LinksLiberaler
14.07.2017 | 18:32 4

Trump und Macron

Kapital und Klasse Über den Dächern von Paris

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied LinksLiberaler

Welch ein Bild. Der Präsident der USA und seine Gattin dinnieren mit dem Präsidenten Frankreiches und seiner Gattin im Edelrestaurant über den Dächern von Paris.

Jemand, der die Regenbogenpresse, Spiegel, Zeit, FAZ, Welt, nicht verfolgt, käme bei der Zuordnung in Schwierigkeiten. Wer gehört zu wem? Dass Partner bei solchen Anlässen nicht nebeneinander sitzen, wäre der einzige Fingerzeig.

Trump, Lebemann, der alles nicht nur gesehen hat, Kapitalist, der sich ausschließlich mit exklusiven Dingen umgibt, zusammen mit seiner hochattraktiven Frau, die der unwissende Beobachter eher Macron zuordnen würde. Macron, der jugendliche Klassenstreber, der seine Lehrerin heiratete und nun vom Kollegium zum Schulsprecher berufen wurde, mit seiner Frau, die in der Runde problemlos als Älteste durchginge.

Natürlich kritisert die Klatschsparte des Spiegel angeblich sexistische Bemerkungen Trumps zu Macrons Frau. Knackig wäre sie für ihr Alter (noch), so die umgangssprachliche Interpretation.

Was mag Trump diesbezüglich wohl über Merkel denken? Und über den Geschmack der Deutschen, die sich mit solch einer Person seit Ewigkeiten schmücken?

Derartige Gedanken mögen unpolitisch klingen, sexistisch. Sind sie das wirklich? Oder spiegeln sie das jeweilige kategorielle Denken wieder? Trump, das kapitalistische Biest, schmückt sich mit der Schönen, Macron, Teil der französichen Führungselite, bleibt altem Klassendenken verhaftet.

Wie dem auch sei, aufschlussreich sind sie, die Bilder vom Dinner über den Dächern von Paris. Zeitloser US-Kapitalismus trifft das alte Europa in jugendlicher Maske.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.