Wo die Mutanten wüten

Medienkritik Während das Virus zu einer neuen Variante mutiert ist, ist der Qualitätsjournalismus zum Boulevardjournalismus mutiert. Fünf Vorschläge für die Corona-Berichterstattung
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Wo die Mutanten wüten
Die Kriegs- und Krisenrhetorik, die seit dem Beginn der COVID-19-Pandemie den öffentlichen Diskurs prägt, ist inzwischen fast schon zur Alltagssprache geworden

Foto: Leon Neal/Getty Images

Lodernde Farben: glühendes Rot, Gelb, Orange – und tiefstes Schwarz. Von einem „Supervirus“ ist da die Rede, von „Mutanten“, die es zu stoppen gilt; von einem „tosenden Flammenmeer“ und einem „Land im Kriegszustand“, das in den „Desaster-Modus“ umgeschaltet habe. Die Bilder tun ihr Übriges: Särge im Krematorium, Ärzte und Rettungskräfte in Schutzkleidung, eine leergefegte Londoner U-Bahnstation, in alarmstufenrotes Licht getaucht.

Und dann in fetten schwarzen Buchstaben der Titel: „Außer Kontrolle“. [1][2]

Was sich liest wie das Exposé für ein Remake des apokalyptischen Actionfilms Judge Dredd oder vielleicht auch für die Verfilmung des Stephen-King-Bestsellers Das letzte Gefecht, in dem das Supervirus Captain Trips über 90 Prozent der Weltbevölkerung auslöscht, entstammt tatsächlich dem wohl renommiertesten Nachrichtenmagazin Deutschlands: dem Spiegel. Es geht jedoch nicht etwa um eine Filmrezension im Kulturressort, sondern um die beiden Leitartikel der dritten Ausgabe des Jahres 2021. Das Thema? Corona. Natürlich.

Die Kriegs- und Krisenrhetorik, die seit dem Beginn der COVID-19-Pandemie den öffentlichen Diskurs prägt, ist inzwischen fast schon zur Alltagssprache geworden. Im März 2020, als die Pandemie quasi noch in den Kinderschuhen steckte, hielt der französische Präsident Emmanuel Macron eine martialische TV-Ansprache, die mit Aussagen wie „Wir befinden uns im Krieg“ und „Der Feind ist da, unsichtbar – und er rückt näher“ [3] ebenso gut dem islamistischen Terrorismus gegolten haben könnte. (Erst im November bemerkte der Pariser Außenpolitik-Experte Dominique Moisi, Macron führe einen Zwei-Fronten-Krieg gegen das Virus und gegen den Terror. [4]) Nun, fast ein Jahr später, reden wir täglich vom „Kampf gegen die Pandemie“ und dem „gemeinsamen Feind Corona“.

Die Stilisierung von SARS-CoV-2 zu einem Antagonisten aus Fleisch und Blut mag viele Gründe haben. Politikern liefert sie einen Gegner, gegen den die Kräfte des Volkes mobilisiert werden können, eine Möglichkeit zur Dramatisierung und dazu, ihre Klarheit und Führungsstärke im „Kampf“ unter Beweis zu stellen; auf die Bevölkerung dagegen wirkt sie beruhigend, das Problem wird greifbarer, gewinnt an Kontur, das Gemeinschaftsgefühl wächst: Wir sind die Guten!

Auf einem anderen Blatt steht allerdings, weshalb der Journalismus sich so begeistert mitreißen lässt. Mehr noch: aktiv dazu beiträgt, den Diskurs anzuheizen. Während das Virus zu einer neuen, ansteckenderen Variante mutiert ist, ist der sogenannte Qualitätsjournalismus zum Boulevardjournalismus mutiert.

Denn natürlich gibt es ein offenkundiges Problem an dieser Rhetorik: Wir befinden uns nicht im Krieg. Corona ist keine terroristische Vereinigung. Wir ziehen nicht in die Schlacht. Und während die Emotionen sich geradezu überschlagen und das Adrenalin uns in den Kampf oder in die Flucht peitschen will, bräuchten wir vor allem eins: einen kühlen Kopf.

Sicher, es gibt gewisse Ähnlichkeiten zwischen den Phänomenen Corona und Terrorismus in Europa. Beide sind – im Gegensatz zu fernab geführten Kriegen und Ebola-Ausbrüchen – Krisen „direkt vor unserer Tür“ (ein Gefühl, das einem Europa, das seit über 70 Jahren in Frieden lebt, völlig abgeht); beide setzen die Politik unter Druck, es hagelt Schuldzuweisungen, die Lage ist unruhig. Vor allem aber schaukelt sich die Medienberichterstattung sowohl während der Pandemie als auch bei terroristischen Anschlägen zu einem hitzigen Höhepunkt hoch, der irgendwo zwischen Analyse und Blockbuster liegt. Im Eifer des Gefechts (auch so eine Kriegsmetapher) wird Vieles gesagt, und hinterher ist man immer schlauer.

Das soll nicht heißen, dass die Faktenlage nach einem Jahr Pandemie ähnlich unübersichtlich ist wie in Live-Berichten während eines Terroranschlags, bei denen der Zusatz „Unbestätigten Informationen zufolge“ quasi die Regel ist. (Obwohl Gerd Antes, der als Wegbereiter der evidenzbasierten Medizin in Deutschland gilt, in einem Interview mit den Münchner Ärztlichen Anzeigen die Evidenzlage zur Pandemie als „katastrophal“ bezeichnete und zu den empfohlenen Mindestabständen bemerkte: „Das Einzige, was wir wissen, ist, dass ich mich nicht infizieren kann, wenn ich 100 Meter Abstand zu einem anderen habe.“ [5]) Aber es geht in der Corona-Berichterstattung auch längst nicht mehr nur um Fakten – Fakten sind unverhandelbar –, sondern um den Gestus der Berichterstattung. Darum, wie die Fakten präsentiert und welche Interpretationsgrundlagen dadurch geschaffen werden.

