Beginnen 2015 Entscheidungsschlachten?

Imperium zerbricht , deshalb braucht es Krieg, meint Andre Vltchek, ein US-Amerikaner, der als investigativer Journalist Kriege und Konflikte in dutzenden von Ländern sah.
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Der Autor des Artikels, den ich nachfolgend beschreibe, Andre Vltchek, verfasste auch als Dokumentarfilmer kritische Berichte, wie z.B. „Rwanda Gambit“. In Counterpunch erschien am 26. Dezember und in „Information Clearing House“ am gleichen Tag, der Artikel, der zugleich authentisch, emotional wie auch mitreißend, die Erkenntnisse eines Mannes beschreiben, der viele Kriege, Leid und Krisen aus nächster Nähe erlebt hat. Ich veröffentliche hier eine deutsche Beschreibung, weil er genau das Gefühl wiederspiegelt, das ich in den letzten Monaten in dutzenden von Gesprächen mit Menschen aus Südostasien, China und dem Mittleren Osten gewann.

Die Art der Mystifizierung des Widerstandes, die Aufforderung zum Ertragen von Leid für ein größeres Ziel, ist die Spiegelung des Dogmatismus und Hasses, die aus der aggressiven Politik des Westens derzeit über der Welt ausgeschüttet werden. Beides zusammen stellt eine Lunte dar, die nur noch angezündet werden muss.

DIE ENTSTEHUNG

Er beschreibt zunächst, wie er in Peking mit Freunden, darunter auch ein chinesischer Diplomat, zum Abendessen verabredet war, und dann seine Kehle austrocknete und seine Augen feucht wurden. Der Grund war das großherzige Angebot, wie er es nannte, das China Russland gemacht hatte, dem Land beizustehen.

Er erklärte, wie er vor dem Verlassen seines Hotels auf Russia Today las, dass Chinas Außenminister erklärte hatte, Russland zu unterstützen, da es derzeit auf Grund von Sanktionen eine Wirtschaftskrise, und sinkende Ölpreise bewältigen müsse. Er zitierte die Aussagen in dem Bericht:

„Russland hat die Fähigkeiten und die Klugheit, um den Schwierigkeiten der derzeitigen wirtschaftlichen Situation zu begegnen.“

Das erklärte der Außenminister Wang Yi gegenüber Journalisten. Und der Autor berichtet, dass die China Daily am Montag berichtet hatte: „Falls die russische Seite sie braucht, werden wir die notwenige Hilfe innerhalb unserer Möglichkeiten leisten“.

Dann erklärt Vltchek, dass er sich in keiner Weise als Vertreter der Russischen Föderation darstellen wolle, und natürlich repräsentierten seine Freunde in jender Nacht auch nicht China. Es wäre nicht mehr gewesen, als ein informelles Abendessen, mit ein paar Freunden, nicht mehr.

Und eigentlich wäre er auch technisch gesehen gar kein richtiger Russe. Ja, er war in Leningrad geboren, hatte aber praktisch sein ganzes Leben in anderen Ländern verbracht, genauer gesagt, überall auf der Welt. Er erklärt, dass in seinen Adern eine explosive Mischung aus russischem, chinesischem und europäischem Blut fließen würde. Aber seit kurzem, so erklärte er, bedeutete für ihn, und viele andere auch, Russe zu sein, mehr als Blutsverwandtschaft.

„Ich bin ein Rebell, deshalb bin ich Russe“ zitierte er Albert Camus. Russe zu sein fühle sich einfach gut an, und mache stolz und stärker.

STATUS QUO

Er erklärt dann, dass die Welt in Aufruhr wäre. Wie in den frühen 1940er Jahren läge etwas Großes in der Luft, etwas Unwiderrufliches. Und dann führt er aus:

„Fast jeder von uns, der analysiert hat, wie gegen die Propaganda und den sich verbreitenden Nihilismus des Empire gekämpft wurde, und wie es seine Tentakel bis in die letzte Ecke des Globus ausstreckte, weiß, dass ein Appeasement des westlichen Imperialismus unmöglich ist, ja sogar unmoralisch“.

