Romy Straßenburg
Ausgabe 1116 | 18.03.2016 | 06:00 18

Die große Wut

Porträt William Martinet und Ophélie Latil mobilisieren Massen junger Leute, die sich von Frankreichs politischer Elite betrogen fühlen. Ein Bericht aus der neuesten Kampfzone

Die große Wut

„Wir sind intelligenter als die an der Macht“

Foto: Christophe Morin/IP3/Getty Images

Golden verzierte Laternen glänzen über einer Traube wartender Journalisten in der Pariser Frühlingssonne. Plötzlich Gerangel: Zwei Uniformierte geleiten drei junge Leute über die Treppe des prunkvollen Hôtel Matignon, Amtssitz des französischen Premierministers, nach draußen. Das Trio bleibt vor den Journalisten stehen, in der Mitte, mit ernster Miene, William Martinet. Sein Statement ist die Quintessenz aus einer Stunde morgendlicher Audienz bei Manuel Valls: „Keine unserer Forderungen wurde ernsthaft diskutiert, es wurde nur wieder auf eine andere Debatte verwiesen, auf eine andere Verhandlung, auf ein anderes Gesetzesvorhaben.“ Die Reporter zücken ihre Telefone, wenig später vermelden sie: „Keine Annäherung zwischen Regierung und Studentenvertretern“.

William Martinet gilt in Frankreich als eine Art Rudi Dutschke des 21. Jahrhunderts. Er ist das Gesicht der jüngsten französischen Studentenrevolte, die auch im Ausland überaus interessiert beobachtet wird. Martinet ist 27 Jahre alt und Präsident des französischen Studentenverbandes UNEF (Union nationale des étudiants de France). Von Mikrofonen und Kameras umzingelt, beantwortet er die Journalistenfragen geduldig, routiniert.

Noch vor wenigen Wochen war er so gut wie unbekannt. Jetzt liest man in Magazinen viel über ihn, etwa „10 Dinge, die man über William Martinet wissen muss“. Dazu gehört die Tatsache, dass er sich am liebsten lässig kleidet, mit Kapuzenpulli, auch bei Fernsehdebatten. Selbst beim Besuch beim Regierungschef trägt er Jeans, die ihm auf die schmalen Hüften gerutscht sind. Ohne Bart und Lederjacke sähe er wie ein harmloser Bubi aus. Aber die Hände: Schon ganz staatsmännisch faltet er sie zur Merkelraute, wenn er nun also vor Medienvertretern kritisiert, es habe mit Valls leider keine grundsätzliche Debatte über „die Fragen nach flexibler Arbeitszeitregelung, nach Vergütung von Überstunden, nach Abfindungen bei Entlassungen“ gegeben.

A la Hartz

Gewerkschaften, Schüler und Studenten stehen in Frankreich derzeit Seite an Seite, und so erlebt Präsident François Hollande in diesen vorösterlichen Tagen die erste große soziale Mobilisierung in seiner Amtszeit. Er hat die junge Arbeitsministerin Myriam El Khomri an die Reformfront geschickt. Vielleicht wird ihr Name eines Tages in einem Atemzug mit Peter Hartz genannt werden, dem Mann, der für Gerhard Schröder vor gut einem Jahrzehnt die Agenda 2010 entwarf. Das neue umstrittene Gesetz in Frankreich trägt jedenfalls El Khomris Namen und gilt den Gegnern als Inbegriff der Liberalisierung des Arbeitsmarktes. Junge Menschen werden damit weiter in die Prekarität gedrängt, lautet der Vorwurf. Die Regierung argumentiert, der Zugang zum Arbeitsmarkt müsse vereinfacht werden. Sonst sei man gegen die 25 Prozent Jugendarbeitslosigkeit im Land einfach machtlos.

Schon einmal schickte die Regierung in Paris eine junge, ambitionierte Sozialistin zur politischen Feuerprobe, als Durchboxerin für unbeliebte Reformen: Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem reformierte unter großem Widerstand von Lehrer- und Elternverbänden die Mittelschule. Augenscheinlich hofft die Regierung, dass solche jungen Frauen, die selbst fast noch wie „Regierungspraktikantinnen“ wirken, eher auf Sympathie und Verständnis seitens der Jugend stoßen. Nur scheint dieses Kalkül jetzt, im Fall El Khomri und der Arbeitsrechtsreformen, nicht mehr aufzugehen.

