Lutz Herden
Ausgabe 1616 | 21.04.2016 | 06:00 44

Gesetz der Serie?

Brasilien Sollten Dilma Rousseff und ihre Arbeiterpartei scheitern, könnte in Südamerika nach einer Ära linker Regierungen aus dem Rechtstrend unwiderruflich ein Rechtsruck werden

Gesetz der Serie?

Noch kann sie sich retten: Dilma Rousseff

Bild: EVARISTO SA/AFP/Getty Images

Wenn die Dinge ihren Lauf nehmen, wird Dilma Rousseff am 5. August keine Olympischen Spiele in Rio eröffnen. Auf den ersten Blick scheint ihre Demission besiegelt. Nach dem Votum des Abgeordnetenhauses für ein Verfahren zur Amtsenthebung wird sich der Senat, in dem Rousseffs Arbeiterpartei (PT) hoffnungslos unterlegen ist, nicht lumpen lassen. Auch der regionale Trend verheißt kein rettendes Ufer. Wird Brasiliens Präsidentin gestürzt, wäre das Gesetz der Serie bedient. Erst büßen im Herbst die venezolanischen Chavisten die parlamentarische Mehrheit ein, dann geht in Argentinien der Linksperonismus vor dem konservativen Präsidentenbewerber Mauricio Macri in die Knie, schließlich verliert Evo Morales ein Referendum in Bolivien und so den Anspruch auf eine weitere Amtszeit. Strauchelt Brasiliens seit 2003 regierende Arbeiterpartei, hat sie sich durch die kleptokratische Manie vieler Spitzenleute zwar eher selbst besiegt, als besiegt worden zu sein. Doch lässt sich ein Dominoeffekt schwerlich übersehen. Wird in Südamerika nach einer Ära linker Regierungen aus dem Rechtstrend unwiderruflich ein Rechtsruck?

In der Vergangenheit wurde der Subkontinent häufig von Wellen des Wandels erfasst, die mehr als nur einen Staat überrollten. In den 70er Jahren gab es die reaktionäre Wende hin zu militärfaschistischen Diktaturen – mit Hugo Banzer in Bolivien, Augusto Pinochet in Chile. Uruguay bekam es mit dem Autokraten Juan Bordaberry zu tun. Eine Junta in Buenos Aires ließ ab 1976 mehr als 30.000 politische Gegner spurlos verschwinden. Ganz zu schweigen von den Statthaltern des inneren Terrors in Paraguay und Brasilien.

Als die Obristen ausgesorgt hatten, folgte in den späten 80ern das liberal-bürgerliche Interregnum, bis sich linke Regierungen per Wahl durchsetzten. Deren Projekt schien in Venezuela, Ecuador und Bolivien nicht allein reformerischer Natur. In Caracas rief Hugo Chávez 2002 den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ aus. Das klang epochal, auch wenn sich zunächst nur die Idee einer Umverteilung Geltung verschaffte, die ein in sozialer Demut gehaltenes Prekariat an nationalen Ressourcen beteiligte wie nie zuvor. Tatsächlich blieb der Wunsch nach einer alternativen Gesellschaftsordnung ein Wunschtraum, Marktwirtschaft ohne Kapitalismus eine Utopie. So wie die Sympathien der unteren Schichten mit Hilfsprogrammen gewonnen wurden, gingen sie wieder verloren, als fallende Rohstoffpreise dem spendablen Staat zusetzten – in Brasilien und erst recht in Venezuela. Diskreditiert ist der Wille zu mehr Gerechtigkeit dadurch keineswegs. Die Erfahrung, dass diese möglich sein kann, lässt sich kaum erschüttern. „Ich habe die Gewissheit, dass die Saat, die wir in das würdige Bewusstsein Tausender und Abertausender Chilenen gepflanzt haben, nicht herausgerissen werden kann“, sagte Chiles sozialistischer Präsident Salvador Allende am 11. September 1973 in seiner letzten Rundfunkansprache, als schon die Bomben der Putschisten auf seinen Amtssitz fielen.