Er erklärt dann, dass schon Präsident George W. Bush, geborgt von christlicher Rhetorik, erklärt hatte: „Entweder du bist für oder gegen uns“. Damit wäre klar geworden, so der Autor, dass Länder nun ganz offensichtlich vor die Wahl gestellt werden, entweder die neokolonialen Doktrin des Westens zu akzeptieren, oder vernichtet zu werden, ein Land nach dem anderen, so wie der Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien.

Da helfe keine Logik, keine Verhandlungen, keine internationale Vermittlung durch die Vereinten Nationen. Über den Willen zu Kompromissen wird sich lustig gemacht. Das Anrufen einfachen menschlichen Mitgefühls würde die Herrscher des Imperiums um keinen Zentimeter bewegen, meint Vltchek.

Und er sagte, dass für ihn klar wäre, dass das Imperium sich auf den finalen Angriff vorbereite. Und dass es nicht zurückweichen werde. Das Imperium werde angreifen, zerstören, vernichten. Niemand wisse genau wann. Aber es wird eher früher als später passieren, und dann mit ungeheurer Gewalt.

Manche, so sagt er, werden fragen „Warum jetzt?“ Warum gerade jetzt so eine Eile auftreteten würde, die finale Schlacht zu beginnen, um die totale Kontrolle über den Planeten zu erhalten? Und er gibt die Antwort. Nach seiner Meinung ist das vollkommen klar. Zum ersten Mal ist die Verachtung über das Imperium überall verbreitet, weltweit. Viele Menschen wurden von ihrer Blindheit geheilt. Die Maske der Gutmütigkeit und des rationalen Handelns wären durch Medien in den Ländern Latein-Amerikas, Russlands, Chinas, dem Iran aber auch in Nord Amerika selbst, herunter gerissen worden.

„Es ist keine Frage mehr der sorgfältig austarierten Objektivität“. Um die Dinge richtig zu sehen, reiche es, Faschismus beim wirklichen Namen zu nennen, denn das genüge, um Massenmord zu identifizieren, der durch das Imperium auf allen Kontinenten verbreitet wird.

Vltechek erklärt, dass die Maske gefallen wäre, und das erschreckende Gesicht eines Monsters entblößt hätte. Mit Blut und Eiter am Mund, mit einem gierigen Grinsen und erbarmungslosen Fängen. Es wäre ein Monster, dass nur sich selbst liebe, unfähig, seine eigene Scheußlichkeit zu erkennen. Es wäre stolz auf seine fundamentalistischen religiösen Dogmas, was es selbst oft gar nicht als „religiös“ erkennen würde. Das Ungeheuer lebe in Selbstgerechtigkeit, und auf einem verlogenen Glauben an einen Markt-Fundamentalismus, der verkündet, dass jeder und alles käuflich ist. Es wäre ein Monster voller Komplexen, mit Minderwertigkeits- aber auch Überheblichkeitsgefühlen.

Aber es wäre kein glückliches Monster, meint Vltchek, und die Menschen die daraus entspringen wären mehrheitlich einsam, ängstlich und verelendet. Aber das Monster könne sich nicht ändern, es könne nicht zurück. Lieber würde es seine Kinder vernichten, oder sogar die ganze Welt, als zuzugeben, dass es vollkommen falsch lag, und das während Jahren, Jahrzehnten, ja Jahrhunderten.

Aber jetzt haben viele Menschen genug, und einige haben sogar vergessen, ängstlich zu sein. Aber das Monster wisse dies, und deshalb wäre es selbst voller Furcht, vor denen, die keine Angst mehr haben. Und die Stimmen der bisher eher Stillen, würden jetzt immer lauter und lauter werden, „und wir werden sicher stellen, dass es so weiter geht“, führt er aus.

Vltechek behauptet, dass außer in einigen wenigen Ländern, in denen die Intellektuellen und die Elite sich vollkommen verkauft hätten, die furchtbaren Taten des Kolonialismus und des Neo-Kolonialismus, verbrochen durch Europa und Nordamerika, nun endlich diskutiert, analysiert und verstanden würden. Und dieses Monster, das Imperium, wisse, dass das der Anfang vom Ende bedeutet.

