Luca C.

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RE: Einheit vor Freiheit | 19.03.2011 | 16:23

Sie vermischen noch einmal die Karten und nehmen ein paar herangekarrte Faschisten für "Italien" an sich. Es ist offensichtlich ein Problem der Südtiroler Öffentlichkeit, egal welcher sprachlichen Zugehörigkeit, wenn in Bozen so ein Aufmarsch überhaupt möglich ist und ohne Zeichen von Opposition stattfindet. Es ist in anderen Worten ein Problem, wenn es in Südtirol nicht genug Antifaschisten gibt, auf allen Seiten.
Einen ethnisch gehauchten Fundamentalismus als antifaschistische Haltung zu verkaufen, ist nicht annehmbar. Im Programm der Südtiroler Freiheit steht manches faschistoide Gedankengut, das nicht als solche genannt wird, aber trotzdem spürbar ist. Ihr "gereinigtes " Südtirol als wiedergewonnene Heimat ist genau so unwirklich wie das römisch-faschistische Alto Adige der Travertinbögen.

Sie können vor allem nicht die Grenzlage Südtirol ändern, woher das Land seine ganze Geschichte hat, es sei denn, Sie bauen eine Schutzmauer gegen Süden, wie aus manchen Stimmen hervorgeht, denen Sie nahe stehen. Von Berlin aus gesehen, klingt das alles komisch vertraut, ein Stück alpiner Surrealismus. Eigentlich sollte das Einvernehmen solcher politischer Strömungen mit der rassistischen Lega Nord am leichtesten sein.
Es ist nur traurig, dass jemand einen Jahrestag ausnutzt, zu dem jeder seine Meinung äussern kann, um noch einmal einem schlecht verborgenen Rassendünkel Luft zu geben. Armes Europa!

RE: Einheit vor Freiheit | 17.03.2011 | 21:05

Sie scheinen aber nicht gut informiert zu sein oder Sie erwähnen zumindest nur den Teil der Geschichte, die Sie instrumentalisieren wollen, die Annektierung Südtirols ist zwar durch den Ersten Weltkrieg erfolgt und durch den Pakt zwischen den Diktatoren bestätigt, was aber später unternommen wurde, um die Rechte der deutschsprachigen Bevölkerung im Südtirol gewähren zu lasse, wollen Sie überhaupt nicht wahrnehmen.

Die Südtiroler und vor allem die politische Klasse die sie im it. Staat vertritt, geniessen alle möglichen Vorteile einer unabhängigen Provinz. Die Südtiroler Volkspartei bewegt sich in der Römer Politik als Nutzniesser und Unterstützer aller möglichen Regierungen, einschliesslich der jetzigen, unwürdigen Rechtsregierung. Das Paar SVP-Stimmen kommen Berlusconi zu nutze, als Gegenleistung erhielt die SVP u.a die faktische Auflösung des Nationalparks am Stilfsjoch/Stelvio, dessen Südtiroler Teil jetzt unter provinzieller Verwaltung stehen soll und eine verstärkte Kontrolle über den lokalen Sitz des Staatfernsehens RAI in Bozen.

Ein solcher Kuhhandel wäre einem österreischischen Bunsdesland Südtirol nie erlaubt. Also, seien Sie nicht traurig, wenn Südtirol doch italienisch geworden ist...