Und so homogen ist Südamerika wiederum nicht, als dass durch einen institutionellen Putsch in Brasilien die kontinentale Rechtswende vollendet wäre. Dilma Rousseff kann sich retten, sollte sie so couragiert sein, ihre Anhänger zu mobilisieren und den außerparlamentarischen Überlebenskampf zu riskieren. Dazu müsste freilich eine andere Kraft hinter ihr stehen als die Arbeiterpartei des letzten Jahrzehnts.

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 16/16.

Kommentare (44)

rioja 21.04.2016 | 06:57

Bitte, "links" in Lateinmerika, dass ich nicht lache! Nur Kuba hatte es 1959 geschafft und wird heute wieder still re-amerikanisiert. Im Falle Chile hat die CIA gleich Schluss gemacht, mit Allende, peng, weg war er. Die beiden linken Kasperl, Ortega und Chavez sind petitessen der Geschichte, nichts weiter. Der lateinamerikanische Kontinent war, ist und bleibt, fest in der Hand von einer verschwindend kleinen, extremen Elite. Manchmal, ein paar Jahre, Junta dabei, na und? Dem großen Bruder im Norden, dem Gringo im oval office ist das alles sehr willkommen. Er braucht Ruhe und Ordnung vor seiner Haustür. Alles andere müsste unverzüglich völlig unterbunden werden. Bis heute tummeln sich in Südamerika auch noch lustige germanische Gesellen, seien es alte Nazis oder alte DDR-Eliten. Links um, im Gleichschritt marsch! Heil den Caudillos! Ändern tut sich nichts wirklich. Wozu auch? Alles bestens!

tlacuache 21.04.2016 | 07:54

***** +++++

Es ist immer das selbe wenn Autoren mit G 7 oder G 20 Hintergrund meinen sie koennten Lateinamerika verstehen,

Ami macht Monroe - Doktrin und Einheimischen "Politikern" fehlt sowohl die Aufklaerung als auch Martin Luther bwz. im Kopf die Abschaffung des Ablasshandels 1510 oder so und franz. Revolution ist noch Lichtjahre entfernt, als Kleptokrat neolithischer Klanstrukturen bedienst du dich im 20. und 21. Jahrhundert "Rechts-" wie "Links", Hauptsache die Wahl wird irgendwie gewonnen und du kannst dich 4 oder 6 Jahre noch Reicher machen als du es vorher warst oder falls deine Eltern nix hatten, endlich machst du Kohle fuer deine Kinder, aber diese Gedankengaenge sind viel zu einfach fuer einen gebildeten Tschurnalisten deutscher Herkunft...

Michaela 21.04.2016 | 07:58

Strauchelt Brasiliens seit 2003 regierende Arbeiterpartei, hat sie sich durch die kleptokratische Manie vieler Spitzenleute zwar eher selbst besiegt, als besiegt worden zu sein.

Immer wenn ein Clan zu gierig wird, hauen ihm die anderen Clans auf die Pfoten.

So sind parteilose, gewöhnliche Menschen in der Regel die perfekten Opfer, wenn sie nicht gerade eine Maschinenpistole in der Tasche haben und auf die ganz grobe Art ihre Beute machen - bis ein Staatsdiener sie erledigt hat. (... da sie das "vernetzen" und "teilen" nicht richtig beachtet haben)

Was in Brasilien derzeit geschieht ist sehr interessant und die abscheuliche Dame droht ja nicht nur indirekt damit, die naiven Anhänger aufzuhetzen.

Parteien sind schlicht Banden zur Ausbeutung der jeweils im betreffenden Staate befindlichen Resourcen, wozu eben auch die menschlichen Lebewesen zählen, die ja großteils keine Clanmitglieder sind.

Wer in die Politik geht, um Menschen zu helfen, um einen gesellschaftlichen Konsens anzustreben, kurz um einem ethischen Anspruch gerecht zu werden, der mit sozialer, empathischer Verve geführt werden möchte, der wird in seiner Kommune vielleicht in einen Stadtrat gewählt - und schon dort die reale politische Welt als das erkennen was sie wirklich ist, ein Hort des Geschachers um die Verteilung der maximal möglichen Beute für wenige, gegen die Mehrheit!

