Lutz Herden
27.08.2013 | 14:59 43

Der Countdown läuft

Schlag gegen Assad Politik und Medien haben sich beim Thema Syrien-Intervention gegenseitig soweit aufgeheizt, dass sich nur die Finger verbrennt, wer das Feuer noch löschen will

Der Countdown läuft

William Hague weiß auch ohne Inspektoren, was passiert ist

Foto: Peter Macdiarmid / Getty Images

William Hague hat die Mission der UN-Inspektoren für gescheitert erklärt, bevor sie überhaupt beginnen konnte. Zu ungestüm überkommt den britischen Außenminister offenbar das Verlangen, dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad endlich eine Lektion zu erteilen. Nach Möglichkeit eine tödliche. Der Countdown für Luftschläge gegen Syrien hat begonnen. Man kennt das Szenario aus den vergangenen zwei Jahrzehnten und weiß, wann sich Politik und Medien gegenseitig soweit aufheizen, dass sich nur die Finger verbrennt, wer das Feuer noch löschen will.

Doch sollte man sich nicht zum gebannten Zuschauer einer angekündigten Aggression degradieren lassen. Sondern sich ein Gespür dafür bewahren, wie verstörend, aber auch erwartbar es ist, wenn sich westliche Politiker wie Hague an den Dschihad in Syrien heranpirschen und dabei wie Glaubenskrieger klingen. Die Sucht nach dem Militärschlag erstickt jeden Anflug von Rationalität. Das grelle Gemälde barbarischer Untaten des zum Abschuss frei gegebenen Gegners soll reichen, damit eigener Tatendrang über jeden Zweifel erhaben ist. Vernunft und Vorsicht haben ausgesorgt. Die Logik gleich mit – sie ist nicht länger Erkenntnishilfe, sondern Teufelszeug, das die Sinne betäubt. Ist nicht auch die Verweigerung von Erkenntnis ein Verzicht auf Verhaltensweisen, die das Attribut zivilisatorisch verdienen?

Um der Logik trotzdem eine Chance zu geben, noch einmal die Frage: Weshalb sollte die syrische Führung Chemiewaffen ausgerechnet dann einsetzen, wenn ihr die Vereinten Nationen mit den entsandten Inspektoren auf die Finger sehen? Weil man sich einer selbstmörderischen Hybris hingibt und den militärischen Raumgewinn vergangener Monate gern wieder los wäre? Und die eigene Luftwaffe dazu? Deren Kapazitäten zu zerstören sowie Positionen und Personal der Assad-Armee überhaupt, um die Balance im Bürgerkrieg zugunsten des Anti-Assad-Lagers zu verschieben – das ist und bleibt ein entscheidendes Motiv für das Eingreifen von außen.

Fast ein Ritterschlag

Bashar al-Assad hat sich lange gehalten. Er hat Vorhersagen, besonders im Westen, über den Kollaps seines Clans, seines Systems und seiner Streitkräfte Lügen gestraft. Er hat sich gegen eine von arabisch-sunnitischen Gegnern alimentierte und aufgerüstete Armada von bewaffneten Formationen behauptet – dank des eigenen Stehvermögens und der Verbündeten in Iran und im Libanon. Bisher konnte ihn ein nahöstlicher Regionalkrieg, der (noch) überwiegend in Syrien ausgetragen und das Zeug zu einem nahöstlichen Weltkrieg hat, nicht gänzlich überrollen. Da wirkt es fast wie ein Ritterschlag, wenn sich nun die stärksten Militärmächte – Amerikaner, Briten und andere willige Vollstrecker – an ihm versuchen wollen. Augenscheinlich ist dem Alawiten-Regime in Damaskus ein Shock-and-Awe-Szenario zugedacht, wie es Bagdad hinnehmen musste, als dort am 20. März 2003 die amerikanischen Luftangriffe begannen.

Wie zweitrangig und beiläufig wirken da die ägyptischen Obristen, die einen per Wahl legitimierten Präsidenten durch einen Putsch zu Strecke bringen und dessen Anhänger massakrieren, ohne im Westen viel Widerspruch zu ernten, geschweige denn auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Niemand von den pathetischen Kriegstrommlern des Kalibers Hague oder Laurent Fabius, Frankreichs Außenminister, schleudert ihnen ein empörtes „Killer“, „Henker“, „Massenmörder“ oder „Barbaren“ entgegen. US-Außenminister John Kerry hat den Eindruck, dass in Ägypten der Demokratie wieder zu ihrem Recht verholfen wurde. So etwas nennt man Belobigung.


Es wird jetzt viel auf das Muster "Libyen 2011" verwiesen – durch eine Intervention militärische Übermacht auszuspielen und einen Regimewechsel zu erzwingen. Sicher ein nahe liegender Vergleich, doch erscheint es gleichermaßen angebracht, den Serbien-Krieg der NATO vom Frühjahr 1999 zu erinnern. Nach 1990 der klassische Fall für die Blaupause, Krieg ohne UN-Mandat zu führen und gleichzeitig einen propagandistischen Aufwand zu betreiben, bei dem Einwände nicht mehr durchdringen.

Seinerzeit war von einer beispiellosen „humanitären Katastrophe“ die Rede. In semantischer Hinsicht zwar ein Widerspruch in sich, aber das fiel den Kolporteuren wie dem damaligen SPD-Verteidigungsminister Rudolf Scharping und dem grünen Außenminister Joschka Fischer nicht weiter auf. Scharping sprach von einem Stadion in der Kosovo-Kapitale Prishtina, in dem Tausende verhafteter Kosovo-Albaner gequält würden. Später stellte sich heraus, dass dort absolut niemand interniert war. Wer „Nie wieder Auschwitz“ sage, der müsse auch dem „Völkermord“ im Kosovo Einhalt gebieten, argumentierte Joschka Fischer. Wer bei dieser propagandistischen Geisterfahrt nicht zustieg, fand sich als „Fünfte Kolonne“ der serbischen Täter und ihres „Anführers“ Slobodan Milosevic verunglimpft.

Mit der gleichen Besessenheit sind rabiate Nebelwerfer wie Hague. Fabius und Kerry auch jetzt unterwegs. Man kann Russland verstehen, wenn es sich abwendet. Auf dem G8-Gipfel Mitte Juni im nordirischen Enniskillen hatte man in einem gemeinsamen Kommuniqué vereinbart, dass jede Meldung aus Syrien über einen Gebrauch chemischer Waffen „sorgfältig und professionell untersucht wird“. Zu diesem Zeitpunkt hatte es bereits Hinweise auf den Einsatz von Giftstoffen gegeben wie auch ganz und gar nicht erwünschte Behauptungen der UN-Sonderermittlerin Carla del Ponte, die zu dem Schluss kam, nicht Assad, sondern die vom Ausland bezahlten Aufständischen könnten dafür verantwortlich sein. In die Defensive geraten, würden sie zu diesem Mittel der Kriegsführung greifen – das hatte Logik.

