Lutz Herden
09.12.2013 | 13:08 72

Als Charaktermaske unterwegs

Olympia Bundespräsident Gauck liefert mit seiner Absage an die Winterspiele in Sotschi ein eindrucksvolles Beispiel für die oft beklagte Verschwisterung von Politik und Sport ab

Als Charaktermaske unterwegs

Putin und Gauck 2012 vor dem Schloss Bellevue in Berlin

Bild: Johannes Eisele / AFP - Getty Images

Muss wirklich jede sich bietende Gelegenheit dazu herhalten, Russland vors Schienbein zu treten und die Beziehungen zu belasten? Die Absage von Bundespräsident Gauck an die Olympischen Winterspiele von Sotschi soll Wladimir Putin treffen. Das wird sie bestimmt nicht. Gauck macht sich größer, als er ist, und damit lächerlich. Russlands Staatschef kann bei diesem Weltereignis des Sports und der Politik auf den deutschen Bundespräsidenten sehr gut verzichten. Es wird kein Hahn nach ihm krähen, schon gar kein russischer.

Die deutsche Boykottmanie trägt zwischenzeitlich wahrlich groteske Züge. Schon im Sommer 2012 wollte man sich bei der Fußball-EM in der Ukraine nicht neben Viktor Janukowitsch auf der Tribüne zeigen – als sei der einer der finstersten Despoten des Postsowjetismus und als Regierungschef nicht ebenso legitimiert wie Angela Merkel. Komisch nur, dass Janukowitsch bis eben noch heftig umworbener Partner einer EU-Assoziierung war und die deutsche Kanzlerin ihm beim jüngsten EU-Gipfel in Vilnius durchaus die Hand geben wollte. Aber da darf die Politik eben pragmatisch und selektiv in ihren Kriterien sein – je nach dem, ob Janukowitsch als mutmaßlicher Handlanger Putins oder Aspirant der EU gesehen wird, die ihn gern gegen Putin in Stellung brächte.

Zurück zu Gauck. Verweigert er sich Sotschi, trifft das weniger die russische Regierung als vielmehr die russische Bevölkerung und ihren Wunsch, Sportlern aus aller Welt ein würdiger Gastgeber und professioneller Veranstalter zu sein. Der Bundespräsident wolle sich nun einmal nicht für eine solche Prestigeveranstaltung hergeben, belobigen ihn hiesige Medien – von Ausnahmen abgesehen – überschwänglich. Welch selektives Wahrnehmungsvermögen!

Die Obermoralisten

Wann bitteschön waren in den vergangenen Jahrzehnten Olympische Spiele kein kollektiver Werbeakt, bei dem sich Staaten und Systeme mit ihrem Leistungsvermögen, ihrem kulturellen Anspruch und Organisationstalent der Welt empfehlen wollten? Das war in Peking nicht anders als in London, in Turin genauso wie in Vancouver, nimmt man nur die Winterspiele 2006 und 2010.

Deutsche Regierungspolitiker – auch der Westerwelle-Auftritt vor Tagen in Kiew ließ das erkennen – haben sich gegenüber einigen Staaten Osteuropas in der Rolle des Obermoralisten eingerichtet, was die Grenzen des Erträglichen sprengt. Genau genommen wird diesen Staaten das Recht bestritten, Interessen zu haben und diese offensiv vertreten zu dürfen. Oder Traditionen und Wertesystemen zu folgen, die nicht mit westlichen Mustern – oder was dafür gehalten wird – gleichen wie ein Kuckucksei dem anderen.

Wenn Joachim Gauck etwas am Regierungsstil Wladimir Putins auszusetzen hat – das kann man, allein sein opportunistischer Umgang mit einer homophoben Grundtönung der russischen Gesellschaft bietet sich an –, warum hat er dann nach anderthalb Jahren im Amt Russland noch keinen Besuch abgestattet und die Bedenken in Moskau vorgetragen? Allein die offenbar nicht zufällig unterlassene Antrittsvisite, lässt daran zweifeln, ob im Schloss Bellevue auch nur der Hauch eines Bedürfnisses nach einem Dialog besteht, der ohne die üblichen Zurechtweisungen auskommt. Sotschi böte die Chance, einen Anfang zu machen.

Stattdessen inszeniert sich Gauck als Charaktermaske eines anachronistischen Antikommunismus, der absurder nicht sein kann. Russland hat unter Putin einen eigenständigen Weg zum Kapitalismus eingeschlagen, bei dem der Staat aus traditionellen Gründen und als Reparateur eines chaotischen Umbruchs in den neunziger Jahren seinen Part beansprucht. Auch als ökonomische Autorität. Was ist daran im Westen anders, wenn ein anarchischer Finanzkapitalismus vor dem Kollaps gerettet wird? Was wäre heute noch vom Euro und der EU übrig, hätten sich nicht Staaten als Chefbürgen für aus dem Ruder laufende Großschuldner und Pleitebanken in der Eurozone ins Zeug gelegt?

Das ganz große Rad

Es hat sich ein auffälliger Brauch in der deutschen Außenpolitik eingebürgert. Regierungen, die nicht nach dem eigenen Geschmack sind, in den Geruch des rechtlich Illegitimen und moralisch Anstößigen zu bringen. Wenn es ganz schlimm kommt: des Kriminellen und Verkommenen. Auch wenn sie durch eine legale politische Willensbildung ihr Mandat bekamen – sie werden wie Outlaws behandelt, denen man schon mal vor der Tür auf die Barrikade steigt wie das Guido Westerwelle in Kiew eindrucksvoll vorgeführt hat. Ein Außenminister auf Abruf und in Abwicklung wohl gemerkt, der gern noch mal das ganz große Rad drehen wollte. 

Kommentare (72)

Ratatörskr 09.12.2013 | 13:44

Man kann seine Haltung als persönliche, spießige, alles andere als staatsmännisches Format verstehen und bewerten.

Sein Format läßt es wohl nicht zu, einen Unterschied zwischen einem persönlichem Privatbesuch bei Putin zu erkennen und der Schirmherrschaft und Ehrung auch der eigenen SportlerInnen. Aber die deutsche Nationalhymne dürfen sie wohl singen. Und wehe, es singt eine/r nicht mit.

Der BP macht sich lächerlich.

JR's China Blog 09.12.2013 | 14:29

Hallo Herr Herden,

bei diesem Thema lohnt sich m. E. auch ein Blick auf die unteren Ränge der (public) diplomacy.