Einzig der Grad der Relationen differiert, bekommt einer alles und der Rest gar nichts - die perfekte Situation in den Augen der Psychopathen - oder bekommen einige fast alles und der Rest darf, vielleicht, überleben, die globale Realität.

Brasilien wäre ein sehr, sehr guter Ort zu leben, für manche ist er das auch, eben für jene, die einen Anteil der Beute erhalten.

Jene die sie schaffen, erarbeiten und zu geben haben, leben zwar auch ein paar Glücksmomente, doch die dürften selten und sehr fragil sein, der eine im Karneval, der andere beim Fußball, ein Tag am Strand, gegen 100 Tage Hölle in einer Fabrik, oder schlimmer suchend in Müllbergen, suchend nach den Resten, nach dem Kot jener, die immer alles für sich beanspruchen und den "niederen" Wesen alles abpressen, was auch nur irgend geht.

.... übrigens ist das auch in Kuba nicht wesentlich besser - im Sozialismus hat sich schlicht eine Bande durchgesetzt, was immer zu einer Entkrampfung des internen Wettbewerbs führte, persönlich ein klein wenig besser, da zumindest ein klein wenig Leidendruck von den gewöhnlichen Verlierern genommen wird. Darüber läßt sich trefflich streiten, wie überhaupt, wir streiten eben lieber, als dass wir endlich gemeinsame Sache gegen die Verbrecher machten, für uns, gegen die Ausbeuter - ob nun die kapitalistischen Horden und ihre politischen Handlanger, oder die sozialistischen Großfürsten mit ihren Apparatschiks, die Mehrheit sollte endlich aufhören diese Relationen zu akzeptieren!

Man kann für das brasilianische Volk nur hoffen, dass sich die Kleptokraten einigen, ohne ihre Horden vorher aufeinanderzuhetzen, doch im Kalkühl könnte ja auch das Geschäft mit dem Bürgerkrieg eine Rolle spielen - im Schatten von täglichem Mord und Todschlag lassen sich noch leichter, natürlich ohne jeden Skrupel, Beutezüge arrangieren.

Persönlich fände ich einen Ausbruch schlimmster Güte, während dieser perversen Sportveranstaltung so richtig passend - die enthemmten Massen, das aufeinandergetriebene, treudoofe Fußvolk - es stünde diesen Spielen so gut.

Doch wie oben gesagt, ich hoffe für die Brasilianer, dass genau dies nicht geschieht, den es brächte der Mehrheit nur noch mehr Leid und Elend.

Veränderung wäre möglich, würden die einfachen Menschen einander die Hände reichen und das Pack aus den Villen schlicht ignorieren, es alleine in ihren abgeschotteten Vierteln, auf ihren Dollars hocken lassen.

Die könnten dann ja das Geld kauen, die Nahrung verteilt derweil das arbeitende Volk unter sich, jene die heute die Tore bewachen, gehen zu ihren Familien und bestellen in den Parks einen Garten, die Polizisten legen die Knüppel ins Parlament und nehmen eine Gabel die Erde, dort wo es möglich ist zu lockern, die Wasserwerker drehen dort die Hähne zu, wo bisher das saubere, gut geklärte Wasser fließt und leiten es um, .....

kurz die Menschen klinken die Schmarotzer aus!

Ja, der alte Traum, die Sklaven hauen sich nicht gegenseitig die Köpfe ein, sondern beginnen schlicht und einfach einen sozialen Verband zu bilden, der sich untereinander ohne Neid und Mißgunst zu einer friedlichen Gemeinschaft formiert.

Warum nur ist das naiv, sich zu morden jedoch eine komplexe und intelligente Lebensart?

tlacuache 21.04.2016 | 09:25

..."Veränderung wäre möglich, würden die einfachen Menschen einander die Hände reichen und das Pack aus den Villen schlicht ignorieren, es alleine in ihren abgeschotteten Vierteln, auf ihren Dollars hocken lassen"...

Das geht leider nicht, so etwas hat mit Bildung zu tun, diese muss erst einmal fuer alle gewaehrleistet sein.

