Konkurrenten loszuwerden etc.? Warum auch sollte ein hochbezahlter angestellter Manager, der längst ausgesorgt hat, für seine Arbeitgeber Kopf und Kragen riskieren?

Das Ganze ist doch so absurd, dass eigentlich kein Kinogänger/Leser bereits sein sollte, diesen Quatsch hinzunehmen, oder? Da es aber immer wieder solche Filme und Bücher gibt, muss es auch eine entsprechende Nachfrage geben. Woher rührt die Bereitwilligkeit so vieler Leute, Manager/Eigentümer (großer) Firmen als Bösewichter wahrzunehmen, die über Leichen gehen? Und noch als Zusatzfrage: Warum ist das Sujet des bösen Konzerns/Kapitalisten bei Linken und Rechten gleichermaßen so beliebt?

23:38 06.12.2012
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Geschrieben von

Lieschen

Lieschens Blog
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