Für das Monster wäre es unmöglich, als Gleicher unter Gleichen zu leben. Deshalb wolle es seine finale Schlacht schlagen. Und es würde versuchen, die zu gewinnen, oder die Welt vernichten. Denn für das Monster wäre ein Leben, ohne die volle Kontrolle über den Planeten zu haben, in dem sein Gott nicht alles unter Kontrolle hat, in dem es nicht als als Verkünder des göttlichen Manifestes angesehen wird, lebensUNwürdig.

RUSSLAND

Vltchek berichtet dann, was er empfindet, wenn er in Beirut oder Amman gefragt wird, woher er komme. Was für ihn vor einigen Jahren noch eine schwierig zu beantwortende, verwirrende Frage gewesen wäre. Heute, so erklärt er, sagt er, dass er Russe wäre. Und die Menschen würden ihn umarmen und ihm danken.

Diese Reaktion wäre nicht einem perfekten Russland geschuldet. Im Gegenteil, das Land wäre keineswegs perfekt und würde auch nicht so gesehen, und kein Land auf der Erde wäre perfekt. Nein, die Reaktion würde auf der Tatsache begründet, weil es wieder einmal dem Imperium widersteht. Und dieses Imperium hätte so viel Horror, Erniedrigung zu so vielen Menschen gebracht, zu Milliarden von Menschen rund um den Globus, so dass jeder, der sich dem Imperium widersetzt, als Held angesehen wird.

Vltchek erklärt, dass er das erst kürzlich von Menschen in Eritrea, China, Russland, Palästina, Ecuador, Kuba und Süd-Afrika gehört hätte, wobei er betonte, dass die Liste nicht vollständig wäre.

„Und darum ist das Imperium nun in einer solchen Eile, unwillig länger zu warten, versucht es Russland zu provozieren, um es, metaphorisch gesprochen, wieder in eine weitere epische Schlacht zu verwickeln, wie diejenige, die in früheren Zeiten geschlagen worden wären, auf dickem Eis, durch Alexander Newski."

Das Imperium hätte es zu eilig, wäre zu verängstigt um klar zu denken, zu verstehen, sich zu erinnern, was offensichtliche Eroberer auf die harte Tour lernen mussten, erklärt der Autor. Russland könne angegriffen werden, und russische Menschen könnten zu Millionen ermordet werden. Es könne Verwüstung und Feuer geben, Ruinen, Tränen und Gräber, Gräber, Gräber … Mütter, die ihre Söhne beerdigen, und Söhne die nach Hause kommen, nur um Asche und Verwüstung vorzufinden. Aber Russland könne nicht besiegt werden.

Und wenn das Überleben der Welt auf dem Spiel stünde, so Vltchek, gäbe es nur einen Weg, um Russland zu schlagen, nämlich die ganze Welt zu vernichten.

Seine rhetorische Frage an Obama lautet dann, ob er dazu bereit wäre. Und auch Europa fragt er, ob es bereit wäre, mit Amerika dabei zusammen zu arbeiten. Er fragt auch die christlichen Priester, die TV-Evangelisten und andere moralisch nicht mehr funktionsfähigen Wesen.

„Denkt noch mal darüber nach. Noch einen Schritt weiter, und ihr findet euch zwei enormen Nationen und dutzenden kleineren gegenüber, bereit für das Überleben der Menschheit zu kämpfen. Eure einzige Macht liegt in euren Massenvernichtungswaffen, die Angst und Schrecken verbreiten. Aber die meisten eurer Argumente basieren nicht auf Wahrheit, sondern auf Täuschung und Lügen“.

Dann fährt er fort zu erklären, dass er in diesem Jahr Zeuge gewesen wäre, welche Taten das Imperium im Irak, in Eritrea, in China, der Ukraine und überall in Afrika und im Mittleren Osten verbrochen hätte. Dieses Jahr, so erklärt er, wäre das Imperium zu weit gegangen, so dass der sprichwörtliche Tropfen zu viel auf die Erde gefallen wäre.