Dazu zwei Links:

https://www.freitag.de/autoren/justrecently/buchbesprechung-interkulturelle-medienarbeit

https://www.freitag.de/autoren/justrecently/ein-bag-urteil-und-seine-vorgeschichte

Die Gauck-Kritik wie hier vorgetragen finde ich mittlerweile ermüdend. Sie gewönne mit einer erweiterten Perspektive möglicherweise - je nachdem, was Sie oder Ihre Kollegen im Gespräch mit den auf den zwei Links geschilderten Beteiligten vorfinden - ganz neue Aspekte.

Auch der EPD könnte Ihnen vermutlich bei der Recherche helfen (weiterführende Links hinter denen oben).

apatit 09.12.2013 | 14:40

"Stattdessen inszeniert sich Gauck als Charaktermaske eines anochronistischen Antikommunismus, der absurder nicht sein kann." Gut und treffend gesagt Herr Herden! Siehe auch in Poetenladen ( Pastor Gauck oder die Revanche für Stalingra, 29 Nachwort von Gerhard Zwerenz ) " Gauck ist für die Freiheit. Über die Frei­heit von Fa­schis­mus und Krieg schweigt er viel­sagend, während die Medien den frommen Rück­strahler des Kalten Krieges bejubeln." Es lohnt sich wirklich, die ganze Abhandlung von Gerhard Zwerenz zu lesen, besonders wer nicht "mit verbundenen Augen über die Planke gehen will" ...!

koslowski 09.12.2013 | 15:57

Was werfen Sie Gauck eigentlich vor? Dass er seine Werte nur als Maske trage, nicht authentisch sei? Dass er Antikommunist war und ist? Dass er die Olympischen Winterspiele in Sotschi durch sein Nichterscheinen politisiert? Dass er zu wenig politisches Gewicht hat, um Putin zu beeindrucken? Dass er gegen Russland und die Ukraine moralisiert, wo Realpolitik angesagt wäre?

Darüber kann man streiten, aber mir scheint, dass Sie nicht stringent argumentieren. Ich finde es richtig, dass der Bundespräsident Sotschi meidet. Seine Entscheidung wäre jedoch als politisches Signal glaubwürdiger, wenn er an den Westen dieselben Maßstäbe anlegte wie an die postsowjetischen Regime. Wer sich so windelweich zum NSA-Skandal äußert, kann ruhig nach Sotschi reisen – mehr Glaubwürdigkeit verlöre er dadurch nicht.

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Ehemaliger Nutzer 09.12.2013 | 16:42

Ja!

Und man sollte nicht übersehen, dass die vorgeblichen Gegner des Kapitalismus (der Yankee-Gaucks liebstes Kind ist) und die Tänzer auf dem Grab der untoten FDP gerade in Figuren wie Gauck und Westerwelle weltanschaulich durchaus passende Repräsentanten finden...

Unter den auch schwarz-gelben "Gutmenschen" (das Phänomen ist unabhängig davon, wie man sich einen Spitzensteuersatz vorstellt), die ebenfalls irgendwas im Kopf haben, was der Welt aufzuzwingen wäre - und nichts anderes kritisieren Sie hier, und das völlig zu Recht - unter diesen Leuten gehört auch Russophobie inzwischen wieder zum guten Ton. Man schaue sich das zwanzigste Jahrhundert und die Höhen und Tiefen der deutsch-russischen Geschichte einmal an.

Was ich nicht so recht verstehe, ist, warum Sie sich, wo Sie das alles doch durchschauen, trotzdem zu einem Kotau hinreißen lassen. Man betreibt gerade in Deutschland immer wieder etwas, was man mit Sigmund Freund eine "Politik der analen Phase" nennen könnte. Und so etwas taugt einfach nicht zum Programm, schon gar nicht in anderen Ländern und es verdient einfach nur ein Njet und eine Granitplatte zum Zähneausbeißen.

Wenn man genauer hinsieht, sind doch der Traum der braunen Spinner vom Wehrbauerntum am Ural und der Traum der rosaroten von einer Abschaffung der Geschlechter in Russland, von Dildokoffern an russischen Grundschulen und dem Hissen der Regenbogenfahne auf dem Kreml nach dem Endsieg der rein genital und konsumistisch gedachten Liebe sich in der zugrundeliegenden Vereinnahmungspsychologie sehr ähnlich. Der Grund dafür, dass das eine gefährlich ist und das andere bloß schäbig und lächerlich, er besteht eher darin, dass die Freaks von heute mit Waffen kämpfen, die keine sind, und am Ende (wie Gauck) glauben, ihr Programm für andere Länder dadurch von außen aufzwingen zu können, dass sie diesen den Rücken kehren.

Es ist eine gewaltiger Denkfehler, der überhaupt nur möglich ist, wenn man sich selbst für das Zentrum der Dinge hält.

Im Wahrheit hat das Gaucksche Verhalten einiges von einer Kapitulation.

Und vor allem bezieht dieser Bundespräsident, der repräsentieren und ein neutraler Staatsnotar sein soll, hier nicht nicht zum ersten Mal eine politische Position (übrigens wenn man genauer hinsieht gegen das eigene Land), er nimmt dabei auch 82 Millionen Bundesbürger dafür in Haftung, dass er an der Erkenntnis scheitert, dass es nicht Russland war, das seinen Vater verschleppt hat, sondern der dort (von Deutschen eingepflanzte) Kommunismus und dass er nicht ein irgendein weltanschauliches Programm zu repräsentieren hat, sondern die Bundesrepublik Deutschland.

Würde den Unsinn, den Gauck da macht, im Berlin nicht zum guten Ton des aufrechten Deutschen 2.0 gehören, es würde diesem Bundespräsidenten aus einem wirklichen Parlament ohne lobbyaffine Gutmenschenhinterbänkler eine sehr lautstarke Aufforderung zum Rücktritt entgegenschallen.

Und in der Tat trägt das Deutschland dieser Tage mangels Charakters wieder eine Charaktermaske.

Magda 09.12.2013 | 16:58

Wenn man genauer hinsieht, sind doch der Traum der braunen Spinner vom Wehrbauerntum am Ural und der Traum der rosaroten von einer Abschaffung der Geschlechter in Russland, von Dildokoffern an russischen Grundschulen und dem Hissen der Regenbogenfahne auf dem Kreml nach dem Endsieg der rein genital und konsumistisch gedachten Liebe sich in der zugrundeliegenden Vereinnahmungspsychologie sehr ähnlich.

