Es gilt:

"Vom Gedanken zur Tat"
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Grundkenntnis

Menschliche Entwicklung bedeutet:

„Vom Gedanken zur Tat“ - Das ist bewiesen, denn wir leben nicht mehr auf Bäumen!

Man braucht indes nicht jeden Gedanken selbst zu formulieren, um beispielsweise einen lehrreichen Artikel über gesellschaftliche Strukturen zu schreiben. Man kann stattdessen auf Werke kluger Leute zurückgreifen, um aus diesen zu zitieren. Lediglich die Quelle bzw. der Autor ist anstandshalber zu benennen. Gültiges Gesetz ist es zudem, Herr Doktor!

Zitat zu bestehender Gesellschaft

„Das Kapital hat einen Horror vor (der) Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuss; 300 Prozent und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf (die) Gefahr des Galgens.“

Thomas Joseph Dunning in „Trades’ Unions and strikes: their philosophy and intention“

Die marxistische Wirtschaftstheorie

– die politische Ökonomie auf der Grundlage von "Das Kapital" von Marx – bildet sowohl ihrem Umfang als auch ihrem Inhalt nach den Hauptteil der marxistischen Gesellschaftstheorie (Historischer Materialismus).

Sie untersucht die ökonomische Funktionsweise der „bürgerlichen“, „kapitalistischen“ Gesellschaft gemäß der Ansicht von der historischen (zeitlichen) Begrenztheit einer jeden Gesellschaftsformation. Diese werden seiner Meinung nach wesentlich durch die Entwicklung der Produktivkräfte vorangetrieben und durch spezifische Produktionsverhältnisse gekennzeichnet.

In „Das Kapital“ unterscheidet Marx zunächst zwischen dem Gebrauchswert und dem Tauschwert einer Ware. Der Gegensatz von Tauschwert und Gebrauchswert entsteht durch das gesellschaftliche Verhältnis zwischen Privateigentümern, die privat produzieren, um die Produkte auszutauschen. Unter diesen Voraussetzungen haben die Produzenten [= die Eigentümer der Produktionsmittel] nur am Tauschwert, die Konsumenten nur am Gebrauchswert ihr eigentliches Interesse.

Während der Gebrauchswert die besondere Brauchbarkeit des stofflichen Körpers der Ware betrifft, die bestimmte Bedürfnisse befriedigen kann („Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert“) ist der Tauschwert ein abstrakter Wert („Tauschwert ist nichts als eine Beziehung der produktiven Tätigkeit der Personen untereinander“), der erst im (Tausch-)Handel Bedeutung erlangt.

So hat eine Ware einen bestimmten Wert, der es, kommt es zu einem Handel, ermöglicht, sie auch gegen eine andere Ware aus völlig anderem Material auszutauschen (Ware X tauscht sich in soundsoviel Ware Y). Diesen gleichartigen Wert jeder Ware sah Marx in der abstrakten Arbeit – gemessen in der Arbeitszeit, die gesellschaftlich zur Herstellung jeder bestimmten Ware durchschnittlich benötigt wird – begründet, wobei er dabei an ältere britische Untersuchungen anknüpft:

Technische Zusammensetzung des Kapitals

Die vergangene abstrakte Arbeit, die zur Produktion einer Ware notwendig ist, ist nun konkret in verschiedenen Dingen enthalten, die zusammengenommen als „Produktionsmittel“ bezeichnet werden. Sie bilden innerhalb der Produktion eine Seite der „technischen Zusammensetzung des Kapitals“, die die stofflichen Bestandteile des Kapitals (einschließlich Pacht und Energie) beschreibt und besteht aus

1. den stofflichen Produktionsmitteln,

2. der lebendigen Arbeitskraft.