Ihre sueffisante Bemerkung:

..."Parteien sind schlicht Banden zur Ausbeutung der jeweils im betreffenden Staate befindlichen Resourcen, wozu eben auch die menschlichen Lebewesen zählen, die ja großteils keine Clanmitglieder sind"...

Parteien sind ein Konglomerat von Bildungsbuergern der letzten 400 Jahre, insbesondere in Lateinamerika, den nicht lesen- und schreibenden etwas vorzugaukeln wie "Freiheit und Gleichheit", das ist uebrigens in Mitteleuropa nur marginal besser, die Waldbesitzer haben auch in Mitteleuropa die gleichen Nachnamen wie anno 17.-hundert, es scheint aber keinem aufzufallen oder zu interessieren...

Das so nebenbei...

tlacuache 21.04.2016 | 09:39

Den Text komplett lesen bitte:

..."oder falls deine Eltern nix hatten, endlich machst du Kohle fuer deine Kinder"...

Ich kann dir Geschichten von Buergermeistern erzaehlen, 200 Einwohner, was die alles versprochen hatten um die Wahl zu Gewinnen, ehrliche Leute, kaum an der Macht, bei 100 Euro-Rechnungen die Gemeinde Beschissen, Hauptsache der Bruder hat die neue Taxilizens, der andere Bruder die neue Bierverkaufslizenz und der schlaueste Bruder, Bauunternehmer mit Schuppkarre angefangen, nach Ende der Legislaturperiode die Schule, Kindergarten und Gemeindeplatz auf vordermann gebracht und die haelfte der oeffentlichen Gelder in de eigene Tasche gewirtschaftet, damit nicht genug, wenn du den Wahlkreis fragst warum ihr den nicht in den Knast steckt bekommst du die Antwort "Wenn ich die Wahl gewonnen haette haette ich es doch genauso gemacht"... Da wird dem Dieb noch Beifall geklatscht was er fuer ein toller Hecht ist...

Und wenn es noch nicht reicht, gebe ich gerne noch Auskunft zu den schlauen Familien im Dorf die sich oeffentlich bekriegen, also z.B. 3 Brueder oder Schwestern, jeder oder jede eine Partei vertretend, eine/r Links, eine/r Rechts, eine/r Mitte, im Wahlkampf bekaempfen die sich oeffentlich bis auf's Messer, ab 19 Uhr gehen sie zusammen zur Oma und lachen sich einen kaputt ueber die Deppen im Dorf, und wenn die Wahl wieder gewonnen ist wird noch mehr gefeiert !!!

Es ist kein Zufall, das in diesen Regionen die gleichen Familien die gleichen Buergermeister gestellt werden, seit 50 oder 100 Jahren, immer die gleichen Nachnamen.

Ueber Stimmenkauf gebe ich dann gerne mal in einem Buch Auskunft, egal ob Links, Rechts oder sonstwie, bei Leuten ohne Bildung geht das sehr einfach, auch 2016...

Avatar
Ehemaliger Nutzer 21.04.2016 | 10:20

Danke für die Antwort:-)

Menschlich seehr nachvollziehbar^^ - aber sind es nicht wirklich die Deppen - die Mitläufer - die freiwilligen Diener ?

Ja, Du hast schon recht: der Mensch an sich ist schlecht -und Brecht meinte ja, ihm eine auf den Kopf zu haun ... doch ein Bildungsersatz ist dies gewiß nicht.

Andererseits kenne ich nur Lateinamerikaer, welche in D leben - dumm sind die nicht!!!

Und gestern habe ich eine Doku über Boliviens "Kindergewerkschaft" gesehen:

Ana Rosa ist elf und arbeitet als Händlerin auf dem Wochenmarkt von Potosí mitten in Bolivien. Ohne ihren Lohn könnte ihre Familie nicht überleben. "Ich liebe meine Arbeit.", sagt sie mit Stolz. Sie liebt auch ihren Präsidenten, Evo Morales, weil er die Kinderarbeit ab 10 Jahren mit einem neuen Gesetz legalisiert hat. "Bald bekomme ich einen Arbeitsausweis, dann kann ich mich zur Wehr setzen, wenn man mich vom Markt vertreibt oder mir meine Ware wegnimmt." Die Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) hat Bolivien verurteilt, weil das Gesetz gegen die Konventionen gegen Kinderarbeit verstößt. Das ficht Evo Morales und auch Ana Rosa nicht an: "Die ILO hasst uns und behauptet, wir arbeitenden Kinder gehen nicht zur Schule. Das ist aber gelogen." Tatsächlich stellen wir in Ana Rosas Schule fest, dass sie eine exzellente Schülerin ist. Aber für die meisten der 8.000 arbeitenden Kinder der Stadt gilt das nicht. Sie leiden unter dem Stress der Doppelbelastung und sind in der Schule schlecht. WELTWEIT-Reporter Wilfried Huismann lernt Kinder kennen, die auf dem Markt oder der Straße arbeiten, aber auch Kinder, die in das Bergwerk von Potosi einfahren, wo sie lebensgefährliche Arbeit verrichten - ohne Verträge und ohne Unfallversicherungen. Dabei hatte Evo Morales versprochen, dass es solche Zustände mit dem neuen Kinderarbeitsgesetz nicht mehr geben sollte. Es bleibt noch viel zu tun für die kleine Ana Rosa, die neben Arbeit und Schule jetzt auch noch in die neue Führung der Kindergewerkschaft gewählt wurde. Ana Rosa glaubt, dass die Kinder sich nur selbst helfen können.

http://www.hoerzu.de/tv-programm/ana-rosa-und-ihr-recht-auf-kinderarbeit/

Wahrscheinlich ist aus deutscher Sicht NIE alles gute beisammen - IRGENDWAS ist immer - aber Exilpläne kommen mir schon sehr regelmäßig. Eine Freundin hat in Mexico-City ein paar Jahre gearbeitet und fand vor allem die Landschaft und die Leute sehr schön - ihr Problem war, dass sie keine Freunde fand, weil Familienclan dort alles ist.

tlacuache 21.04.2016 | 10:36

..."Andererseits kenne ich nur Lateinamerikaer, welche in D leben - dumm sind die nicht!!!"...

Da faengt der Beschiss an !!!

Entweder du hast 120 IQ - Aufwaerts und ein Stipendium bekommen, oder den guten Rest mit verschimmelten Rastahaaren und Joint an jeder Ecke im Kulturzentrum solltest du mal zu Hause Besuchen:

Mindestens 5 Zimmer, Swimming - Pool, 3 Autos vor der Tuere und der Vater hat entweder bei privaten (Coca - Cola z.B.) oder (staatlichen Unternehmen, Oel?) Karriere gemacht, der /die Filiusse haben gerade ihre intelektuelle Trotzphase gegenueber den Alten, aber gemaach gemaach, ,mit 30 - 35 sind die abgerundet und kehren mit ihrem Wissensvorsprung aus Europa zurueck und Saugen in guter alter Tradition und nach dem Frisooeer das Volk aus...

Ganz wie der Alte sich das Vorgestellt hat.

Ché hat das Elend kommen gesehen und sich lieber nach Angola in Bolivien erschiessen lassen um sich unsterblich zu machen.

;-)

tlacuache 21.04.2016 | 11:20

Solche habe ich 1980 auch noch in der Schule kennengelernt, das sind aber jetzt puenktliche Deutsche und haben nicht mehr viel mit lateinamerikanischen Klanstrukturen zu tun, erst Recht, wenn Sie nach dem ABI 1988 keinen Bock mehr auf die alte Leier der Alten hoeren wollten und den "modernen Weg" mit Bavoeg und dualem Bildungssystem gegangen sind. Lebte deine bekannte in Mexico-City 1975 da? Oder war es doch eher 2005?

Avatar
Ehemaliger Nutzer 21.04.2016 | 11:25

Wie gesagt: ich war dort noch nie! Ich höre es lieber von Menschen, die ihre Augen vorurteilsfrei offen haben - deswegen frage ich Dich ja. Und ich weiß auch, dass Lateinamerika wohl sehr unterschiedlich ist - und Chile nicht mit Brasilien oder Mexiko zu vergleichen ist.