Also da sehe ich so eine kleine Glaskugel, die man auch umdrehen kann und dann schneits. Und da sitzt Konfuzzi und wirbelt mit den Wortflöckchen. Wissen Sie, Sie sollten das vertonen - ein Oratorium über die grundsätzliche Gleichheit braun-rosaner Träume. Genital wäre das. wirklich genital. :-))

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Ehemaliger Nutzer 09.12.2013 | 17:26

... ein Oratorium über die grundsätzliche Gleichheit braun-rosaner Träume.

Oder eine Röhm-Operette?

Nein! Nein! Nein!

Aber da ist eine bessere Spur in Ihrem Kommentar.

Russland... und Schnee...

Snowden! Man kann den angeblich halbpiratigen Leutchen, die ihre "demokratische" Führung, die sie jeden Tag verrät, da noch in den Abgrund hinein verteidigen, gar nicht oft genug zurufen, wo der Held der Freiheit nun weilt. Und warum.

Und übrigens schlägt Gauck Russland auch als Hafen für Kritiker der transatlantischen Datenkriminalität ins Gesicht. Oder glaubt, dass zu tun. Herr Herden hat ja Recht, dass es die politischen Subjekte in Moskau gar nicht interessiert.

30sec 09.12.2013 | 17:42

Olympische Winter- oder Sommerspiele sind ein Zweig der Unterhaltungsindustrie und dienen den Sportartikelherstellern wie Nike, adidas etc. als weltweite Werbeveranstaltung. Sportler sind nur als Sieger interessant und zum Sieg gedopte Athleten werden erst überführt, wenn die Show vorbei ist. Wenn die Lackfresse des Grüßaugusts der Bundesrepublik dem Showpublikum erspart bleibt, kann es sich doch nur freuen.

derde 09.12.2013 | 18:10

Wer zum Amtsantritt schon prophylaktisch eine höhere, göttliche Instanz in die hilfestellende Pflicht nimmt, dem mangelt es entweder an irdischer Kompetenz oder möchte eventuelle Entscheidungen grundsätzlich relativieren. Eine typische Vertreter-Stellung.

Nun ergibt sich daraus aber immer wieder das gleiche Problem: wessen Verlautbahrung nimmt das Volk zur Kenntniss, wenn der nicht-gewählte Herr Bundespräsident sich in der Öffentlichkeit meldet? Ich meine das durchaus ernst!

Wessen Menschenrechte geraten nun in den Dunstkreis der präsidialen Gedanken, oder anders gefragt, wer darf sich glücklich schätzen, von Gaucks Gnaden zum erwähnenswerten Menschenrechts-Fall zu werden? Die russische Opposition hat es geschafft, die Arbeiter in Quatar gucken wahrscheinlich in die Röhre ...

Hat der liebe Gott ihm nun nicht ausreichend geholfen oder etwas undeutlich geflüstert und der Herr Bundespräsident konnte es beim besten Willen nicht verstehen - also ein klassisches Verständigungsproblem? Oder ist die himmlische Hand völlig unschuldig und Hr. Gauck trifft hin und wieder eigenmächtige Entscheidungen ohne Rücksprache?

Wir werden es in allen Details wahrscheinlich nie erfahren und er wird uns weiter mit seinem ganz privaten Freiheitsempfinden überraschen oder eben soWahr im Gott half.

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Ehemaliger Nutzer 09.12.2013 | 18:34

"Der BP macht sich lächerlich." Bei wem? Für viele ist er lächerlich, das Amt selbst ist es, die Olympiaden sind es, die Nationalhymne ist es, die "Schirmherrschaft" ist es, primitiv wie all dieser Kram, denk an den "Zapfenstreich" der anderen Intelligenzbestie aus demselben Stall, nach welchem sie alle riechen. Was für Menschen erwartest du? Ein lächerlicher Popanz ist mir lieber als einer, der den Kapitalismus mit klugen Worten rechtfertigt.

Ratatörskr 09.12.2013 | 19:05

Grundsätzlich stimme ich Dir zu. Bei Gauck mag mein Eindruck falsch sein, aber ich habe ihn, dass er eine persönliche Fehde mit Russland austrägt. Was mit seinem Vater war, der als vermutlich rechter Schiffskapitän in der DDR verurteilt wurde, deckt er ja nicht auf.

Er bleibt für mich so undurchsichtig wie unsere Kanzlerin. Er wird keinen Hinderungsgrund sehen, wenn er nach USA fliegen will, vielleicht um einen Jahrestag Guantanamo stilgerecht zu begehen?! Das meine ich nicht nur ironisch.

Warum legen die sauberen Ex-SEDler ihre Stasiakten nicht auf den Tisch? Dann brauchte es keine unschönen Vermutungen.

Amanda Donata 09.12.2013 | 22:44

Ist er (bloß) eine Figur oder ein Mann (aus Fleisch und Blut) .. dieser deutsche Bundespräsident Gauck. Hätte ihm durchaus mehr Courage zugetraut. Aber wo soll die Fähigkeit auch zu diesem Staatsamt herkommen? Er ist ein Theologe und von den deutschen Parteien vielleicht schon (zu sehr) eingenommen worden.

In unserer Gegenwart haben die Deutschen nach meinem Sehen keine politische Begabung .. wirklich .. alles nur "Köche" .. verzeihen Sie ..

Lutz Herden, meinen Dank für die kleine kritische Sicht ..

http://www.youtube.com/watch?v=n9uMd1ap51A

Gute Nacht

AD

danki 09.12.2013 | 22:47

Wie J.Gauck die Welt informierte,sei er"mit einem gut begründeten Antikommunismus aufgewachsen."Wenn man die Vita seines Vaters liest,kann man das glauben.Sein Vater hat bis Kriegsende Offiziersschüler nicht nur in Navigation,sondern auch in Gesetzeskunde unterrichtet,ganz im Sinne seines Vorturners,dem Kriegsverbrecher Dönitz.Nur scheint der Sohn J.Gauck immer noch im Kalten-Kriegszustand zu verharren.Den Kommunismus-den es garnicht gab-haben nicht nur Reagan,sondern auch Gorbatschow abgeschafft.In der ehemaligen SU regiert ebenso wie im Westen der Kapitalismus mit all seinen Verbrechen.Bundespräsi Gauck dürfte auch nicht in die USA reisen,da Folter wie in Guantanamo an der Tagesordnung steht.Da ist aber Mutti Merkel weiter als der Bundespräsi.Ihm wird sicherlich der Konfirmationskaffee wieder hochkommen,wenn auf der Trauerfeier von Nelson Mandela-Reagan und auch westdeutsche Politiker hatten ihn noch als Terroristen eingestuft-auch Raul Castro sprechen wird.Der Mann ist nur noch peinlich,aber auch für diejenigen,die ihn gewählt haben!

