Lutz Herden
Ausgabe 1814 | 02.05.2014 | 06:00 66

Den Crash-Test absagen

Ukraine Warum paktieren die USA und die EU mit einer Interimsregierung, der das Land längst entglitten ist. Die Wahlen am 25. Mai werden daran kaum etwas ändern

Russland wolle den Dritten Weltkrieg auslösen, tönte kürzlich der ukrainische Übergangspremier Arseni Jazenjuk. So haben nicht einmal Sowjets und Amerikaner übereinander geredet, als sie sich im Kalten Krieg mit ihrem Kernwaffen gegenseitig vernichten konnten. Und das mehrfach. Sie wussten, Weltkriege kann niemand mehr zählen, falls man sich nicht unter Kontrolle hat.

Der vom Westen anerkannte Regierungschef der Ukraine aber darf reden, als ob er nicht ganz bei Troste wäre. Keine EU-Regierung, schon gar nicht das Weiße Haus halten es für nötig, sich von dieser Unterstellung zu distanzieren. Sie geht weit über das Schreckensszenario eines Bürgerkrieges in der Ukraine hinaus und halluziniert, dass dieser Konfliktherd zum globalen Schlagabtausch führt, der einen ganzen Kontinent und möglicherweise noch mehr ins Verderben reißt. Der Eindruck, dass in Kiew Fanatiker statt verantwortungswilliger Politiker zum Schaden eines Landes regieren, lässt sich weniger denn je entkräften. Wie kann es sein, dass hundert Jahre, nachdem der Erste Weltkrieg ausgebrochen ist und alle Welt versichert, man habe daraus gelernt, durch unprofessionelles Gerede eine Katastrophe heraufbeschworen werden darf?

Wunder Punkt

Noch beteuern die USA, die NATO und EU, man wolle keinen militärischen Konflikt mit Russland. Warum dann nicht endlich mit der unseligen Praxis brechen, beim Ukraine-Konflikt die Welt in Gut und Böse einzuteilen und Russland als alleinigen Übeltäter zu brandmarken? Weshalb neue Sanktionen verhängen, von denen der frühere US-Außenminister Henry Kissinger zu recht sagt, sie seien nicht Ausdruck einer Strategie, sondern des Fehlens einer Strategie? Immerhin bekennt Außenminister Frank-Walter Steinmeier, er habe Verständnis für Ängste in Deutschland vor einem Krieg. Leider habe niemand vorhersehen können, „wie schnell wir in die schwerste Krise seit Ende des Kalten Krieges geschlittert sind“. Geschlittert? Das klingt so, als sei man zufällig und völlig schuldlos in diesen Schlamassel geraten. Zutreffender wäre der Bescheid, dass der Westen – besonders Deutschland, das sich noch vor kurzem viel auf sein partnerschaftliches Verhältnis mit Moskau zugutehielt – sehr wohl wusste, was es bedeutet, wenn Russland durch einen putschartigen Machtwechsel in Kiew herausgefordert wird. Wie sich Russland seinerseits darüber im Klaren gewesen sein dürfte, was es hieß, diese Herausforderung anzunehmen. Auch da sind Kontrollverluste programmiert. Wie das die Gefangenennahme der OSZE-Beobachter anzeigt, die allerdings in fragwürdiger Mission unterwegs waren. Weshalb zogen – bis auf den inzwischen freigelassenen Schweden – allein Offiziere aus NATO-Staaten durch eine Region, die zum Zentrum des Widerstandes gegen Kiew wurde? Das wirkt eher provokativ als professionell und nährt den Spionageverdacht durchaus.

Die Ostukraine lässt sich kaum mit der Krim vergleichen. Doch deutet vieles darauf hin, dass sich die pro-russischen Aufständischen in Donezk, Lugansk oder Slawjansk durch die russische Annexion der Halbinsel zum zivilen wie bewaffneten Ungehorsam gegenüber einer unerwünschten Regierungsautorität in Kiew ermutigt fühlten. Was sich in jener Region an Selbstermächtigung abspielt, kann Moskau schwerlich eindämmen, sollen Solidaritätsbekenntnisse von Wladimir Putin gegenüber der „Russischen Welt“, wie es in der Krim-Rede am 17. März hieß, nicht an Glaubwürdigkeit verlieren. Vom Prestigeverlust für den Präsidenten ganz zu schweigen. Dass die Amerikaner diesen wunden Punkt ausreizen, indem sie Moskau beharrlich auffordern, „die Separatisten“ zu zügeln, resultiert aus der Konfrontationslogik, die den Ukraine-Konflikt von Anfang an beherrscht hat.

Es gab vor dem Janukowytsch-Sturz Warnungen zuhauf, einen fragilen und bankrotten Staat vor existenziellen Zerreißproben zu bewahren. Ebenso wenig fehlt es im Augenblick an Analysen – unter anderem aus dem NATO-Hauptquartier –, die der Kiewer Übergangsregierung ein blamables Zeugnis ausstellen: Die sei „offenkundig unwillig und unfähig, ernsthaft die Schlüsselfragen des künftigen Staatsaufbaus der Ukraine zu klären“. Man sei auf dem Weg zum „failed state“. Der freilich wäre gegenüber Kreditbürgen wie dem IWF oder der EU alles andere als satisfaktionsfähig.

Pingpong mit Kiew

Trotzdem wird zwischen Kiew und Washington weiter Pingpong gespielt, als sei das die Lösung. Kaum hatte US-Vizepräsident Joe Biden vor einer Woche die ukrainische Hauptstadt wieder verlassen, wurde die Anti-Terror-Operation gegen den „pro-russischen Mob“, „Banditen“ und „Kriminelle“ in der Ostukraine fortgesetzt. Es gab gleich mehrere Tote.

Sucht Kiew eine militärische Lösung, läuft das nicht nur auf eine blutige Tragödie hinaus. Es wäre zugleich der sicherste Weg, den Osten und Süden endgültig zu verlieren. Man könnte meinen, eine Administration ohne demokratisches Mandat, von antirussischen Obsessionen getrieben und den ökonomischen Ruin im Nacken kann gar nicht anders, als die Dinge derart auf die Spitze zu treiben. Ihr steht eben das Wasser bis zum Hals. Nur welchen Sinn haben dann die Wahlen am 25. Mai? Was bis dahin auch immer im Osten passiert – ein regulärer Verlauf dieses Votums scheint so gut wie ausgeschlossen. Ohnehin gibt es derzeit keine politische Persönlichkeit in der Ukraine, die beide Teile des Landes repräsentieren könnte. Was nützt dann diese Abstimmung, von der man erwarten muss, dass sie die ukrainische Gesellschaft weiter polarisiert? Sinnvoller wäre es, bei der sowieso fälligen Verfassungsreform einen Wahlmodus zu verankern, der sich dem West-Ost-Schisma stellt. Sollte man vielleicht in zwei autonomen Wahlgebieten über zwei Präsidenten entscheiden, die ein konföderatives System führen? Warum kein Moratorium verhängen, das Wahlen erst erlaubt, wenn es eine konstitutionelle Innovation des ukrainischen Staates gegeben hat, die das Resultat einer überparteilichen Mediation der OSZE sein könnte?