„Halte ein, und höre auf damit, die Erde zu foltern. Provoziere keinen und fange keinen weiteren Welt-Krieg an!“

Er warnt das Imperium, dass es sonst einen Kampf geben würde. Und dass es den verlieren würde, oder dass alle Menschen verlieren würden. Aber, so Vltchek, dieses Mal würden Russland, China, Venezuela, Kuba und viele andere, nicht zurückweichen, und viele würden dem Beispiel folgen.

PROPAGANDA FUNKTIONIERT NICHT MEHR

Der Autor behauptet, dass, trotz Terror, Propaganda und Gehirnwäsche, also durch die so genannte Bildung, das Imperium sich klar darüber wäre, dass es seine Rolle als globale Weltmacht verliere. Und die Macht hätte einen großen Horror davor, denn sie wüsste nicht, wie es anders leben könne, außer mit einer Peitsche in der Hand. Und der Planet Erde hätte bemerkt, dass der Herrscher finster, ruhelos und degeneriert wäre. Während einige das durch logische Überlegung festgestellt hätten, würden es andere intuitiv fühlen.

Wenn es eine globale Demokratie geben würde, wären die existierenden Machtstrukturen längst den Hunden zum Fraß vorgeworfen worden. Aber Demokratie gäbe es nicht. Man schaue sich nur die ständig wieder erniedrigten Vereinigten Nationen an. Und fast überall sind Wahlen zu einem Akt verkommen, in dem ein Stück Papier in eine Box geworfen wird, nicht mehr.

VORAUSSCHAU 2015

Der Autor sagt für das Jahr 2015 voraus, dass in diesem Jahr klar werden würde, wer für das Überleben der menschlichen Rasse kämpft, und wer auf der Seite der Unterdrückung steht, der Seite des Imperialismus, des Imperiums.

Im nächsten Jahr, so der Autor, würden mehr und mehr Länder destabilisiert oder angegriffen. Vermutlich würden Millionen von Menschen getötet werden, so wie sie jedes Jahr getötet wurden. Aber höchstwahrscheinlich würden es 2015 viel mehr als üblich sein. Die angeblichen Oppositionsbewegungen, die durch den Westen künstlich genährt werden, genau wie die verschiedenen christlichen Gruppen und rechtsextreme religiöse Fraktionen, werden fest auf der Seite der imperialistischen Unterdrückung und des Markt-Fundamentalismus stehen. Das konservative Kleinbürgertum im Westen und in den Satellitenstaaten, werden darum kämpfen, ihre Privilegien zu erhalten. Faschistische Familienstrukturen werden darin fortfahren Kinder und junge Menschen zu verängstigen, um sie davon abzuhalten, zu denken, zu rebellieren und zu leben.

Das Imperium hätte viele Alliierte, überall auf der Welt, aber die meisten von ihnen hätten einen finsteren Charakter. Die engsten ihrer Verbündeten aber wären immer Ignoranz, Dienstfertigkeit und Angst. Während die wahren Revolutionen, so Vltchek, und der Widerstand, sowie der Kampf um eine bessere Welt, immer auf Wissen basiere, und in Summe auf nichts anderem als Liebe.

DER BEVORSTEHENDE KAMPF

Vltchek erklärt, dass der bevorstehende Kampf extrem hart werden würde. Er wird sich, so der Autor, episch in die Länge ziehen, große Nationen hineinziehen, und viele Gruppen und Bewegungen. So wie der angeschlagene russische Bär misshandelt und provoziert würde, um einen militärischen Konflikt zu erreichen, wäre der große chinesische Drache aber entschlossen, einen Schutzschirm aufzubauen. Und dieses Mal, so erkläre China, würden sie schwächeren Nationen, die vom Westen angegriffen werden, zur Hilfe kommen. Und das würde auch schon die New York Times schreiben.

„Mr. Xi nannte die Vereinigten Staaten nicht beim Namen, aber bezog sich unmissverständlich auf Washingten, als er sagte: ‘Der wachsende Trende zu einer multi-polaren Welt lässt sich nicht aufhalten‘. Was ein Hinweis darauf ist, dass aus Chinas Sicht Amerikas Nachkriegsrolle als die einzige Supermacht dabei ist, sich zu verabschieden.“

Vltchek behauptet, dass das unausgesprochene Ziel wäre, dem westlichen Imperialismus und Kolonialismus nicht mehr zu erlauben, noch einmal die Kontrolle über den ganzen Planeten zu übernehmen, so wie das am Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Fall gewesen war, und dutzenden von Millionen Menschen den Tod brachte.