Kultur der Zurückhaltung

Dabei gilt gerade bei einem Angriff auf Syrien, dass eine Intervention die Fortsetzung von Nichtpolitik mit andern Mitteln wäre. Die im Frühjahr von den USA und Russland gemeinsam erwogenen Syrien-Konferenz wäre noch immer ein Option. Sie ist freilich verbrannt, wenn Assad dorthin gebombt werden soll, um seine Kapitulationsurkunde zu unterzeichnen.

Noch ist Syrien der letzte säkulare Staat in der arabischen Welt. Seine christliche Minderheit fürchtet ägyptische Verhältnisse – brennenden Kirchen und tödlichen Hass –, sollte Assad gestürzt werden. Wenn die Arabellion in eine Islamisierung von Gesellschaften und Systemen mündet, wie das in Libyen, Tunesien, Jemen und in Ägypten geschieht, wie kann der Westen dem in Syrien Beihilfe leisten. Worin unterscheiden sich Al-Qaida-Kombattanten in Aleppo von denen im malischen Timbuktu? Vermutlich darin, dass die Dschihadisten in Syrien Assad zur Strecke bringen wollen. Dieses Kalkül bedarf keiner näheren Erklärung. Es zeigt, welche moralische Kompetenz die westlichen Gegner Assads und seines Staates für sich beanspruchen können. Da täte die Regierung Merkel gut daran, an einer Kultur der militärischen Zurückhaltung festzuhalten und sich nicht gemein zu machen mit derartiger Schizophrenie.

Kommentare (43)

Hans Springstein 27.08.2013 | 16:05

Danke Herr Herden für diesen weiteren Beitrag gegen die "Verhöhnung des gesunden Menschenverstandes“, von der auch der syrische Präsident in dem am 26. August 2013 veröffentlichten Interview mit der Iswestija sprach. Es schaudert mich, die politische und mediale Kriegstreiberei gegen Syrien, begründet mit einem Konstrukt aus Lügen und Halbwahrheiten, die den Charakter eines Countdown in der Live-Berichterstattung angenommen hat, mitzuerleben, ob ich ins Internet gehe, die Zeitung aufschlage, das Radio anmache oder fernsehe. Was auch deshalb schon immer seltener geschieht. Und die Journalistendarsteller, die bei dfer medialen Kriegstreiberei mitmachen, berichten wie von einem Fußballspiel oder eben dem Countdown für den Start einer Mondrakete, ohne eine Spur einer Kritik an dem unsäglichen Schauspiel, das die westlichen Politiker und ihre Verbündeten derzeit abliefern. Vereinzelt darf mal ein Interviewpartner vorsichtig Zweifel anmelden, was aber gleich wieder von der Wiederholungsschleife der politischen Kriegshetze erschlagen wird.

Deshalb mein Dank an Sie für Ihre Beiträge zum Thema, weil sie nicht in den Chor der medialen Knechte der Kriegstreiber einstimmen und versuchen, der Vernunft noch ein wenig Gehör zu verschaffen.

Bloß Ihren Wunsch an die Kanzlerin und die Bundesregierung kann ich nicht teilen. Nur der Wahlkampf vor dem 22. September lässt sie sich verbal zurückhalten. Ansonsten ist sie von Anfang an beim verdeckten und offenen Krieg gegen Syrien und Assad. Und sie hat Glück im Vergleich zum Krieg gegen Libyen 2011, wo das US-Afrikakommando (AFRICOM) von Stuttgart aus agierte. Das für den möglichen Militärschlag gegen Syrien zuständige US-Zentralkommando (CENTCOM) betreibt sein mörderisches Handwerk von Tampa, Florida aus.

derglaubeandassystem 27.08.2013 | 16:11

Ich koche vor Wut.

Ein John Kerry stellt sich ins Fernsehen und faselt etwas von moralischer Obszönität, er, gerade er, der Außenminister einer US-Regierung ist, die nicht nur nichts gegen Verbrechen gegen die Menschenrechte unternimmt (Guantanamo), sondern die Ignoranz gegenüber selbigen verglichen mti Vorgängerregierungen noch vergrößert (Drohnenkrieg).

Ausgerechnet er heuchelt etwas vor von "Moral". Ich wünschte, jedes Mal wenn Heuchler wie Kerry, Obama, Hollande, Cameron, Westerwelle und Co das Wort "Moral" in den Mund nehmen, würde ihnen ein Stück ihrer fauligen Haut vom Gesicht fallen.

Stattdessen machen sich die medialen Büchsenspanner von rechts und bedauerlicherweise auch von links bereit, die aufgezeihzet Stimmung noch weiter zu befeuern und tun alles in ihrer Macht stehende, der Bevölkerung, die diesen Krieg nicht will, eine angebliche Sinnhaftigkeit eines (by the way OHNE UN-Mandat geführten) Kriegseinsatzes nahe zu bringen, anstatt ihre Aufgabe zu erfüllen und die Hintergründe zu beleuchten, beispielsweise, warum noch nicht einmal auf das Ergebnis der UN-Inspektoren gewartet werden soll. Die Antwort liegt auf der Hand: Die Wahrheit ist wie immer Wurst, das Ganze ist längst entschieden und nur spärlich findet man im Internet, zumindest seitens der Medien, Vergleiche mit dem Bedrohungsszenario, das damals von den USA zum Irak entworfen wurde (Böser Diktator, A-Waffen, jetzt das gleiche, nur C statt A) und sich im Nachhinein als glatte Lüge entpuppt hat.

Wenig verwunderlich, dass man deshalb gar nicht erst "Beweise" vorlegen will, sondern gleich loslegen möchte. Das perfide dabei ist, und das kann gar nicht oft genug betont werden, dass bei diesem Kriegseinsatz an alles mögliche gedacht wird, am wenigsten aber an den Schutz der Bevölkerung. Stattdessen wird ein weiteres, einstmals stabiles Land gierigen Unternehmen und brutalen Warlords zum Fraß vorgeworfen, wie man das in den letzten Jahren schon so oft gesehen hat (Libyien, Tunesien, Ägypten, Irak).

Das Ganze geht sogar so weit, dass öffentlich und mit begeistertem Jubel die Friedensbewegung angegangen werden kann, denn das Ziel, die Friedensbewegung zu spalten (Wir sind ja gegen Krieg, ABER Assad ist ja wirklich ein ganz schlimmer Finger), wurde erreicht. Dabei hat das Dämonisieren eines Feindes oder Feindbildes Tradition. Wer könnte sich Al-Quaida ohne das Gesicht des vollbärtigen Bin Laden vorstellen, dessen Existenz zumindest in seinen letzten Jahren für die Terrorgruppe vermutlich von geringer Bedeutung war? Oder wer erinnert sich, mit welchem Begriff die Hutu-Milizen zum Abschlachten der Tutsi aufgerufen hat ("Weg mit den Kakerlaken!"). Auch Saddam Hussein kann ein Lied davon singen, wie es ist, vom geschätzten Geschäftspartner zum "blutrünstigen Tyrannen" degradiert zu werden.

