Die Türme von Angkor Vat

KAMBODSCHA VOR 25 JAHREN Mit dem Machtantritt Pol Pots und der "Khmer Rouge" begann auch der Kampf um einen wirklichen Patriotismus und die nationale Identität des Landes
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Phnom Penh, Ende April 1975 - innerhalb von 14 Tagen ist aus einer hektischen und pulsierenden asiatischen Metropole eine Geisterstadt geworden. Nach der Einnahme Phnom Penhs am 17. April haben die Khmer Rouge unter dem Vorwand, es sei mit amerikanischen Luftangriffen zu rechnen, zwei Millionen Menschen deportiert. Geblieben ist ein surreales Nichts, über dem eine gespenstische Stille lastet.

Gelegentlich bewegen sich Fensterflügel und Türen leise im Wind, vereinzelt liegen Kleidungsstücke auf Balustraden und Fensterbänken. Der unzerstörte Flügel der kurz zuvor gesprengten Nationalbank ragt wie ein Obelisk empor. Das Portal des Hauses mit seiner geschwungenen Überdachung führt vom Schutt der Straße in den Schutt des einstigen Kassenraumes. D