Wenn solche Vorstellungen wie futuristischer Wahn klingen, hat das sehr viel damit zu tun, dass die USA offenbar entschlossen sind, sich den Bruch mit Russland nicht mehr nehmen lassen. Die Konfrontation derart zu verschärfen, dass sie irreversible Züge annimmt, entschädigt Barack Obama für mehr, als ihm lieb sein sollte: einen Afghanistan-Rückzug, der an Vietnam erinnert, den abgesagten Militärschlag gegen Syrien, die desaströse Palästina-Diplomatie, den ausbleibenden Regime-Change im Iran. Man wartet förmlich darauf, dass Russland – wie einst die Sowjetunion – zum „Reich des Bösen“ erklärt wird, dem ein amerikanischer Präsident die Stirn bietet. Diese Aufwallungen als Ausdruck politischen Selbstbewusstseins produzieren Feindbilder, die stärker sind, als Russland je schwach sein wird. Und auch Putin hat innenpolitische Probleme en masse, dass er es sich kaum leisten kann, übermäßig konziliant zu sein.

Wird die Eskalationslogik nicht durchbrochen, dann ist eine Lösung der Ukraine-Krise weniger eine Frage der Vernunft als des strategischen Kalküls und des Pokerns mit Risiken.

 

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 18/14.

Kommentare (66)

Zimrodel 02.05.2014 | 10:53

"Warum dann nicht endlich mit der unseligen Praxis brechen, beim Ukraine-Konflikt die Welt in Gut und Böse einzuteilen und Russland als alleinigen Übeltäter zu brandmarken?"

Ich kann mir nicht helfen, aber dieser Artikel betreibt die Einteilung in Gut und Böse, halt nur verortet Herr Herden das Böse in Washington und nicht in Moskau.

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Ehemaliger Nutzer 02.05.2014 | 11:39

Die Einwohner des ostukrainischen Slawjansk, das von den Regierungskräften lückenlos belagert ist, können die Stadt nicht verlassen. Darüber erfuhr RIA Novosti von der Führung der Selbstverteidigungskräfte.

„Niemand von den Einwohnern, nicht einmal Frauen und Kinder, hat die Möglichkeit, die belagerte Stadt zu verlassen“, hieß es.

Am Freitagmorgen wurde kurz vor dem Beginn der aktiven Phase einer Sonderoperation der Kiewer Behörden in Slawjansk ein Zivilschutzalarm ausgelöst, hieß es. Es kam zur Schießerei, über der Stadt kreisten Kampfhubschrauber.

Drei davon seien von den Selbstverteidigungskräften abgeschossen worden. Wie die Volkswehr weiter meldet, wurden ihre Sicherheitsposten sowie der nicht bewachte Bahnhof angegriffen. Nach Angaben der Volkswehrmilizen gibt es Tote und Verletzte.

RIA Novosti/STIMME RUSSLANDS
Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/news/2014_05_02/Ostukrainisches-Slawjansk-von-Armee-belagert-Keine-Fluchtmoglichkeit-fur-Menschen-5452/

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Ehemaliger Nutzer 02.05.2014 | 12:36

Warum wohl treiben die Amis diesen Konflikt (und ja, die Amis/EU sind hier die Bösen, weil sie Volksentscheide ablehnen, die Putin geschickt für sich zu nutzen weiß). Nur das Volk kann entscheiden wohin es gehören soll, kein verkorkstes Rechtswerk wie das ohnehin ständig gebrochene Völkerrecht.

1)PNAC sieht es als einen Hauptzweck die EU aufzurüsten, um sie aus ihrer friedlichen Starre zu lösen, genau das wird jetzt geschehen, wir sollen endlich ein williges Instrument für die Washingtoner Geostrategen werden

2) die überflüssige Nato wird aufgewertet

3) das TTIP rückt medial in den Hintergrund und die Position der USA wird, wegen der Sanktionsschwächung Russlands, gestärkt

4) es wird ein Burgfrieden heraufbeschworen, den sowohl die USA, wie auch die EU gut brauchen können, gegen separatistische Tendenzen innen und "Vaterlandsverräter" wie den Snowden auf der anderen Seite

5) Die Mafia des militärisch industriellen Komplexes, die es schafft, jährlich hunderte Mrd. an Dollar zu Ungunsten des amerikanischen Volkes in intransparenten Kanälen versickern zu lassen, reibt sich die Hände. Dicke Aufträge stehen an. Einige Superreiche werden noch reicher werden.

Die USA konnten gar nicht verlieren, entweder sie bekommen die Ukraine oder sie bekommen alles andere. Am besten beides. Von ängstlich-devoten Mitgliedern der Atlantikbrücke, wie Merkel (ja, neuerdings auch prominente Linke und Grüne) wird auch kaum nennenswert Widerstand zu erwarten sein. Auf welcher Seite die meisten Medien stehen, ist auch nicht neu...

Nein, es herrscht keine Vernunft. Die Eliten verraten unsere Völker (schon seit Jahren) nun wird es zunehmend sichtbarer. Die USA sehen ihre Felle davonschwimmen, ihr überdehntes Reich hat Probleme bis zur Oberkante Unterlippe. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass das Wasser noch ein bisschen steigt...

Frank Linnhoff 02.05.2014 | 13:46

Nun schießen Aufständische und Militär aufeinander, ein weiterer Schritt in Richtung Bürgerkrieg ist getan. Noch 3 Wochen bis zur angesagten Präsidentschaftswahl, in welchen die Kampfhandlungen eskalieren werden. In Anbetracht der Unfähigkeit aller unmittelbar und mittelbar Beteiligten Kontrahenten zu einer gewaltfreien Konfliktlösung ist ein langjähriger Bürgerkrieg in der Ukraine, welcher mit der Spaltung des Landes enden wird, jetzt ein realistisches Szenario. Dummheit und Borniertheit scheinen wieder einmal stärker zu sein, als Vernunft und gesunder Menschenverstand. Ein Trauerspiel.

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Ehemaliger Nutzer 02.05.2014 | 14:20

…es ist doch wahrlich kein Geheimnis, wer in Kiew das Kommando über die „Militäreinheiten“ führt, die seit heute morgen den Angriff auf das ostukrainische Slawjansk führen. Es sind dieselben Kommandeure, die dieses Regime für ihre Zwecke an die Macht geputscht haben und als deren eigentliche „Regierungszentrale“ seitdem die US-Botschaft in Kiew fungiert.

Dieser ganzeUS/NATO geführte Einsatz geht fast ausschließlich an Merkels Adresse, als drohendes Begrüßungspräsent der Kriegswilligen US-Eliten, sich gefälligst zum eigenen nationalen Schaden in die US geführte Kriegsfront gegen Russland einzureihen.

Dersu-Usala 02.05.2014 | 15:04

Militär gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen verbieten alle Menschenrechtskonventionen.

Als das zum letzten Mal geschah wurde Leute wie Milošević oder Mladić vor das Kriegsverbrechertribunal in den Haag gestellt.

In der Ukraine geschieht das Gleiche. Jazjenjuk und Turtshinov sind sofort vor das Kriegsverbrechertribunal zu stellen. Gleichzeitig ist die Rolle von Merkel und Steinmeier zu prüfen und diese wegen Unterstützung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor ein internationales Gericht zu stellen. Die sind an dem im Gange befindlichen Massenmord und an der entstandenen Kriegsgefahr in Europa maßgeblich beteiligt.

Hier muss nicht mehr lange gerätselt werden was „GUT“ und was „BÖSE“ ist.

Das ist augenscheinlich. Offensichtlicher geht schon nicht mehr.

Ich frage mich nur, wo sind die Grünen? Wo sind die Linken?