Und letzten Endes macht sich die "westliche Welt" durch einen Kriegseinsatz in Syrien zum willfährigen Gehilfen tatsächlich blutrünstiger Despotenregime wie Saudi-Arabien und Katar, die mit der Beseitigung des letzten Verbündeten des schiitischen Iran in der Region das größte Interesse an einem Machtwechsel in Damaskus haben und diesen bereits seit Jahren mit viel Geld und vielen Waffen forcieren.

Diese Verlogenheit und Heuchelei macht mich krank, für einen "Friedensnobelpreisträger" wie Obama, der diesen Titel mit beispielsweise mit dem Kriegsverbrecher Henry Kissinger, aber auch mit tatsächlichen Friedensbringern wie Martin Luther King gemeinsam hat, habe ich nur Spucke für sein Gesicht übrig.

Momentan taktiert die Bundesregierung noch herum, nach der Bundestagswahl wird vermutlich der nächste Kriegseinsatz der Bundeswehr fällig. Das müssen wir uns bewusst machen und vor allem müssen wir auf die Straße gehen gegen Krieg, und zwar nicht für Assad, sondern gegen Imperialismus und gegen diese Heuchelei!

Vaustein 27.08.2013 | 16:24

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Giftgaseinsatz von den sog. Rebellen durchgeführt wurde, scheint mir recht naheliegend zu sein. Weshalb sollte Assad das machen, wenn dies quasi unter den Augen der UN-Beobachter geschehen würde. Der Mann ist ja nnicht mit dem Klammerbeutel gepudert.

Jüngst wurde ja bekannt, dass England Substanzen zur Produktion chemischer Waffen an die sog. Rebellen lieferte. http://de.rian.ru/zeitungen/20130719/266513429.html

Weshalb greift das der hiesige Journalismus nicht auf?

mcmac 27.08.2013 | 17:41

"[...]Lasst uns die Warnungen erneuern,
und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!
Denn der Menschheit drohen Kriege,
gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind,
und sie werden kommen ohne jeden Zweifel,
wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten,
nicht die Hände zerschlagen werden."

bb

In diesem Sinne: Vielen Dank für diesen Beitrag!

MfG-mcmac

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Ehemaliger Nutzer 27.08.2013 | 18:11

Wenn die wesentlichen Unterschiede zu den vergangenen global-imperialen Kriegen in den letzten beiden Dekaden, in den veränderten Kräfteverhältnissen zwischen den globalen Mächten liegen,

was fällt denn dann ganz wesentlich an der aktuellen Schmierenkomödie auf?

Doch wohl als erstes, dass die in der Vergangenheit nicht minder Logikbefreiten Inszenierungen (Powell vor der UNO), Ausdruck einer realen (aber schon schwindenden) uneingeschränkten imperialen Mach waren. Und die damit einhergehende, jedermann offenkundige und Logikbefreite Willkür der vorgebrachten „Argumentation“, auch als bewusster, gewollter und einschüchternder Ausdruck dieser Macht „verstanden“ wurde.

Die aktuelle und nicht weniger logikfreie (wohl aber leider blutigen) Schmierenkomödie, mag ja ein Ausdruck desselben uneingeschränkten imperialistischen Willens sein, allerdings einer mit deutlich beschränkterer Machtbasis als in der Vergangenheit.

Was bedeutet dass wenn heute, gerade unter Berücksichtung dieses veränderten globalen Kräfteverhältnisses, eine solche Inszenierung auch noch so kurzfristig und hektisch dilettierend aufgeführt wird?

Wohl doch eher, dass es sich bei dem aktuellen Hype und seiner zugrundeliegenden Aktion („Giftgaseinsatz“) um eine Reaktion handeln muss, eine Reaktion auf eine Sache, die über die allgemeinen Erfolge der syrischen Armee weit hinausgeht

Ganz zu schweigen von der kaum zu verbergenden Wut und unfeiwilligen Lächerlichkeit, die die westlichen Hauptprotagonisten und realen Giftgaspraktiker hier scheinbar(!) billigend in Kauf nehmen – von den unterirdischen, für jeden Kretin durchschaubaren Irrsinn „unserer“ gleichgeschalteten Primärmedien ganz zu schweigen.

Weil wenig Zeit – auch nur kurz angerissen als (für mich noch) ungeklärte Marker.

Ein direkter Angriff auf Syrien wird die Verteidiger zu allen Maßnahmen gegen die Aggressoren nötigen, die ihnen zu Verfügung stehen – wie heute unmissverständlich (und seltsamer(?) Weise in den Primärmedien des Westens so gut wie gar nicht berichtet!) aus Damaskus verlautet wurde. Ähnliches war aus Teheran zu hören. Aber der erreichbare Hauptadressat der syrischen Verteidiger wird zweifellos Israel sein.

Wo bleiben da eigentlich die üblichen Entsetzensreflexe aller bedingungslosen und solidarischen Verteidiger der israelischen Nation – egal ob aus der Bundesregierung oder den diversen Gutachsen und ähnlichem (oder gibt’s da schon was?) – wo dieses Land und insbesondere seine Bevölkerung ausnahmsweise und tatsächlich große Gefahr laufen, erheblichen Schaden zu nehmen? In Israel herrscht große Unruhe in Bevölkerung und Presse, aber Netanjahu und Regierung lassen außer markigen Worten alles im Griff und den Finger am Abzug zu haben, nichts verlauten.

Die diesbezügliche Funkstille, nicht nur was Israel als Akteur in diesem Konflikt betrifft, ist fragwürdig.

Geht’s Obama/Hagel mit der kolportierten Mär vom „begrenzten Schlag“ (24-48 Stunden) und der damit unmittelbar verbundenen Gefährdung der israelischen Bevölkerung, (auch) um die Zähmung Israels?

Wie gesagt – ungeklärte Gedankenfetzen…

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Ehemaliger Nutzer 27.08.2013 | 19:32

Ich würde alle Mörder aus der Geschichte streichen, somit auch den Kriegsnobelpreisträger Obama!

Dieses Land als auch die Nato stellen eine Gefahr für die ganze Welt dar, die Kriegsbegründung ist diesmal völlig balla balla!

Die Syrer haben das Recht, Rache zu nehmen, für das was kommen wird. Hoffendlich fangen sie ein paar Piloten!

