In Staffel III seiner Hunsrück-Saga „Heimat“ kommt Edgar Reitz künstlerisch aus dem Tritt

Zeitgeschichte Zonen-Gunnar: Als die letzten Folgen des „Heimat“-Epos von Edgar Reitz abgedreht werden, gerät das Bild des Ostens arg holzschnittartig. Um dem Titel „Zeitenwende“ zu genügen, geistert ein stereotyper Ost-West-Plot durch das Werk
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 41/2022

Viele tragen ihn mit sich herum, Generationen schleppen ihn durchs Leben. Man versucht trotzdem, aufrecht zu gehen. Weder weite Kleider noch feine Anzüge lassen ihn verdecken. Er ist immer da, der „Hunsbuckel“. Denen aufgebürdet, die im Hunsrück zur Welt kommen, dort ausharren oder der Gegend auf Lebenszeit zu entkommen suchen. 1932 im Hunsrück-Ort Morbach geboren, hat der Autor und Regisseur Edgar Reitz den „Hunsbuckel“ mutmaßlich nie als Last, sondern Passion empfunden. Sein filmisches Hauptwerk, die Jahrhundert-Trilogie Heimat, wäre sonst kaum denkbar. Nach 52 Stunden der retrospektiven Bilanz in den Staffeln I und II riskiert die III. und letzte mehr Tuchfühlung zur Gegenwart, was künstlerische Risiken birgt.

Zunächst

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