Ist dieses Land so von der faschistoiden Propaganda des „Göbbels-artigen“ ARD/ZDF Molochs verseucht, dass es keine Kraft mehr gibt, die sich dieser Entwicklung entgegenstellt?

Dann wird es Zeit auszuwandern. Europa wird demnächst in einen militärischen Konflikt versinken, in dessen Zuge sich amerikanische, französische und russische Atomwaffen über deutschem Boden entladen werden!

Hurra! Die Amis haben ihr Endzeitszenario aus „Mad Max“.... auf unsere Kosten.

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Ehemaliger Nutzer 02.05.2014 | 17:51

Randbemerkung: Ob es vermessen ist, davon auszugehen, dass in nächster Zeit Weißrussland, Kasachstan und Moldawienden

" Kampf um ihre Freiheit" mit vorsichtiger Hilfe von außen beginnen werden, die Aktivisten der Bewegung sofort die gerade noch einigermassen vertrebar gewählten Staatsoberhäupter fortschicken oder erhängen werden und Mr. Obama dafür gleich noch einen Nobelpreis bekommt? Oder sollte man gleich China und Russland mit auf die Liste setzen? Wo führt das wohl hin, zum Weltkrieg, regionalen Konflikt, was wird es werden? Oder gehen die USA davon aus, dass die Mutti in den Krieg zieht, selbst im Bunker einzieht und den Kampf um Moskau leiten wird? Was ist, wenn das noch eine leichte Version des Szenariums wird? Was wird aus unseren tollen sozialen Netzwerken, wenn Krieg ist? Sind wir darauf annähernd vorbereitet, wir, die wir die einzigen sind, die ernsthaft alles an Wohlstand verlieren könnten, weil wir nicht wissen, wie wir uns verteidigen sollen, wenn Herr Oberst X und Frau General Y als alleinerziehende Eltern im besten Alter gerade Elternzeit haben und das grössere Kind aus der Kita holen müssen, wenn die Soldaten darüber beraten müssen, ob sie einen Schießbefehl befolgen müssen oder sie es auch sein lassen können? Viel Frage, mir graut vor den Antworten. Wird schon nicht so schlimm werden, wenn sich alle weiter so lieb haben.

die Realistin 02.05.2014 | 18:43

@Dersu-Usala: Auswandern... aber wohin?

Mein Mann (Ukrainer) und ich sind "Kriegskinder", Jahrgang 1943.

Wir hätten nie gedacht, das wir Angst vor einem neuen Weltkrieg haben werden!

Und mein Mann hätte vor der "Unabhänigkeit der Ukraine" nie gedacht, das ein Teil seiner Freunde und Verwandten total von der ukrainisch-nationalistischen Propaganda eingefangen werden (vor allem seit Justschenko), die besagt, am "Holomor" seinen NUR die Russen schuld und überhaupt seien alle Russen Säufer und Faulenzer...Ja,ja, mit solchen "Argumenten" kommen sie einem, im vollen Ernst! Auch, das Stalin den 2.Weltkrieg angefangen hat!

Und ein anderes Argument von Freunden, die wir eigentlich für vernünftig denkend einschätzten: Egal, wer an die Macht kommt, ob Rechts oder Links, Hauptsache alles bleibt ruhig....

Mein Einwurf, so fing es 1933 in Deutschland an, wiegeln sie ab...

Unsere Hochachtung für die Menschen in der Ost-und Südukraine, die gegen die Kiewer Putschisten und die verkorkste EU aufstehen!

Und zum Thema "Gut oder Böse": Die Nato hat heute verkündet, Russland sei für sie ab jetzt ein FEIND!

Aber wie gut, dass Herr Steinmeier unsere Angst vor einem Krieg (der er mitgeschürt hat) versteht...!

Richard Zietz 02.05.2014 | 19:35

Man muß es sagen, wie es ist: Wir, die interessierten Zuschauer und Zuschauerinnen, befinden uns in der Weißen Zone – ähnlich der der Franco-Putschisten im Spanischen Bürgerkrieg, die ebenfalls von sogenannten bürgerlichen Demokraten (damals vor allem Großbritannien) unterstützt wurden. Die Bilder aus der Roten Zone, der Volksrepublik Donez, erinnern augenblicklich an die Niederwalzung des Prager Frühlings. Frauen, Kinder, Zivilisten, die versuchen, sich mit unbewaffneten Händen den Panzern der ukrainischen Armee entgegenzustellen. Prager Frühling 2014 – das ist Prager Frühling mit umgekehrten Vorzeichen. Diesmal steht der freie Westen halt auf der Seite der Panzer, so ist das eben. Die unbotmäßige Bevölkerung, die das rechtsnationalistisch-faschistische, vom Westen an die Macht gehievte Regime nicht als seine Herren anerkennt – die darf ruhig massakriert werden (und wird es vermutlich auch). Für die Freiheit – wie in Vietnam, als Napalm-Bombardements auf Zivilisten ebenfalls ebenso freiheits-zielführend waren wie Erschießungen vor laufender Kamera. So ist das eben mit dem Westen. Wo letzten Endes der Shareholder zählt, und Menschenrechte nicht mehr sind als eine Floskel, die man wie billiges Kleingeld bei Bedarf in den Mund nimmt.

Die Fragestellung des Artikels ist: Warum? Die Antwort ist simpel: Es geht um Geopolitik, um Strategie, um Macht und Einflusssphären. Natürlich funktioniert Kapitalismus nie eins zu eins – also dass alle Kapitalisten kriegsgeil sind und über Leichen gehen. Im konkreten Fall ist die Garde der Bedenkenträger & Kritiker sogar ungewöhnlich hoch, insbesondere in Deutschland. Das ist auch der Grund, warum hier in Deutschland nur der innere Funktionskörper, das technokratische Gerippe sozusagen (also GroKo, die Grünen natürlich sowie die Leitmedien) den augenblicklichen Eskalationskurs befürworten. Allerdings scheint es so zu sein, dass der strategisch-expansiv ausgerichtete Teil des Kapitals (also der militärisch-industrielle Komplex) unter Federführung des imperialen Kerns (USA) die Federführung übernommen hat und der Rest des Atlantischen Bündnisses in Vasallentreue mitzieht. Bei den Osteuropäern mögen andere Motive mitschwingen, aber im Kern sind die Motive ähnlich wie 1914: Geld & Macht, noch mehr Rendite, noch mehr Geld und Macht.

Insofern sollten sich auch die Freitag-Leserinnen und -Leser warm anziehen.

Falk 02.05.2014 | 23:21

Das US-Engagement in der Ukraine-Krise ist mir vollkommen einleuchtend, obwohl es ein rein europäisches Problem ist. Vermutlich wollten die USA mit einem inszenierten Putsch die Ukraine ganz aus dem Einflussbereich Russlands holen. Es macht Sinn, eine unlegitime aber hörige Regierung zu installieren, schnell Finanzpakete zu beschließen. Auf dieser Basis kriegt man das Land in den westlichen Wirtschaftsraum, auch wenn das nicht mehr mit der ganzen Ukraine klappt. Auf jeden Fall kann man als Nebeneffekt infolge eines provozierten Russlands die NATO aufleben lassen. Zu guter Letzt nützen die Sanktionen gegen Russland wirtschaftlich der USA, zu Lasten Deutschlands. Und Merkel macht wie immer mit. Hoffentlich übersteht sie das nicht.

molodjez 03.05.2014 | 00:11

Was mich am meisten besorgt ist die Vermutung, dass die Ukraine nur die Generalprobe des Westens für den Machtwechsel in Russland ist. Sicher, noch ist Russland stabiler als die völlig bankrotte und korrupte Ukraine aber das Ziel derUSA ist klar wie Libyen, Syrien, Afghanistan oder Irak zeigen: lieber einen kaputten Staat als einen souveränen Staat, der sich nicht unterordnen will.