Fro 10.12.2013 | 00:27

Sehr witzig. Gauck hat einfach keine Lust an den kalten Pisten von Sotschi zu stehen. Kann man ja verstehen... Der Spiegel setzt die Meldung in die Welt, es würde sich bei seiner Nichtteilnahme um einen Boykott handeln... Und die meisten Zeitungen kopieren diese Meldung ...
Billiger kann man nicht zum 'Menschenrechtshelden' werden...

Zeit.de vom 8.12.:
„Eine Sprecherin des Staatsoberhauptes bestätigte der französischen Nachrichtenagentur AFP einen entsprechenden Bericht des Magazins Der Spiegel. Gauck werde die Winterspiele nicht besuchen, dies sei aber nicht als Boykott zu verstehen. 2010 habe auch der damalige Bundespräsident Horst Köhler auf die Reise zu den Winterspielen in Vancouver verzichtet. “

„Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verwies in einer ersten Reaktion am Sonntag darauf, dass "ein Besuch des Bundespräsidenten in Sotschi selbst unseres Wissens" gar nicht vorgesehen gewesen sei.“

Die Zeit vom 9.12. ignoriert ihre selbst veröffentlichten Stellungnahmen, die einen Boykott ausschließen, und schreibt:

„Gaucks Sotschi-Boykott ist ein Signal gegen Ignoranz und Gigantismus.“

„ Gaucks Signal richtet sich an Wladimir Putin. Ihm will er die Ehre nicht geben, ..“

Was ist das nur für ein mediales Kasperletheater und warum nimmt Gauck nicht in aller Klarheit Stellung und stellt die Falschberichterstattung richtig? Oder genießt er es als 'Menschenrechtsheld' gefeiert zu werden obwohl er rein gar nichts dafür getan hat einer zu sein?

Roger11 10.12.2013 | 01:23

Nein, Du hast es genau hier geschrieben. Und genau 3 Mal! Was ist hier eigentlich peinlich?

Und bloss keine vorschnellen Urteile über die BP-Aktion. Warten wir mal ab, wie sich die Dinge in Kiew entwickeln. Sollte der verthronte Putin noch mehr Druck auf Janukowitsch ausüben und ihn gar zum Demo-Gemetzel anstacheln, hat es sich auch mit ner Merkel-Visite in crazy Sotchi. Bach, Vesper und all die Funktionärslachnummern werden natürlich dort erscheinen - na denn - dann soll Putin mit denen feiern. Gleich und gleich gesellt sich gern.

Roger11 10.12.2013 | 02:21

Und das ganze pseudo-elitäre Geschwurbsel hier, was soll das eigentlich? Z.B. Konfuzikuntz? Was soll das? Kommst vom Hölzchen aufs Stöckchen bei Gaucks Problem bzgl. seines Alten und den Russen und Gaucks Kommunismus-Phobie, vermengst da alles Unwesentliche miteinander und triffst null den Kern, worum es hier überhaupt geht. Und mit Sicherheit geht es hier im Blog nicht - ganz und gar nicht - um die Demonstration persönlicher Artikulationsfähigkeiten, allzumal, wenn sie an der Grenze des Erträglichen und allgemeiner Lesergeduld sind.

Will sagen: Hier sollte zur Sache geredet werden, und das direkt.

Gauck bezieht sich u.a. auf die russische Strafandrohung bzgl. Sportlern, die sich medial zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen bekennen. Es wird einiges in Sotschi diesbzgl. passieren, da bin ich mir sicher. Vielleicht erinnert sich auch der ein oder andere an ein Leichtathletik-Event dieses Sommers in Russland, als eine schwedische Hochspringerin ihre Fingernägel in regenbogenfarben lackiert hatte. Natürlich waren die TV-Cams drauf, es gab also Druck auf die schwedischen Funktionäre, die wiederum ihn an die Athletin weiterleiteten. Sie erschien am darauffolgenden Tag mit Uni-Nägeln.

Das zu unserem Herr Bach, der definitiv Dasselbe auspacken würde. Mädel, entweder Du spurst, oder Du reist ab und wir streichen Dir die Sporthilfe. Dann waren Deine Jahre umsonst. Überlegs Dir, biste so dumm? Na also.

Ich würde mir zwei Skispringer in Sotschi wünschen, die dem ganzen verlogenen Spuk mal so richtig eins draufsetzen. Gemeinsam im Sessellift nach oben fahren, die Hosen runter lassen und so richtig miteinander fummeln. Oral, wenn´s geht, natürlich. Alle Kameras drauf, SKANDAL, SKANDAL, Ausschluss der Athleten, etc....

Der einzige, der sich wahrscheinlich wünschte, selbst da oben im Lift gesessen zu haben, heisst mit Vornamen: na ? Ja Vladimir!

apatit 10.12.2013 | 08:43

"Hier sollte zur Sache geredet werden, und das direkt."

Da gehört eben auch dazu, was Herr BP Gauck zu Sarrazin, Islam, Vorratsdatenspeicherung, Hartz IV, Occupy, aufgeklärten Antikommunismus (?), NSA, Totalitarismus usw. gesagt hat! Fakten und kein “ Geschwurbsel “ –ist nicht ganz fair was sie hier machen. Weizsäcker-Rede 1985:"8. Mai war ein Tag der Befreiung" das sollte sich der Herr BP Gauck mal auf den Nachttisch legen…

Grundgütiger 10.12.2013 | 09:12

Was mich an eine Aussage von Herbert Wehner(dieser Tage 100) erinnert.

"Der Herr badet gerne lau, im Schaumbad".

Reklame für sein Freiheitsverständnis macht der Herr Gauck nicht gerade, mit dieser Absage.

Oder soll ich sagen, er ist feige?

Ein Pastor müsste doch predigen können.

Oder gibts in Sotschi letzten Endes nix anderes als hier, Ware gegen Geld?

Da soll man nicht vom Glauben abkommen.

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Ehemaliger Nutzer 10.12.2013 | 09:25

"Ist er (bloß) eine Figur oder ein Mann (aus Fleisch und Blut) .. " "In unserer Gegenwart haben die Deutschen nach meinem Sehen keine politische Begabung .. wirklich .. alles nur "Köche" .. verzeihen Sie .."