Wann warst Du denn das letzte Mal in D? Würdest Du (sorry - mal von familiären Bindungen abgesehen - also ganz frei^) wieder nach D kommen wollen?

Hier gibt es eine ganz andere Art von Bigotterie - vielleicht ist es ja Geschmackssache, welche einem persönlich weniger nervt - oder einfach mal eine Abwechslung - bis man wieder zum INSIDER wird ... ?

tlacuache 21.04.2016 | 11:39

..."Also gibst Du mir Recht, dass man dort einheiraten MUSS?"...

JA

..."Montesouri - Leh(r)erin"...

Schoen, da hat sie ihren Schuelern ja beigebracht wie man das Volk ausnehmen kann...

Oh YEAH, Montessoris - Kid's findest du hier an jeder Ecke, WENN DU SIE BEZAHLEN KANNST:

Zahl mal 550 Euro im Jahr fuer dein Kind vom 6. - 12. Lebensjahr, ein Schnaeppchen fuer den Muellsammler/Flaschensammler/Fladenverkaeufer...

Nebenbei:

..."Schallmayer prägte hierzu den Begriff der Sozialeugenik:

„Das Gegenstück zur Entartung ist die durchschnittliche Erhöhung der Tüchtigkeit einer Bevölkerung. Eine solche Erhöhung, mindestens aber die Verhinderung des Gegenteils, ist das Ziel der Sozialeugenik. Das Wort Eugenik, das der griechischen Sprache entlehnt ist, enthält den Begriff des Glücklichgeborenseins, d.h. geboren mit günstigen Erbanlagen. Sozialeugenik ist also die Lehre von den Bedingungen, unter denen eine Bevölkerung sich günstige Erbanlagen erhält und sie vermehrt. Diese Lehre will natürlich nicht bloß Lehre bleiben, sondern will auch eine eugenische Praxis im Gefolge haben.“...

Was ist das?

..."Aus wissenschaftlicher Sicht ist an der aktuellen Literatur die ungenügende Einbettung der Werke Montessoris in den historischen Kontext zu bemängeln. Das würde zu einer Relativierung der Aussagen Montessoris führen. Montessoris Werke sind stark im Positivismus des 19. Jahrhunderts verankert. In den Vorlesungen, die die Basis zu der Antropologia Pedagogica bilden, setzt sich Montessori mit dem aus physiologischen und morphologischen Studien entwickelten Idealbild des Menschen auseinander. Zudem integriert sie Ansätze der experimentellen Psychologie, Konzepte der Evolution und Biologie und der Sozialeugenik"...

Avatar
Ehemaliger Nutzer 21.04.2016 | 12:11

Lebte deine bekannte in Mexico-City 1975 da?

Ich glaube ca. 1992. Also in der Nachwende und Umorientierungs- und Neuentdeckungszeit für fast alle Ossis.

das sind aber jetzt puenktliche Deutsche

Hmm ... es sind kaum welche übrig geblieben, die ich die ganze Zeit verfolgen konnte. Zum Teil sind sie jedoch unter sich geblieben und haben auch unteinander oft Familien gegründet. Naja, vielleicht kenne ich andere Leute als Du ^^

Ps. "pünktliche Deutsche auf modernen Wegen" kenne ich nicht wirklich gut - weil ich wohl andere Wege bevorzuge:-)

Avatar
Ehemaliger Nutzer 21.04.2016 | 12:19

Schoen, da hat sie ihren Schuelern ja beigebracht wie man das Volk ausnehmen kann...

Hmm - danke für diesen Gedanken dazu. Ehrlich: damals habe ich (und wohl auch sie) nicht an sowas gedacht (naja, wir dummen Ossis nun mal). Jedoch habe ich auch keinen Kontakt mehr zu ihr, um da mal nachzufragen - aber falls ich sie treffen sollte, dann mache ich da.

Zu Montesouri möchte ich jetzt in diesem Blog nichts weiter schreiben - Ahnung davon habe ich auch nicht wirklich - stehe da sehr ambivalent und mit Kindern, die die Schulzeit hinter sich haben, auch etwas interessenlos da.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 21.04.2016 | 13:15

In welche Ecke denn dann?