Hollande ist laut Umfragen der bislang unbeliebteste Präsident der V. Republik, und seine Zeit wird knapp. Er werde 2017 nur dann erneut für das Präsidentenamt kandidieren, wenn die Arbeitslosenzahl sinke, hat er immer wieder angekündigt. Eine Rücknahme des Reformgesetzes schließt er aus, Nachbesserungen hat die Regierung jetzt am Montag vorgelegt – doch in den Augen von William Martinet und den Protestierenden reichen Schönheitskorrekturen nicht aus. Weitere Proteste sind für den 17. und den 31. März angekündigt. Wieder werden Zehntausende auf die Straßen gehen, wieder wird man im Ausland die Reformunfähigkeit der Franzosen belächeln.

Vier Jahre nachdem Hollande mit seinem Wahlslogan „Der Wandel ist jetzt“ viele Erwartungen geweckt hat, ist die Enttäuschung groß – vor allem eben bei den jungen Erwachsenen. Eine dieser Enttäuschten ist Ophélie Latil. „Wenn eine linke Regierung an die Macht kommt, dann bremst das zunächst die sozialen Bewegungen. Die Linken waren schließlich zuvor mit uns gemeinsam auf der Straße!“

Die 32-Jährige stellt ihre Kaffeetasse auf den Konferenztisch in ihrem Büro bei einem Architektenverband. An ihrem Arbeitsplatz wolle sie sich wohlfühlen, sagt sie und zeigt auf eine kahle Wand: „Da müssen noch Poster hin.“ Es ist ihre Art, sich ein Gefühl von Stabilität und Dauer zu schaffen, in einer Arbeitswelt, die auch sie bislang nur als Aneinanderreihung von kurzen, mitunter schmerzlichen Erfahrungen kennengelernt hat, wie so viele ihrer Altersgenossen. Was der Studentenführer Martinet so treibt, beobachtet sie aufmerksam. Beide, Martinet und Latil, je auf ihre Art wichtige Gesichter des Aufstands der Jungen.

Eigentlich hat Latil gerade Mittagspause, aber in diesen Tagen nutzt die Aktivistin die freie Zeit neben ihrem Job lieber dafür, die nächste Mobilisierungswelle vorzubereiten. Latil ist einer der führenden Köpfe der Bewegung Génération Précaire, die sich 2005 formierte, zu einer Zeit, als immer mehr jungen Franzosen dämmerte, dass noch längere und noch schlechter bezahlte Praktika fest zu ihrer ganz normalen Arbeitsrealität gehören würden, für Jahre, auch wenn sie noch so gut ausgebildet sind. Erkennungszeichen der Anhänger sind weiße Theatermasken, die sie bei öffentlichen Auftritten tragen. Die Botschaft: Für euch sind wir auswechselbar, ohne Gesicht, ohne eine individuelle Geschichte.

Alles ist befristet

Wenn Latil ihre eigene Geschichte erzählt, kommt sie immer wieder auf den vergangenen Sommer zu sprechen: Von einem Tag auf den anderen hatte man sie entlassen, wieder hieß es, Stellenanzeigen durchgehen, Bewerbungen schreiben, das eigene Berufsleben Revue passieren lassen. Wie viele Praktika waren es doch gleich? Wie viele befristete Verträge? „Als ich arbeitslos war, habe ich sogar Hochzeiten von guten Freunden ausgelassen, so sehr fürchtete ich den Blick der anderen. In Frankreich hängt alles vom Job ab. Ohne Arbeit gehörst du nicht dazu.“

Die Köpfe der Bewegung

Hunderttausende junge Französinnen und Franzosen gingen 2006 auf die Straße, um gegen den umstrittenen Ersteinstellungsvertrag CPE (Contrat Première Embauche) zu protestieren, den der damalige Premierminister Dominique de Villepin vorgelegt hatte. Das Gesetz sah vor, dass Arbeitnehmer unter 26 Jahren in Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern innerhalb der ersten zwei Jahre ohne jede Begründung oder Vorwarnung wieder entlassen werden können. Die Proteste – es waren die heftigsten, die Frankreich seit Jahrzehnten erlebt hatte – zeigten Wirkung: Nach drei Monaten zog die Regierung den Entwurf zurück. Nun, zehn Jahre später, brandet die Wut auf der Straße erneut auf. Das neue Gesetz von Premier Manuel Valls soll etwa betriebsbedingte Kündigungen erleichtern und die Höchstsummen für Abfindungen drastisch deckeln.