Wie ist es mit dem Fleisch und Blut eines Christenmenschen, der im Dienste des Staates der Ungerechtigkeit, der Verlogenheit, der Ungleichheit und der Unchristlichkeit tätig ist. Über Widersprüche nachzudenken, übt man nicht im Theologiestudium. Die Deutschen in der Vergangenheit waren bessere Köche, das stimmt, ob man ihre Gerichte mochte oder nicht. Jedoch die Begabung der Politiker hat zugenommen. Heere von Politologen, Soziologen, Beratern, Redenschreibern, Journalisten, Pressesprechern, Pfaffen und Meinungsforschern, Bankern und Finanzbeamten arbeiten ihnen zu, dieses System zu stützen und in die Köpfe der Untertanen als erstrebenswert und alternativlos einzuhämmern. Gern geschehen.

Fro 10.12.2013 | 10:08

„Gauck bezieht sich u.a. auf die russische Strafandrohung bzgl. Sportlern, die sich medial zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen bekennen.“

Wenn er das mal getan hätte. Er hat seiner Sprecherin angewiesen zu erklären, sein Fernbleiben sei kein Boykott. Herr Gauck hat es fertig gebracht bisher kein einziges persönliches Wort zu seiner Entscheidung zu sagen, obwohl diese von vielen Medien und Politikern als Boykott für Menschenrechte interpretiert wird, er sie aber offiziell nicht so verstanden wissen will. Was ist das für eine laue Haltung?
Erinnert mich irgendwie auch daran, dass er sich nie dagegen verwahrt hat in den Medien als „Bürgerrechtler der DDR“ und „Demokratielehrer“ gefeiert zu werden obwohl er das wissentlich nie war....

Ratatörskr 10.12.2013 | 10:55

Unser BP: Einmal Pfaffe, immer Pfaffe. Da sollte ihm doch auch ein durchdachtes konkretes Wort einfallen, warum er bisher noch nicht über das aktuelle Zusammenspiel der Kirche und Politik, bzgl. der Verachtung der homosexuellen Menschen u. a. im "neuen" Russland gesprochen hat.

Schirmherr der Humanistischen Union wird er wohl nie werden! Wie war das noch, als seine Lebenspartnerin nicht mit ihm zum Papstbesuch durfte(?), er allein zum Empfang ging? Immerhin: Er, der geschiedene BP wurde empfangen, sie, die Nichtverheiratete, nicht.

(Das nur im Nebensatz, es zeigt aber seinen authentischen Charakter. )

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Ehemaliger Nutzer 10.12.2013 | 13:12

" Z.B. Konfuzikuntz? Was soll das? Kommst vom Hölzchen aufs Stöckchen bei Gaucks Problem bzgl. seines Alten und den Russen und Gaucks Kommunismus-Phobie, vermengst da alles Unwesentliche miteinander und triffst null den Kern, worum es hier überhaupt geht. Und mit Sicherheit geht es hier im Blog nicht - ganz und gar nicht - um die Demonstration persönlicher Artikulationsfähigkeiten, allzumal, wenn sie an der Grenze des Erträglichen und allgemeiner Lesergeduld sind."

wie wahr, es wird sich abgegockelt, wen will man mit albernen formulierungen interessieren, solchen eitlen affen ist es wurscht, ob man ihren seich überliest.

Johannes Renault 10.12.2013 | 14:54

Sotschi, Skifahren und Sport. Wow, was kann es mehr geben. Sotschi in... Russland?

Skifahren, mit Brettern unterm Arsch auf kaltem Dings.. runter, den Berg, wieder hoch mit einem Skilift, runter, wieder runter. Kalt Schnee, Berge öde, öde, Russland hat aufgebaut.

Super, wenn ich Geliebter Führer eines Volke wäre, ich würde zugunsten einiger netten Damen bei guter Musik verzichten.

Skiefahren is nun wirklich nichts dolles.

Johannes Renault 10.12.2013 | 15:12

Mir wurde gerade angetragen dass durchaus eine freude seien könnte. Nur müsste man - zusammen mit den anderern durchaus durchgebildeten Leuten - auf das "bretter unter füssen im kalten element" verzichten, um sich nach tiefen, humorvollen Gesprächen, gleich auf Analsex mitschönen Töchtern der gebildeten Schichten zu beschränken. Durch die bestimmten Bedingungen wäre echte Liebe natürlich nicht ausgeschlossen, eher sogar bedinngt.

Liebe, Schönheit, Analsex im sopphisticateten Bildungsbürgetum - und ihrer Söhne und Töchte - sei also doch ganz groovy. Wenn sich ewige beziehungen, kinder, liebe und noch bessere musik und verspeisungen einstellten, so what, wie mein globaliesierter Hund der linken Schulter mir gerade mitteilt?

Ja, Sotschi-Po-Potschie is eigentlich ganz kuul, und ich verstehe nicht wie der der Krücken-Der- gesellschaft-Präsident nicht mal alle fünfe gerade sein lässst.

Je, I, Jeg, ich würde doch

Johannes Renault 10.12.2013 | 15:13

Mir wurde gerade angetragen dass durchaus eine freude seien könnte. Nur müsste man - zusammen mit den anderern durchaus durchgebildeten Leuten - auf das "bretter unter füssen im kalten element" verzichten, um sich nach tiefen, humorvollen Gesprächen, gleich auf Analsex mitschönen Töchtern der gebildeten Schichten zu beschränken. Durch die bestimmten Bedingungen wäre echte Liebe natürlich nicht ausgeschlossen, eher sogar bedinngt.

Liebe, Schönheit, Analsex im sopphisticateten Bildungsbürgetum - und ihrer Söhne und Töchte - sei also doch ganz groovy. Wenn sich ewige beziehungen, kinder, liebe und noch bessere musik und verspeisungen einstellten, so what, wie mein globaliesierter Hund der linken Schulter mir gerade mitteilt?

Ja, Sotschi-Po-Potschie is eigentlich ganz kuul, und ich verstehe nicht wie der der Krücken-Der- gesellschaft-Präsident nicht mal alle fünfe gerade sein lässst.

Je, I, Jeg, ich würde doch

Johannes Renault 10.12.2013 | 15:14

Mir wurde gerade angetragen dass durchaus eine freude seien könnte. Nur müsste man - zusammen mit den anderern durchaus durchgebildeten Leuten - auf das "bretter unter füssen im kalten element" verzichten, um sich nach tiefen, humorvollen Gesprächen, gleich auf Analsex mitschönen Töchtern der gebildeten Schichten zu beschränken. Durch die bestimmten Bedingungen wäre echte Liebe natürlich nicht ausgeschlossen, eher sogar bedinngt.