Fakten vs. Framing

Welche Interpretationsgrundlage schaffen die Spiegel-Artikel? Auch wenn die oben beschriebene Aufmachung es nahelegt – jedem Leser ist klar, dass es hier nicht um einen Film geht. Im Grunde ist es sogar genau das, was die Artikel vermitteln: dass es trotz aller Ähnlichkeiten eben nicht um einen Film geht, dass vielmehr unsere neue Lebenswirklichkeit die realgewordene Apokalypsenstory ist. Allein der Anfang weist erstaunliche Parallelen zu einem Schlüsselkapitel von Kings Letztem Gefecht auf, in dem aus auktorialer Perspektive die Verbreitung des Captain-Trips-Virus von Mund zu Mund und Hand zu Hand im ganzen Land verfolgt wird. Der Artikel beginnt mit einer namenlosen deutschen Studentin, die nach ihrer Heimkehr aus Großbritannien positiv auf das Coronavirus getestet wird. „Dass sie sich angesteckt hatte, war auch nicht überraschend“, heißt es. „Es passte zu den Fallzahlen, die auf der Insel gerade in die Höhe schnellten.“

Absatz: „Doch die Studentin steckte ihre ganze Familie an, fünf Personen. Das ist eher selten.“

Perspektivenwechsel: „Zur gleichen Zeit schlug der britische Premier Boris Johnson Alarm: Die neue, weitaus ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 breite sich im Südosten Englands aus, warnte er die Weltöffentlichkeit.“

Da bekommt man eine Gänsehaut beim Lesen. Im Kopf läuft ein Soundtrack von Hans Zimmer. Und das ist jetzt unsere Wirklichkeit.

An dem Beispiel des Artikel-Einstiegs lässt sich der Unterschied zwischen bloßen Fakten und ihrem Framing, also der Darstellung oder „Einrahmung“ der Fakten, gut veranschaulichen. Keiner der genannten Punkte ist (zumindest meines Wissens) falsch – aber beim Lesen einer Aneinanderreihung von objektiven Tatsachen bekommen wir keine Gänsehaut. Erst indem sie in ein dramatisches Narrativ verwoben werden, erzeugen sie den Nervenkitzel. Dabei geht es natürlich nicht nur um den Schreibstil. Am Anfang habe ich bereits beschrieben, welche Eindrücke sofort ins Auge springen: die bedrohlich glühende Farbgebung; die Bilder von Särgen und einer leeren Bahnstation, die Bildunterschrift „Ein Land im Kriegszustand“; die orangefarbene Hervorhebung „War die Pandemie am Anfang wie ein Schwelfeuer, ähnelt sie nun einem tosenden Flammenmeer“; die grafisch dargestellten Exponentialkurven mit Überschriften wie „Dramatischer Verlauf“ oder „Gefährliche Ausbreitung“. All das sind hochemotionale Bilder und Begriffe, mit denen nackte Fakten einen reißerischen Anstrich bekommen – eine Praxis, die man aus dem Boulevardjournalismus kennt. (Allein die Wortneuschöpfung „Turbovirus“ auf der Titelseite des Spiegels würde man in ihrer effekthascherischen Plumpheit eher auf der Titelseite der Bild vermuten.)

Im Verlauf der Artikel weicht die anfängliche Dramatik einem Bericht über die verschiedenen neuen Mutationen von SARS-CoV-2, in dem Experten, Betroffene und politische Entscheidungsträger zitiert werden. Zumindest scheinbar findet sich im Text die sachliche Analyse, auf die man angesichts der reißerischen Aufmachung des Ganzen nicht zu hoffen gewagt hat – scheinbar. Beim genaueren Lesen wird jedoch klar: Auch hier bevorzugen die Autoren Sätze, Bilder, Zitate und Schlagwörter, die ein Gesamtbild schaffen, das größer ist als die Summe seiner Teile: eine biblisch-journalistische Unheilsprophetie. Es wird eine an der südafrikanischen Virusvariante B.1.351 erkrankte Familie erwähnt, die nach fünf Tagen Quarantäne ein negatives Testergebnis bekam und trotzdem Symptome entwickelte; eine an der britischen Virusvariante erkrankte Frau, die in einer bayrischen Klinik behandelt wurde: „Die Frau ist mittlerweile verstorben.“ Wieder handelt es sich hier (meines Wissens) um Fakten – allerdings mit einem Framing, das recht eindeutige Interpretationsgrundlagen schafft, die mit Fakten nichts zu tun haben. Im Fall der falsch-negativ getesteten Familie wird einem ganz mulmig: Alle fünf waren negativ und trotzdem krank? Heißt das, die Mutation ist nicht einmal mehr mit einem Corona-Test erfassbar? Nein, das heißt es nicht. Worauf das falsch-negative Testergebnis zurückzuführen ist, bleibt offen – nach bisherigem Kenntnisstand bleibt die Verlässlichkeit von PCR-Tests von der Virusmutation aus Südafrika, wie auch von den anderen bekannten Mutationen, aber vollkommen unbeeinflusst. [6][7] Im Artikel wird das nicht erwähnt; die Fakten werden offen im Raum stehen gelassen, die Fantasie des Lesers erledigt den Rest.