William Martinet trat schon 2006, in der ersten Wutwelle junger Leute, der Studentenbewegung bei. Seine Eltern sind Krankenpfleger, er selbst hat sein Studium der Bio-logie und Sozialökonomie durch Nebenjobs finanziert. Seit zwei Jahren steht er an der Spitze des ältesten Studentenverbandes Frankreichs, UNEF, gegründet 1907. Mitstreiter beschreiben ihn als bescheiden, besonnen und klar in seinen Ansichten. Ophélie Latil hat ihre Zeit an der Universität hinter sich und ist quasi zum Sprach-rohr der jungen Erwerbstätigen geworden. Die 32-Jährige engagiert sich vor allem für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Praktikanten und Berufseinsteigern, mit dem Kollektiv Génération Précaire. Sie hat Jura studiert, mit dem Schwerpunkt auf Urheberrecht, Kulturmanagement und internationalen Beziehungen. Romy Straßenburg

Für einen kurzen Moment verschwindet sie im Nebenraum für ein Briefing der jungen Kollegin: „Die Einladungen bitte auf gutes Papier drucken, soundsoviel Gramm, blütenweiß. Druckst du auch noch die Anstecker, bitte. Ja, lass sie lieber per Fahrradkurier kommen, das geht schneller.“ Inzwischen hat sie einen unbefristeten Vertrag und pocht auf bessere Arbeitsbedingungen. Sie beraumt keine Sitzung mehr nach 18.30 Uhr an, damit sie und die Kollegen pünktlich in den Feierabend kommen.

Sie wolle sich nicht mehr selbst ausbeuten, darum habe sie inzwischen ein distanzierteres Verhältnis zu ihrem Job, sagt die 32-Jährige. „Wir haben noch etwas anderes in unserem Leben. Ich leite neben Génération Précaire noch einen feministischen Verein und arbeite an einer Opernaufführung mit. Es gehört zu unserer Generation, dass wir nonstop connected sind. So sehen wir, wie andere Leute um 17 Uhr Feierabend machen und das Leben genießen.“ Sie erzählt von Freunden in Australien: Die surften noch auf richtigen Wellen, statt immer nur im Intranet ihrer Firma. Doch das Internet habe vieles verändert, auch die sozialen Proteste. Latil glaubt nicht mehr allein an große Kundgebungen. Auf der Straße zu sein, zu demonstrieren sei eine nette Gelegenheit, sich zu treffen. „Aber es ist nur eine Art, gegen die Ungerechtigkeit zu kämpfen.“ Twitter und Facebook seien heute die eigentlichen neuen Kanäle, die neuen Waffen des sozialen Widerstandes.

Auch bei den aufgebrachten Studenten in der Zentrale der UNEF wird selbst am Sonntag im Minutentakt gepostet und getwittert. Im Eingangsbereich türmen sich Papierbroschüren und Plakate wie Relikte aus vergangenen Zeiten. Türen gehen auf und zu, kleine Arbeitsgruppen kümmern sich um die detaillierte Organisation der nächsten, für diesen Donnerstag angekündigten Kundgebung. Am Ende des Gangs sitzt William Martinet in einem dunklen Büro, das auch als Abstellkammer für eine ausgediente Kaffeemaschine und allerlei Krimskrams dient. Eine Kaffeetasse dient als Aschenbecher, an der Wand hängt ein vergilbtes UNEF-Poster aus den 60ern: „Den Kampf weiterführen.“

„Die Hälfte der heutigen Studenten ist gezwungen, nebenbei voll zu arbeiten. Sie kennen die Zustände in den Unternehmen, deswegen sind sie so besorgt über ihre Zukunft, über die Verhältnisse, die auf sie zukommen.“ Er selbst hat bei einer Fastfood-Kette und als Reinigungskraft gejobbt, musste sein Biologiestudium zeitweise unterbrechen, um die Wohnungsmiete zu verdienen. Nun legt er einen Master in Sozialökonomie ab – und ärgert sich, wenn ihn konservative Medien wegen seines Alters als faulen Dauerstudenten und Berufsrevolutionär verhöhnen. „Wir bringen jetzt schon Opfer, wir akzeptieren Prekarität während des Studiums und bei unserem Einstieg in den Arbeitsmarkt. Mit dem neuen Gesetz stellt man uns unverhohlen eine lebenslange Prekarität in Aussicht.“