Liebe, Schönheit, Analsex im sopphisticateten Bildungsbürgetum - und ihrer Söhne und Töchte - sei also doch ganz groovy. Wenn sich ewige beziehungen, kinder, liebe und noch bessere musik und verspeisungen einstellten, so what, wie mein globaliesierter Hund der linken Schulter mir gerade mitteilt?

Ja, Sotschi-Po-Potschie is eigentlich ganz kuul, und ich verstehe nicht wie der der Krücken-Der- gesellschaft-Präsident nicht mal alle fünfe gerade sein lässst.

Je, I, Jeg, ich würde doch

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Ehemaliger Nutzer 10.12.2013 | 20:28

Abgesehen mal davon, das Deutschlands Position durch die Handlungsweise Gaucks in dieser Angelegenheit nicht angemessen repräsentiert wird, was seine Pflicht wäre für die 19900 Steuermöpse, finde ich, dass wenn Gauck aus persönlichen Gründen nicht nach Russland fahren will, was man ihm zugestehen muss, sollte er gefälligst eine persönliche Stellungnahme dazu verlesen und daraus seine Konsequenzen ziehen die nur sein Rücktritt bedeuten kann.

Aber Gauck bekommt selbst das nicht zustande!!! Die Stasi hat ihm, in seiner Stasiakte. nicht umsonst den Namen Larve gegeben!!!

Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass die Argumentationsgrundlage der Machtergreifung der Nazis u. a. auch mit Ressentiments gegenüber der drohenden Gefahr aus Russland und China einherging. Am Ende stand die Barbarei und Krieg. Polarisieren schürt nur Hass und die Menschen haben nichts davon!!! Ich finde die Russen nicht übel und Putin ist so wie er auf mich wirkt, zwar ein harter Knochen, was man in Russland auch sein muss, denke ich, aber er wirkt authentisch. Was nützen einem die schönsten reden von Obama wenn die Realität so aussieht, NSA-Bespitzelung, Guantanamo, unschuldige Drohnenopfer, CIA und Drogen, Monsanto, Fräcking. Ölfirmen die sich an keine Gesetze halten, usw.

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Ehemaliger Nutzer 11.12.2013 | 09:45

Herr Herden,

Ihre Texte werden radikaler, chapeau!

Wie schreibt Marx noch im ersten Band des Kapitals, 2. Kapitel: "Der Austauschprozeß", S. 99/100 (MEW):

"Die Waren können nicht selbst zu Markte gehn und sich nicht selbst austauschen. Wir müssen uns also nach ihren Hütern umsehn, den Warenbesitzern. Die Waren sind Dinge und daher widerstandslos gegen den Menschen. Wenn sie nicht willig, kann er Gewalt brauchen, in andren Worten, sie nehmen.Um diese Dinge als Waren aufeinander zu beziehn, müssen die Warenhüter sich zueinander als Personen verhalten, deren Willen in jenen Dingen haust, so daß der eine nur mit dem Willen des andren, also jeder nur vermittelst eines, beiden gemeinsamen Willensakts sich die fremde Ware aneignet, indem er die eigne veräußert. Sie müssen sich daher wechselseitig als Privateigentümer anerkennen. Dies Rechtsverhältnis, dessen Form der Vertrag ist, ob nun legal entwickelt oder nicht, ist ein Willensverhältnis, worin sich das ökonomische Verhältnis widerspiegelt. Der Inhalt dieses Rechts- oder Willensverhältnisses ist durch das ökonomische Verhältnis selbst gegeben.Die Personen existieren hier nur füreinander als Repräsentanten von Ware und daher als Warenbesitzer. Wir werden überhaupt im Fortgang der Entwicklung finden, daß die ökonomischen Charaktermasken der Personen nur die Personifikationen der ökonomischen Verhältnisse sind, als deren Träger sie sich gegenübertreten."

Falls also der Begriff der Charaktermaske, wie von mir angenommen durch Sie ernstgenommen wurde, dann wäre Herr Gauck eine Personifikation des Kapitalverhältnisses und besorgte so den Austausch bestimmter Waren eben im Kapitalinteresse.

Und noch näher analysiert uns Marx den Gauck:

"Als bewußter Träger dieser Bewegung (der "Zirkulation des Geldes als Kapital als Selbstzweck" [K.Marx]]) wird der Geldbesitzer Kapitalist. Seine Person, oder vielmehr seine Tasche, ist der Ausgangspunkt und der Rückkehrpunkt des Geldes. Der objektive Inhalt jener Zirkulation - die Verwertung des Werts - ist sein subjektiver Zweck, und nur soweit wachsende Aneignung des abstrakten Reichtums das allein treibende Motiv seiner Operationen, funktioniert er als Kapitalist oder personifiziertes, mit Willen und Bewußtsein begabtes Kapital." [MEW, Bd. 23, S. 167/168]

Die Ware, die Gauck handelt könnten wir vielleicht mit Ideologie bezeichnen. Wenn er dann einmal wieder zu anderen Olympischen Spielen reiste, wären es, der Beliebigkeit der Substanz zu handelnden Ware eingedenk, Eintrittskarten oder Fanware.

Ich hoffe ich habe Ihren Begriff dr Charaktermaske jetzt nicht überstrapaziert :-)

Mit besten Grüßen

F.

balsamico 11.12.2013 | 11:12

Ich habe den Eindruck, als ginge es Merkel und Gauck darum, ihre ganz privaten Rechnungen mit Putin zu begleichen, welcher ja auch nur so ein nach oben gespültes "Zerfallsprodukt" ist wie sie selbst, und wobei viel Scheinheiligkeit im Spiel ist. Beide meinen wohl, an Putin abreagieren zu sollen, was sie bei sich (erst) nach der sog. Wende an Frust gegen das Ex-DDR-System entdeckt haben. Da kommt so eine ganz persönliche parvenühafte Nachtreter-Mentalität zum Vorschein, deren Betätigung ihnen offensichtlich wichtiger ist, als das objektive Interesse des Landes. Sie meinen wohl, nachdem sie sich beide, weniger durch eigenes Verdienst als infolge kurioser Umstände, im Westen ganz weit oben eingerichtet haben, müssten sie einem, dem ganz das Gleiche gelungen ist wie ihnen, nur auf der anderen Seite, so richtig zeigen, wo der Hammer hängt, und was lächerlich ist. Wenn Merkel und Gauck einen Popo in der Hose hätten, würden sie dafür eintreten, dass Ed Snowden in Deutschland Asyl bekäme. Da könnten sie zeigen, was ihnen die Freiheit der Bürger bedeutet. Aber da ist nichts. Stattdessen schimpfen sie Herrn Putin kindisch aus, wenn es um Beutekunst geht (Merkel) und fahren nicht nach Sotschi, um den deutschen Sportlern die Daumen zu drücken (Gauck).

