Ein junger Amerikaner verliert seine „Herzensheimat“

Olympia 1936 Ein Film von Rolf Hädrich zeigt, wie der US-Autor Thomas Wolfe („Es führt kein Weg zurück“) erwartungsvoll nach Deutschland reist und dabei Risse in der Fassade der „fröhlichen Spiele“ von Berlin entdeckt
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 32/2022
Thomas Wolfe in Berlin, 1935
Thomas Wolfe in Berlin, 1935

Foto: Ullstein/dpa

Wenn es Deutschland nicht gäbe, müsste es erfunden werden. Der amerikanische Schriftsteller Thomas Wolfe (1900 – 1938) ist für Liebeserklärungen zu haben, soll ein „altes, ehrwürdiges Land in Europa“ gerühmt werden. 1926 zum ersten Mal, danach fast Jahr für Jahr, bereist er Deutschland, sieht Heidelberg, Mannheim, Wiesbaden, Frankfurt, Köln, Freiburg, Berlin, den Schwarzwald und die Münchner Pinakothek. Er ist von Eindrücken hingerissen, berauscht, manchmal betäubt, es fesseln ihn Zauber und Mysterien. Was bleibt von dieser Hingabe, wie viel Passion lässt sich erneuern bei einem Wiedersehen im Sommer 1936? Wenn man auch deshalb anreist, um die Olympischen Spiele in Berlin zu sehen?

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