Was die an der britischen Virusvariante verstorbene Patientin in München anbelangt, stellt sich die Frage, weshalb sie überhaupt so direkt erwähnt wird. Ihr Behandlungsort, die München Klinik Schwabing, ist wohl kaum von Bedeutung. Dass sie gestorben ist schon eher: Hierdurch wird implizit der Anschein erweckt, die Mutation sei besonders tödlich – immerhin war die Frau einer von nur drei bestätigten bayrischen „Mutanten-Fällen“, wie es im Spiegel heißt. Doch tödlicher ist die Virusvariante nicht, wie eine Seite weiter im selben Artikel erklärt wird: „Haben die neuen Varianten ihre Wirte infiziert, verläuft die Krankheit wie gehabt: Sie töten nicht mehr Menschen als das herkömmliche Coronavirus.“ Mit der bayrischen Patientin bringt das der durchschnittliche Leser gar nicht mehr in Verbindung; zurück bleibt nur ein ungutes Gefühl – der Hauch einer diffusen, unterschwelligen Bedrohung.

Doch der Artikel operiert nicht nur mit Fakten. Was auffällt: die Häufung von Vermutungen, Annahmen, Spekulationen. Einige Beispiele:

„Die Varianten sind wohl bis zu 56 Prozent infektiöser. Es gibt die Befürchtung, dass sie die Wirkung mancher Impfstoffe abschwächen.“

„Das würde bedeuten: Es gibt keine oder nur eine abgeschwächte Immunität gegen die Mutante. Ob das so ist, muss künftige Forschung zeigen. Noch weiß niemand, was genau die Mutationen bewirken.“

„,Ich könnte mir vorstellen, dass das Virus gerade dabei ist, seine optimale Konfiguration zu finden‘, sagt Cillian De Gascun, Direktor des Nationalen Referenzlabors für Viren am University College Dublin.“

„Tulio de Oliveira, der Genetikprofessor aus Südafrika, glaubt daher, dass ähnliche Mutanten an weiteren Orten herangereift sind: ‚Ich wäre nicht überrascht, wenn diese Art von Variante auch in Ländern auftaucht, die die Pandemie lange Zeit nicht unter Kontrolle bekommen haben‘, sagt er.“

„Der ,Times‘ zufolge warnte ein interner Lagebericht Anfang Dezember vor einer explosiven Entwicklung der Pandemie – Ende Februar könnte das Land womöglich 700 000 Infektionen und 5000 Tote pro Woche zählen“.

Und dann ist da noch das Diagramm mit der Überschrift „Dramatischer Verlauf“, das Szenarien zum Anstieg der Covid-19-Todesfälle darstellt. Verglichen wird eine Virusvariante, die 50 Prozent übertragbarer wäre, mit einer 50 Prozent tödlicheren Virusvariante. Die Linie im ersten Fall steigt exponentiell; die im zweiten liegt etwas höher (50 Prozent) als die der ursprünglichen Virusform, verhält sich aber ansonsten parallel dazu. Deutlich wird: Eine ansteckendere Variante würde am Ende mehr Todesfälle nach sich ziehen als eine tödlichere. Beide Varianten, die ansteckendere und die tödlichere, sind reine Annahme, auch wenn davon auszugehen ist, dass die neuen Varianten ansteckender sind als die bekannte Form. Das Diagramm stellt also eine Überkreuzlegung von Empirie und Theorie dar: Die theoretische Annahme bekommt durch ihre grafische Visualisierung eine empirische Erscheinung, eine verzerrte Leserezeption ist die Folge. Zudem verdeutlicht die Tatsache, dass ein theoretisches Szenario dargestellt wird und nicht ein empirisch belegtes, einmal mehr: Die Faktenklage ist unklar, und wir lesen gerade einen sechsseitigen Leitartikel voller Spekulationen, der an Glaubwürdigkeit gewinnt – das ist Grundwissen in der Werbebranche –, weil er anschauliche Diagramme verwendet.

Auch tummeln sich zwischen den Fakten und Spekulationen ganz und gar subjektive und dramatisierende Formulierungen. Da geht es um den „Ernstfall“, der nun da sei, um Mutationen, die „dem Virus dabei helfen, sehr, sehr viele Menschen sehr, sehr leicht zu infizieren“ (Donald Trump hätte es nicht besser formulieren können), um eine weitere Mutation, E484K, die sich als „höllisch gefährlich erweisen könnte“, um den Mediziner Eric Topol, der auf Twitter schrieb: „Wenn wir B.1.1.7. ernst nehmen, sollten wir jetzt rund um die Uhr impfen, als wäre der Katastrophenfall eingetreten. Denn das ist er“; ferner um die „immense Gefahr“ der Mutationen und die „rasend schnelle Verbreitung des Virus“. An einer Stelle heißt es: „Dann wurden im Dezember die Corona-Maßnahmen gelockert – damit begann das Unheil.“ An einer anderen: „Vor allem treffen sich weiterhin viele Menschen unverdrossen im Freien. […] Die Folgen sind landesweit zu besichtigen. Von Dienstag auf Mittwoch starben erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 1 500 Briten an oder mit Covid-19, gut 35 000 werden derzeit stationär behandelt.“ Es mangelt auch nicht an der bekannten Kriegsrhetorik und Personifizierung des gemeinsamen Feindes, der eigentlich gar keiner ist, sondern nur eine infektiöse organische Struktur, die strenggenommen nicht einmal zu den Lebewesen zählt: „Gleich drei neue Mutanten haben einen Siegeszug um die Welt angetreten“, heißt es; De Gascun wird mit den Worten zitiert, dem Virus gefalle seine neue Variante vermutlich; von „bösartigen Virusvarianten“ ist die Rede und davon, dass das Virus „ertüfteln“ wird, „wie es sich mit dem menschlichen Immunsystem leben lässt“ (zitiert wird Emma Hodcroft vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern). Eine journalistische Einordnung solcher laut geäußerten Gedanken findet sich dagegen nirgends. Und dann ist da natürlich noch die Bildunterschrift: „Ein Land im Kriegszustand“.