Ratatörskr 12.12.2013 | 15:19

Nun kann der BP Antikommunist sein, aber nicht seine persönliche Meinung mit seinem Amt vermengen. Das kann schwerwiegender sein, als das Freundschaftsgemenge seines Vorgängers.

Gauck hat auch im 3. Jahrzehnt des Mauerfalls noch keinen wirklich fundierten Standpunkt seiner politischen Haltung und vor allem Überzeugung kundgetan!

Freiheit und freie Marktwirtschaft zu rufen, ist zu wenig! Freiheit ist auch eine Pflicht zur Verantwortung. Er ist ja kein Kneipenwirt, sondern Bundespräsident.

Zum Thema Menschenrecht hätte er Stellung nehmen sollen, als der Papst ihn nicht mit seiner Lebensgefährtin empfing! Hat er nicht empfunden, dass seine Lebensgefährtin diskriminiert wurde, für einen Fakt, der ihm nicht zum Nachteil gereichte.

Die Frage nach seiner offenbar zweideutigen Freiheitsvorstellung beantwortet er auch mit derUnterlassung einer Geste. Bei der Trauerfeier Nelsen Mandelas saß er in der ersten Reihe mit anderen Persönlichkeiten, die zu einer Aussage in einer Rede zustimmend klatschten, während er mit geschlossenen Händen keine Regung zeigte. Es war eine Kurzaufnahme in den Nachrichten. Dabei kann es nur um die große Leistung dieses Kämpfers für die Freiheit gegangen sein. War das Gaucks böser antikommunistischer innerer Ratgeber?

Bestärkt fühle ich mich in meiner Beobachtung auch aufgrund seiner Blabla-Antwort auf die Frage eines Journalisten. So leer, dass ich sie nicht mehr in Erinnerung habe.

galaxy_class 13.12.2013 | 07:38

Ist das nun Post-kommunistische Russlandliebe ? Oder absichtlich überspitzt satirisch ?

Ich lese den Freitag nun erst zum fünften mal, aber diesen alten Hauch von DDR Mentalität bekommt der " Sonntag" wohl nicht so einfach weg.

Was ist den das für ein Artikel auf der Titelseite der Zeitung ?

Da werden Putin und Janukowytsch zu heiligen, gewählten Staatsmännern gemacht. Kein Wort dazu das Putin die Wahl und das Wahlsystem gefälscht hat um an der Macht zu bleiben. Kein Wort dazu das Janukowytsch sein Volk prügeln und die Opposition einsperren lässt. Lieber nochmal schelte auf die alte Regierung.

Dann diese typische Eingeschnapptheit eines Kindes. Zunächst, wird geschrieben Putin kann auch gut auf Gauck verzichten und es macht ihm gar nix aus, hier heißt es plötzlich Gauck tritt ihm damit vors Schienbein. Was den nun ?

Und dann der letzte Absatz. Ein Hohn. Gauck soll nach Russland fliegen, sich einladen lassen und sagen "Hey Putin ich find's scheiße wie du mit Homosexuellen umgehst". Das ist ein wirklich sehr realistisches Szenario.

Ich bin froh das nicht die ganze Welt wie der Westen tickt und es gibt diese Tendenzen zur Selbstüberschätzung/ Selbstüberhöhung, aber die Diktatoren des Ostens auf das Podest der heiligen zu stellen ist einfach nur eklig.

Ein furchtbarer Artikel. Auf Seite 1. der Freitag ist sicherlich nicht meine Zeitung.

apatit 13.12.2013 | 15:39

Ich muss nicht antworten, ich mach’s ganz einfach. Der Freitag ist eine Zeitung die die Dinge beim Namen nennt, ohne Heuchelei! "17 Menschen sterben bei Drohnenangriff auf Hochzeitsgesellschaft in Jemen", da möchte ich auch ein Nein! No! Njet! vom Bundespräsidenten Herrn Gauck hören – und deshalb ist der Artikel den Sie kritisieren angebracht und Totschlagargumente helfen nicht der Wahrheit lieber Diskutant.

navigant 13.12.2013 | 22:02

Nein darauf müssen Sie in der Tat nicht antworten. Schlimm ist nur, dass solche Leute diesen übriggebliebenen Ideologen des kalten Krieges auf den Leim gehen.

Dieser Russlandhass der gerade wieder durch die europäischen Medien schwappt ist beängstigend, weil die Mittel der Ideologie oft die Vorstufe zum Gebrauch von den Mitteln der Gewalt sind. Putin ist genauso wenig ein Demokrat wie Obama oder Frau Merkel. Dazu braucht man sich nur das Vorgehen der hessischen/deutschen Polizei gegen die Mitgleider der Occupy-Bewegung anzuschauen, oder sich den Einsatz von Drohnen in Pakistan, mit hunderten von unschuldigen zivilen Opfern vor Augen zu führen. Nicht auszudenken, welchen mdiealen Wiederhall das hier finden würde. Kaum ein Wort darüber in den ach so freien deutschen Medien, aber auch nicht in den russischen über die Einsätze der deutschen Polizei. Warum nicht? Weil es die Russen nicht nötig haben sich den Mitteln dieser primitiven Ideologie zu bedienen, die zu nichts anderem dient falsche Vorurteile zu etablieren. Sie wissen genau, dass die "westlichen" Industriegesellschaften ihren ökonomischen Zenit unumkehrbar überschritten haben und sich die Zentren der ökomischen Stärke in Richtung der BRIC-Staaten verlagert. Herr Gauck, in seiner ideologischen Verblendung, lässt sich vor den Karren jener spannen die versuchen den Gang dieser Dinge aufzuhalten.

Nastarowie, Gospotin Gauck...

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Ehemaliger Nutzer 14.12.2013 | 12:55

Wie schon beim Phönixgeigel Augstein/Blome kommentiert, die entscheidende Frage fehlt.

Welcher Nutzen für Deutschland steht hinter dem Gedanken und der Tat des BP, Putin öffentlich vors Schienbein zu treten?

Antwort, keiner.