Wertmäßige Zusammensetzung des Kapitals

Das Gegenstück der technischen Zusammensetzung des Kapitals ist die wertmäßige Zusammensetzung des Kapitals, bestehend aus

1. konstantem Kapital, das den Wert der Produktionsmittel umfasst und auf die einzelne Ware betrachtet innerhalb der Abschreibungszeit gleichbleibend ist, daher der Begriff „konstantes Kapital“; die Produktionsmittel gehören also zur technischen Zusammensetzung des Kapitals und als Bestandteil der wertmäßigen Zusammensetzung zum konstanten Kapital;

2. variablem Kapital, das den Wert der Ware Arbeitskraft umfasst, deren Wert sich, auf die einzelne Ware betrachtet, durch mannigfaltige Umstände (etwa durch die Erhöhung der Arbeitsintensität) ändern kann, daher der Begriff „variables Kapital“; die Arbeitskraft gehört also zur technischen Zusammensetzung des Kapitals und als Bestandteil der wertmäßigen Zusammensetzung zum variablen Kapital.

Diese wertmäßige Zusammensetzung des Kapitals betrachtet Marx als Verhältnis unter der Bezeichnung „organische Zusammensetzung des Kapitals“ besonders.

Der Mehrwert (das Einkommen des Unternehmers)

Der Mehrwert entsteht nun innerhalb des Produktionsprozesses durch die Anwendung lebendiger Arbeitskraft, denn dabei wird mehr Wert erzeugt, als der Wert der Arbeitskraft beträgt. Wenn ein Arbeiter beispielsweise täglich zehn Stunden für einen Unternehmer arbeitet, entsteht jeden Tag ein Arbeitswert von zehn Stunden (siehe Neuwert).

Damit der Arbeiter dies täglich leisten kann, muss er sich in Gestalt von Waren Lebensmittel kaufen, deren Wert beispielsweise fünf Stunden seiner Arbeitszeit entspricht. Mehr Lohn erhält er nicht für seine zehn Stunden Arbeit, damit er am nächsten Tag wieder arbeiten (kann und existenzbegründend) muss.

In diesem Fall arbeitet der Arbeiter einen halben Tag, um den Wert seines eigenen Lohnes zu erzeugen, also bezahlte, „notwendige Arbeit“. Die (in diesem Beispiel) andere Hälfte des Tages arbeitet er dann „unbezahlte Mehrarbeit“ für das Einkommen des Unternehmers.

Daher sagt Marx in „Grundzüge der Kritik der politischen Ökonomie“:

„Wenn der Arbeiter nur einen halben Arbeitstag braucht, um einen ganzen zu leben, so braucht er nur einen halben Tag zu arbeiten, um seine Existenz als Arbeiter zu fristen. Die zweite Hälfte des Arbeitstages ist Zwangsarbeit, surplus Arbeit“ [= Mehrarbeit].

Der während der unbezahlten Mehrarbeit geschaffene Tauschwert heißt „Mehrwert“. Da er im Produktionsprozess entsteht, besteht er zunächst nicht als Geld, sondern als Wertteil der produzierten Waren. Erst im Verkauf (siehe „Preisarten“) nimmt er die Geldform an.

Die Krise

(Alt- und gelehrtes Griechisch κρίσις krísis ursprünglich ‚die Meinung‘, ‚Beurteilung‘, ‚Entscheidung‘, später mehr im Sinne von ‚die Zuspitzung‘) bezeichnet eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation.

„Krise“ wird in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen auf sehr unterschiedliche Weise thematisiert: in der Medizin und Psychologie, in der Wirtschaftswissenschaft und Soziologie (Soziologie als Krisenwissenschaft) wie auch in der Ökologie und Systemtheorie.

Der Krisenmanager Steven Fink sieht Unternehmenskrisen nicht als etwas notwendigerweise Negatives. Er definiert Vorläufer der Krise aus dem Blickwinkel der Wirtschaft als jede „prodromal situation" (wörtlich „vorausgehende Situation“, also eine Phase, die Warnsignale für das Auftreten einer Krise beinhaltet), welche die Gefahr birgt,

1. sich so zuzuspitzen, dass sie schwer beherrschbar wird,

2. den Argwohn der Massenmedien oder der Regierung auf sich zu ziehen,

3. die reguläre Geschäftstätigkeit zu beeinträchtigen.

