1939 wollten führende Militärs Hitler stürzen – haben es dann aber doch gelassen

Zeitgeschichte Der Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler ist Anlass genug, sich einer militärischen Opposition gegen das NS-Regime zu erinnern, die es seit 1933 gab. Nie jedoch riskierte sie so viel wie am 20. Juli 1944
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 33/2019
Um Ludwig Beck sammelte sich ab 1938 der militärische Widerstand
Um Ludwig Beck sammelte sich ab 1938 der militärische Widerstand

Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1980-033-04 / CC-BY-SA 3.0 / Wikipedia

Die Operation läuft unter dem Code Ordnen von Familienpapieren. Dass sie zum Erfolg führt, ist Ende September 1938 um einiges wahrscheinlicher als am 20. Juli 1944. Für hohe Militärs wie Geheimdienstoffiziere hat Hitler den Bogen überspannt, seit er die Sudetenkrise vorantreibt und mit Einmarsch in der Tschechoslowakei droht. Durch einen solchen Coup werde ein Weltkrieg unausweichlich und Deutschland zum Untergang verurteilt sein, sind Generaloberst a. D. Ludwig Beck, Abwehrchef Canaris, seine Mitarbeiter Oster und Groscurth, Oberst Thomas vom Heereswaffenamt, die Generäle von Stülpnagel und von Witzleben sowie Ex-Reichsminister Hjalmar Schacht überzeugt. Nie seit dem 30. Januar 1933 erschien die Situation günstiger, eindeutiger, zwingender, den