Reinhold 03.05.2014 | 00:36

Wenn wir so weiter machen ist es nur eine Frage der Zeit bis wir die Welt zerstören. Die meisten Menschen werden qualvoll sterben. Die Leute, die diese Politik betreiben glauben sie wären sicher. Aber sie werden noch grauenvoller sterben wenn die wenigen Überlebenden Rache nehmen. Und die Ironie ist, daß sie von ihren eigenen "Freunden" hingerichtet werden. Steinzeit 2.0

janto ban 03.05.2014 | 00:50

|| Die Ostukraine lässt sich kaum mit der Krim vergleichen. Doch deutet vieles darauf hin, dass sich die pro-russischen Aufständischen in Donezk, Lugansk oder Slawjansk durch die russische Annexion der Halbinsel zum zivilen wie bewaffneten Ungehorsam gegenüber einer unerwünschten Regierungsautorität in Kiew ermutigt fühlten ||

Richtig. Das war der Plan.

|| Was sich in jener Region an Selbstermächtigung abspielt, kann Moskau schwerlich eindämmen, sollen Solidaritätsbekenntnisse von Wladimir Putin gegenüber der „Russischen Welt“, wie es in der Krim-Rede am 17. März hieß, nicht an Glaubwürdigkeit verlieren. Vom Prestigeverlust für den Präsidenten ganz zu schweigen. Dass die Amerikaner diesen wunden Punkt ausreizen, indem sie Moskau beharrlich auffordern, „die Separatisten“ zu zügeln, resultiert aus der Konfrontationslogik, die den Ukraine-Konflikt von Anfang an beherrscht hat ||

Selbstermächtigung..??

Prestigeverlust..???

Jetzt glaube ich endgültig, dass ich hier im falschen Film bin.

Roger11 03.05.2014 | 02:26

Eins sollte jedem klar sein: Wo Schlägertrupps und Pseudouniformierte unterwegs sind, zumal bewaffnet, wagt sich kein zivilisierter Mensch mehr vor die Tür. Kein einzelner Mann, Frauen und Kinder schon gar nicht. Insofern lässt sich weder von russischer, noch von ukrainischer Seite ein tatsächliches Stimmungsbild der Gesamtbevölkerung ablesen. Nur eines: Dass dort der blanke Terror herrscht, wie früher bei uns, als die SA-Banden vagabundierten.

Interessant in dem Zusammenhang ist auch die Unterstützung Putins seitens der europäischen Nationalisten, ob aus Frankreich oder Italien, England oder Ungarn. Aber hatte Putin nicht stets behauptet, an allem Schuld seien die Nationalisten in Kiew?

Die Wahrheit ist, dass sie alle zusammen Nationalisten der übelsten Art sind, im Westen wie im Osten. Sehr witzig, Putin steigt mit Madame Le Pen genauso in die Kiste wie mit Wilders, wobei wir, ähnlich wie bei Adolf, nur spekulieren dürfen, was er wohl präferiert. Nebenbei, war Adolf nicht auch gegen Homosexualität usw...

Nationalismus allerortens also, interessant. Und was macht Frau Merkel gerade in Washington? Den unmöglichsten Buckel vor dem Allmächtigen. Vor dem sich alles ungestraft herausnehmenden Big Brother USA, der der kleinen Pastorentochter mal eben untersagt, Edward Snowden vor den Untersuchungsausschuss zu laden, der - als Täter - dem Opfer vorschreibt, 1. die Fresse zu halten und 2. gefälligst das TTIP in der amerikanischen Vorgabe zu unter schreiben.

Tut mir Leid, das ist tatsächlich to much. Die Pastorentochter hat einen Eid geschworen, der da u.a. lautet: "...und Schaden vom deutschen Volk abzuhalten". Bei allem Respekt für Merkels "auf Sichtfahr-Politik", sind diese beiden heftigen Dinge wie TTIP und Ukraine nicht ne Nummer zu groß für sie? Ich mag Schröder auch nicht besonders, und sein Ding mit Gazprom hat er uns bis heute nicht richtig erklärt. Aber der bot dem Bush seinerzeit schon richtig die Stirn und ließ sich nicht in den Irak mit hineinziehen. Ähnliche Cronos wären jetzt wieder angesagt, sowohl in Washington bzgl. NSA und TTIP als auch gegenüber Putin und auch den Chaoten in Kiew. Gleich vier Baustellen, die Merkel selbstbewusst handeln sollte und müsste.

Sie könnte sogar alle vier Baustellen miteinander verbinden, wenn sie 1. nach Moskau fliegen würde (um mit Putin sichere Wahlen in der Ukraine zu vereinbaren), 2. nach Kiew fliegt, um der Übergangsregierung klar zu machen, dass nur dann die MRD fliessen, wenn sie reguläre Wahlen vorbereiten, wenn sie 3. Washington klar macht, dass wir als Europäer das Problem lösen ohne Einmischung der Amis, und 4. ein TTIP genauenstens und für die europäische Bevolkerung transparent nachverhandelt gehört, zumal, wenn sie in der Krise erfolgreich sein wird.

Genau das erwarte ich von vereidigten Volksvertetern. Dass sie weder andere über den Tisch ziehen, noch, dass ihnen selbiges widerfährt. Klare Ziele ohne wenn und aber. Gutes für alle Beteiligten, wenn möglich, aber auch harte Entscheidungen, falls erforderlich.

weinsztein 03.05.2014 | 03:05

@lutz herden

"Russland wolle den Dritten Weltkrieg auslösen, tönte kürzlich der ukrainische Übergangspremier Arseni Jazenjuk."

Kann es sein, dass eben dieser Arseni Jazenjuk während einer früheren Legislatur das ukrainische Parlament wegen seiner Ultra-Positionen verlassen musste? Ich meine, so was kürzlich gelesen zu haben.

Interessant und äusserst lesenswert auch wikipedia: Jazenjuk war 2007 Begründer derOpen Ukraine Foundation, die von amerikanischen, britischen und anderen internationalen Partnern − u. a. von derU.S.-Ukraine Foundation, vom Außenministerium der Vereinigten Staaten, derNATO,Chatham House,Swedbank, der „Black Sea Trust for Regional Cooperation“ eines Projektes desGerman Marshall Fundund derNED National Endowment for Democracy− sowie von der ukrainischenViktor-Pinchuk-Stiftungfinanziert wurde. Die Website der Open Ukraine Foundationund diefacebook-Seite wurden im Jahr 2014 abgeschaltet.Anfang März 2014 erschien die Website wieder, aber ohne die Liste ihrer westlichen Partner.

weinsztein 03.05.2014 | 03:11

Auch sehr lesenswert:

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&dig=2014%2F05%2F02%2Fa0042&cHash=9e2acbf0f36bc17363c428c024fe7daf

Ein Interview mit Stephen F. Cohen. Der 76-Jährige ist einer der bekanntesten Russlandforscher der USA. Er hat sich auf Russland seit der Oktoberrevolution und auf die russisch-US-amerikanischen Beziehungen spezialisiert. Er ist Professor emeritus der Unis New York und Princeton.