Nach Jahrhunderten des Plünderns, der Vergewaltigung und Besetzung, hätte der Westen kein Mandat mehr, die Welt zu regieren.

Nachdem der Westen seine schrecklichen Taten glorifizierte und rechtfertigte, indem er unserem Planten eine Gehirnwäsche unterzog, mit der Behauptung, er brächte Fortschritt und Rationalität zu den Wilden, also dem Rest des Planten, könne man dem Westen nicht mehr die Information und die Bildung der Menschen anvertrauen.

Deshalb wären jetzt unabhängige Medien gegründet worden, und ebenso staatlich kontrollierte in jenen Ländern, die nicht bereit sind, sich europäischer und nordamerikanischer Propaganda und Indoktrination zu unterwerfen. Diese Medien und auch Bildungsinstitutionen, würden die gesamte Geschichte, und die zeitgenössischen Narrative, neu bewerten und korrigieren.

GESCHICHTSKORREKTUR

Als Beispiel beginnt er mit der Glorifizierung der Gründungsväter der Vereinigten Staaten von Amerika. Er sagt, dass wir uns erinnern sollten, dass die USA auf den unvorstellbaren Leiden der eingeborenen Bevölkerung gegründet wurde, auf christlicher Bigotterie, erzwungener Konversion, auf Völkermord, und Diebstahl von Land.
Die Verbrechen wären nicht von neuen, oder extraterrestrischen Rassen, genannt Amerikanern, begangen worden, sondern von den gleichen Europäern, Puritanern und religiösen Horden, die schon seit Jahrhunderten, mordend über Asien, Afrika und den Mittleren Osten, hergefallen waren.

Das „Neue Amerika“, sowohl im Norden als auch im Süden, wäre, vorhersehbar, auf Angst, Gewalt und Diebstahl aufgebaut worden. Der Autor weist darauf hin, dass man sich erinnern solle, wie die Sklaven in Ketten von Afrika eingeführt wurden. Die meisten von ihnen starben schon während der Überfahrt, Frauen wurden vergewaltigt und erniedrigt, Kinder wurden vergewaltigt und für immer gebrandmarkt, Männer, wurde jede Würde geraubt.

Frauen und Mädchen waren an den Feldern angekettet, wurden zu Sexspielzeugen für jene puritanischen weißen Farmer. Männer und Kinder, zumindest jene die überlebten, wurden Tag und Nacht zu Arbeiten gezwungen, bis sie vor Erschöpfung starben. All dies, so Vltchek, wäre unter dem Schatten des Kreuzes, des Fortschritts und der „Demokratie“ geschehen.

So wäre Amerika aufgebaut worden. Das wäre die wahre Geschichte, die tatsächliche Wahrheit, über jenen „großartigen Beginn des Landes der Freien“. Dann kehrt er nach Europa zurück.

Und alle die Bauwerke, Kathedralen und Kirchen in Europa, die Paläste und Parks, alle waren sie durch Völkermord, Plünderung, Kolonialismus, Kreuzzüge und „militärische Abenteuer“ entstanden. So habe das westliche Establishment immer funktioniert. Vergewaltigung wäre Liebe, Indoktrination wäre Information, Angst wäre Glauben und Sklaverei die Freiheit.

Er stellt dann die polemische Frage, ob man das für die kommenden Jahrzehnte, Jahrhunderte weiter zulassen sollte.

„Ich frage nicht die Menschen von Paris, London oder New York. Ich frage nicht die korrupten Geschäftsleute in Jakarta oder die geisteskranken Priester in Kinshasa, auch nicht die Top-Militärs in Kigali oder die mordlustigen Feudalen Herrscher in Guatemala.“

Er sagt, dass kein Humanist, kein überzeugter Mensch, ein solches System weiter akzeptieren könne. Und, so fährt er fort, zum ersten Mal in der Geschichte, wären die Menschen nicht mehr zu ängstlich, es auszusprechen, oder zumindest es zu lesen, und anzuhören. Er hätte keine Angst mehr, es zu schreiben, und ob der Leser etwa Angst hätte, es zu lesen?