Berichterstattung zwischen Panik und Zombiefilm

Es geht noch weiter, aber ich ziehe hier einen Schlussstrich unter meine Auseinandersetzung mit dem Spiegel. Ich denke, es ist klar, was ich meine. Übrigens bin ich mir des widersprüchlichen Charakters meiner Kritik durchaus bewusst; immerhin gebe ich hier nur Einzelteile und aus dem Kontext gerissene Zitate wider, wodurch ich mich wahrscheinlich einer ähnlichen Verzerrung schuldig mache, wie ich sie dem Spiegel ankreide. Daher möchte ich an dieser Stelle jeden Leser bitten, auch auf meine Quellen zurückzugreifen und sich selbst ein Bild zu machen.

Das alles ist im Übrigen auch nichts Neues. Im Oktober 2020 kritisierte der Medienwissenschaftler Stephan Ruß-Moll in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung das „Corona-Panikorchester“ und den „Overkill, mit dem Leitmedien, insbesondere das öffentlich-rechtliche Fernsehen, aber auch Zeitungen wie SZ oder FAZ über die Pandemie berichten.“ Seine These: „Nicht die Regierenden haben die Medien vor sich hergetrieben, wie das Verschwörungstheoretiker so gerne behaupten. Vielmehr haben die Medien mit ihrem grotesken Übersoll an Berichterstattung Handlungsdruck in Richtung Lockdown erzeugt, dem sich die Regierungen in Demokratien kaum entziehen konnten.“ [8] Ein interessanter Gedanke, der aber meiner Meinung nach zu kurz greift. Anstelle einer einseitigen Beeinflussung würde ich hier eine wechselseitige vermuten – dass also Medien, Politik, Bevölkerung, Naturwissenschaften etc. einander immer weiter aufpeitschen. Und in diesem dynamischen Hin und Her, in dieser Echokammer, in der es immer lauter und lauter wird, verengt sich die Berichterstattung zu einem medialen Tunnelblick, der nicht nur alle Themen außer Corona vernachlässigt (Ruß-Moll merkt an: An manchen Tagen nahm die Pandemie fast 70 Prozent der Berichterstattung in ARD und ZDF ein; zum Vergleich: In Spitzenzeiten der Klimadebatte betrug der Anteil der Beiträge zur Klimathematik kaum mehr als zehn Prozent), sondern auch innerhalb der Corona-Berichterstattung nur einen kleinen Teil der Stimmen und Positionen zulässt.

Beispielsweise sind es seit Beginn der Pandemie immer wieder dieselben Experten, denen ein Großteil medialer Aufmerksamkeit zuteil wird, ja die inzwischen schon zur Eigenmarke geworden sind wie der Virologe Christian Drosten. Es entsteht der Eindruck, die Positionen einiger weniger seien allgemeiner Konsens; wer anderer Meinung ist – wer aus den Fakten andere Schlüsse zieht –, läuft Gefahr, als Randexistenz abgestempelt zu werden, im besten Fall als verblendeter Liberaler, im schlimmsten als Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner. Die Angst vor Stigmatisierung drückt sich allein schon darin aus, wie vorsichtig jede noch so sachliche Kritik am Regierungskurs formuliert werden muss, um nicht ins falsche Lager gesteckt zu werden – allein der Gedanke, mit Regierungskritik vorsichtig sein zu müssen, ist ein beunruhigender –, und wie wichtig es ist zu betonen, dass man die potentielle Gefährlichkeit von Corona nicht leugnet. So beginnt auch Ruß-Moll seinen Artikel mit den Worten: „Vorwegzuschicken ist: Ich halte mich für keinen Verschwörungstheoretiker und bin sicher kein ‚Covidiot‘, der das Virus leugnet.“

Schon im August 2020 erschien eine Studie der Medienforscher Dennis Gräf und Martin Hennig, die den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF einen massenmedialen Tunnelblick bescheinigten: die schiere Häufigkeit der Sondersendungen zum Thema Corona, die mangelnde Hinterfragung der Regierungsmaßnahmen, die fehlende Differenzierung zwischen sachlichen Regierungskritikern und Rechtsextremisten oder Verschwörungstheoretikern, die Vermittlung eines permanenten Krisen- und Bedrohungsszenarios durch Bilder von leeren Fußgängerzonen und verwaisten Geschäften, die Glorifizierung von Christian Drosten und die Stilisierung von DHL-Boten und Pflegekräften zu Helden des Alltags, die Sendungsinszenierungen, die denen von Hollywood-Blockbustern glichen und durch die journalistische Formate fast schon zur Fiktion wurden. Beispielhaft hierfür war den Forschern zufolge eine Sondersendung des ZDF zur Pandemielage in New York City: schnell geschnittene Bilder von Krankenhäusern und Leichenwagen, unterlegt mit Musik und Sirenengeheul – wie der Trailer zu einem Zombiefilm. [9]

Die boulevardeske Dramatisierung, diese Mutation eines journalistischen Formats zu einem fiktionalen, weist deutliche Parallelen zu der Berichterstattung des Spiegels auf, auch wenn sie im Fall der öffentlich-rechtlichen Medien sogar noch etwas irritierender daherkommt. Schließlich sind diese weder auf Verkaufs- noch Klickzahlen noch auf Werbekunden angewiesen: Sie leben von öffentlichen Geldern. (Noch befremdlicher wird es durch die prompte Zurückweisung jedweder Kritik durch den ARD-Chefredakteur Rainald Becker – die journalistische Qualität, sagte er, habe jederzeit im Vordergrund gestanden. [10])

