Atomstaat und Atommacht

Iran Unabhängig vom Ausgang sind die Verhandlungen in Lausanne für die Islamische Republik ein Erfolg. Ihre Rückkehr in die internationale Diplomatie scheint unumkehrbar
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Schöne Aussicht
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Foto Farbrice Coffrini/AFP/Getty Images

Das Wasser, das man in den Wein gießt, lässt sich nicht wieder herausschütten. Will heißen, was geschehen ist, das ist geschehen. Wer den Iran als Verhandlungspartner akzeptiert, muss sich damit abfinden, wie sich die Islamische Republik dank der Atomverhandlungen politisch emanzipiert. Es ist keine zehn Jahre her, dass dieser Staat von einem US-Präsidenten mit messianischer Besessenheit auf die Achse des Bösen gesetzt und als Schurkenstaat gescholten wurde.

Erst Barack Obama hat diese Stigmatisierung nicht nur als überholt, sondern höchst gefährlich begriffen. Es war davon auszugehen, solange ein konfrontatives Verhältnis zu Teheran besteht, droht eine jähe Eskalation. Daraus kann ein Krieg werden, solange israelische Regierungen durc