30sec 27.08.2013 | 19:40

Es scheint, der Hinweis auf die rote Linie, die nicht überschritten werden dürfe, war keine Warnung an die syrische Regierung sondern ein Wink mit dem Zaunpfahl für die sogenannten Rebellen, einen mörderischen Gleiwitz vom Stapel zu lassen. Mithilfe gar uneigenütziger Freunde aus der Agency oder dem Service oder der Ölprinzseite lässt sich das eigene Überschreiten der Linie arrangieren und dann den syrischen Regierungstruppen unterschieben. Nach einigen vergebliche Veruchen scheint es nun geklappt zu haben. Und del Ponte wird diesmal wohlweislich den Mund halten.
Nun wird der freie, unabhängige Medienchor mit Moralkantaten versorgt, und brav singt er die alten Lieder von Despoten und Menschenrechten. Wenn, wie vor kurzem, auf Kinderelend hingewiesen wird, an dem selbstredend nur die syrische Regierung Schuld trägt, sind die bewährten Demokratielenkwaffen "Tomahawk" schon auf ihre Ziele programmiert und warten nur noch auf den Feuerbefehl des Friedensfürsten Obszönama.
Die Neulandentdecker geben, schweren Herzens, die alte Weisheit zu bedenken, ein Ende mit Schrecken sei besser als ein Schrecken ohne Ende. Doch der Schrecken währt in Afghanistan schon länger als der Mitteleuropa verheerende Dreißigjährige Krieg, er verschwindet, auch dort, nur aus den Schlagzeilen, wenn des Friedensfürsten brave Kämpen abgezogen sind und ein weiterer destabilisierter Staat mit zerstörter Infrastruktur den Vormachtansprüchen der
Pax Americana nicht mehr trotzen kann. Dann dürfen sich konkurrierende Banden um Gebiete und noch vorhandene Werte mörderisch bekämpfen. Und ab und an den satten Bürgern der westlichen Wertegemeinschaft zur dunklen Warnung vor drohenden Terroranschlägen vorgehalten werden.

Der Kritiker 27.08.2013 | 19:57

Gelungene Analyse!

Leider handelt die sogen. internationale Weltgemeinschaft (USA, Russland, GB, Frankreich, Türkeit, Saudi-Arabien, Iran und Israel) nicht im Interesse des syrischen Volkes. Jede Seite, auch Russland, ist nur auf geostrategischen Interessen aus. Von Friedenabsichten fehlt jede Spur. Der armen syrischen Bevölkerung fehlt eine Macht, die ihre Interessen vertritt... Die westlichen Medien sollten versuchen diese Macht zu füllen und die Interessen der untreschiedlichen EGO-Staaten entlarven. Eine Intervention hilft keinem Syrer, ein Wegschauen aber auch. Nur echte Friedensverhandlungen können diese Gewaltspirale beenden...

http://www.youtube.com/watch?v=NmCoHMtTx4o

Der Kritiker 27.08.2013 | 19:58

Gelungene Analyse!

Leider handelt die sogen. internationale Weltgemeinschaft (USA, Russland, GB, Frankreich, Türkeit, Saudi-Arabien, Iran und Israel) nicht im Interesse des syrischen Volkes. Jede Seite, auch Russland, ist nur auf geostrategischen Interessen aus. Von Friedenabsichten fehlt jede Spur. Der armen syrischen Bevölkerung fehlt eine Macht, die ihre Interessen vertritt... Die westlichen Medien sollten versuchen diese Macht zu füllen und die Interessen der untreschiedlichen EGO-Staaten entlarven. Eine Intervention hilft keinem Syrer, ein Wegschauen aber auch. Nur echte Friedensverhandlungen können diese Gewaltspirale beenden...

http://www.youtube.com/watch?v=NmCoHMtTx4o

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Ehemaliger Nutzer 27.08.2013 | 19:59

"... die den Charakter eines Countdown in der Live-Berichterstattung angenommen hat, mitzuerleben, ob ich ins Internet gehe, die Zeitung aufschlage, das Radio anmache oder fernsehe. Was auch deshalb schon immer seltener geschieht. Und die Journalistendarsteller, die bei dfer medialen Kriegstreiberei mitmachen, berichten wie von einem Fußballspiel oder eben dem Countdown für den Start einer Mondrakete, ohne eine Spur einer Kritik an dem unsäglichen Schauspiel, das die westlichen Politiker und ihre Verbündeten derzeit abliefern...."

Genau so nehme ich das auch wahr und bin entsetzt, geschockt - nicht überrascht - wieder einmal.

Was sind das für Menschen? Die da ganz obercool, fast mit Begeisterung und glänzenden Augen, sagen:

"Zur Strafe werden wir mal 3 Tage lang bombardieren."

Mehr fällt denen nicht ein? Als würden sie Räuber und Gendarm spielen wie kleine Jungen?

Was geht in deren Köpfen vor? Was fühlen die? (Möglicherweise hat Wilhelm reich doch Recht. Sie kompensieren Probleme ganz anderer Art).

Und wie fühlt sich die syrische Bevölkerung?

Werden als nächstes syrische Städte wochenlang umzingelt, Wasserwerke und Elekrizitätswerke, Fernsehsender u.a. Kommunikationbszentren bombardiert - wie in Libyen?

Werden Phosphorbomben und radioaktive Waffen eingesetzt?

Werden aufmüpfige Fernsehmoderatorinnen gefangen genommen, vergewaltigt, zu Tode gefoltert ...?

Werden "Freiheitskämpfer" nachts von Haus zu Haus laufen und unter Geschrei "Allah ist groß" schlafende Männer, Frauen und Kinder, vermeintliche Assadsympathiesanten killen oder "versaften", damit keine Spuren bleiben.

Wird auch Assad vor laufenden Kameras und unter Gejohle von armseligen kranken Kreaturen anal aufgespießt?

Um der Menschenrechte und der Freiheit und der Demokratie willen.

Waren es nicht mehr als 50 Prozent der syrischen Bevölkerung, die die Assadregierung (unter Aufsicht der Weltöffentlichkeit) gewählt haben?

Auch das ist egal?

Und die UNO?

Es herrscht das Recht des Stärkeren. Ich wünschte es gäbe so etwas wie ein göttliches Gericht. Wenigstens könnten den Lügnern lange Nasen wachsen und Waffen zu Pudding werden.

mcmac 27.08.2013 | 21:11

Syrer streiten wegen des Giftgaseinsatzes

Wer ist für den Chemiewaffenbeschuss verantwortlich? Lokale syrische Kommandeure wehren sich laut Medien: Sie hätten nicht gewusst, dass Raketen Nervengas enthielten. (ZO heute, 19:08)

Sollten diese Ausführungen zutreffen, dann handelt es sich mindestens um ein schweres Versehen, dass zu diesem Giftgaseinsatz führte.

Vielleicht könnte jemand mal ursprüngliche die ursprüngliche Quelle verifizieren?..