ThomasMorus 03.05.2014 | 03:21

Für mich ist es das größte Rätsel, wie es geschehen kann, dass "unsere Medien" seit Wochen, ja Monaten derart einseitig und hetzerisch den Konflikt in der Ukraine anheizen. Sie tun dies - jedenfalls nach meiner persönlichen Erfahrung, und auch, wenn man sich die Online-Kommentare ansieht - gegen eine überdeutliche Mehrheit ihrer LeserInnen bzw. der Bevölkerung.

Der Effekt ist freilich: Immer, wenn mit Bekannten - und das sind nun überhaupt keine Radikalinskis, sondern ganz normale, halbwegs informierte Bürger - das Gespräch auf das Thema Ukraine kommt, erfolgt die gleiche überraschte Reaktion: "Was, DU siehst das auch so? Ich dachte, ICH sei einer der wenigen, die diese Kriegshetze und Russland-Dämonisierung unerträglich finden!" Das bedeutet: Die Leute vermuten, die veröffentlichte Meinung sei die Mehrheitsmeinung. Dem ist aber offensichtlich überhaupt nicht so.

Das wird jedoch nicht oder nur ganz unzureichend sichtbar - hier wirkt auch die Anonymisierung und Atomisierung politischer Debatten durch das Web. Ich bin sicher: Würde z.B. die Linkspartei jetzt überall und massiv "Schluss mit dem Kriegsgetrommel - Europa braucht Frieden!" plakatieren - sie könnte locker auf ein Euro-Wahlergebnis von an die 20% kommen.

apatit 03.05.2014 | 07:26

"Für mich ist es das größte Rätsel, wie es geschehen kann, dass "unsere Medien" seit Wochen, ja Monaten derart einseitig und hetzerisch den Konflikt in der Ukraine anheizen."

Unbedingter Gehorsam setzt bei der Gehorchenden Unwissenheit voraus! Montesquieu. Und da unsere Regierung sich darauf nicht berufen kann, wie üblich für die USA das Stöckchen holt – sind es wiedermal nur Interessen um die es geht. Russland taugt doch wie sie es schon gut erkannt haben, um als Achse des Bösen, neue Rüstungsprojekte mit all dem tödlichen Müll verbunden Dinge, Dienste die sich nun austoben können an einer Aufgabe, dass schafft Arbeitslätze und feuchte Träume für kalte Krieger, ich kann das alles gut verstehen, was nicht heißt ich finde das gut! Ursachenforschung wird total ausgeblendet und diese Putschregierung als vorzeige - Beispiel für eine Demokratiebewegung darzustellen? Da schließe ich mich Dirk Müller an: “ Zitat: "Meine Damen und Herren! Es ist unglaublich. Wir sind so blöd, dass uns die Schweine beißen. Wir lassen uns da von den Amerikanern in einen Konflikt reinschieben den wir nicht brauchen, den wir nicht wollen, der uns überhaupt nichts bringt und lassen uns noch erzählen das ist wegen der Sache des Guten. Wie blöd muss man eigentlich werden."

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Ehemaliger Nutzer 03.05.2014 | 08:48

>>> "Ebenso haben Einheiten, die von der Krim abgezogen worden waren und nun im Einsatz in der Ostukraine stehen, den Schießbefehl verweigert. Ihre Kommandeure gaben in Slawjansk eine Pressekonferenz, auf der sie erklärten, dass sie „keinen Krieg gegen friedliche Bewohner führen werden“. Vielmehr wollten sie in der Stadt bis zum Referendum bleiben werden, um dessen Sicherheit zu gewährleisten. „Heute Morgen begann die Offensive. In Kramatorsk sahen wir aber friedliche Einwohner. Sie teilten uns mit, dass es hier keine Besatzer gibt. Sie versorgten uns mit Essen und unterhielten sich mit uns“, sagte ein Soldat.

Im Ergebnis kommt dieses Verhalten ganzer Militäreinheiten einem Frontwechsel gleich. In Kiew gestand der Putsch-Präsident Alexander Turtschinow ein, dass die Regierung die Lage in den Protestregionen Lugansk und Donezk nicht unter Kontrolle bringe. „Ich möchte ehrlich sagen: Die Sicherheitsbehörden sind heute nicht imstande, die Situation in den Gebieten Donezk und Lugansk operativ unter Kontrolle zu bringen“. Auch die Stadt Slawjansk werde nicht von der Kiewer Regierung kontrolliert. „Unsere Streitkräfte sind in erhöhte Kampfbereitschaft versetzt worden.“ <<<

http://www.contra-magazin.com/2014/05/sturmsonderoperation-teile-der-ukrainischen-armee-verweigern-den-schiessbefehl/

janto ban 03.05.2014 | 11:38

Ja, das sind friedliche Leute. Die überwältigende Mehrheit dort ist friedlich. Nur die von Russland protegierten Seperatisten halt eben nicht.

Wenn man offiziellen, ukrainischen Umfragen glauben will, stehen im Osten der Ukraine ca. 20% der Bevölkerung hinter den pro-russischen Aufständen. Aber wenn es doppelt so viele wären, machte es die Sache eher schlimmer als besser. Das perfekte Verhältnis für einen Bürgerkrieg liegt bei fifty/fifty.

Um da hinzukommen, muss Putin noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Aber die in Odessa entfesselten Geister, die man rief, während man sie in die Flasche zu vernbannen vorgab, werden schon helfen. Da bin ich mir also von Anfang an sicher gewesen.

Nachdem die Eskalation nun perfekt und die Sache zum unaufhaltbaren Selbstläufer geworden ist, mal eben schnell ein paar Geiseln freizulassen, ist an Zynismus schwer zu überbieten. Das war's, Ukraine. Game over.

Möge die sogenannte "friedliche Teilung", auf die so viele sehnlichst gewartet haben, nun also beginnen. Hat in Deutschland auf diese Weise fantastisch geklappt, warum also nicht dort, nicht wahr.

janto ban 03.05.2014 | 11:44

Oops, flascher Thread. Dann muss mein vorheriger Kommentar hier auch noch hin. Und der geht:

Mein Kopf ist eingeschaltet. Schon lange.

Entschuldigung, aber jetzt passiert in der Ukraine das, wovor ich seit Wochen warne, während mir andere erzählen, ich solle von Putins Russland lernen, wie man Landesgrenzen friedlich und unblutig verschiebt.

|| Verstörend ist die Sprache, die Behörden und Medien angesichts der Katastrophe wählen. Während in Odessa Menschen verbrannten, meldeten ukrainische Medien geradezu triumphierend, "Patrioten" hätten die "Separatisten zurückgeschlagen". Man sei dabei, sie erfolgreich "auszuräuchern" || link

Darüber und über das, was du zurecht Progrom nennst, brauchen wir uns weißgott nicht zu streiten. Das Aufheizen der Stimmung auf 180 einseitig zu betrachten, macht aber keinen Sinn.

Die extreme Rechte hat den Maidan überrollt und Schlüssel-Posten in der Übergangsregierung ergattert, aber sie hätte per Wahl am 25. Mai auf das für ukrainische Verhältnisse bekannte Maß zurückgestuzt werden können.

Schon als die Annexion der Krim abzusehen war, Russland sein Vorgehen aber noch verleugnete, war mir klar, welche innenpolitischen Folgen dieser Schritt für die Ukraine haben würde. Spätestens aber nach Timoschenkos Hassrede und den Ereignissen, die in der Ost-Ukraine ihren Lauf nahmen.

