Was gibt´s? What´s going on? ¿Qué pasa?

Roundup 6. April 2021 Ein Überblick über Ereignisse in der deutsch-, englisch- und spanischsprachigen Welt vom 25. März 2021. Interessantes, Empörendes oder Themen, die sonst zu kurz kommen.
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Was gibt´s? What´s going on? ¿Qué pasa? – 06. April 2021

An dieser Stelle soll es in Zukunft (hoffentlich) täglich Updates aus dem deutsch-, englisch- und spanischsprachigen Raum geben. Für Deutschland werde ich mich überwiegend auf außenpolitische Themen fokussieren, bei allen anderen Ländern beschäftige ich mich mit Themen, die ich für wichtig halte, über die ich bereits viel weiß oder die ich schlicht und ergreifend für interessant halte. Detaillierte Ausführungen findet ihr auf meiner Autorenseite des Freitag. Falls sich jemand dafür interessiert, diesen Roundup als Art Newsletter zu erhalten, kann er*sie mir gerne auf Twitter (@luke_tropic) eine Nachricht mit seiner*ihrer Mail-Adresse schreiben.

Deutschland

Gestern wurde an dieser Stelle bereits über die sogenannte „deutsche Erinnerungskultur“ berichtet, heute liefert die Tagesschau Einzelheiten zu einem der zentralen Bestandteile besagter Praxis. SS-General Franz Josef Hubert war für den Tod Zehntausender Menschen verantwortlich, unter anderem für die Deportation der jüdischen Bevölkerung Wiens. Auf seiner Habenseite wiederrum verfügte Hubert über eine „stramm anti-kommunistische Einstellung“, welche für US-Geheimdienste und BND Grund genug waren, ihn bis 1967 zu beschäftigen und bis zu seinem Tod unbehelligt ein friedliches Dasein zu gewähren.

Vereinigte Staaten

Was ich an dieser Stelle gestern vergessen habe zu erwähnen: am 5. April jährte sich die Veröffentlichung des Collateral Murder-Video durch Wikileaks zum zehnten Mal. Dafür juristisch belangt wurden bisher lediglich Whistleblowerin Chelsea Manning und Journalist Julian Assange. Das Video gibt es hier, einen Kommentar von mir zu Julian Assange hier oder hier.

Die iranische Regierung trifft sich heute in Wien mit Vertreter*innen der 4+1 Staaten (China, Frankreich, Großbritannien, Russland + Deutschland), um über das 2018 einseitig von den USA aufgekündigte Atomabkommen und eine eventuelle Wiederaufnahme zu sprechen. Wirklich Neues gibt es an dieser Stelle nicht zu berichten, sowohl Teheran als auch Washington beharren darauf, der jeweils Andere müsse sich als Erster wieder an alle Verpflichtungen aus dem Abkommen halten. Die Regierung von Joe Biden verfolgt dabei letztendlich dasselbe Ziel wie die seines Vorgängers, sprich ein Abkommen, das nicht nur die Nuklearkapazitäten Teherans einschränkt, sondern auch weite Teile dessen bisheriger Außenpolitik wie die Unterstützung verschiedener Milizen in der Region beendet.

Zum Abschluss noch etwas Lustiges von unseren guten Freund*innen aus der CIA, die sich an dieser Stelle damit brüsten, Osama bin Laden mit Waffen ausgestattet zu haben:

Eingebetteter Medieninhalt

Kuba

Die kubanische Regierung hat den Bericht zur Lage der Menschenrechte des US-Außenministerium als politisch motiviert und heuchlerisch zurückgewiesen. Die Anschuldigungen an das sozialistisch regierte Land seien von interessierten exilkubanischen Kreisen als Vorwand für eine aggressivere Haltung gegenüber Havanna formuliert worden. Zugleich wies Fernández de Cossío, Beauftragter für die USA, auf die zahlreichen, gut dokumentierten Menschenrechtsverletzungen der Vereinigten Staaten hin.

Venezuela

Die venezolanische Regierung hat die Vereinten Nationen um technische Unterstützung bei der Minenräumung im kolumbianisch-venezolanischen Grenzgebiet gebeten. Gleichzeitig beschuldigt sie kolumbianische Milizen, mit denen sich das venezolanische Militär in den vergangenen Wochen erbitterte Kämpfe geliefert hatte, die Minen platziert zu haben. Der in Frage stehende Landstrich ist seit 2013 offiziell minenfrei, wohingegen Kolumbien weltweit nach Afghanistan als das am meisten verminte Land gilt.

Peru

In Peru kommt es seit Beginn der Corona-Pandemie zu immer mehr Angriffen auf indigene Stämme durch Drogenkartelle. Besonders begehrt ist dabei das Land der indigenen Bevölkerung, da auf diesem Coca angebaut werden kann – Peru ist nach Kolumbien das Land, in dem am meisten Kokain produziert wird. Die Pandemie erschwert den Schutz der Stämme, deren Vertrauen in die Regierung ohnehin nicht gerade gefestigt ist.

17:45 06.04.2021
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