RE: Der große Verlierer | 17.12.2020 | 22:42

So seh ich das auch.

Gegen die idiotische Verfolgung aller Armenier im Osmanischen Reich können sie hehre Resolutionen verfassen, wo v.a. das Wort "Völkermord" vorkommen muß, obwohl man das viel differenzierter sehen könnte, und v.a. in Beziehung stellen könnte und müßte mit dem Völkermord des deutschen (und sonstigen) Kolonialismus und dem Völkermord, den der koloniale Siedlerstaat Israel als rassistisches Minderheitenregime in Palestina darstellt, aber auch darin, daß die kolletive Bestrafung aller Armenier dafür, daß einige Armenier sich als Fünfte Kolonne des Zarenregimes betätigt hatten, die eigenen und damit die deutschen Kriegsanstrengungen erheblich beeinträchtigt hat (viele Armenier waren Ärzte, arbeitenden als Ingenieure und Techniker beim Bau der Baghdadbahn, die dann fehlten, um die Untertunnelung des Taurus fertigzustellen, nur als zwei Beispiele).

Bei der Bundestagsresolution ging es ja nur um eine Ohrfeige an die jetzige Republik Türkei, nicht um die Aufarbeitung der eigenen Kriegsgeschichte des WK1, der ja auch in Asien stattfand, vom Suezkanal bis hin zum Kaukasus, und der am Ende von dem General Erich von Falkenhayn, bekannt aus Verdun, geleitet wurde.

Die Realität ist viel bunter und in sich widersprüchlicher, als es die verbohrte Kriegsgeilheit der deutschen Kleinbürger jemals verstehen kann.

RE: Der große Verlierer | 16.12.2020 | 23:16

Nicht einverstanden.

Größter Verlierer ist die bürgerliche Presse, die uns jahrzehntelang belogen hat über die Lage in und um Nagorny Karabag, als ob durch den Krieg Armeniens gegen Azerbajan vor drei Jahrzehnten, nur der Status von Nagorny Karabakh als autonomer Region innerhalb der Republik Azerbaijan aufgehoben worden sei. Daß Armenien das ganze azerbajanische Gebiet um NK herum erobert und ethnisch gesäubert ("umgevolkt") hatte, wurde verschwiegen. Das kam erst duch die Bedingungen des "Waffenstillstands" heraus (die die bürgerliche Presse auch erst verschwiegen hatte), die Art und Weise, wie die dort angesiedelten Armenier bei ihrem Abzug verbrannte Erde gemacht haben haben, um den nach 30 Jahren Vertreibung zurückkehrenden Azeri ein verwüstetes Land zurückzulassen.

RE: Dem Sterben ausweichen | 16.12.2020 | 22:54

Die Pandemie ist vorbei, wenn sie vorüber ist.

Und das Virus wird endemisch bei uns bleiben, mutieren und immer harmloser werden (waru? Weil wer schneller killt, hat weniger Chance, sich zu verbreiten: Tote atmen nicht).

RE: Darf man sich mit Sophie Scholl vergleichen? | 09.12.2020 | 21:56

Ich ziehe den Kommentar zurück. Leider kann ich ihn nicht selber löschen.

RE: Darf man sich mit Sophie Scholl vergleichen? | 09.12.2020 | 21:47

Nein, die Guillotine macht NICHT den Unterschied.

Der Unterschied ist, daß "Nina aus Kassel", oder wie sich die junge Dame vorstellte, monatelang Flugblätter verteilt hat, Straßendiskussionen in aller Öffentlichkeit geführt hat und mehr oder minder große Demonstrationen organisiert oder mitorganisiert hat. Und sie hat ihre totale Unkenntnis des Regimes des faschisitschen Terrors gezeigt, indem sie zu sagen wagte, sie käme sich vor wie Sophie Scholl.

Die Geschister Scholl haben ihr eines Flugblatt in aller Heimlichkeit auf eine Balustrade in der Universität gelegt und haben aufgepaßt, daß man sie dabei nicht erwischt. Das Erwischtwerden bedeutete den Tod.