Wer den als Graswurzelbewegung gegen die Regierung Janukowitsch und die Korruption im ganzen (!) Land begonnenen und blutig geendeten Euro-Maidan als CIA-Verschwörung wertet, aber geglaubt hatte, Putins spalterischer Eurasio-Maidan wäre geeignet, Friede, Freude und Eierkuchen zu bescheren, hat seinen Kopf nicht eingeschaltet. Tut mir leid.

|| "Das ist Neurussland", sagte Russlands Präsident Wladimir Putin jüngst bei einer TV-Sprechstunde und gebrauchte damit die alte Bezeichnung der Region, als der Süden und Osten der Ukraine von Odessa aus von einem Generalgouverneur des russischen Zaren verwaltet wurden. (...) In der Innenstadt von Odessa griffen prorussische Aktivisten den Demonstrationszug an. Videoaufnahmen zeigen, wie Vermummte eine Polizeikette durchbrechen. Sie schlugen mit Knüppeln auf Demonstranten ein, die ukrainische Fahnen schwenkten. Die Angreifer trugen Helme und Schilde. || link

Auch das ist Imperialismus - und auch das ist Gewalt. Bemannte Huberschrauber abschießen und Journalisten foltern übrigens auch.

|| (...) von expansivem, westlichen Schweine-Kapitalistentum ist die Rede, welches sich an Moskau nun (...) einmal gründlich die Zähne ausgebissen habe. Ganz so, als lege Wladimir Putin bei der Wahl der Waffen zur Sicherung und Dehnung der Macht (z.B. seiner eigenen) gesteigerten Wert auf deren menschenwürdige und friedensstiftende Beschaffenheit. Und als säßen sie in der russischen Provinz, ihr BGE versaufend, gemütlich zum Fernsehduell zwischen Putin und Klitschko beisammen.

Nein, es ist nicht alles Krupp-Stahl, was Aua macht. Der innenpolitisch (Krim sei Dank) fester als zuvor im Sattel sitzende Herr Putin kennt das Prinzip des Teilens und Herrschens zu genau. (...)

Die (...) Ukraine hat dank Wladimir Putins selbstlosem Beschützerinstinkt (hüstel) verbesserte Chancen**, nicht so schnell zurück zu sich selbst zu finden. Im schlimmsten Fall sogar auf einen lupenreinen Bürgerkrieg zuzusteuern. Putin selbst spielt bei der Erweckung der Hunde, die er vorgibt zu bekämpfen, (...) eine eigene Rolle. || aus P. gibt V.

Vor vier Wochen habe ich das gesagt. Und je länger es geht, desto richtiger wird mein Text leider.

Jetzt ist es schon zu spät. Wer recht hatte und wer nicht, spielt in einem Bürgerkrieg nach kürzester Zeit schon keine Rolle mehr. Den Rest erledigen nicht die von Kerry oder Lawrow geschaffenen Fakten, sondern die Emotionen.

Magda 03.05.2014 | 12:51

Die Pastorentochter hat einen Eid geschworen, der da u.a. lautet: "...und Schaden vom deutschen Volk abzuhalten". Bei allem Respekt für Merkels "auf Sichtfahr-Politik", sind diese beiden heftigen Dinge wie TTIP und Ukraine nicht ne Nummer zu groß für sie? Ich mag Schröder auch nicht besonders, und sein Ding mit Gazprom hat er uns bis heute nicht richtig erklärt. Aber der bot dem Bush seinerzeit schon richtig die Stirn und ließ sich nicht in den Irak mit hineinziehen.

Schröder hat verdeckt doch viel Hilfe im Irak-Krieg geleistet, wie hinterher rauskam. Aber, es kann schon sein, dass Merkels "Handwerkszeug" für solche massiven Krisen nicht reicht. In der Finanzkrise hatte sie Steinbrück an der Seite. Wer berät sie jetzt, wer stärkt sie. Ich lese überall nur, dass sie ein USA-höriges Miststück ist, ein Unglück usw.

So langsam denke ich auch, dass sie zuviele Krisenbaustellen zu managen hätte. Und - was sie selbst eigentlich will, wird immer undeutlicher. Sie müsste auch mal was "Demonstratives" tun. Das Einzige, was sie bisher deutlich gesagt hat, ist dass militärisches Eingreifen nicht in Frage kommt. Ganz am Anfang der Ukraine-Krise.

Roger11 03.05.2014 | 13:39

So langsam denke ich auch, dass Merkel zu viele Krisenbaustellen zu managen hat. Und - was sie selbst eigentlich will, wird immer undeutlicher. Sie müsste auch mal was "Demonstratives" tun.

Ich glaube, sie interpretiert die Historie samt ihren bekannten Folgen als Resultat heißspornigen Vorpreschens einzelner Politiker, die sich unter Druck über das große Ganze hinwegsetzten. Diesem Verhalten will sie nicht erliegen, eben ganz die kühle Physikerin. Das Problem dabei ist, dass so ziemlich alle Teilnehmer um sie herum so gar keine Weitsicht im Auge haben und nationale Interessen populistisch verfolgen. Jetzt könnte man sagen, genau deswegen sollte sie mal einen Vernunftrundumschlag wagen, um der Weltbevölkerung so richtig aus der Seele zu sprechen. Aber erreicht derartiger Pragmatismus wirklich etwas? Bei all den Zynikern, die da wie üblich am Ruder sind?

Ich würde es dennoch machen, den Vernunftrundumschlag, und zwar vor der UNO. Mögen die Zyniker lächeln, aber die Menschen auf der ganzen Welt würden es ihr danken.

Roger11 03.05.2014 | 14:21

Da kommt mir eine Idee in den Sinn:

Wieviele Touristen/Urlauber haben wir weltweit, die alljährlich in fremden Ländern unterwegs sind? 50, vieleicht 100 Mio.?

Was wäre, wenn diese Gemeinde sich entschliessen würde, dieses Mal "Urlaub" in den Despoten-Countries zu unternehmen und mit ihren Handys/Cams vor Ort einen Flashmob im Netz verbreiten, wo den Machthabern vor Ort Hören und Sehen vergeht? Angst? Keine Spur. Diesem Ansturm von "journalistischer Tätigkeit" wäre keine Polizeigewalt der Welt gewachsen. Das Netz würde endlich seine wahre Macht entfalten, so, wie es Bill Gates einmal hoffnungsvoll prophezeite.

Also, jeweils 1 Mio. "harmloser" Urlauber ab in die Ukraine, nach Saudi Arabien, nach Nordkorea, nach Zentralafrika, nach Amiland (jawohl!!), nach Russland, komplett Asien, nach Ägypten, in die Türkei, und und und...

Die wahren Verhältnisse vor Ort massenhaft dokumentieren und die anschliessende Ohnmacht der despotischen Wahrheitsverdreher schmunzelnd zur Kenntnis nehmen, das wär´s.

Richard Zietz 03.05.2014 | 14:22

Eigentlich wäre es spätestens seit gestern, seit dem von regierungstreuen Faschisten angerichteten Massaker an rund 40 Menschen mitten in Odessa, auch hier an der Zeit, auf die Straße zu gehen gegen die völlig von Sinnen befindliche, bevölkerungsfeindliche und Deutschland in den Krieg treibende Politik von Merkel, Steinmeier & Co. Aber nichts geschieht. Möglich, dass schlichtweg die Skrupellosigkeit sprachlos macht, mit der die Krise stetig weiter auf neue Levels angehoben wird.