Ophélie Latil: „Als ich selbst arbeitslos war, fürchtete ich den Blick der anderen“

Foto: Andreas B. Krueger

Es gehe nicht darum, das Lebensmodell der Eltern zu kopieren, sagt Martinet. Die Studenten seien nicht rückwärtsgewandt, im Gegenteil: Es handele sich um überzeugte Europäer und Weltbürger. Ein gewisses Maß an Stabilität sei nun mal entscheidend bei konkreten Fragen der Lebensplanung, beim Autokauf, dem Abschluss eines Mietvertrags oder der Familienplanung. Ohne gewisse Garantien, wenigstens in den grundlegenden Belangen, könnten sich junge Leute kein autonomes Leben aufbauen. Französische Jugendliche seien weder resigniert noch verängstigt. Ihre Haltung zeuge eher von einem positiven Selbstverständnis, findet Martinet. Der Hashtag der Bewegung lautet #OnVautMieuxQueCa, „Wir sind mehr wert“. Im Vergleich zu älteren Arbeitnehmern sei man besser ausgebildet, habe höherwertige Diplome. „Ja, das ist eine gewisse Form von Überheblichkeit. Aber wir haben jede Menge Dinge zu bieten, wir sind intelligenter als jene, die jetzt an der Macht sind.“

Dann erreicht ihn die Nachricht, dass die UNEF in letzter Sekunde doch noch zu den Schlichtungsverhandlungen mit der Regierung eingeladen sei. Für Martinet steht ein weiterer Besuch beim Premierminister an. Klein beigeben werde man auf keinen Fall. „Die jungen Menschen haben der Prekarität den Kampf angesagt. Ich glaube kaum, dass sie einfach wieder nach Hause gehen werden.“

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 11/16.

Kommentare (18)

Michaela 18.03.2016 | 07:53

"Aber wir haben jede Menge Dinge zu bieten, wir sind intelligenter als jene, die jetzt an der Macht sind.“

Wie schön das doch wäre, leider sind die jungen Franzosen kein Jota klüger, die Arroganz zu glauben, eine akademische Konditionierung ergäbe eine höhere Intelligenz, ist ein trauriges Zeugnis von engstirniger Eindimensionalität - die Bewegung hat keinerlei Inspiration, es geht einzig um einen neuen Verteilungskampf - und die Protagonisten werden bald den Absprung in die politische Klasse angeboten bekommen, diesen nutzen und dann munter das gleiche Geschäft betreiben, wie jene die heute die Macht vertreten - alleine der Ausspruch, wie jene die an der Macht sind - er zeugt von kindischer Naivität.

Nein, diese Bewegung gibt keine Hoffnung - die "Bewegten" buckeln, fügen sich ein, kämpfen einzig dafür "höherklassige" Ställe beziehen zu dürfen.

Solange man Lebensqualität mit materiellen Paramentern gleichsetzt, solange werden wir uns marodisieren und kannibalisieren - uns, mit uns die ganze Biosphäre.

(..... getippt auf einen Air-Book - in einer lichtdurchfluteten Lounge ............. - gleich bringt mir das Hausmädchen mein Frühstück, der Morgenmantel kostet wohl mehr als ein gewöhnlicher Arbeiter in einem viertel Jahr verdient - wer den wohl genäht hat - "gerecht" bezahlte Näher wobei der Stoff, sehr glatte, feingesponnene Seide, wohlig umschmeichelt sie den Körper...... - es macht Spaß in diesem Mileu zu wandern..... - davon träumen die Massen, die so brav den Luxus schaffen, den ich mir nun von den Räubern schenken lasse - gegen ein liebes Lächeln - heute geht es nach Montpellier - nicht zu Fuß - sondern im Fond eines S600 - .............................)

McCormick 18.03.2016 | 09:42

Nein, diese Bewegung gibt keine Hoffnung

Was gibt denn Hoffnung? Ich freue mich jedesmal wenn es eine Bewegung mit konkreten Zielen und Schritten gibt.