FRIEDEN

Vltchek schreibt, dass Frieden, von dem immer wieder geredet würde, etwas wäre, was man mit allen Mitteln aufrecht erhalten müsse. Aber, so fragt er, was für eine Art von Frieden wäre das, und für wen bedeute es Frieden? Das Imperium wünsche eine Friedensvereinbarung, in dem Länder wie Kuba und Russland, Venezuela und China, nachgeben, aufgeben und sich unterwerfen. Aber das wäre kein Frieden.

„Uns wird befohlen, friedfertig in einer Welt zu leben, die durch Europäer und Nord-Amerikaner beherrscht wird, als Sklaven, die im Staub kriechen.“

Er fragt dann, ob man wirklich erwarte, dass „wir uns einfach unter das einzige religiöse Dogma unterordnen, auf dem das gesamte rassistische, imperialistische und kapitalistische System aufgebaut ist?“ Was wäre das wohl für eine Aussicht, was für ein Frieden?

TERRORISMUS

Für den imperialistischen Westen, so der Autor, bedeute „Frieden“ nur eine Sache: Unangefochtenes Herrschen über den gesamten Planeten. Wenn jemand für sein Volk kämpfen würde, wäre er ein Terrorist, ein Bandit, das bedeute Krieg.

Die Nazis hatten schon die Widerstandskämpfer in der Ukraine oder Frankreich „Terroristen“ genannt. Das israelische Militär nennt den palästinensischen Widerstand beim gleichen Namen.

Der Westen nenne legitime Rebellion „Terrorismus“. Selbst die MRTA in Peru wäre in ihren Augen eine terroristische Gruppe gewesen. Der Widerstand der MIR gegen Pinochet war „Terrorismus“. Die wichtigste soziale Bewegung im Libanon, Hisbollah, wird als Terror-Organisation definiert, und genauso der gesamte stolze Staat Eritrea.

Shiitische Muslime wären Terroristen, weil der Westen die sunnitischen Monster der Golfdiktaturen unterstütze. Che Guevara wäre ein Terrorist gewesen, so wie Fidel Castro und Sub-Commandante Marcos. Ebenso Lumumba.

Für den Westen, seine Vasallen-Regime und die NGOs, wird es wahren Frieden nur geben, wenn alle natürlichen Ressourcen den multinationalen Konzernen übergeben wurden.

Alle linken, kommunistischen und sozialistischen Bewegungen würden abgeschlachtet werden. Wenn Russland wieder das erniedrigte, bedeutungslose Land werden würde, in das es während einer kurzen Zeit verwandelt worden war, unter dem hinterhältigen, brutalen und alkoholkranken Boris Jelzin, wenn China zurück zu den Tagen von Deng Xiaoping kehren würde, in denen es nur darum ging, billige Produkte und Arbeitskraft zu erzeugen, und keinerlei Aktionen gegen Imperialismus auf der Agenda standen, wenn Venezuela sein Rohöl verramschen würde, und dabei die eigenen Menschen vollkommen überginge, wie vor der heroischen Revolution von Hug Chavez, wenn Kuba seine Frauen wieder prostituieren und Zigarren für einen lächerlichen Betrag verbreiten würde, so wie vor der Revolution, die den Menschen die Würde zurück gab.

Friede, so Vltchek, wäre, wenn Milliarden von armen Menschen still, und ohne Gegenwehr, in ihren Slums sterben würden, während die Kapitalisten, Priester und Landeigentümer, ein paar Straßen weiter, ihre privaten Kliniken und Schulen genießen würden. Aber das würde nicht mehr akzeptiert werden.

„Für eine bessere Welt kämpfen, und für die Unterdrückten, ist wie das Schreiben eines Gedichtes.“

Frieden könne nur auf Gerechtigkeit, besonders auf sozialer Gerechtigkeit, basieren, sonst wäre es kein wirklicher Frieden.