Schmiddy 27.08.2013 | 21:27

Es ist einfach nur noch schlimm, was bei den westlichen Regierungen und bei den westlichen Medien vorgeht. Und letztlich ist es auch nur verständlich, wenn die Bürger gar nichts mehr glauben, was Politiker und Journalisten ihnen sagen. Seit 2011 läuft nun der Bürgerkrieg in Syrien, seit 2011 werden die Aufständischen von westlichen Staaten, der Türkei und den reaktionären Golfstaaten unterstützt - auch militärisch, seit 2011 verschlimmert sich die Lage der Zivilbevölkerung in Syrien und seit 2011 trommeln die westlichen Medien gegen das "böse Assad-Regime". Von einem demokratischen Aufstand der Bevölkerung gegen die syrische Baathpartei-Diktatur kann schon längst nicht mehr die Rede sein, wo anfangs tatsächlich eine demokratische Bewegung in Syrien existiert hat, ist sie schon längst im Blut ersoffen. Inzwischen kämpfen Freischärler und Terroristen gegen Regierungstruppen und andere Freischärler. Was immer am Ende der Kämpfe das Ergebnis sein wird, eine Demokratie wird es nicht sein. Dies war den westlichen Staaten von Anfang an klar, als sie die "syrische Opposition" unterstützten. Und die Anschuldigung an den Westen, hier unter der Lüge "Demokratie und Menschenrechte" eine geopolitische Machtprobe mit anderen Mächten (Russland, China, Iran) um den Preis eines zerstörten Landes und unzähliger Opfer herbeigeführt zu haben, ist nur allzu berechtigt - dies ist eben internationale Politik. Wenn sich bestätigt - und ich hege keine Zweifel daran, dass es sich bestätigt - dass im Konflikt C-Waffen eingesetzt werden, ist dies in der Tat eine Überschreitung der "roten Linie" bzw. ein Kriegsverbrechen. Und selbstverständlich ist die Weltgemeinschaft verpflichtet, die Weiterführung solcher Verbrechen zu unterbinden und Täter zu verurteilen. Leider gibt es aber im Westen kein echtes Interesse an einer Aufklärung der Vorfälle. Ob nun die USA und ihre Verbündeten Syrien angreifen, während die UN-Inspektoren noch in Syrien sind oder erst unmittelbar hinterher, macht keinen Unterschied. Der österreichische Standard hat bereits geschrieben, dass es nicht der Auftrag der UN-Inspektoren sei, die Herkunft von möglichen C-Waffen festzustellen (und darüber hinaus die Schuldigen zu bestimmen), sondern nur die Verwendung von C-Waffen festzustellen. Selbst das ist noch nicht einmal korrekt, wenn man den Blog The Tranch glauben schenkt (http://www.the-trench.org/syria-should-un-investigators-pass-judgement/). Nach The Tranch ist es nur Aufgabe der UN-Inspektoren Proben an den Tatorten zu sammeln, diese werden dann in OPCW-zertifizierten Laboren untersucht (OPCW ist die Organisation die das C-Waffen-Abkommen CWC von 1993 überwacht). Die verschiedentlich geäußerte Behauptung, die Untersuchung käme zu spät und wäre verschleppt worden, ist dabei völliger Blödsinn. Richtig ist vielmehr, dass am 19. März 2012 der UN-Generalsekretär und der Generaldirektor der OPCW eine Untersuchung der kurz zuvor erhobenen C-Waffen-Vorwürfe besprochen haben (http://www.un.org/sg/offthecuff/index.asp?nid=2740). Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Syrien nicht dem CWC-Abkommen beigetreten ist und deshalb die UNO die Probensammlung veranlassen musste und hierfür das Einverständnis Syriens benötigte. Dass es so lange gedauert hat, bis es eine Vereinbarung zwischen der UNO und Syrien zur Entsendung von UN-Inspektoren gab, ist eben auch dem Umstand geschuldet, dass zuerst auch eine Inspektion der syrischen Militäranlagen mit C-Waffen im Gespräch war, wogegen sich Syrien widersetzte (immerhin wurden damals die Waffeninspektionen im Irak durchaus auch zur Militärspionage für die USA missbraucht). Es muss daher verblüffen, dass behauptet wird, Syrien hätte zu lange gezögert, um die UN-Inspektoren an den Tatort in Damaskus vorzulassen, denn dies entspricht nicht der ursprünglichen Vereinbarung und hierfür muss der syrische Staat eben auch die Sicherheit der UN-Inspektoren erst sicherstellen. Fünf Tage sind da ein sehr schnelles Handeln, um eine bilaterale Vereinbarung abzuändern und die Sicherheit der UN-Inspektoren in einer Kampfzone zu gewähren. Wie nun ein westlicher Militärschlag gegen Syrien einerseits den Bürgerkrieg beenden und andererseits die Täter eines potentiellen Chemiewaffenanschlags dingfest machen soll, ist völlig rätselhaft. Wenn wirklich inzwischen Chemiewaffen eingesetzt werden, müssen doch schnellstens poliitsche Friedensgespräche begonnen werden, bevor jetzt beide Konfliktseite zur chemischen Kriegsführung übergehen (und es besteht kein Zweifel, dass einzelne Gruppen unter den Aufständischen über C-Waffen verfügen oder sich besorgen können, falls nicht aus ihren Reihen heraus auch die mutmaßlichen chemischen Angriffe erfolgt sind).

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Ehemaliger Nutzer 28.08.2013 | 00:34

…was die mögliche Zähmung Israels unter dem Regime Netanjahu betrifft, waren meine „Gedankenfetzen“ auf dem völlig übermüdeten und falschen Gleis. Die Eliminierung und Teilung Syriens ist die Voraussetzung für die israelische Heimholung und endgültige Einverleibung des Golan. Außerdem ist die Zerstörung des alten und einheitlichen Syriens die strategisch wichtigste zu bewältigende Vorstufe im anvisierten Krieg gegen den Iran. Der Krieg gegen Syrien liegt im Interesse der Zionisten.

Bei einem angekündigten Angriff auf Syrien, so er denn stattfindet, wird Israel demnach auch innerhalb der Achse der Irren eine zentrale Rolle spielen…

Fraglich bleibt allerdings, ob ihnen dieser „begrenzte Entlastungsschlag“* für die eingeschlossenen Söldnerheere in Ghouta, dass Risiko von erfolgreichen Vergeltungsschlägen der Syrer wert ist, inkl. möglicher und zahlreiche Opfer unter seinen Bürgern– gewiss nicht aus Sorge um seine Bürger, sondern aufgrund des drohenden Verlustes eines seit den Gründungskriegen bestehenden Unverwundbarkeitsmythos. Und das noch vor der endgültigen und kriegerischen Vollendung seines nationalen Großprojektes.

*bis vor kurzem wollten die USA diesen Schritt nicht gehen, und nun können sie sich alle ein kurzes Bombardement á la Kosovokrieg vorstellen. Was kann der Grund dafür sein, dass für „begrenzte militärische Schläge“ so offensichtliche und erhebliche Risiken eingegangen werden?

