il lucre

"The concrete life of everyone has been degraded into a speculative universe."
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RE: Erlauben Sie? Heil Hitler! | 26.05.2011 | 17:27

gutes altes nazi-faszinosum.

jedes mal derselbe, reflexartige aufschrei. die journaille wusste, dass der trier nur wieder herumblödelt. hundertprozentig. doch bevor man diesen balanceakt zwischen wahn und ironie versaue - gleich lieber wieder die empörung üben. übrigens eine leere, denn: die aussageabsicht war durchaus bekannt.

über den trier kann man sagen, was man will. in seiner aussage, sei sie nun geplant oder als nebenprodukt entfesselter blödeldei enstanden, kann sich ein ganzer ethos der verklemmung und panik wiederspiegeln lassen.

im mittelalter war es dem narren gestattet, den könig vorzuführen. heute, wo jeder sein eigener könig zu sein glaubt, gilt diese kompetenz als unbequem. er hat jehowa gesagt!

RE: Eine Frage der Aufklärung | 15.04.2011 | 14:07

jemanden "aufklären" zeigt es doch schon.
ich kläre dich darüber auf, wie die welt ist.
wer hat sich denn "selbst aufgeklärt"?
aufklärung und despotie. das geht hand in hand. überall.

RE: "Whistleblowing" - Der neue Journalismus? | 15.04.2011 | 13:57

ich muss beim whistleblowing immer an eine abart der spionage denken. nicht gleich schreien: das ist nicht wertend gemeint. ich halte spionage für legitim.
whisteblowing ist zunächst erst einmal ein mittel und nichts weiter. so wie die spionage ein mittel des informationsgewinns im streit zwischen mind. 2 institutionen ist. angenommen, die eine institution sei eine auf brisante inhalte abzielende mediengesellschaft, die andere ein undurchsichtig agierendes gewinnorientiertes unternehmen, so ist das whisteblowing zuvorderst ein mittel, um die informationslage zwischen beiden zu ändern, zunächst zugunsten der ersten institution. sie hat ein interesse an ein gewisse informationen, die zweite institution an der verschleierung dieser.
whisteblowing ist nicht journalismus - es ist eine strategie im beschaffen journalistischer inhalte. whisteblowing kann der wahrheitsfindung dienen, es kann aber auch inhalte zutagefördern, die keinen öffentlichen nutzen haben. welcher und wie viel nutzen aus der information herauskommt, ist dann tatsächlich kernaufgabe des journalismus.

RE: Bundesverdienstkreuz für einen Krankenhausaufenthalt | 11.04.2011 | 22:08

da vermuten sie nicht nur richtig.
ich bin noch jung - 21 - und habe vor dem studium ein jahr lang in einem universitätsklinikum in westfalen gearbeitet, erst als zivi, später als hauswirtschaftliche hilfskraft.
die zustände dort zerbrechen menschen - mitarbeiter wie patienten. der allgemeine druck ist unfassbar hoch: zeit, leistung, rechtfertigung für exponentiell anwachsende fehler. alles kommt zusammen. so sehr ich die angst und das unwohlsein des patienten verstehen kann, so zynisch klingt es doch auf der anderen seite, wenn nicht gerade zimperliche schwestern als ungeeignet für ihren beruf abgestempelt werden. denn es gibt nicht nur einfache patienten.
den fehler in der arbeitseinstellung der personen zu suchen, halte ich für verfehlt. dass teilweise katastrophale in krankenhäusern herrschen - in allen belangen, außer vielleicht in den betriebswirtschaftlichen zahlen, "gott sei dank" -, ist systembedingt. der ökonomische teufelskreis nimmt die menschliche komponente nicht mehr ernst. und so werden menschen zu maschinen. in jeglicher hinsicht.

RE: Wikileaks – maßlos überschätzt | 05.08.2010 | 19:08

weder sollte man wikileaks als systemimmanente scheinaufklärung abtun (ein beliebter fehler, den z.b. der geneigte postmarxist begeht), noch "das kapital" mit argwohn betrachten. interessant ist ja der mix der beiden, bezogen auf eine sphäre, die wie keine vor ihr von der "information", was auch immer information heißt, lebt.

ich will damit sagen, dass "das kapital" mit etwas aktualisierung (und den stoff liefert wikileaks inhaltlich und auf formale art) der informationsgesellschaft den schleier raubt. hier geht es allein um die synthese aus der beobachtung des apparats und der veröffentlichung dessen, was für die allgemeinheit außerhalb genannten apparats liegt. der blick wird umfassender - und bedingt taten, die sich aus seinen einsichten speisen.

daher: beschäftigt euch mit wikileaks, mit dem kapital - und dann geht den nächsten schritt selbst.

RE: “Fußtritt“ für die Fans – unverschämter „Nichtauftritt“ | 13.07.2010 | 15:05

na ja, wer zwei (ehemals) große mannschaften wie england und argentinien so fachmännisch abfertigt, dem sei der urlaub gegönnt. sich jetzt einmal mehr in der hauptstadt beweihräuchern zu lassen, wo gleich neben der feiermeute taktierende volksvertreter von der freude schöner fußballgötterfunken gebrauch machen - DAS sollte man den jungs nicht antun.

wär schade, wenn der fußball nun endgültig von einer befremdlichen eventsucht verschluckt wird.

RE: Outdoor-Philosophie am Schwedenfeuer | 12.07.2010 | 16:01

na, das wär doch mal eine alternative zu den anderen, meist feurig in den muskeln zündelnden outdoor-trends. am schwedenfeuer über die unvergänglickeit disputieren anstatt sich in den bergen beim mountainbiking die sterbliche hülle zerknüttern!