Aber offenbar begreift auch die Autorin dieses Artikels den Unterschied nicht.

Beide, die Autorin und die dumme Coronademonstrantin sind eigentlich nur Opfer der systematischen Verharmlosung des faschistischen Terrors.

In der deutsch-bürgerlichen Geschichtslüge kommt die blutige Zerstörung der Arbeiterbewegung nicht vor, da gibt es nur wie bei Hanna Ahrend nur das Bedauern, daß "die gesamte tonangebende Gesellschaft auf die eine oder andere Weise Hitler zum Opfer gefallen war" [Eichmann in Jerusalem, S. 23 der Piper-Ausgabe von 1986]; den bürgerlichen ist der faschistische Terror, mit seinen Konzentrationslagern, die die gefangenen Arbeiter erst noch mit ihren eigenen Händen bauen mußten, die Folterkeller der SA, die "auf der Flucht erschossenen", die blutig geschlagenen Arbeiter, all das kommt den Bourgeois nicht anders vor als der Übergang vom Kabinett Brüning I zum Kabinett Brüning. Das zionistische Zentralorgan "Jüdische Rundschau" verstieg sich in ihrer Ausgabe vom 28. August 1933 in dem Artikel zur Feier, daß der 18. Zionistische Weltkongress in Prag den Forderungen nach Boykottkampagnen gegen das Nazireich eine Absage erteilt hatte, dazu, das Regime des blutigen faschistischen Terrors zur "deutschen Freiheitsbewegung" zu erheben: »Nicht gegen die deutsche Freiheitsbewegung, sondern nur gegen den deutschen Antisemitismus wurde Stellung genommen." [nachlesen im Web bei den digitalen Sammlungen der UB Frankfurt: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/periodical/pageview/2686939 ]

RE: Die Risiken multikultureller Gesellschaften | 26.11.2020 | 12:27

Dies Mißverständnis konnte nur aufkommen, weil die stalinistische Konterrevolution nach Lenins Tod jegliches proletarisch-revolutionäres Klassenbewußtsein weltweit zerstört hat.

RE: Die Risiken multikultureller Gesellschaften | 26.11.2020 | 12:25

Der Islam wird vielerseits mißverstanden als Ideologie des Widerstands der Kolonisierten gegen den Kolonialismus, und deswegen von den Kolonialmächten grausam bekämpft.

Terror ist ja für die Kolonialisten und "weißen" Rassisten nur dann Terrorismus, wenn er sich gegen die "Weiße" und koloniale Vorherrschaft wendet, und dabei muß dieser "Terrorismus" nicht einmal gewalttätig sein.

Man erinnere sich: als ein "weißer" Rassist in den USA 9 Schwarze während einer Bibelstunde erschoß, galt das nicht als Terrorismus, obwohl damit Angst und Schrecken unter der Schwarzen Nation in den USA gesät werden sollte.

Auch das erklärte Ziel der US-Aggression gegen Iraq, dort "Shock and Awe" zu verbreiten, also Angst und Schrecken, galt das nicht als Terrorismus. Als Terrorismus gilt nur die Gegenwehr gegen den Terror.

RE: Die Risiken multikultureller Gesellschaften | 26.11.2020 | 11:53

Mit anderen Worten: Charlie Hebdo hat sich vorbehaltlos und vollumfänglich der verlogenen rassistischen Hetze gegen Araber und andere Muslime angeschlossen, die von wohlbekannten rassistischen Hetzern in Köln ausging, und der sich die ganze deutsche Lügenpresse angeschlossen hatte.

Die NRW-Polizei hingegen wußte, daß es nur eine Bande von Trickdieben war; über den Antanztrick hatte die NRW-Polizei bereits ein "Weißbuch" veröffentlicht.

In Frankreich, dem rassistischsten Land Europas, ist diese Kampagne natürlich auch übernommen und noch weiter auf die Spitze getrieben worden: in TV&MONDE waren es dann 100 Araber, die 1000 Frauen vergewaltigt hatten.