Eine Allianz aus Studenten und Gewerkschaften gegen die Beschneidung von Arbeitnehmerrechten finde ich toll. Konkrete Aktionen von UK-Uncut finde ich toll. Den praktischen Ansatz von momentum finde ich toll.

Utopia, ohne zu sagen wie wir da hinkommen und ohne konkrete Praxis, finde ich nicht toll.

na64 18.03.2016 | 09:49

Wir sollten unsere Motivationen hinterfragen.Warum der Mensch so ist wie er ist liegt an unseren Motivationen. Unsere Motivationen und egal welche sind bewusste Manipulationen an der Selbstkonditionierung auf Mentaler Art und Weise und haben den Sinngehalt ähnlich einer selbst erfüllenden Prophezeiung. Vergleichbar wie in Film, Geschichten, Erzählungen und auch wie im Märchen, ein ausüben von Handlungen, vorrangig mit in den Genen gespeicherten Urängsten, um diese Angsttaten in eine gewisse "legitime" Gewaltform zu zwängen. Politisch gesehen ist das dann das schaffen von neuen imaginären Außengrenzen und ein erklären das Länder keine Berechtigung für ein Fluchtverhalten aufzuweisen haben, da es keinen Grund für ein weg rennen aus selbst erklärten Lebensfeindlichen Umständen gibt, da wir in den abgeschotteten Nationen diese Wahrnehmung, die einer selbst erfüllenden Prophezeiung über selbst ausgedachte und eingebildete negative Sicht, der selbst beigefügten Lebensbedingungen in diesen gesicherten Nationen gleichkommt, nicht anerkennen werden. Das nennt sich eigentlich Behinderungspolitik bei der Anerkennung von Menschenwürde und dem zustehen der Menschenrechte. Weiter im Sumpf der politischen negativ Spirale einer Wahrnemungsfatamorgana um Vorruteile zu kreieren.Die in Ihren rückständigen Ländern ausgeübte Gewalt, in Form von Barbarei ist doch gar nicht so schlimm, da Sie für unsere Handlungen ein notwendiges Übel darstellen, um wirtschaftlichen Handlungsspielraum für unser eigen genutztes Wohlergehen auf kosten Eurer untergeordneten Wertigkeit Eurer Nationen in der Weltwirtschaft, um so zugesprochene gesicherte Wettbewerbsumstände, als Statusvergabe zu den besser gestellten Nationen dieser Welt erhalten zu können. Das ist ein ganz gerechter und legaler Weg über von uns geschaffene Gesetze und Abkommen mit anderen Nationen um diese Gruppen-/ Truppendynamiken eines Unrechtswesen zu verstärken, so das wir selbst im Moralischen Recht stehen zu können. Glaubt was Ihr wollt, wir werden daran an diesen fördern dieser gegebenen vorteiligen Umstände für unser Leben nichts ändern. So glaubt an Eure Religionen die Euch ein heil, ein Segen als erlösen aus dem Leid vermitteln wollen, obwohl diese Religionen nur ein unbarmherziges Wesen der Ausbeutung, der Unterwürfigkeit Eurer Person und Machtkontrolle von Königen in sich tragen. Genau nach diese Kriterien arbeiten wir und gehen im ausüben unserer Handlungen gegen Euch vor. Ihr seid Nationen minderen Rechts und da Ihr Menschen von Geburt an aus diesen Nationen seid, habt Ihr nur ein Anrecht auf den sozialen Tod, wie in der Kolonialzeit. Jedes mal wenn ich etwas über Flüchtlingsbewegungen höre, sehe oder lese fallen mir diese negativen Gedankengänge zu den politischen und wirtschaftlichen Handlungsträgern, die diese Zustände erzeugen auf. Kurz gesagt. Es ist der ausübende Rassismus aus der Kolonialzeit der das EU Parlament und seine angehörigen Staaten, bzw. Nationen befällt. Wie ekelhaft in seiner Skrupellosigkeit muss man als Politiker heutzutage sein, um diesen Beruf eines verkappten Menschenschlächters ausüben zu können? Das gleiche zählt aber auch für uns, da wir dies zulassen und in unserem Bewusstsein hinterlässt dies Spuren, die man im alltagsgeschehen beim indirekten diskriminieren in der Öffentlichkeit, bei unseren Kommunikationsverhalten als Vorstuffe von Sexismus und Rassismus wieder finden kann. Da bleibt am End die Frage: Was motiviert und zu diesem Verhalten? Scheinbar gibt uns die Arbeitswelt, über unsere Motivationen, den nötigen Aufschluss einer Erkentniss die uns in Zukunft bereichern könnte.