RUSSLAND UND CHINA

Russland und die UDSSR haben verschiedene Male um ihr Überleben kämpfen müssen. Die Deutschen hatten sie angegriffen, dann nach der Revolution von 1917, die Westeuropäer und Nordamerikaner, dann wieder die Deutschen. Dutzende von Millionen Toten wurden geopfert um das Heimatland zu verteidigen. Vltchek kritisiert, dass keine einzige Entschuldigung jemals aus Washington oder London gekommen wäre.

China, so Vltchek, wurde öffentlich vergewaltigt, erniedrigt, geplündert, einschließlich seiner Hauptstadt Peking. Jene, die das taten, die Briten und Franzosen, gäben nun China Lehrstunden über „Menschenrechte“ und „Freiheit“. Es wäre wahrhaft groteskt.

Man solle nun nach anderen Nationen schauen, die jetzt aufstehen, und sich gegen den westlichen Imperialismus wehren würden. Da wäre der Iran, der wurde kolonisiert, zerstört, als er einen demokratischen sozialistischen Weg einschlagen wollte. Dann … vom Irak angegriffen, nachdem der Westen diesen aufgerüstet hatte.,

Oder man solle nach Latein-Amerika schauen. Die Region wäre ruiniert worden, durch koloniale und neo-koloniale Expeditionen, und das während Jahrhunderten, dann reduziert auf die „Monroe Doktrin“, mit Todesschwadronen terrorisiert, die von den USA trainiert worden waren, wie man entführt und foltert, und wie man Kinder vor ihren Eltern vergewaltigt.

Er fragt dann, ob er mehr Beispiele nennen soll, wartet aber natürlich nicht die Antwort, sondern fährt fort mit Korea. Dort wurden zehntausende von Zivilisten lebend in Tunneln von US-Streitkräften verbrannt. Es war einer der brutalsten Kriege in der Menschheitsgeschichte, beschrieben wäre er durch den brillantesten investigativen Journalisten des 20. Jahrhunderts, Wilfred Burchett.

Dann so Vltchek, folgte der Krieg in Indochina, in dem 7 Millionen Menschen getötet wurde, zerbombt oder lebend verbrannt. Wir werden niemals wissen, so der Autor, wie viele Menschen wirklich starben. Süd-Afrika, Zimbabwe, Eritrea …

Ja, so der Autor, das sind unsere Verbündeten. Und mit „unsere“ meint er offensichtlich Russland und China und die anderen genannten Länder. 2 Milliarden Menschen die in diesen Ländern leben würden, die terrorisiert, zu Asche reduziert wurden, aber wieder aufstanden und sich entschlossen zu kämpfen, statt als Sklaven zu leben. Das wären alles keine perfekten Länder, aber solche, die eigentlich bis in den Mark friedlich wären, Länder, die sich eigentlich nur darum gekümmert hätten, das Leben ihrer Kinder, Frauen und Männer zu verbessern. Und so wäre das überall auf der Welt.

Vltchek geht dann noch auf einige Länder und neuere Entwicklungen, wie die Annäherung der USA und Kuba ein, bevor er zum Schluss kommt:

„2015 wird viele Schlachten sehen. Aber die wichtigste wurde bereits begonnen. China machte eine großartige symbolische Geste. Still, respektvoll, aber entschlossen. Die Nachricht ist klar: ‚Wir erlauben nicht, dass ihr weiter andere vernichtet‘."

Jetzt nicht mehr. Das Imperium befände sich in Zersetzung, es wäre krank, unberechenbar. Und es wäre toxisch, und seine Krankheit ansteckend. Seine Propaganda wäre mächtig, und die Dogmas gewalttätig.

"Lasst uns daran arbeiten, dass es, Schritt für Schritt, zusammenbricht, ohne die Welt zu zerstören, ohne sie in den WKIII zu reißen. Lasst uns alle, Einzelpersonen, Nationen, Bewegungen und Parteien, vereinen, zumindest bis die gefährlichste Phase überwunden ist."

01:08 29.12.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

LinksPazi

Unter dem Pseudonym Linkspazi bloggt Jochen Mitschka. Links, engagiert und gegen Heuchelei und Krieg. Statt Mainstream wiederholen, ihm antworten.
LinksPazi

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