Es gibt keine Kolonialmacht, die sich dermaßen lange und mit einer dermaßen Grausamkeit an ihre Diktatur über hunderte von Millionen von Kolonialsklaven geklammert hat, wie Frankreich, "La République".

Am selben Tag, als in Reims die dt. Wehrmacht die bedingungslose Kapitulation unterschrieben hat, haben französische Kolonialtruppen im algerischen Setif ein Massaker angerichtet.

Noch 1944 wurden 1300 Soldaten aus den Kolonien südlich der Sahara, die zusammenfassend als "tirailleurs sénegalais" bezeichnet wurden, nach Afrika zurückbefördert, um den falschen Eindruck zu erwecken, daß die "libre France" alleine von Weißen Herrenmenschen zurückerobert worden sei.

Ihren noch ausstehenden Sold würden sie sofort nach der Landung in Afrika bekommen. Stattdessen wurden die "tirailleurs sénegalais" etwas außerhalb von Dakar in dem Lager Thiaroye interniert; als die Afrikaner in gemeinsamen Aktionen ihren ausstehenden Sold einforderten, mit dem Massaker vom 1. Dezember 1944 niedergeschlagen, und dann auf die einzelnen Kolonien zerstreut. Ihren Sold haben sie nie erhalten.

Dann zeigte sich, daß die République den Schuß von Pearl Harbour nicht gehört hatte, der das Ende der "Weißen" Herrschaft in Asien eingeläutet hatte, und mit brutaler Gewalt die Länder ihre Kolonie "Indochina" wieder unter ihre braunverschmierten Stiefel bringen wollte, bis Dienh Bien Phu.

Übrigens hat La République rassiste auch deutsche Fremdenlegionäre gegen die Vietnamesen eingesetzt, von denen allerdings ziemlich viele desertiert und zu den Freiheitskämpfern übergelaufen waren. In Dienh Bien Phu durften die nicht mitkämpfen. Später wurden die in die DDR geschafft, wo sie ziemlich schäbig behandelt wurden, und mit größttem Mißtrauen, weil die ja mit dem Stolz einer siegreichen Kampferfahrung für die Freiheit der stalinistischen Diktatur noch viel verdächtiger waren, als die Spanienkämpfer.

Nach Vietnam ging es in Algerien weiter. Ich empfehle jedem den italinischen Film über die "Bataille d'Alger", der in Frankreich viele viele Jahre verboten war.

Erst nachdem 1962 die "Weiße Herrenrasse" einsehen mußte, daß der Freiheitskampf der Unterdrückten in Algerien nicht besiegbar war, haben sie ihr Kolonialreich in Afrika neu geordnet, mit einer Scheinunabhängigkeit unter Aufsicht einer französischen Garnison in jeder Hauptstadt, und mit 2 unter französische Kontrolle stehenden Wärhungen, die untereinander nicht konvertibel sind, dem "Franc CFA BEAC" für die zentralafrikanischen Kolonien und dem "Franc CFA BCEAO" für die westafrikanischen Kolonien.

In dieser extrem rassistischen Tradition steht "Charlie Hebdo", die sich schon immer als "bête et méchant" (dumm und gemein) bezeichnet hatte.

In Frankreich gilt als "liberté d'expression", daß man die immer noch als Untermenschen angesehenen ehemaligen Kolonialsklaven nicht nur kujonieren, sondern eben auch beleidigen und erniedrigen kann und darf, und das Protest dagegen bestraft wird.

Dieser kürzlich umgebrachte Lehrer hat offenbar allein diese dänischen Schmähkarikaturen gegen Muslime benutzt, um das zu erklären, nicht etwa Karikaturen gegen den französischen Kolonialismus und Rassismus. Das ist so, also ob sie mit Julius Streicher's "Stürmer" in einer Schulklasse gehen würden, und den Kinder mit türkischem, arabischen oder sonstigem "Migrationshintergrund" erklären wollen, daß sowas zu zeigen und zu veröffentlichen das Wesen der Pressefreiheit sei.