schna´sel 18.03.2016 | 11:30

„Wenn eine linke Regierung an die Macht kommt, dann bremst das zunächst die sozialen Bewegungen. Die Linken waren schließlich zuvor mit uns gemeinsam auf der Straße!“

Wunderbar. Und diese Leute, das sind die linken Regierungen von Morgen. Und einige werden die Türken von morgen sein. Oder glaubt irgendwer noch daran, dass "die" es anders machen, wenn sie über die Schwelle sind und sich etabliert haben?

"Sie wolle sich nicht mehr selbst ausbeuten, darum habe sie inzwischen ein distanzierteres Verhältnis zu ihrem Job, sagt die 32-Jährige."

Das allein ist ein Luxus, auf den diese Dame in ihrem Leben nie wieder verzichten wird. Der sie bereits heute von abertausenden Menschen unterscheidet, die sich diesen Luxus niemals werden leisten können.

"Es gehe nicht darum, das Lebensmodell der Eltern zu kopieren, sagt Martinet"

Ihr werdet es nicht nur kopieren. Ihr werdet es verfeinern in seiner Selbstgerechtigkeit, mit der ihr es vor Euch und all denen legitimieren werdet, denen der Sprung ins Establishment nicht mit Euch zusammen gelingt. Wartet es ab. Das genau ist doch die Tragödie hinter all den Ex Linken, hinter Schröder, hinter den Grünen, hinter Tsipras und all den anderen sophisticated VIPs, die den gleichen Weg gegangen sind. Aber auch hinter all den etablierten Künstlern, die sich wundern dass sie mit ihrer Kunst letztlich die Welt doch nicht verändern konnten. Die den gleichen Illusionen aufgesessen sind, die gleichen Versprechungen gemacht haben, als es darum ging, die Menschen auf ihre Seite zu bringen um sie dann durch den Verrat zu betrügen, der sie heute zu etwas macht von dem Ihr Euch ja nicht umsonst unterscheidet.

"Wir sind mehr wert“. Im Vergleich zu älteren Arbeitnehmern sei man besser ausgebildet, habe höherwertige Diplome. „Ja, das ist eine gewisse Form von Überheblichkeit. Aber wir haben jede Menge Dinge zu bieten, wir sind intelligenter als jene, die jetzt an der Macht sind.“

Wunderbar. So geht Veränderung. Das wir dann genau so lange gehen, bis ihr Konkurrenz von den Jüngeren bekommt. Die Euch dann mit der Kraft ihrer Illusionen genau die Plätze streitig machen werden, die ihr jetzt von denen übernehmt, die sowieso mit ihrem Latein am Ende sind und das Ruder langsam abgeben.

Nichts verändert sich. Ihr seid nicht besser und nicht schlechter als die Dutschkes und die die Joschkas und die Schröders auch. Ihr seid nur jünger und gehört noch nicht dazu, das ist alles. Und das ist auch schon Einzige was sich verändern wird: Ihr werdet diejenigen sein, die den Armen wegnehmen werdet und den "Höherwertigen" für die Ihr Euch ja heut schon haltet geben werdet. Business as usual.

Michaela 18.03.2016 | 14:58

Oh, ich habe meine Möglichkeiten ausgeschöfpt - wie könnte eine Hoffnung auf Anarchie sich manifestieren, indem man sich als Führer geriert?

Ich habe dazu alles gesagt, es ist schon vor 2- 3 Tausend jahren geschrieben worden - es ist längst alles bekannt, alles geschrieben, alles ausgesprochen .............

Täglich hat jeder Mensch die Möglichkeit zu entscheiden.

Täglich entscheiden sich nur einige Tausend von Millionen für die Arnarchie und das freie Leben - der Rest kämpft um die Nuancen im Verteilungsgerangel -

schön das sie das toll finden, ich finde es nicht toll, das darf ich schreiben, natürlich finden sie das nicht toll, natürlich behapten sie ich hätte nichts zu sagen, da sie die Nachricht schlicht nicht wahrnehmen - sie ist ihnen unheimlich, sie erforderte ihre eigene Initiative - und zwar ihr ganzes Sein zu hinterfragen, nicht nur eine Nuance ihres Seins!