Die Aufgabe des Journalismus

Eines will ich klarstellen: Natürlich darf und sollte auch der sogenannte Qualitätsjournalismus spannend, sogar unterhaltsam sein. Und natürlich ist vollkommene Objektivität in der Berichterstattung weder möglich noch wünschenswert – sonst würde man nicht mehr von Journalismus sprechen, sondern von Wissenschaft. Dennoch muss man sich die Frage stellen, welche Rolle der Journalismus in einer demokratischen Gesellschaft eigentlich einnimmt. Die des Sprachrohrs der Politik? Des kritischen Fragestellers? Des Mainstream-Unterhalters? Die Kommunikationswissenschaftlerin Samira El Ouassil ist der Auffassung, ein wenig „wohldosierte Panikmache“ durch die Medien sei notwendig, damit die Bevölkerung den Ernst der Lage begreift. Zwar erkennt auch sie an, es handele sich um einen Balanceakt „zwischen aufklären, mahnen, warnen, Angst schüren und Angst ausnutzen“, am Ende aber resümiert sie: Wenn „die Informationen uns nur beruhigen würden, würden wir uns offenbar nicht mehr so fleißig wie jetzt unsere Hände waschen.“ [11] Die Frage, ob es wirklich Aufgabe der Medien ist, die Bevölkerung durch Schüren von Angst zum Händewaschen oder Befolgen der Hygienemaßnahmen zu bewegen, stellt sie sich gar nicht. Denn es gibt einen Unterschied zwischen der sachlichen Abwägung von Für und Wider, die dem Bürger ermöglicht, eine eigene informierte Entscheidung zu treffen, und jenen mit hochemotionalen Begriffen und Bildern gespickten Andeutungen, die nur in eine Richtung weisen (etwa eine rhetorische Frage aus besagtem Spiegel-Artikel: „Wird jetzt jede Variante in Richtung schnellere Ansteckung mutieren, zu jener tödlichen Perfektion?“). „Angst ist kein guter Berater“, bemerkt die Psychotherapeutin Jane-Anna Spiekermann. „Wenn strategisch auf Angst gesetzt wird, dann wird auch auf eine weniger ‚reife‘ Bevölkerung gesetzt.“ [12] Das Mindestmaß an Reife, das für eine informierte Entscheidung nötig wäre, scheint El Ouassil dem Leser allerdings nicht zuzutrauen.

Andreas Rosenfelder, Leiter des Feuilletonressorts der Welt-Gruppe, betont dagegen, der Journalismus sei eine kritische Instanz, um das gesellschaftliche und politische Geschehen zu reflektieren. Allerdings habe man sich während der Corona-Pandemie weniger kritisch mit der Regierung und der Notwendigkeit der verhängten Maßnahmen befasst als mit Bürgern, die sich nicht richtig an die Maßnahmen hielten: „Oder man hat sich kritisch mit den Kritikern befasst, indem man die alle ins Lager der Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker eingereiht hat.“ [13] Interessant ist der Grund, den Rosenfelder für die regierungsfreundliche Haltung der Medien sieht. Er hebt hervor, dass Journalisten wie auch viele andere Menschen angesichts der Pandemie Angst empfänden und seit dem Einzug der AfD in den Bundestag zu oft ihre Aufgabe darin sähen, die Regierung „gegen den Mob auf der Straße“ zu verteidigen, „und dabei dann auch ein bisschen ihre Rolle mit der eines Anwalts unseres Systems“ verwechselten. Dass auch Journalisten normale Menschen sind, die gegen die Wirrnisse unserer Zeit kaum besser gerüstet sind als andere Bürger, ist ein wichtiger Punkt. Umso wichtiger wird damit jedoch, dass sich der Journalismus bewusst mit der Frage nach seiner Aufgabe in einer Demokratie auseinandersetzt.

Abgesehen von der nach seiner Aufgabe, muss sich der Journalismus aber noch eine andere Frage stellen – nicht, worüber man schreibt und wie die Geschichte am interessantesten zu verpacken ist, sondern was eigentlich am anderen Ende ankommt. Was hoffe ich bei meinem Leser zu erreichen?

Ich frage mich, ob sich die Autoren der Spiegel-Artikel Gedanken darüber gemacht haben. Was bezwecken sie mit der Dramatisierung? Was hoffen sie zu erreichen? (Natürlich verweisen diese Überlegungen auf die größere Frage nach der journalistischen Unabhängigkeit privater Medienunternehmen, auf die ich hier jedoch nicht weiter eingehen will – zumal auch, wie bereits erwähnt, die Öffentlich-Rechtlichen nicht weniger betroffen sind als die Privaten.) Ich würde nicht so weit gehen, den Autoren direkte politische Hintergedanken zu unterstellen, auch wenn sich die beiden Artikel wie ein Plädoyer für verschärfte Maßnahmen lesen – was im Rahmen einer Kolumne, eines Kommentars oder eines anderen Meinungsformats, das klar als solches gekennzeichnet ist, kein Problem wäre. In Form eines Leitartikels, der Verschärfungen durch Framing, halbe Wahrheiten und Suggestivfragen als einzige Möglichkeit darstellt, wenn die Menschheit nicht aussterben will, ist es dagegen ein Problem. Trotzdem denke ich: Die entscheidende Rolle spielt hier die Spannung. Sie ist nicht mehr bloß das natürliche Produkt eines guten Schreibstils und gründlicher Recherche und nicht mehr nur Mittel zum Zweck einer interessanten, vielseitigen Berichterstattung, die am Ende auch gelesen wird. Vielmehr ist sie zum Selbstzweck geworden. Es macht ganz einfach zu viel Spaß, etwas so Nervenaufreibendes zu schreiben – vor allem, wenn eine wohltemperierte, differenzierte und sachliche Berichterstattung geradezu verblasst neben all den Apokalypsenbildern und hollywoodreifen Überschriften wie „Coronakrise in Italien: Tödliche Seelsorge“ [14] (Spiegel Online), „New York vor dem Kollaps“ [15] (Deutschlandfunk) oder eben auch „Außer Kontrolle“ [2] (Der Spiegel).