Vielleicht deswegen.

Die Söldnerheere hatten erhebliche Ressourcen mobilisiert, um den Brückenkopf in Jobar und Ghouta für eine große Offensive zu stärken. Die syrische Armee ist ihnen offensichtlich zuvorgekommen und hat wesentliche Erfolge erzielt. Der Kessel östlich von Damaskus ist vermutlich kurz davor von den Verteidigern aufgerieben zu werden.

Das wäre ein Grund für die plötzliche Hektik endlich bomben zu können. Außerdem sitzen vermutlich auch ein ganzer Haufen westlicher Militärberater und Special Forces in diesem Kessel fest. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass von den Terrorbanden am letzten Giftgaseinsatzort um Aleppo, eigens eine Großoffensive durchgeführt wurde, um lokale Zeugen des Geschehens zu beseitigen.

Dass wäre in der Tat ein rationales Ziel für einen begrenzten Angriff. Entlastung der Terrorbanden, Chaos zulasten der Verteidiger zwecks Organisierung eines Rückzuges aus dem Kessel nach Jordanien. Gleichzeitig bewerkstelligt man die weitere Zerstörung von lebenswichtiger Infrastruktur.

Dies alles würde aber nur dann „glatt“ laufen, wenn die Verteidiger auf massive Vergeltung verzichteten.

Aber warum sollten sie das tun?

Schmiddy 28.08.2013 | 01:17

Die Vorlage des Zeit-Artikels ist hier zu finden: http://www.thenational.ae/news/world/middle-east/syrian-chemical-attack-spurs-finger-pointing-inside-assad-regime

Und dies schreibt die englischsprachige Wikipedia zu der Ursprungsquelle:
http://en.wikipedia.org/wiki/The_National_%28Abu_Dhabi%29

Und ansonsten kann man den ZEIT-Artikel wohl eher vergessen und lieber die Leserkommentare zu ihm ansehen. Wenn die ein Querschnitt der Lesermeinung sind, dann kann die ZEIT dicht machen.

weinsztein 28.08.2013 | 03:52

Auf Zypern liegen zwei britische Militärbasen, Akrotiri und Dekelia, die als Exklaven völkerrechtlich zu Großbritannien gehören.

William Hague, so ist manchen Medien zu entnehmen, plant von von Zypern aus den britischen Militärschlagsbeitrag gegen Syrien.

"Die Insel liegt nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie von der syrischen Hauptstadt Damaskus entfernt und könnte ein zentraler Ausgangspunkt für die britischen Operationen werden", so ein Hinweis der "Zeit" von gestern.

Andererseits sind es auch nur wenige Hundert Kilometer von Damaskus bis zu den britischen Stellungen auf Zypern. Dann wäre per syrischem Gegenschlag auch jäh die EU direkt betroffen.

Außenminister William Hague weiß das und nimmt einen nahöstlichen Weltkrieg in Kauf. Geht es jetzt um Großreinemachen in der Region, angeführt von den USA und Großbritannien? Ok, Frankreich wäre auch wieder gern dabei, wie in Libyen - und immer schon zu kurz gekommen, diesmal mit dem Sozialisten Hollande.

Friedensnobelpreisträger Obama, David Cameron (Premier und Ex-Member of the famous Bullingdon Club) und der Sozialist Hollande treiben den Westen in die nächste Nahostexpedition.

Ob die US-Streitkräfte beim Militärschlag gegen Syrien auch Agent Orange einsetzen werden? Man weiß es nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Orange

Ein wenig Lektüre: http://de.wikipedia.org/wiki/Syrien

mcmac 28.08.2013 | 08:51

>>>8. Propagandablatt der Blatt der Scheichs

The National ist ein Propagandablatt der Regierung der VAE. Es gehört der Regierung, die starken Einfluss auf die Berichterstattung ausübt.

In a 2012 article in the American Journalism Review, former foreign desk editor Tom O'Hara contended that coverage was skewed to favor the agenda of the government of the United Arab Emirates. He said that the newspaper had a "meticulous censorship process" that directly influenced coverage and word usage in the newspaper, such as prohibiting use of the term "Persian Gulf." He said that the newspaper engaged in self-censorship, suppressing coverage of subjects deemed as casting an unfavorable light on hte UAE royal family. He said that, among other things, coverage of the Libyan uprising was suppressed, as were articles about Wikileaks and gay rights.

http://en.wikipedia.org/w...

Wenn man jetzt noch bitte zur Kenntnis nimmt, dass die Scheichs erbitterte Gegner Assads sind, kann man diese Meldung mit gutem Gewissen in die Propagandatonne schmeissen.<<<

(Kommentar bei ZO)

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Ehemaliger Nutzer 28.08.2013 | 10:16

Die Logik sagt mir das die Weltgemeinschaft sich dahingehend abgesprochen hat das Syrien ein Militärschlag zugefügt werden soll der Assad entscheidend schwächt.

Ich vermute, dass dieser Einsatz schon seit längerer Zeit vorbereitet wurde, siehe die Patriot Raketen in der Türkei. Der Kreis schließt sich, es fehlte nur noch der Grund.

Fazit solange die Gewalt Triebfeder menschlichen Handelns bleibt wird die Spirale der Gewalt anwachsen bis hin zur totalen Zerstörung daher wird auch der Atomkrieg irgendwann kommen.

Vielleicht sollte man mal versuchen hundert Jahre ohne Krieg weltweit auszukommen und jeglichen Waffenverkauf und Transfer verbieten um zu sehen was sich auf der Welt ändert. Wenn Assad nicht mit Waffen versorgt werden würde und alle anderen Kriegsparteien weltweit würde es mit Sicherheit weniger Krieg und Gewalt geben aber ist das vom den Mächtigen im Hintergrund gewollt? Verstehen die das Leid der Misshandelten überhaupt solange sie selbst in Sicherheit und Luxus leben wie die Möchtegerngötter?

Lutz Herden 28.08.2013 | 10:25

Es ist auf alle Fälle davon auszugehen, dass es sich dann um keine "begrenzte Militäraktion" der USA und GB mehr handeln wird, wenn militärische Abwehrmaßnahmen der syrischen Streitkräfte amerikanische oder britische Ziele treffen – dann wird es sofort den Ruf nach Vergeltung geben.

Die Ausrüstung der Assad-Armee mit Flugabwehrraketen etwa ist jedenfalls von einer Qualität, um einer möglichen militärischen Konfrontation mit Israel gewachsen zu sein, wie sich das logisch aus der Geschichte des Nahost-Konflikts seit 1947/48 ergibt.

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Ehemaliger Nutzer 28.08.2013 | 10:52

"Außenminister William Hague weiß das und nimmt einen nahöstlichen Weltkrieg in Kauf."