Und, nebenbei, Demokratie und freie Berichterstattungs-Standards ausgehebelt. Medienseitig steht bereits 16 Stunden danach, die Leichen der elendig Verbrannten sind noch warm, fest: Das entsetzliche Massaker im Odessaer Gewerkschaftshaus dürfte das am schnellsten abgefrühstückte (sprich: unter den Teppich gekehrte) Massaker in der Geschichte der öffentlich-rechtlichen deutschen Medien sein. Sowohl bei heute.de als auch bei tagesschau.de ist die Komfortbehandlung der auf dem OSZE-Ticket gereisten und kurzzeitig festgehaltenen Militärberater der Haupt-Spin. (Schlimm, sicher – wobei die eigentlich berichtenswerte Meldung allerdings die Tatsache ist, dass diese Mordsmassel hatten, nicht als irreguläre Kombattanten an die Wand gestellt zu werden, sondern lediglich ein paar Tage festgesetzt.)

Odessa? War – um’s im Jargon der öffentlich-rechtlichen Profi-Berichterstattung auszudrücken – gesta. tagesschau.de liefert immerhin drei klitzekleine Info-Bröckchen; heute.de tut nicht einmal so, als sei die Brandkatastrophe – mit so viel Toten wie seit den (wochenlang im Zentrum der Berichterstattung befindlichen) Maidan-Ereignissen – irgendwas, was den ZDF-Reporter hinterm warmen Ofen hervorlockt. Stattdessen haben die Mainzer ein Ukraine-Tagebuch aufgegleist, dass Vor-Ort-Berichterstatter mit weitgehend faktenbefreiter Anti-Russland Betroffenheit vollgreinen dürfen. In Bezug auf die gestrigen Vorkommnisse erwecken die Leitmedien den Eindruck, als sei über die Sache eine Nachrichtensperre verhängt worden; lediglich SPON, bei denen volle Nicht-Info geschäftsschädigend wäre, hat einen passablen – zwischenzeitlich jedoch bereits im Online-Archiv versteckten – Artikel abgeliefert.

Angeschmiert, geleimt, verarscht. Leute, wir können’s drehen und wenden, wie wir wollen: Wir sind Kriegspartei. Und indirekt, durch unser Akzeptieren der aktuellen Eskalationspolitik, mit verantwortlich für den Tod der Leute, die gestern draufgegangen sind. Dass unsere persönliche Existenz letztlich ebenfalls mit in der Waagschale liegt bei diesem geopolitischen, von EU und NATO angezettelten Powerplay, macht die Sache auch nicht besser. – Aber wie man liest, sollen beim gestrigen Parlieren über weitere Sanktionen wenigstens die Häppchen lecker gewesen sein. Und das ist doch die Hauptsache.

gelse 03.05.2014 | 15:02

>>Was mich am meisten besorgt ist die Vermutung, dass die Ukraine nur die Generalprobe des Westens für den Machtwechsel in Russland ist…<<
Das denke ich auch.
Die Putschisten in der Ukraine sind wahrscheinlich nützliche Idioten, die man zurzeit eben brauchen kann, um den Konflikt mit Russland hochzuheizen. Und der Konflikt, (nur vordergründig zwecks US-Gasexport nach Europa, der ja nur oihne Gazprom-Konkurrenz überhaupt profitabel ist) dient wohl letztlich der erneuten ökonomischen Unterwerfung Russlands. Anders gesagt: Wiederherstellung des Zustandes der „Jelzin-Ära“.

karamasoff 04.05.2014 | 02:54

The Nation

"Jack Matlock, ambassador to the Soviet Union under Ronald Reagan, who described the administration’s warnings to Putin as “ill-advised” and argued that “whatever slim hope that Moscow might avoid overt military intervention in Ukraine disappeared when Obama in effect threw down a gauntlet and challenged him. This was not just a mistake of political judgment—it was a failure to understand human psychology—unless, of course, he actually wanted a Russian intervention, which is hard for me to believe.”

Soviel zu der Meinung eines konservativen Hardliners der Reagan-Administration zur derzeit wirkenden Polit-Intelligenz.

karamasoff 04.05.2014 | 03:13

The Nation

"Fiona Hill, who had been the government’s top intelligence officer on Russia during the Georgia war, put it: “We’ll basically drive ourselves into a frenzy. And he’ll stand back and just watch it. He just knows that none of the rest of us want a war.”

"George Kennan’s voluminous diaries, has written: “Diplomacy seeking capitulation rather than compromise was foolish, Mr. Kennan pointed out, because a settlement resented as unfair would be undermined by overt or covert resistance.” It will be a blessing for the United States and the world if Barack Obama heeds this cool-headed advice while others around him itch for a showdown—one that can have only losers, as virtually all superpower adventurism since Yalta has demonstrated."

Zwei weitere konservative Meinungen zur aktuellen Profi-Politik, samt Profi-Journalismus.

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Ehemaliger Nutzer 04.05.2014 | 07:16

Unterstützung bekommt die ukrainische Übergangsregierung einem Zeitungsbericht zufolge von Dutzenden Spezialisten des amerikanischen Geheimdienstes CIA und der US-Bundespolizei FBI. Die Beamten sollen im Auftrag der amerikanischen Regierung dabei helfen, die Rebellion im Osten des Landes zu beenden und eine funktionsfähige Sicherheitsstruktur aufzubauen, berichtet die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/konflikt-in-der-ukraine-kiew-meldet-neue-gefechte-mit-separatisten-12922331.html

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Ehemaliger Nutzer 04.05.2014 | 07:32

Doch das Wichtigste, was die selbsternannten Ermittler offenbar suchten, fanden sie nicht, Ausweise von russischen Staatsbürgern. Bisher gibt es keinen Beweis, dass unter den Brandopfern im Gewerkschaftshaus 15 Russen waren, wie von einigen ukrainischen Medien behauptet.

Für die Rekonstruktion der Tragödie von Odessa besonders aussagekräftig ist das Video, welches gestern unter dem Titel "Eta moi narod?" (Ist das mein Volk?) im Internet veröffentlicht wurde. Es zeigt die Schlüsselszenen vor dem Gewerkschaftshaus chronologisch, was erste Schlüsse zulässt. Was ist genau zu sehen?

Fußballfans, Nationalisten mit ukrainischen Fahnen und ältere Männer in aufgeputschter Stimmung, zum Teil bewaffnet mit Knüppeln, versammeln sich vor dem Gewerkschaftshaus. Es sind Schüsse zu hören. Molotow-Cocktails fliegen in die Fenster (3:16) des mehrstöckigen Gewerkschaftshauses. Polizei ist nicht zu sehen.

Ein Mann mit ukrainischer Armbinde schießt auf das Gewerkschaftshaus (6:28). Dass aus dem Gewerkschaftshaus geschossen wird, ist nicht zu sehen.

Der Video-Filmer berichtet, dass aus der dritten und vierten Etage des brennenden Gebäudes Menschen nach unten springen. Die Kamera zeigt Schwerverletze, die übereinander liegen (18:46).

Zivilisten und einzelne Polizisten schleifen die Schwerverletzten über den Asphalt weg vom brennenden Gebäude. Die Hilfe wirkt chaotisch. Eine Planung ist nicht zu erkennen.

Erst als das Feuer bereits aus den Fenstern des Hauses lodert, ist im Bild die erste Polizei-Staffel mit Helmen und Schutzschildern zu sehen (20:40).