Im Artikel heißt es: „Wo die Mutanten wüten, bleibt nach kurzer Zeit kaum mehr Raum für ihre weniger ansteckenden Verwandten“. [1] Und bei all den reißerischen Boulevard-Mutanten im Journalismus bleibt nun kaum mehr Raum für ihre leiseren, differenzierteren Verwandten.

Damit ist niemandem geholfen, auch nicht denjenigen, die schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie begrüßen würden. Eine derartige Berichterstattung macht vor allem eins: eine chaotische Situation noch chaotischer. Und sie spaltet. Die Ängstlichen bekommen noch mehr Angst, die Wütenden werden noch wütender, und diejenigen, die den Medien generell misstrauen, misstrauen ihnen nur noch mehr. Anstatt die Grundlage für eine vielfältige und konstruktive Debatte zu schaffen, verliert sich der Journalismus mehr und mehr in spalterischer Aufwiegelei. Paradox, wenn man bedenkt, wie häufig derzeit die Forderung nach Zusammenhalt und Einheit laut wird.

Auf die spaltende Wirkung, die eine Emotionalisierung unserer Diskurse hat, weist auch Spiekermann hin: „In meiner psychotherapeutischen Praxis“, schreibt sie, „höre ich von Familien, die bewusst nicht mehr über Themen, die mit der Corona-Krise zu tun haben, sprechen, um zu vermeiden, dass sich Fronten bilden.“ [12] Zu den negativen Konsequenzen würde demnach nicht nur die Gesellschaftsspaltung gehören, sondern auch die Vermeidung des Diskurses als Versuch, der Spaltung entgegenzuwirken. Doch das Thema einfach auszuklammern, kann wohl kaum zu einer Lösung führen.

Fünf Vorschläge

Anfangs habe ich die so gängige Kriegsrhetorik im Umgang mit Corona erwähnt, die sowohl expliziten als auch impliziten Bezüge zwischen der Pandemie und dem Terrorismus. Und tatsächlich könnten Überschriften wie „Frankreich unter Attacke“ [16] (Die F.A.Z. zum Anschlag am 29. Oktober 2020 in Nizza) oder „Eine Stadt im Belagerungszustand“ [17] (Spiegel Online zum Anschlag am 2. November 2020 in Wien) nach dem jetzigen Stand unserer Medienlandschaft ebenso gut der Pandemie gelten (zum Vergleich noch einmal die Bildunterschrift „Ein Land im Kriegszustand“ [2] aus einem der beiden Leitartikel des Spiegels). Auch wenn der Vergleich von Corona mit Terrorismus ein müßiger ist – mit Blick auf die Corona-Berichterstattung kann man sich fragen: Wie würde denn eine ideale Terrorismus-Berichterstattung aussehen?

Einer meiner Professoren an der Universität Mannheim, der Medienwissenschaftler Hartmut Wessler, setzt sich mit dieser Frage auseinander. Zwar gibt es in Bezug auf den Terrorismus einen wesentlichen Punkt, der in der Pandemie nicht gegeben ist: Wessler betont, dass Terrorismus an sich eine Kommunikationsstrategie darstellt und es somit zur Aufgabe der Medien wird zu berichten, ohne den Tätern (etwa durch Weiterverbreitung von deren Namen oder Live-Streams der Tat) in die Hände zu spielen. [18] Allerdings, denke ich, sind die Kernprobleme für eine verantwortungsvolle Terrorismus-Berichterstattung in mancher Hinsicht mit denen für die Corona-Berichterstattung vergleichbar: die schnelle Verbreitung ungesicherter Informationen, die voreiligen und teils hysterischen Reaktionen von Bevölkerung und Politik (so gab es durch einen Strudel von Gerüchten und Desinformationen bei dem Anschlag am 22. Juli 2016 in München zeitweise Berichte von 67 Anschlagszielen in der ganzen Stadt und Panikreaktionen an nicht betroffenen Orten, bei denen Menschen verletzt wurden, obwohl es nur einen Täter und einen Tatort gab [19]), ferner die Diskussion auf Basis von bruchstückhaften Informationshappen – und nicht zuletzt die Dramatisierung und Emotionalisierung durch Medienberichte, die Live-Bilder mit Musik und schnellen Schnitten ausschmücken und so zum Unterhaltungsformat werden.

Sicher ist es schwierig, sich dem zu entziehen. Terroranschläge sind immer mit einer ganzen Reihe von Emotionen verbunden: Angst, Trauer, Wut, Mitgefühl für die Opfer und Hinterbliebenen. All diese Gefühle sind verständlich und gerechtfertigt. Nicht gerechtfertigt ist dagegen eine Berichterstattung, die sich diese Gefühle zunutze macht, sie hochschaukelt, sie anheizt: die eine chaotische Situation nur noch chaotischer macht und Reflexionen und konstruktive Debatten in Emotionen erstickt. Vor diesem Problem steht auch die Corona-Berichterstattung.