So kann man es auch sagen.

Oder so:

"Die militärischen Planer der USA sind überzeugt, dass es früher oder später zum Krieg zwischen den USA und der UdSSR kommen wird - und dieser Krieg wird ein nuklearer sein. Die Amerikaner gehen davon aus, dass der dritte Weltkrieg ebenso wie der Erste und der Zweite in Europa ausgefochten wird."

US-Admiral la Rocque, Frankfurter Rundschau vom 29. April 1981

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"Es ist einfach eine tatsache, dass - wie unglücklich und schrecklich das auch für die Welt sein würde - möglicherweise einige Kernwaffen zum Einsatz kommen könnten im Zusammenhang mit einem Krieg, der bis zu jenem Zeitpunkt ausschließlich auf dem europäischen Schauplatz geführt worden wäre."

US-Verteidigungsminister Weinberger, in einem Fernsehinterview mit NBC am 27.10.1981

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"Schließlich hat Japan den Atomangriff nicht nur überlebt, sondern hat danach eine Zeit der Blüte erlebt."

Eugene Rostow, Leiter der Rüstungskontroll- und Abrüstungsbehörde der USA, nach Edward M. kennedy/Mark O. Hatfield, Stoppt die Atomabrüstungf, Hamburg 1982, S.18

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"Die kommenden Jahre werden für die Sache des Westens entscheidend sein", rief Reagan aus, weil der Kommunismus überwunden werde. der Präsident will sich nichjt mit Anklagen gegen den Kommunismus aufhalten: "Wir werden ihn abschließen als ein trauriges, bizarres Kapitel der Geschichte, dessen letzten Seiten geschrieben werden. ... "auf dass", so schloss Reagan, "künftige Generationen diese amerikanische Nation und ihre großen Ideale ehren können."

US-Präsident Reagan in einer Rede am 18.5. 1981 nach Neuer Züricher Zeitung vom Mai 1981

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Die US-amerikanische Regierung ist zu einem begrenzten Nuklearkrieg entschlossen. Um sich Rohstoffe und Weltmärkte zu sichern...

Die USA weisen Europa die Funktion eines Puffers zu, der verhindern soll, dass ein begrenzter Atomkrieg in der Dritten Welt zu einem für die USA selbst tödlichen, globalen Nuklearkrieg eskaliert."

Daniel Ellsberg, vormaliger Präsidentenberater und Atomkriegsexperte des US-verteidigungsministeriums, in einer Red an der TU Berlin am 29. Juni 1981

(Fettformatierung von mir.)

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Sind die letzten Seiten jetzt so gut wie zu Ende geschrieben?

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Wäre die Situation eine andere, wenn die gesamte syrische Regierung ihren Rpücktritt erklärte, (sich freiwillig dem Internationalen Gerichtshof in Den Hag stellte und) die politischen Gegner Assads die Macht in Syrien übernähmen?

30sec 28.08.2013 | 14:18

Der Countdown läuft und die Pentagonmusi spielt dazu, gern auch in den "Qualitätsmedien" dieser Welt. Schon 2009 berichtete der Schweizer Tagesanzeiger: "27'000 PR-Berater polieren Image der USA"
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/27000-PRBerater-polieren-Image-der-USA/story/20404513
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Zitat daraus: "Das US-Militär hat seine Propagandaabteilung gewaltig ausgebaut. Nichts wird unversucht gelassen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Laut AP-Recherchen verfügt das Pentagon über 27'000 Personen, die ausschliesslich für die Öffentlichkeitsarbeit (PR, Werbung, Rekrutierung) zuständig sind. Zum Vergleich: Das gesamte US-Aussenministerium mit Hillary Clinton an der Spitze beschäftigt rund 30'000 Personen. Die PR-Maschinerie des Militärs kostet die Steuerzahler jährlich 4,7 Milliarden Dollar. Seit 2004 sind die Ausgaben um 63 Prozent gewachsen. Wozu diese Mittel genau eingesetzt werden, bleibt meist geheim."
Zwei umwerfend blödsinnige Beispiele für offensichtliche Produktionen dieser Abteilung sind auf ZEIT-Online zu finden:

"Syrer streiten wegen des Giftgaseinsatzes"
und
"Assads Bruder soll Giftgaseinsatz befohlen haben".
Nix ist zu dummdreist, als dass es nicht dem Bildungsbürger aufgetischt werden könnte ...

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Ehemaliger Nutzer 28.08.2013 | 15:04

Die USA, die NATO und der Westen, das sind nicht "die guten". Richtig. Aber wenn es sonst niemanden gibt, der verhindert, dass ein Diktator sein Volk mit C-Waffen tötet, dann ist es gut, dass der Countdown läuft!

Hier mein Artikel:

https://www.freitag.de/autoren/marina-g-/eine-intervention-in-syrien-ist-richtig

Geierwally 29.08.2013 | 00:40

habe eben anne will gesehen, man man 4 kriegswillige geggen eine linke.

ich habe so eine wut auf mich, das ich mir das angetan habe. dieser bild fuzzi reichelt soll doch in syrien bleiben und kämpfen, wenn es ihm gefällt.

was mcih vorallem stört, das alle davon ausgehen, das es assad war, niemand von diesen kriegshetzern kommt auf die idee, es könnten auch rebellen gewesen sein. der reichelt meint sogar das die rebellen gar nicht dazu in der lage wären, dieses giftgas einzusetzen, ich lach mich schlapp, die konnten sogar flugzeuge in hochhäuser steuern.

Patriarch 29.08.2013 | 10:26

Da gebe ich Ihnen Recht!

Um Gottes Willen,muss das Bild so tief fallen?Dieses Inteview ist mit Al-Qaidas Syrienschef geführt.Yasser Ibrahim Al Haji(Marea),der Oberste Terroristenchef der berüchtigten An Nusra Terrorbrigaden,Al Qaidaarm in Syrien!Dieser Man mit allen seinen Söldner steht auf Terrorliste der USA & EU...Gratulation Herr Reichelt!Gratulation das Bild!Was kommt noch?!

Was für EINE beschissene Wendung?Das Bild verwandelt sich zu SPRACHROHR der Terroristen!!!Wessen Flachsidee war das?Für wieviel Silberingen hat sich das Bild verkauft?

Patriarch 29.08.2013 | 10:29

@Geierwally Da haben Sie völlig Recht. Um Gottes Willen,muss das Bild so tief fallen?Dieses Inteview ist mit Al-Qaidas Syrienschef geführt.Yasser Ibrahim Al Haji(Marea),der Oberste Terroristenchef der berüchtigten An Nusra Terrorbrigaden,Al Qaidaarm in Syrien!Dieser Man mit allen seinen Söldner steht auf Terrorliste der USA & EU... Gratulation Herr Reichelt!Gratulation das Bild!Was kommt noch?! Was für EINE beschissene Wendung?Das Bild verwandelt sich zu SPRACHROHR der Terroristen!!!Wessen Flachsidee war das?Für wieviel Silberingen hat sich das Bild verkauft?

