luggis Web-2.0-Zoo - Das Blogstalkerchen

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Guten Tag liebe Netzaffine und Netzaffininnen,

heute habe ich Ihnen ein besonderes Leckerbisschen von einem Tier mitgebracht. Es handelt sich um das Blogstalkerchen. Dem Blogstalkerchen wurde mit der Entwicklung der Blogosphäre neuer Lebensraum geschaffen. Hervorgegangen ist es aus einer Spezies des Urbanstalkerchens. Sie kennen das Urbanstalkerchen sicher aus den gelben Seiten der sog. Yellow-Press. Einige Exemplare des Urbanstalkerchens besaßen kein Entwicklungspotenzial mehr und wechselten in die neu geschaffenen digitalen Freiräume. Eine kurze Zeitspanne von ca. 10 Jahren war ausreichend, um 2 Spezies hervor zu bringen. Es sind einmal das Gemeine Blogstalkerchen und zum zweiten das Sammelwütige Blogstalkerchen. Wenden wir uns dem Gemeinen Blogstalkerchen zu. Es ist nicht leicht zu erkennen, tarnt es sich doch oft mit indiskreten Namen wie panzerhaube oder nonameproduct. Das Gemeine Blogstalkerchen ist in seinem Beuteverhalten wenig spezialisiert. Es sucht in erster Linie die Fehler der anderen Blogtiere. Hat es erst einmal einen gefunden, dann schlägt es erbarmungslos zu. Bevorzugt benutzt es Hilfsmittel wie copy&paste, um Geschwindigkeitsvorteile gegenüber dem Normalen Blogtier zu erreichen. Das Rudelverhalten der anderen Blogtiere erkennt jedoch sehr schnell ein Gemeines Blogstalkerchen und schützt sich durch Ignoranz vor der Penetranz dieses Tieres. So jedenfalls sind meine Erfahrungen aus meinem Freitagzoo an der Spree.

Sehr schwer ist das Sammelwütige Blogstalkerchen zu erkennen. Anders als das Gemeine Blogstalkerchen benutzt es richtige Namen wie Klaus Hobsen oder Namen führender Vertreter der internationalen Arbeiterklasse. Gemeinhin sind sie an ihrem Beuteschema erkennbar. Sie bauen sich ein so genanntes Blogeintragsnest und warten auf den ersten Neugierigen. Hat dieser erst einmal Interesse gezeigt, dann lässt es ihn mit neuen Fragen in neuen Kommentaren nicht mehr aus den Argumentationskrallen. Wichtig für das Verhalten des Sammelwütigen Blogstalkerchens ist eine Vorwurfshaltung dem Gegner gegenüber. Allein der Vorwurf, sich mit ihm argumentativ auseinandersetzen zu sollen, ist dem Sammelwütigen Blogstalkerchen Genugtuung, um sein Ziel von mindestens 157 Kommentareinträgen zu erreichen. Anders als das Gemeine Blogstalkerchen muss es ständig auf der Lauer nach neuen Kommentaren in seinem Blogeintragsnest liegen. Das ist dann die Hauptursache, dass das Sammelwütige Blogstalkerchen sehr gereizt reagiert. Intelligentere Formen der Sammelwütigen Blogstalkerchen benutzen Hilfsstalkerchen. Diese sind scheinbar freundlich und verteilen sehr gern Sternchen. Da sich die Hilfsstalkerchen sonst unauffällig in der Blogosphäre bewegen, sollten die Blogtiere schon sehr genau hinschauen, wenn bestimmte Ansammlungen an Interessierten in den Blogeintragsnestern auftauchen.

Meine Tierverhaltensforscher berichteten mir, dass sich vermutlich eine Mutation aus beiden Arten entwickelt. Es könnte sich um eine Springform handeln. Vermutlich nutzen diese Exemplare freie Zugänge zu Blogtopen aus. Das heißt, wenn die Blogtiere in einigen Blogtopen das Treiben erkannt und die Blogstalkerchen meiden, dann ziehen die Blogstalkerchen ganz schnell in neue Blogtope. Der Kreislauf wiederholt sich in kurzen Zeitabständen. Erkennungsmerkmal dieser Mutation kann eine merkantile Absicht z.B. in Form von unbeachteten Büchern o.ä. sein. Die Wissenschaftler haben für die Mutation noch keinen Namen, weil sie nicht wissen, ob sich daraus eine neue Art entwickelt. Reserviert ist aber der lateinische Name: Bloggus stalkeritis gippsenatus.

Meine lieben Affine und Affininnen, das war es mal wieder aus luggis Web-2.0-Zoo. Heute stellte ich Ihnen die Familie der Blogstalkerchen vor. Leider war es mir heute nicht möglich, Ihnen ein Prachtexemplar zu zeigen. Beim Versuch, es an die Leine zu legen, sträubte es sich mit unverschämten Argumenten. Jedoch sind in der freien Wildbahn ausreichend Stalkerchen vorhanden. Sollten Sie eins finden, dann lassen Sie es bitte, bitte in der freien Wildbahn.

Um die Forschungen über die Tiere des Web-2.0-Zoo zu unterstützen bitte ich Sie wie immer recht herzlich um eine kleine Spende. Das Konto ist heute nicht eingeblendet. Auf Nachfrage übermitteln wir Ihnen gern die Kontonummer.

Bis zum nächsten Termin verbleibt wie immer

Ihr Prof. Dr. Dr. luggi

21:17 29.03.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

luggi

Ein Veggie, der gern Fleischtomaten futtert. Vermeidet Ärztehopping durch gesunde Ernährung.
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luggi

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