An den Fenstern sind Menschen zu sehen, die nicht wissen was sie machen sollen (21:47). Ein Mann ruft von unten "Geht runter, es wird ein Korridor gebildet." Doch von einem Korridor ist nichts zu sehen. Eine Frau am Fenster antwortet verzweifelt: "Ruft die Feuerwehr." Doch auch von der Feuerwehr ist nichts zu sehen. Im Hintergrund grollen Rufe: "Es lebe die Ukraine."

Die Verzweiflung der Eingeschlossenen ist auch auf Fotos zu sehen. Menschen sind aus den Fenstern geklettert und stehen in großer Höhe auf Mauervorsprüngen, um nicht an den Rauschwaden zu ersticken.

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41653/1.html

Lallajunge 04.05.2014 | 09:36

Liebe russische Freunde,

ich schäme mich für die Bundesrepublik Deutschland und ganz besonders für die Bundesregierung Deutschlands, die nach mehr als 70 Jahren Hitlerfaschismus profaschistische Kräfte in der ukrainischen Regierung unterstützt und selbst aktiv an der Ermordung von russischen Menschen beteiligt ist und bitte zu mindestens in meinem Namen für diese Greueltaten um Entschuldigung.

apatit 04.05.2014 | 11:00

"sicherheitsbehörden zur sicherung von WAS?"

Jedenfalls sind es schlechte Dienste, den es egal ist , wie es ausgehen wird, Beispiele gibt es genug (Afghanistan) Und oft frage ich mich, was sind das für Typen und für was werden sie bezahlt, sie haben die verdammte Pflicht Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden und wenn der USA Verbündete Kacke produziert - dann muss das mit aller Entschiedenheit der Regierung so gesagt werden! Es ist eigentlich unfassbar – aber nach NSU doch nicht mehr!

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Ehemaliger Nutzer 04.05.2014 | 17:56

Irgendwie bin ich etwas beruhigter, wenn ich höre, dass der CIA, das FBI und wer sonst noch offen die "Sicherheitskräfte" in Kiew berät, wie den Bösewichten im ganzen Land beizukommen sei. Berater? So hat's in Vietnam auch mal begonnen. Ich kann nur hoffen, dass die US-Botschaft in Kiew hoch genug ist, damit die Hubschrauber dort mal landen können, zum Ausfliegen der Berater. Dort hat es nämlich nicht nur so begonnen, dort hat es auch mal so geendet, wie es demnächst enden könnte. Egal wo - mit Ausnahme von Grenada vielleicht - haben sich die Amerikaner in ihrer Großmannsucht doch immer verhoben.

berlino1010 04.05.2014 | 19:23

Ich habe mich persönlich mit Dutzenden Ost-Ukrainern unterhalten .. die Zahl 20% sagt zunächst einmal herzlich wenig ...

Wir haben zwei Oblaste, die als besonders russland-nah zu sehen sind. Lugansk und Donezk ... das sind die Gegenden, wo über 95% Janukowitsch gewählt haben, selbst 2005 bei den vom Westen kontrollierten Wahlen.

Das Stimmungsbild sieht nach diesen Menschen grob so aus.

20% wollen Kiew eine Chance geben

20-30% sind jetzt schon Separatisten, davon 1/3 gewaltbereit

50-60% sind für den Verbleib in der Ukraine, aber föderal und mit normalen Beziehungen zu RUS

3 Millionen Menschen arbeiten in RUS und weitere Millionen Arbeitsplätze (25% des lokalen BIP) hängen von RUS ab

Die Mehrheit der Nicht-Separatisten gefährdet aber Kiew mit den Militäreinsätzen ..

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Ehemaliger Nutzer 05.05.2014 | 00:00

Herr Herden, wieso sprechen Sie und andere von einerseits "pro-russischen Aufständischen" und andererseits "anti-russischer Regierung" in Kiew?

Wieso ist nicht die Rede von "ukrainischen Oppositionellen/Antifaschisten", "antifaschistischen Putschgegnern" ... und "undemokratischen Putschisten/Gewaltherrschern" oder wie in Syrien von "Schlächtern, Tyrannen, Diktatoren", die das "eigene Volk" abschlachten?

Wodurch unterscheiden sich - abgesehen von der Staatsangehörigkeit - DIE Russen von DEN Ukrainern?

Und stehen sich antifaschistische Russen/AB und antifaschistische Ukrainer/BZ nicht ebenso nahe wie faschistische Russen/XY und faschistische UkrainerYZ?

Bitte nicht als Vorwurf verstehen. Ich möchte es nur nachvollziehen können. Grüße, elisRea

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Ehemaliger Nutzer 05.05.2014 | 00:24

Es ist einfach nicht mehr zu ertragen: Deutschland ist Kriegspartei auf der Seite einer faschistischen Putsch-Regierung (Frau Timoschenkos Partei zähle ich nach ihren Drohungen gegen alle russischstämmigen und russischsprachigen Ukrainer dazu), CIA und FBI "beraten" mal wieder (die Folgen solcher "Beratungen" sind nur zu bekannt, das Autodafé in Odessa war ein "Vorgeschmack"), "Freiheit", "Demokratie" und "Menschenrechte" werden in ihr krasses Gegenteil verkehrt und wir stehen kurz vor einem, dem letzten, Weltkrieg...Ich will nach Berlin, ein Friedens-Zelt vor dem Reichstag beziehen, kann nicht einfach nur Kommentare schreiben, es zerreisst mich! - Aber ich komm hier nicht weg: Kann meine Rosen nicht im Stich lassen...Zwei, drei gartenerfahrene Freiwillige mit Zeit, die mich vertreten könnten und ich kann endlich nach Berlin... Mail-Adresse steht auf der Website. Bezahlen kann ich nichts (die Firma ist immer noch ein Zuschußbetrieb), aber zumindest haben wir ein Gästezimmer und was zu essen gibt´s auch. Würde mich freuen, wenn sich jemand fände!

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Ehemaliger Nutzer 05.05.2014 | 08:52

Fakt ist: Faschisten haben in der Ukraine die Macht übernommen, werden von sogenannten "demokratischen" Regierungen des Westens unterstützt und bekämpfen mit allen Mitteln, auch mit verbrecherischen (!) ihre politischen Gegner.

Ich werde ab sofort alle Medien, die diese verbrecherische Regierung durch unwahre, banalisierende oder vertuschende Berichterstattung direkt oder indirekt unterstützen boykottieren, das heißt Abo kündigen, nicht mehr kaufen!

Ben 05.05.2014 | 09:55

Die Wahlen am 25.05.2014 werden stattfinden. Dies ist das Ziel der USA und so wird es auch geschehen.

Für die nähere Zukunft der Ukraine gibt es m.E. nur 2 mögliche Szenarios:

1. Russland maschiert in die Ost-Ukraine ein. Die NATO antwortet entsprechend. Dann haben die Amis endlich den Krieg, den sie so dringen brauchen.

2. Russland hält sich raus. Dann haben wir eine "legitime" Regierung. Vermutlich wird sie mit den "Seperatisten" im Südosten nicht fertig. Also wird die neue "Regierung" die NATO ersuchen, so wie in Jugoslawien zu helfen.

Dass die Amis die Lage versuchen zu stabilsieren ist nicht abzusehen und da Mutti sich in den Verdauungstrakt des Nobelpreisträgers & Co. rektal vorwärtsbewegt ist ein Einlenken der EU respektive Deutschlands auch nicht zu erwarten.

Das Leben der Menschen in der Ukraine ist leider nicht Gegenstand der Gedankenspiele des Westens.

Ben