LazyVisionary 29.08.2013 | 11:22

Ich mag ja Ihre Analysen Herr Herden, aber Russland und China sind irgendwie auch nicht die besonnen Dritten in diesem Konflikt. Vielmehr haben sie doch knallharte Interessen, Syrien ist ein großer Waffenabnehmer. Schon Bashars Papa, Hafiz Al Assad, hat Anfang der 80er mit sowjetischem Gerät die politische Opposition weggebombt. Der Sohnemann hat einfach zu lange gewartet, war zu zögerlich meinen viele. Jedenfalls haben Russland und China jede, auch diplomatische Intervention durch ihr Veto verhindert und sind damit an der jetzigen Situation nicht ganz unbeteiligt. Ihnen angesichts des einsetzenden Propaganda-Geblubber im Westen die Rolle des Vernünftigen zuzuweisen ist doch arg einfach. Ich vermute mal, dass Russland ohne westlichen Druck Assad selbst dann die Stange halten würde, wenn dieser tatsächlich Giftgas egesetzt hätte.

Man darf nicht vergessen, dass es Assad war und ist, der in Syrien ganze Städte auf die Schlachtbank führt. Daran ändert auch die Brutalität nichts, mit der Teile des Widerstands vorgehen. Allerdings muss sich der Westen fragen lassen, was er nun noch in Syrien erreichen will.

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Ehemaliger Nutzer 29.08.2013 | 19:59

"Allerdings muss sich der Westen fragen lassen, was er nun noch in Syrien erreichen will."

Das kann ich Ihnen sagen: weitere Giftgaseinsätze verhindern. Assad an den Verhandlungstisch zwingen. Dem Regime und allen anderen zeigen, dass sie nicht einfach so ihre Bevölkerung ermorden können, mit oder ohne Giftgas (siehe die Zerstörung von Homs in den 1980er Jahren).

Viele Menschen in Syrien begrüßen die Luftschläge. Siehe hier: https://www.freitag.de/autoren/marina-g-/syrerinnen-begruessen-luftschlaege

LazyVisionary 29.08.2013 | 22:21

Wenn es denn so einfach wäre. Der Westen wird in diesem Konflikt nichts positives mehr zustande bringen, der Zug ist einfach abgefahren. Vor zwei Jahren hätte man vielleicht etwas erreichen können. Mittlerweile hat die Spirale der Gewalt sich so weit gedreht, dass niemand sie mehr wird aufhalten können bis das Regime den Kampf für sich entschieden hat oder stürzt. In letzterem Fall wird um die Klärung der Machtfrage weitergekämpft.

Die Soldaten der Assad-Armee und alle höherrangigen kämpfen nicht bloß sinnbildlich ums Überleben. Was glauben Sie was da für Rechnungen beglichen werden, wenn Assad erstmal fällt. Schaut der Westen dabei dann zu oder wie muss ich mir das vorstellen?

Es bleibt doch dabei, dass es keinen konkreten Plan gibt. Was soll den überhaupt bombardiert werden? Soll es zu einem Regimewechsel kommen? Ja, Nein, Ich weiß nicht? Bis jetzt ist doch nocht nicht einmal klar ob und wenn ja wer Giftgas eingesetzt hat.

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Ehemaliger Nutzer 29.08.2013 | 23:07

"Das kann ich Ihnen sagen: weitere Giftgaseinsätze verhindern. ..."

Wie?

"Assad an den Verhandlungstisch zwingen."

Warum nur Assad und nicht seine politischen Gegner? Wer hat geplante Verhandlungen abgesagt? Wer erkennt die Wahlergebnisse, also den Mehrheitswillen der syrischen Wähler nicht an?

"Dem Regime und allen anderen zeigen, dass sie nicht einfach so ihre Bevölkerung ermorden können, ...."

Ob ein Regime die "eigene" Bevölkerung, Teile davon, einzelne Mitbürger oder Menschen anderer Völker ermordet ist völlig egal. Es ist immer ein Verbrechen!

Wer so sehr Wert darauf legt, ob einem Menschen, dem Schmerzen und Schaden zugefügt werden zu dem eigenen Volk gehört oder nicht, der ist geprägt von einem nationalistischen Gedankengut (möglicherweise ohne, dass er sich dessen bewusst ist).

Wieso also soll es einen qualitativen Unterschied geben, ob (syrische) Anhänger der Assadregierung Syrer umbringen oder (syrische) Gegner der Assadregierung Syrer umbringen oder Nichtsyrer Syrer umbringen. Welche Rolle spielt bei Mord die Nationalität?

Wissen Sie das auch? Ich bin gespannt.

"Viele Menschen in Syrien begrüßen die Luftschläge. Siehe hier: https://www.freitag.de/autoren/marina-g-/syrerinnen-begruessen-luftschlaege"

Viele Mensc hen in Syrien um Syrien herum und auf der ganzen Welt begrüßen die Luftschläge nicht.

Und nun? Welchen Wert hat Ihre Aussage?

Das kann ich Ihnen sagen: Er sagt etwas über Sie aus, nämlich:

Mene mene tekel u-parsin (מנא ,מנא, תקל, ופרסין).

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Kein Krieg, keine Bombardierung, keine Waffenexporte!

In Amerika wird derzeit Martin Luther King gefeiert. Auch von Obama, wenn ich mich nicht irre

FÜR SIE:

"I have a Dream

Ich habe zuviel Haß gesehen, als daß ich selber hassen möchte

Haß ist eine zu große Last, als daß man sie tragen könnte

Der gute Nachbar übersieht die Äußerlichkeiten und erkennt die inneren Werte, die jeden Menschen zum Menschen und damit zum Bruder machen.

Die Macht des Schwertes kann die macht des Geistes nicht überwinden

Ich wollte kein Zuschauer sein, ich wollte dort stehen, dort mittun, wo die Dinge sich entscheiden... " >M.L.K.

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Ehemaliger Nutzer 29.08.2013 | 23:30

Die Sendung war der Oberkracher. Eine Offenbarung nach der anderen. Schön auch:

-"Wir wissen gar nicht, wo die Giftgaslager sind."

- "Und trotzdem wollen Sie bombardieren? Und wenn Sie ausversehen ein Giftgaslager treffen?"

- Wir wissen schon, wo die ihre Giftgaslager haben."

- "Wieso. Er sagte doch gerade..."

- "Naja, der eine weiß es und der andere weiß es nicht... Wir wissen es jedenfalls..."

Und so weiter und so fort.

Der General weiß, wo sie ihre Giftgaslager haben. Aber keiner weiß wer was wann wohin aus diesen Giftgaslagern transportiert?