the lucksmiths: unfamiliar stars und der modus des zu spät

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(the start is the hardest part?) keine stayaway stars (nebst saddest bars). ein violetter himmel (fern von swimmingpool-blue). eine ausfallstrasse (nah den weekends away). auf einem aquarell vom corner hotel (als location für): the lucksmiths, nicht the smiths. luck: über ein jahr nach der farewell show die digital versatile disc endlich in den händen halten (music to hold hands to). hier: eben dieses subtile kartoncover mit hotelcorner. darunter: fast zweieinhalbstunden bilder und (was für!) töne. darüber: kaum worte finden. keine enttäuschung, sondern unterscheidungsvermögen anzuwenden versuchen (als you tube victim): leider eine zu saubere tonmischung, gleichsam maske, kaum störgeräusche, kaum störgekreische, kaum störgegreife (instrumentell und so)? ein wenig fade klingen die 34 songs (für uns, die wir die besungenen untidy towns lieben)? so als ob eine große melancholie notwendig wäre, wenn die einflussreichste indie-band einfach so entschwindet? ich hasse diese superlative, langsam. sicher. wenn ich meine traurigkeit ausdrücken könnte, einfach so "--" (music to hold hands to). kleist paraphrasieren, oder doch besser anderes die sprachlosigkeit sprechen lassen? denn: ich habe diese "unfamiliar stars", diese australische galaxie, erst lieben gelernt, als sie bereits verglüht waren. für immer schade, für immer zu spät, für immer traurig sein dürfen (hopelessly nostalgic)! das audiovisuelle medium also als souvenir für einen, der nie dort war. der etwas verpasst hat. in seinem (so called) leben, was er gebraucht hätte. zu spät: filme, sogar abgefilmte musik (am ende ist nur mehr diese, meint bernhard zurecht), haben immer etwas totes. nicht nur "aus dem reich der toten", inhaltlich, zumal: alle vier musikanten sind ja noch lucky to be alive. braid habe ich ja auch versäumt. nein, ich meine die wahrnehmungsanordnung. vom tod her belichtet seien so manche filme, so meint so manche schreibe (meist wenn der wind durchs gesträuch streicht). gefühlt. doch: sie sind das doch immer! eine betrachtung von vergangenem leben (so called, so cold). (immer viel zu kurzes) glück. leid. tod. aber immer von weit weg. von außen, hinten. von einem und für einen, der abseits nicht einmal flaniert. nicht einmal auf einer stoischen parkbank sitzt (stoisch). und konkret, noch schlimmer: nicht einmal im kinodispositiv, nicht einmal mit anderen (fremden freunden, freundlichen fremden). sitzt. sondern ganz allein: the lost and lonesome recordings heißt das wunderbare label, das diese show und andere bandkonserven an die frau bringt. (mir) lost and lonesome, lost and lonely (music to hold hands to)! ein "trotz alledem!", hier eingefangen, für alle, denen duane hanson, auf einem anderen feld der kunst, aus der seele spricht: "for me, i feel that i have to identify with those lost causes, revolutions and so forth. i am not satisfied with the world." ein versprechen, ohne versprecher. und damit für alle, die für ihr dissidentendasein eine hand halten wollen. ob familiar oder unfamiliar: sie finden hier sunlight in a jar.

00:41 29.01.2011
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Geschrieben von

lukas eckhart

musiken, filmisches, von einem gestrandeten betrachtet
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lukas eckhart

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