Die deutsche Ostpolitik ist Erfüllungsgehilfe der amerikanischen Strategie der Spannung.

Das ständige belehren dieser Ostregierungen durch deutsche Politiker bringt Beziehungsdistanz. Gut für Amerika, schlecht für Deutschland und schlecht für Europa.

Wäre schön, wenn die Medien diese fremdbestimmte Strategie in den Mittelpunkt rücken würden und nicht die handelnden Personen. Die machen in einem Amt was sie dürfen und nicht was sie wollen.

Ergo lautet die Frage, wer bestimmt den Inhalt, dieses „dürfen“.

Und die Antwort geht noch immer über die Lösung, „Wem nützt es?“

Und damit haben wir dann das eigentliche Problem dieses Zwergenaufstandes, Olympiaboykott durch den BP, hinreichend entblättert.

die Realistin 14.12.2013 | 19:04

@Roger11:

Der westliche Aufschrei wegen russischen Gesetzes, das Propagierung von Homosexulalität gegenübe Minderjährigen verbietet ist pure Heuchelei!

Man sehe sich die Reaktion gegenüber Homosexulellen in stockkatholischen Ländern an!

Ich habe absolut nichts gegen Homosexuelle. Es gibt sie, seit es die Menschheit gibt! Aber ich habe etwas gegen das ewige Zurschaustellen dieser und gegen die entsprechenden "Paraden". Muss ich langsam entschuldigen, dass ich hetero bin?...

Das Problem ist doch, das alles, aber auch alles benuzt und missbraucht wird, um Antirussismus zu praktizieren!

Egal, was Putin machte, macht oder machen wird - der ach so demokratische und freiheitliche Westen hat immer ein "Argument" dagegen!

Ja, ich finde auch vieles in Russland kritikwürdig, aber es ist nicht mehr, als was ich in vielen andern Ländern, zu denen ich irgendeinen Bezug habe, kritisieren würde.

Ehrliche Kritik kann und soll hilfreich sein! Aber genau das ist ja nicht der Sinn der "freiheitlich-demokratischen" sprich westlichen Kritik!

die Realistin 14.12.2013 | 19:22

@navigant: Na zdorowje....heißt es richig, nastrarowie hört sich fast an wie "nastrashe " , also "auf der Wacht"...

Ist auch wieder richtig, denn der präsidiale Oberpfaffe steht auf der Wacht gegen die bösen Russen!...

Übrigens gibt es ausser kürzlich einer kleinen Häme und Retourkutsche von Herrn Kisseljow gegen Westwelle weder in Nachrichten, noch in Kommentare Häme gegen Deutschland!

die Realistin 14.12.2013 | 21:45

@apatit: Habe gerade Ihren Link in der Mitteldeutschen gelesen und musste doch hezhaft lachen!

Gaucks Vater einer Unschuldiger??? Er hat an derErschiessung sowjetischer Kriegsgefangener teilgenommen!

50 Jahre Lagerhaft??? Eine solche Strafdauer gab es in der UdSSR nicht. Es gab für bestimmter "Vergehen" 5, 10, 12, 15 Jahre oder eben früher (wie in den USA noch heute!!!) die Todesstrafe.

Und immerhin ist ja der "unschuldige" Vater nach 4 Jahren zurückgekehrt!

Und was sagt der Oberpfaffe zu den Kriegsverbrechen der Wehrmacht und der SS in der UdSSR???

NICHTS!

Und damit zeigt er, welche politische Haltung er hat! Eine braune!

galaxy_class 15.12.2013 | 12:28

Ich glaube ich habs jetzt verstanden. Hier schreibt die Generation die noch gelernt hat "Von Russland lernen heißt siegen lernen".

Neuigkeiten: Es gibt die UdSSR nicht mehr und Stalin war gar nicht so toll...

Was soll den "Antirussismus" sein ? Mag ich die Russen nicht ? Das ist doch Quatsch. Wer heute noch so völkisch denkt, ist, sorry, von gestern.

Aber die russische Politik ist beängstigend.

Förderung des Kapitalismus und des Geld Adels.

Ausländerhetze, von der Regierung mindest nicht gehemmt, eher befördert.

Menschenfeindliche Gesetze (z.B. Das Homophobe Gesetz).

Regelmäßiges niederknüppeln der Opposition.

Fälschung von Wahlergebnissen.

Aufrüstung, Aggression gegenüber dem Westen, Arroganz.

Mafia Strukturen, Korruption. Verschleppung und Vergewaltigung von Frauen, auch von der Polizei.

Keinerlei Rechtsstaatliche Sicherheit.

Diskriminierung von Ausländern.

Aufstrebender Rechtsextremismus.

Eine sich selbst bereichernde Elite und ein bettel armes Volk.

Ich verstehe einfach nicht warum man das alles verteidigen muss ?

Und: Pardon, aber ihre Aussagen sind intolerant. Auch wenn sie das vielleicht gar nicht wollen.

apatit 15.12.2013 | 19:39

"Von Russland lernen heißt siegen lernen". Generation, was soll das? Nur für Sie!

Jewgeni Jewtuschenko

Meinst du, die Russen wollen Krieg?

Meinst du, die Russem wollen Krieg?

Befrag die Stille, die da schwieg

im weiten Feld, im Pappelhain,

Befrag die Birken an dem Rain.

Dort, wo er liegt in seinem Grab,

den russischen Soldaten frag!

Sein Sohn dir drauf Antwort gibt:

Meinst du, die Russen woll’n,

meinst du, die Russen woll’n,

meinst du, die Russen wollen Krieg?

Nicht nur fürs eig’ne Vaterland

fiel der Soldat im Weltenbrand.

Nein, daß auf Erden jedermann

in Ruhe schlafen gehen kann.

Holt euch bei jenem Kämpfer Rat,

der siegend an die Elbe trat,

was tief in unsren Herzen blieb:

Meinst du, die Russen woll’n…

Der Kampf hat uns nicht schwach gesehn,

doch nie mehr möge es geschehn,

daß Menschenblut, so rot und heiß,

der bitt’ren Erde werd’ zum Preis.

Frag Mütter, die seit damals grau,

befrag doch bitte meine Frau.

Die Antwort in der Frage liegt:

Meinst du, die Russen woll’n…

Es weiß, wer schmiedet und wer webt,

es weiß, wer ackert und wer sät -

ein jedes Volk die Wahrheit sieht:

Meinst du, die Russen woll’n,

meinst du, die Russen woll’n,

meinst du, die Russen wollen Krieg?

(1961)