1982: Mit Leonid Breschnew stirbt der letzte Langzeitherrscher der UdSSR

Zeitgeschichte Mit Leonid Breschnew verstirbt der letzte Langzeitherrscher der UdSSR. Das vorrevolutionäre Russland begründete ein Muster, das das postsowjetische Russland aufgreift: Innere Stabilität braucht personelle Kontinuität. Ein ehernes Prinzip
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 47/2022
November 1981, Breschnews letzter Besuch in Bonn, bei Helmut Schmidt
November 1981, Breschnews letzter Besuch in Bonn, bei Helmut Schmidt

Foto: Sven Simon/Imago Images

Die Bilder vom letzten Besuch Leonid Breschnews in Bonn Ende November 1981, ein Jahr vor seinem Tod, sind längst aus dem kollektiven Gedächtnis entschwunden. Umso mehr lohnt die Erinnerung. Sie kann hilfreich dafür sein, ein Phänomen sowjetischer wie russischer Politik zu ergründen – die Gestalt des Langzeitherrschers, des mutmaßlich unentbehrlichen Führers, der erst gehen darf, wenn das der Tod entscheidet. Im nasskalten Herbst am Rhein sah man seinerzeit einen von Krankheit gezeichneten, nur mit Mühe artikulationsfähigen Sowjetführer, der sich an einer Ehrenformation der Bundeswehr vorbeischleppte. Breschnew wurde gestützt, als es die Stufen zur Residenz Schloss Gymnich hinaufging, damals das Gästehaus der Bundesregierung.

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