Bewusst träumen – wie schafft man es?

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Ein totales Realitätsfeeling im Traum, wissen, dass man träumt, ganze Landschaften erschaffen und wieder verwerfen oder mit Traumwesen reden – geht das überhaupt ohne Drogen? Ja, bewusst träumen kann man erlernen.

Ein bewusster Traum ist ein Zustand, in dem der Träumende weiß, dass er träumt. Solch einen Traumzustand nennt man auch einen Klartraum oder luziden Traum. Ähnlich wie in „Inception“- einem Film aus Hollywoods Traumfabrik – kann man seine Traumwelten bewusst und nach Belieben erschaffen, ändern und wieder zerstören. Aber man kann noch viel mehr; physikalische Gesetze lassen sich umgehen oder gar brechen – so stirbt man beispielsweise nicht, wenn man aus großer Höhe auf eine harte Fläche fällt, ja man kann sogar aus eigener Kraft fliegen oder durch Wände gehen. Kurz gefasst: ein luzider Traum kann einem Möglichkeiten der Erfahrung, Entspannung, eines Kurzurlaubs oder Abenteuers bieten, die es in der Wirklichkeit schlicht nicht geben kann. Psychoaktive Drogen – nicht selten mit bösen Nebenwirkungen verbunden – braucht man dazu nicht. Eine kontinuierliche Veränderung des Tagesbewusstseins tut’s auch.

In 2 Schritten zum Ziel

Zuerst sollte man sich wirklich bewusst machen, dass man Wachträumer, Klarträumer werden möchte. Es muss ein dauerhafter Wunsch sein. Außerdem sollte ein nachhaltiges Interesse an Träumen bestehen; dazu sollte man sich wenigstens an einen Traum jede Nacht erinnern.

Wenn der Wunsch und das Interesse da sind, dann kann es mit dem Training los gehen. Im ersten Schritt sollte man das Traumbewusstsein auf sein Aufwachen im Traum vorbereiten. Das bedeutet, dass man erkennen soll, dass man träumt. Dazu ist es nötig zuerst das Tagesbewusstsein zu ändern, da das Traumbewusstsein diesem in seinem Verhalten folgt, sozusagen von ihm lernt.

Im Alltag bedeutet das, dass man seine Realität öfters mal hinterfragen, und nicht alles routiniert als „normal“, „gewöhnlich“, „wirklich“ abhaken sollte. Die Realität erscheint uns zwar selbstverständlich, jedoch könnte man dies durch eine neue Wahrnehmungsweise etwas abändern. Halten wir beispielsweise mehrmals am Tag inne und fragen uns ob wir wirklich bei uns sind? Versuchen wir uns kurz auf nichts anderes als auf unser Inneres zu konzentrieren. Ist alles in Ordnung? Ein stilles in sich Versenken.

Oder man kann genauer seine Umgebung beobachten, ob sich die Farben der Umgebung merkwürdig verändern, die Inschrift einer Tafel? Selbstverständlich wird es wahrscheinlich nicht so sein, jedoch sind solche Übungen nötig, damit das Traumbewusstsein dieses Verhalten übernimmt und dann im Traum automatisch nutzt. Denn im Traum gibt es viel Indizien, die darauf hinweisen könnten, dass wir träumen, nur fallen uns diese meistens nicht auf. So wechselt oft und unerwartet die Umgebung, Gegenstände, die entfernt sind, erscheinen dennoch übernatürlich groß oder auch Geräusche können trotz einer bestimmen Distanz dennoch gleich klingen. Präsent sind auch Farben, die es in der Realität nicht gibt. Gegenstände oder Personen können aus sich heraus leuchten. Das alles fällt uns nicht auf, weil das Bewusstsein schlummert. Doch dank diesen Übungen im Wachzustand könnte dem Traumbewusstsein irgendwas Unnatürliches auffallen, was zum Wachtraum führen würde, denn plötzlich würden wir merken, dass wir träumen. Was einige luzide Träumer zum „Realitätscheck“ gern nutzen, ist das Drehen um die eigene Achse; in der Wirklichkeit drehen nur wir uns, doch im Traum passiert es immer wieder, dass die ganze Umgebung sich mit uns dreht. Oder nachdem wir stoppen, dreht sich die Landschaft weiter. Das würde ein sicheres Zeichen dafür sein, dass wir uns in einem Traum befinden.

Wenn wir kontinuierlich mit dem Übungen im Wachzustand mehrmals täglich fortfahren, so müssten wir bereits nach ein paar Wochen das erste Mal im Traum aufwachen. Meistens dauert dieser Klartraum ganz kurz, da wir viel zu aufgeregt sind und schnell gänzlich aufwachen. Aber mit der Zeit werden gewöhnen wir uns daran und die luziden Träume, in denen wir machen können was wir wollen, werden immer länger.

Was wir als zweites, parallel zu den Übungen im Tagesbewusstsein machen sollten, ist das Schreiben eines Traumtagebuches. Legen wir uns ein Heft an, in dem wir nach jeder Nacht unsere Träume aufschreiben. Teilen wir dabei die Niederschrift in zwei Teile: in der ersten Spalte schreiben wir den Inhalt unseres Traums, in der zweiten bestimmte Zeichen, Symbole, Gegenstände, die in diesem Traum auffällig waren. In ein paar Wochen werden wir erstaunt darüber sein, wie oft Traumsymbole sich in den einzelnen Träumen wiederholen. Wir werden sie besser kennen lernen und so fällt es unserem Traumbewusstsein später noch einfacher, auf bestimmte Symbole in Träumen zu achten, die für uns ein klares Anzeichen dafür sind, dass wir träumen.

Alles was wir also wirklich benötigen ist der Wille zum Klartraum und ein wenig Disziplin. Und noch was: trinken wir ein paar Wochen keinen Alkohol, da dieser die Erinnerung verringert und das Bewusstsein nicht ausreichend auf den Moment des Traumerkennens aktivieren könnte. Außerdem ist es ratsam leicht zu Abend zu essen und ins Bett zu gehen, wenn man wirklich müde ist.

10:35 02.03.2012
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Geschrieben von

Lindnerowski

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Lindnerowski

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