Charakteristika einer Krise sind nach Anthony J. Wiener und Herman Kahn eine dringende Notwendigkeit von Handlungsentscheidungen, ein durch die Entscheidungsträger wahrgenommenes Gefühl der Bedrohung, ein Anstieg an Unsicherheit, Dringlichkeit und Zeitdruck und das Gefühl, das Ergebnis sei von prägendem Einfluss auf die Zukunft.

Außerdem haben es die Entscheidungsträger oft mit unvollständiger oder verfälschter Information zu tun. Auf emotionaler Ebene entsprechen ihr Verzweiflung oder unkontrollierbarer Zorn/Wut. Die subjektive Seite der Krise ist ihre Wahrnehmung durch den Betroffenen, die objektive die (historisch zurückblickende und) Einzelfaktoren zusammen bewertende, distanzierte Sicht.

Finanzkrisen

sind größere (durch Unfähigkeit oder bewusst durch Nutznießer hervorgerufene) Verwerfungen im Finanzsystem, die durch einen Rückgang der Vermögenswerte und die Zahlungsunfähigkeit zahlreicher Unternehmen der Finanzwirtschaft und anderer Branchen gekennzeichnet sind und die die ökonomische Aktivität in einem oder mehreren Ländern beeinträchtigen. Die Gesellschaft für deutsche Sprache kürte das Wort 2008 zum Wort des Jahres. (Quelle: Wikipedia)

Eine Krise lässt sich also auch inszenieren, um den Profit zu steigern = künstlich hervorgerufene Krise als Begründung für Massenarbeitslosigkeit durch fehlende Investitionen in Unternehmen von Unternehmerseite (stattdessen vom Steuerzahler) bzw. Lohnsenkung als Begründung für Arbeitsplatzsicherung statt sinnvoller Planwirtschaft (die es logischerweise im profitorientierten Kapitalismus nicht als solche gibt). Ein abschreckendes Druckmittel auf die arbeitende Masse ist zudem das durchaus gewollte „Arbeitslosenheer“, welches den Unmut des Schuftenden in falsche Bahnen lenkt.

Menschliche Entwicklung bedeutet Evolution und beinhaltet:

Erstens: Denken und Verstehen

Zweitens: Kombinieren und Handeln

Jede Veränderung der kollektiven bzw. gesellschaftlichen Lebensart bezeichnet man dabei als Revolution:

„Eine politische Revolution ist die durch friedliche oder militante Mittel erzwungene grundlegende Änderung einer bestehenden staatlichen Ordnung und ist meist auf die Einführung eines neuen politischen Systems, Staatsform und/oder des personalen Wechsel der Inhaber der Staatsgewalt ausgerichtet. Der Wandel vollzieht sich außerhalb der vorgesehenen Rechtsformen des alten Systems, d. h. nach dessen Definition illegal.

Er kann von relativ zahlenmäßig kleinen Gruppen ausgehen, das Gelingen einer Revolution ist jedoch meist von einer breiten Zustimmung der Bevölkerung abhängig. Zustimmung kann sie durch Massendemonstrationen, Massenstreiks oder Gewaltanwendung bezeugen und durch Volksabstimmungen, Volksentscheide und Wahlen legitimieren.“ (Wikipedia)

Wie schön, dass es Lexika und Lehrsätze gibt (auch wenn diese nicht jede Wahrheit wiedergeben)! Denn man kann sich rechtsgültig auf solche berufen …

Alles ändert sich - vergeht und entsteht - wir verharren nicht im Stillstand. Zen

Nixdorf Medien

06:19 29.08.2012
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Geschrieben von

Literatmaat

Chinesische Diplomatie war zu keiner Zeit eines meiner Fachgebiete. Das liegt schon an der abendländischen Erziehung und am sozialen Charakter ...
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Literatmaat

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