Schön warten sie auf das passende Transparent - dann rennen sie hinterher, sie fühlen sich dann für einen Augenblick wohl, sie finden es toll, sie hoffen..... - wer weiß, vielleicht hat die Gruppe der sie folgen ein lauschiges Plätzchen für sie, dann haben sie Verteilungsspiel einen kleinen Bonus "gewonnen".

Wie gesagt, diese Bewegung gibt - mir - (ok?) - keine Hoffnung.

Schön für Sie, dass sie daraus etwas positives Ableiten können - das meine ich nicht zynisch - den eines räume auch ich ein - diese Bewegung ist sicherlich weniger betrüblich, als die meisten anderen Bewegungen in der momentanen Gesellschaftsschlacht.

Nur - leider - die (Mainstream-)Gesellschaft bleibt beim Schlachten, das friedliche, gemeinsame Leben, das ist ihr wohl zu naiv, zu banal, zu langweilig.......

Community84 18.03.2016 | 20:19

Ich stelle fest, dass ich zum Ende des Textes hin, meine zu erkennen, dass genau das das Problem ist, das geradezu verlangt wird, dass es so gar nicht sein kann. Aber woher kommt es dann, dass man es latent spürt? Ich spüre, dass es stimmt. Ich kann es nicht sagen, nicht formulieren. Wahrheit, die nicht sein kann oder darf, sonst bremst man sich aus. Aber selbst dann noch, weiß man den Grund nicht. Aber der Text macht es mirmomentan unmöglich, es abzustreiten. Irgendwie denke ich, super gut formuliert und dann wieder, das wird nicht so gesehen, man vergisst es und denkt es bringt nichts oder es ist peinlich, unangenehm, weil es in die Isolation führt, keine Konsequenz hat, keine Stabilität, die aber ein Jeder braucht. Man denkt, es ist zu kompliziert, dass man es schafft, erfolglos zu sein, und gleichzeitig berufstätig zu sein. Das Motiv ist es, das zum Narren macht. Es ist unheimlich schleichend, denn man will ein guter Mensch sein, aber es läuft verkehrt.

Community84 18.03.2016 | 20:56

Aus Funken werden Fünkchen oder die späteren Kotzbrocken. Ist alles nur Biologie, auch Herz und Hirn nur Organe, die durch die Evolution hindurch immer nur das fortsetzen, worüber sich dann später wieder beklagt werden darf/soll/muss? Aus der Sicht der Massen. Aber es soll ja noch einzelne Personen geben und man siehe da, man hört immer wieder davon. Man schaut vielleicht immer nur auf die Masse, nur die Masse kann Druck machen und verändern. Organisationen sind aber auch starre Einrichtungen. Ich frage mich, was ist eine Person, die gleich wieder zerrissen wird.

schna´sel 19.03.2016 | 12:34

"Aus Funken werden Fünkchen oder die späteren Kotzbrocken."

Die wahre Freude schöner Götterfünkchen (frei, für alle, die das schillern nicht verlernen...)

Freude, schöner Götterfunken,
Töchter im Delirium,
angetreten freudetrunken,
stürmen nun Dein Heiligtum.

Denn kein Zauber gibt uns wieder,
was die Eltern umverteilt,
Menschen sind so lange Brüder,
bis sie am Erfolg gefeilt.

Seid umschlungen Millionen!
Seid umschlungen Millionen!
Für den Stuß der ganzen Welt.
Brüder, Schwestern, mit viel Geld
werden wir uns dann belohnen

hessisch-sibirien 22.03.2016 | 17:04

Es ist schon frustrierend, wie freudlos (und tw. zynisch) jeder Ansatz von Wehrhaftigkeit gegen die Zumutungen der politischen und ökonomischen Eliten in Europa von Links-Orientierten (auch hier) schon im Ansatz zerhackstückt wird. Ist es nicht an der Zeit, dass jedes kleinste Aufmucken es verdient hat, mit Zuneigung und guter Laune tatkräftig unterstützt zu werden??? Dann sähe man wenigstens, ob nicht doch etwas Vielversprechenderes daraus werden könnte!