Angelehnt an die Empfehlungen Hartmut Wesslers für eine verantwortungsvolle Terrorismus-Berichterstattung [20] und an meine vorausgegangene Kritik, möchte ich daher einige Vorschläge für die Corona-Berichterstattung machen:

1) Unbestätigte Informationen und Spekulationen sollten entweder nicht Teil der Berichterstattung sein oder klar als solche gekennzeichnet werden – und das auch nur, wenn ihre Erwähnung wirklich einen informativen Mehrwert für die Behandlung des Themas bringt. Ich meine hier von Journalisten angestellte Überlegungen genauso wie laut geäußerte Gedanken von Experten, wie ich sie oben aufgeführt habe, die – auch wenn sie nichts sind als reine Spekulation – dem Leser eben nach wie vor als Expertenmeinung erscheinen.

2) Die Berichterstattung sollte möglichst neutral sein. Musik, emotional aufgeladene Begriffe und andere Effekte zur Dramatisierung, durch die die Grenze zwischen journalistischem und unterhaltendem Format verschwimmt, sollten vermieden werden. Es geht mir nicht darum, jede Form von Emotion oder Subjektivität auszuschließen. Doch diese sollten mit viel Bedacht eingesetzt werden. Journalisten sollten sich die Frage stellen, wie ihre Berichterstattung beim Leser aufgenommen wird und was sie mit ihrer Arbeit bezwecken. Sie sollten sich auch ihrer eigenen Gefühle zum Thema bewusst werden und sich fragen, wie sie diese auf den Leser übertragen. Außerdem sollte grundsätzlich hinterfragt werden, welche impliziten Interpretationsgrundlagen erzeugt werden und ob diese wünschenswert sind bzw. ob sie eine Verzerrung der Fakten oder unerwünschte emotionale Reaktionen zur Folge haben könnten.

3) Die Berichterstattung sollte ein möglichst breites Spektrum an Meinungen und Akteuren abbilden (vorausgesetzt, dass ein Mindestmaß an Respekt und eine Achtung belegter Fakten gewahrt wird). Selbstverständlich hat jedes Medium seine eigene politische Neigung und seinen eigenen Ethos. Doch am Beispiel der Pandemie lässt sich beobachten, dass diese Unterschiede eine immer geringere Rolle einnehmen: Die Berichterstattung im Allgemeinen läuft – unabhängig vom Medium – nach einer Weile mehr oder weniger auf dasselbe hinaus; die Öffentlich-Rechtlichen unterschieden sich da höchstens noch an der Oberfläche von Boulevardmedien. Dem massenmedialen Tunnelblick gilt es bewusst entgegenzuwirken. Eine stetige Aufmerksamkeit ist gefragt.

4) Die journalistische Berichterstattung sollte möglichst vielseitig und differenziert sein. Der Journalismus sollte weder Angst davor haben, politischen, wirtschaftlichen oder auch anderen medialen Akteuren auf die Füße zu treten, noch bekannte Fakten zugunsten einer einheitlicheren Linie in der Berichterstattung ausschließen. Vielmehr sollte man den Mut haben einzugestehen, dass man nicht alles weiß oder versteht und man nicht für jedes Problem eine Lösung hat. Man sollte kritisieren, auch wenn man es nicht besser weiß oder besser kann, und man sollte keine Angst vor Widersprüchen haben oder davor, seine Meinung zu ändern, wenn man eines Besseren belehrt wird.

5) Medienkritik und Meta-Kommunikation sollten einen höheren Stellenwert im Journalismus einnehmen. In einer Welt, in der wir jederzeit Zugriff auf eine Vielzahl verschiedener Medien und Online-Quellen haben und in der von allen Seiten Informationen und Bilder auf uns einprasseln, sollten sich Qualitätsmedien kritisch mit der Berichterstattung anderer Medien und idealerweise auch mit der eigenen auseinandersetzen (in seinem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung kritisiert Stephan Ruß-Moll auch die Berichterstattung der SZ – mehr nebenbei, aber die Tendenz ist immerhin positiv). Das würde nicht nur eine gegenseitige Kontrolle ermöglichen, sondern auch die Medienkompetenz der Leser stärken, in einer Zeit, in der Medienkompetenz mehr denn je von Nöten ist.

Zweifelsohne kann man diese fünf Punkte noch verändern und ergänzen. Mir ist auch bewusst, dass nichts davon besonders neuartig ist. Es sind nur Anregungen, vielleicht auch Erinnerungen an Vergessenes. Ich bin sicher: Auch an diesem Artikel kann (und wird vermutlich) mehr als nur ein wenig kritisiert werden. Meines Erachtens wäre das wünschenswert.

Quellenverzeichnis

[1] Matthias Bartsch, Felix Bohr, Rafaela von Bredow, Hubert Gude, Veronika Hackenbroch, Martin Knobbe, Kerstin Kullmann, Cornelia Schmergal, Thomas Schulz, Gerard Traufetter und Steffen Winter: Die neue Pandemie. In: Der Spiegel, Nr. 3, 16.01.2021, S. 8-14.

[2] Jörg Schindler: Außer Kontrolle. In: Der Spiegel, Nr. 3, 16.01.2021, S. 15-17.

[3] „Wir befinden uns im Krieg“. 100.000 Polizisten kontrollieren Ausgangssperre in Frankreich. Internet-Publikation, in: Der Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/politik/wir-befinden-uns-im-krieg-100-000-polizisten-kontrollieren-ausgangssperre-in-frankreich/25651234.html. Erstellt: 17.03.2020. Eingesehen: 20.01.2021.

[4] Georg Blume: Einsam an der Spitze. Internet-Publikation, in: ZEIT ONLINE: https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-11/emmanuel-macron-frankreich-islamismus-terrorismus-corona-krisenmanagement-kritik. Erstellt: 02.11.2020. Eingesehen: 20.01.2021.

