(finally...) rainer maria singen tinfoil: das leben als wunschdenken

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goddammit! schreien zwei menschen in das nichts (ein letztes mal). die schwärze. vielleicht die nacht (oh, so black)? anderswo: „the reason the night is long is very simple“. einfach(heit). eine männliche und eine weibliche (stimme). oder umgekehrt. wie frau will. sie schreien um ihr leben. aggressiv und dabei (once again) nicht ohne melancholie. eine zärtlichkeit, weil es hier um das (wie immer bereits beschädigte) leben geht. ja, beschädigt. "call an ambulance, i'm not well": das lebensmotto für uns alle (ver)brennenden? zuerst freilich, die musik (ohne text). proto-emo am fin de siècle (finally... im konkreten konzert als zugabe). abbrüche, ausbrüche und ein quiet is the new loud (oder so) nebeneinander. und hintereinander (so oder?). ein song als labyrinth. und dennoch ganz simpel, pur. die kunst, das einfache ganz genau (vermessen?) durchdacht (vermessen!) zu haben. und persönlich, ganz nah zu bleiben, dabei (bleib!). also komplex (komplett) filigran (tinfoil). eine folie für (m)ein anderes sein. (hier nicht das ubiquitäre vielleicht) dissonanzen und ein widerspenstiges dazwischensingen, gegeneinander miteinander (mit nancy?) singend (singulär plural sein?). ein song, wie ein fünfminütiges fallen. ein atemholen und letztes aufbäumen. ein ansingen gegen den tod (once again). gegen die eigene not(lage). wo liegen unsere sorgen, sehnsüchte (begraben)? wo haben sie eine verortung, in dieser welt (beschädigt)? haben sie überhaupt einen greifbaren ort? eine insel? einen landstrich? eine höhle? ein „zuhause“? new york, 1997? gitarrist und sänger kyle (punk goes dalai lama, oder so) meint im theologischen diskurs, musik und materie seien dasselbe. sind! denn naturgemäß, wir wissen: materie ist schwingung. oder nach bergson: bewegung. (wir sind musik.) unser ort ist die musik. unsere utopie und, ja, unser exil (kein „zuhause“). dort will ich bleiben. wo wir nichts besitzen. und doch alles. kein wunschdenken. denn freilich: „i don't want to walk home alone“. am ende also: komm doch mit (ein wunschdenken).

22:42 21.08.2011
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Geschrieben von

lukas eckhart

musiken, filmisches, von einem gestrandeten betrachtet
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lukas eckhart

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