Wieso nicht noch etwas genauer, Herr Kraft?

/ Assange-Report aus dem Lexikon
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Und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht. Und Macheath, der hat ein Messer, doch das Messer sieht man nicht. An ’nem schönen blauen Sonntag liegt ein toter Mann am Strand. Und ein Mensch geht um die Ecke, den man Mackie Messer nennt. [...] Denn die einen sind im Dunkeln und die andern sind im Licht. Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht?

Die Moritat von Mackie Messer ( Dreigroschenoper) von Bertolt Brecht

Denkste Bertolt!

Julian Assange war Initiator und treibende Kraft in einer Gruppe von fünf Personen und diversen Unterstützern beim Beginn des Projekts und der Registrierung der Domains wikileaks.org, wikileaks.cn und wikileaks.info am 4. Oktober 2006.

Der Kerngedanke von WikiLeaks ist die Idee des freien Zugangs zu Informationen, die öffentliche Angelegenheiten betreffen. Es führt damit frühere Projekte zur Förderung der Informationsfreiheit wie zum Beispiel Cryptome oder CL-Netz weiter. Der Name des Projekts geht darauf zurück, dass zeitweise die Kommentierung von veröffentlichten Inhalten in einem Wiki bearbeitet werden konnte, was jedoch heute nicht mehr der Fall ist. Der englische Begriff 'leaks' steht für ‚Lecks‘, ‚Löcher‘ oder ‚undichte Stellen‘ und verweist auf die nicht für die Veröffentlichung bestimmten Dokumente, welche WikiLeaks von teilweise anonymen Whistleblowern (Hinweisgebern) erhält.

Das Projekt verwendet für Veröffentlichung und Verteilung der Informationen verschiedene Software wie OpenSSL, Freenet, Tor und PGP. Die hierbei angewandten Verschlüsselungsmechanismen sollen die Anonymität und Unauffindbarkeit der Quellen sichern.

Da die Mitarbeiter von WikiLeaks unentgeltlich (!) und von zu Hause aus arbeiten, sind die größten Kostenfaktoren die Serverkosten, Registrierungsgebühren und Bürokratiekosten. Im Jahr 2010 allerdings wurden erstmalig Gehälter an sieben (!) Personen ausgezahlt. Man orientierte sich dabei an den von Greenpeace gezahlten Gehältern von monatlich 5500 Euro. Gerichtsgebühren machen aufgrund der Verwicklung in zahlreiche Prozesse ebenfalls einen Teil der Kosten von WikiLeaks aus. Die jährlichen Gesamtkosten belaufen sich nach eigenen Angaben auf rund 600.000 US-Dollar, die aus Spenden von Privatpersonen gedeckt werden. Spenden von Unternehmen oder Regierungen nimmt WikiLeaks nicht an.

Im Oktober 2011 gab WikiLeaks bekannt, die Veröffentlichung von geheimen Dokumenten vorübergehend auszusetzen, um sich auf das Einwerben von Spenden zu konzentrieren. Die monatlichen Spenden seien von ca. 72.300 Euro auf 5.000 Euro gefallen. Pro Jahr würden etwa 500.000 Euro benötigt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Mehreren US-amerikanischen Zahlungsabwicklern wie VISA oder MasterCard wirft die Internetplattform (berechtigt) vor, seit Monaten Spendengelder zu blockieren.

Insbesondere gegen Assange gab es seit den Veröffentlichungen zu den Kriegen in Irak und Afghanistan zahlreiche Drohungen bis hin zu Mordaufrufen. Assange gab in einem Interview an, dass als Sicherungsmaßnahme gegen eine physische Bedrohung der Organisatoren von WikiLeaks eine weitere Datei existiert, die mit dem AES-256 Verfahren verschlüsselt als „Lebensversicherung“ (Life Insurance) dient und zahlreiche weitere Nachrichten enthält. Die Datei namens insurance.aes256 mit unbekanntem Schlüssel ist rund 1,4 Gigabyte groß und wird ebenfalls über BitTorrent verbreitet. Wenn einem Mitarbeiter von WikiLeaks etwas zustoße, werde der Schlüssel automatisch veröffentlicht. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/WikiLeaks

Assange droht ein Strafprozess in den USA, einige bekannte US-Politiker und Journalisten haben seine Hinrichtung, „gezielte Tötung“ oder auch Ermordung (engl. „Assassination“) durch Militär oder Geheimdienste gefordert!

Nachdem in Schweden im Herbst 2010 Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn erhoben wurden, schickte sich sein Gastland Großbritannien an, ihn dorthin zu überstellen. Assange bezeichnet die schwedischen Vorwürfe als Teil eines Komplotts gegen sich und befürchtet, dass er in der Folge an die USA ausgeliefert werden könne, wo er keinen fairen Prozess erwartet. Nachdem in Großbritannien alle rechtlichen Mittel gegen eine Auslieferung an Schweden ausgeschöpft waren, floh er im Juni 2012 in die Botschaft Ecuadors in London und bat dort um politisches Asyl, was im August 2012 bewilligt wurde.

Detailiert: Einen Tag, nachdem die schwedische Piratenpartei Wikileaks ihre Server in Solna angeboten hatte, wurde am 20. August 2010 ein Haftbefehl gegen Assange wegen Vergewaltigung erlassen, am Tag darauf aber wieder aufgehoben, da die Ermittlungsbehörde den Vorwurf der Vergewaltigung als unbegründet ansah. Nachdem bekannt geworden war, dass Assange bei der schwedischen Zuwanderungsbehörde eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung beantragt hatte, nahm die schwedische Ermittlungsbehörde – unter der neuen Anklägerin Marianne Ny – am 1. September 2010 ihre Ermittlungen gegen Assange wieder auf, nun wegen „sexueller Nötigung und sexueller Belästigung“. Assange selbst bestritt die Vorwürfe und sprach von „schmutzigen Tricks“ seiner Gegner.

Am 1. Dezember 2010 wurde bekannt, dass Interpol eine „Red Notice“ gegen Assange erlassen hatte. Diese „roten Mitteilungen“ bedeuten, dass die 188 Mitgliedsstaaten von Interpol das Land, aus dem der ursprüngliche Haftbefehl stammt, bei der Suche nach einer Person „mit Blick auf ihre Festnahme und Auslieferung“ unterstützen sollen. Bei der sogenannten „Red Notice“ handelt es sich um das schärfste Mittel, das Interpol zur Verfügung steht.

Diese Ereignisse lösten erhebliche internationale diplomatische Verwicklungen aus. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Assange

Erwähnt wird hierbei nicht die Drohung, die Botschaft zu stürmen, falls Assange nicht ausgeliefert wird! Es wird auch nicht die Frage behandelt, was die USA mit einem schwedischen Delikt zu tun hat. Klar ist allerdings eines ganz offensichtlich. Es wurde der empfindlichste Nerv der kapitalen Gangsterwirtschaft getroffen. Die Veröffentlichung ihrer schmutzigen Geschäfte! Da muss abschreckend für alle anderen extrem gehandelt werden ...

Antwort auf https://www.freitag.de/autoren/steffen-kraft/willkommen-im-club-der-verfolgten

Nixdorf Medien

19:16 23.08.2012
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Geschrieben von

Literatmaat

Chinesische Diplomatie war zu keiner Zeit eines meiner Fachgebiete. Das liegt schon an der abendländischen Erziehung und am sozialen Charakter ...
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Literatmaat

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