[5] Stephanie Hügler: Evidenz in der Corona-Forschung, Zwischen Glauben und Wissen. Internet-Publikation, in: Münchner Ärztliche Anzeigen: https://www.aerztliche-anzeigen.de/leitartikel/evidenz-der-corona-forschung-zwischen-glauben-und-wissen. Eingesehen: 20.01.2021.

[6] Anzeige: SARS-CoV-2: Bosch-PCR-Tests erkennen Virus trotz Mutation / Nachweis auch der mutierten Varianten, die zuerst in Großbritannien und Südafrika aufgetreten sind. Internet-Publikation, in: Braunschweiger Zeitung: https://www.braunschweiger-zeitung.de/wirtschaft/presseportal/article231331282/SARS-CoV-2-Bosch-PCR-Tests-erkennen-Virus-trotz-Mutation-Nachweis-auch-der-mutierten-Varianten-die-zuerst-in-Grossbritannien-und-Suedafrika-aufgetreten-sind.html. Eingesehen: 20.01.2021.

[7] Alexandra Negt: Wie zuverlässig ist ein PCR-Test bei Mutationen? Internet-Publikation, in: APOTHEKE ADHOC: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/wie-zuverlaessig-ist-ein-pcr-test-bei-mutationen-neue-virusvarianten-impfung-co/. Erstellt: 31.12.2020. Eingesehen: 20.01.2021.

[8] Stephan Ruß-Moll: Das Corona-Panikorchester. Internet-Publikation, in: Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/medien/russ-mohl-gastbeitrag-corona-panikorchester-1.5075025. Erstellt: 26.10.2020. Eingesehen: 20.01.2021.

[9] Forscher: ARD und ZDF hatten „Tunnelblick“ während Corona. Internet-Publikation, in: Passauer Neue Presse: https://www.pnp.de/lokales/stadt-und-landkreis-passau/passau-stadt/Forscher-ARD-und-ZDF-hatten-Tunnelblick-waehrend-Corona-3761304.html. Erstellt: 18.08.2020. Eingesehen: 20.01.2021.

[10] Forscher bescheinigen „Tunnelblick“ während Corona-Krise. Internet-Publikation, in: Der Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/kritik-an-ard-und-zdf-forscher-bescheinigen-tunnelblick-waehrend-corona-krise/26105458.html. Erstellt: 20.08.2020. Eingesehen: 21.01.2021.

[11] Samira El Ouassil: Wohldosierte Panikmache. Internet-Publikation, in: Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/corona-medienhype-wohldosierte-panikmache.2907.de.html?dram:article_id=471683. Erstellt: 04.03.2020. Eingesehen: 21.01.2021.

[12] Jane-Anna Spiekermann: Corona und Psychologie: Angst arbeitet dem demokratischen Miteinander entgegen. Internet-Publikation, in: NachDenkSeiten: https://www.nachdenkseiten.de/?p=69176. Erstellt: 26.01.2021. Eingesehen: 26.01.2021.

[13] Andreas Rosenfelder im Gespräch mit Korbinian Frenzel: Journalisten sehen sich zu oft als „Anwälte unseres Systems“. Internetpublikation, in: Deutschlandfunk Kultur: https://www.deutschlandfunkkultur.de/andreas-rosenfelder-zur-corona-berichterstattung.2950.de.html?dram:article_id=490758. Erstellt: 13.01.2021. Eingesehen: 26.01.2021.

[14] Annette Langer: Tödliche Seelsorge. Internet-Publikation, in: Spiegel Online: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/corona-krise-in-italien-toedliche-seelsorge-warum-viele-priester-besonders-in-gefahr-sind-a-71a63183-c29e-4d4d-b7e1-db249b4ab991. Erstellt: 27.03.2020. Eingesehen: 21.01.2021.

[15] Thilo Kößler im Gespräch mit Jürgen Zurheide: New York vor dem Kollaps. Internet-Publikation, in: Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-in-den-usa-new-york-vor-dem-kollaps.1773.de.html?dram:article_id=474034. Erstellt: 04.04.2020. Eingesehen: 21.01.2021.

[16] Christian Schubert: Frankreich unter Attacke. Internet-Publikation, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/anschlag-in-nizza-frankreich-unter-attacke-17026384.html. Erstellt: 29.10.2020. Eingesehen: 21.01.2021.

[17] Walter Mayr und Roman Lehberger: Eine Stadt im Belagerungszustand. Internet-Publikation, in: Spiegel Online: https://www.spiegel.de/politik/ausland/terror-in-wien-eine-stadt-im-belagerungszustand-a-e673f473-a4a0-46a6-826f-792dcd5d9c5f. Erstellt: 03.11.2020. Eingesehen: 21.01.2021.

[18] Peter Müller: Den Tätern nicht in die Hände spielen. Internet-Publikation, in: Die Rheinpfalz: https://www.rheinpfalz.de/politik_artikel,-den-t%C3%A4tern-nicht-in-die-h%C3%A4nde-spielen-_arid,5132004.html?reduced=true. Erstellt: 09.11.2020. Eingesehen: 21.01.2021.

[19] Thierry Backes, Wolfgang Jaschensky, Katrin Langhans, Hannes Munzinger, Benedict Witzenberger und Vanessa Wormer: Timeline der Panik. Internet-Publikation, in: Süddeutsche Zeitung: https://gfx.sueddeutsche.de/apps/57eba578910a46f716ca829d/www/. Eingesehen: 21.01.2021.

[20] Hartmut Wessler: Vorlesung zum Thema „Verantwortbare Terrorismusberichterstattung“. Gehalten am 17.11.2020 im Rahmen der Vorlesungsreihe „Mediale Öffentlichkeiten“ an der Universität Mannheim. Zitiert als persönliche Kommunikation.

12:09 28.01.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Lukas Koperek

Ein Literaturstudent aus Essen.
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