Die Leere nach dem Schuss

Afghanistan Der Abzug der NATO-Truppen scheint sicher, eine Aufarbeitung nicht
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 16/2021
US-Soldaten bei Kandahar: Auf dem hohen Ross des moralischen Imperialismus
US-Soldaten bei Kandahar: Auf dem hohen Ross des moralischen Imperialismus

Foto: Scott Olson/Getty Images

Es wäre angebracht, dürfte aber ein frommer Wunsch bleiben: Öffnet der nun wohl unwiderrufliche Abzug der USA und ihrer NATO-Sekundanten aus Afghanistan die Schleusen, um aufzuarbeiten, was zum Desaster wurde? Oder wird das Ansinnen nach 20 Jahren Krieg daran scheitern, nicht opportun zu sein? Mit dem Ruf nach Strafe für von den Besatzungstruppen begangene Kriegsverbrechen wäre zu rechnen, mit dem nach Sühne für die Anmaßung, Afghanistan zwei Jahrzehnte lang als Experimentierfeld für Ideologie- und Regime-Export missbraucht zu haben. Welche NATO-Regierung sollte daran interessiert sein, dies einzugestehen? Der Drang, auf dem hohen Ross des moralischen Imperialismus zu sitzen und sich anderen Weltregionen als Vormund aufzudrängen, geriete in