Wie gesagt, meine Neugier auf Geschichten aus Lateinamerika ist groß! Und mich interessiert auch: Dein neuer Fremdeindruck nach Jahres des Abstandes sehr.

Und danke für das Vertrauen:-)) Z.Zt. schreibe ich kaum etwas eigenes - bin selbst grad lieber Leser und Diskutant - und wenn, dann weiß ich meist vorher, dass das Thema "Stacheldraht auf Urlaubsfotos in Südeuropa" niemand interessiert - und nicht mal Fotos darf ich zu einem Fotothema hier einstellen ... hmm

Es gibt soooviel schlaue Leute, die etwas schreiben wollen - was mich jedoch auch nur selten interessiert;)

Aber z.Zt. hab ich mit lesen echt genug zu tun ... gutes Zeichen für den Zeitgeist:-)

tlacuache 21.04.2016 | 14:05

Wenn ich mit meinem Klan einlaufe sind das hoechstausgebildete Alphabethen, ganz nach Freikirchenauslegung, und wer eine Kippe vor meiner Haustuer raucht wird sofort erschossen, ¿claro?, un primo contratado sin testigos, wo kommen wir denn sonst hin?

Und nebenbei Sie Bescheidwisser, ich kenne Faelle von Kaempfen um Landeslistenplaetzen 16. und 17. in der gleichen Partei mit Todesfolge, obwohl der reale Platz bei 7 oder so gelegen haette, das nennt man "moderne Demokratie"...

Gib mal "matan candidatos" in Google ein,

da kommen glatt "Cerca de 837,000 resultados (0.35 segundos)" bei raus...

Nicht wahr mein lieber Denkzone8

;-)

Avatar
Ehemaliger Nutzer 21.04.2016 | 14:27

Regine Dobberschütz sang im Jazzkeller. Geschäftspartnerin ist sie; Eugen Hahns Frau war sie; die Mutter seines Jüngsten ist sie; eine berühmte Sängerin in der DDR war sie; den Titelsong zu Konrad Wolfs Defa-Spielfilm „Solo Sunny“ hat sie eingesungen, einem Film über eine DDR-Sängerin.

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Eugen-Hahn-Der-Freigaenger;art675,1610803

damals^^

https://www.youtube.com/watch?v=3jH0R1zlONc

und heute:

https://www.youtube.com/watch?v=JIIxH3B9u3Y

Avatar
Ehemaliger Nutzer 21.04.2016 | 14:43

bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Wolfram Heinrich...

Nee - danke!

Ich bevorzuge Sekundarquellen:-))))

Echt jetzt? Hat er sich als Wessi verkauft???

Ich kenne ihn nur aus DDR-Zeiten und zwar sehr gut. Er hat mein Herz für den Jazz geöffnet - was will ich mehr?

Und Jazz und Punk war per se Opposition in der DDR - doch "wir" haben sie leben lassen - echt schöne Zeiten - damals.

Jetzt langweilt mich die "inerdeutsche Opposition" meist sehr - d.h. ich seh und hör sie (fast) gar nicht. Die Nadeln im Ost-Heuhaufen waren wesentlich zahlreicher und größer und bunter ...

mymind 23.04.2016 | 01:40

Das mag ja alles sein. Aber vielleicht mangelt es den Kommentatoren & Betrachtern jenseits des G7-Backgrounds an der Beurteilung der Verhätnismäßigkeit der kleptokratischen Clanstrukturen _ oderrrr?

Deine Kommentare erinnern mich ein Stück weit an die Statements der Kritiker in kommunistischen oder sozialistischen Systemen seit den 70-er Jahren, die stets die weitverbreiterte Korruption bis in oberste Spitzen kritisierten & sich voll & ganz für eine liberale Demokratisierung des politischen wie wirtschaftlichen Systems nach westlichem Vorbild sehnten & einsetzten. Alle, die nicht davon profitierten & das sind die allermeisten, reiben sich verwundert die Augen & können weder aufstehen noch aufwachen aus dem Albtraum, der im IWF-Speech ´Transition´ , wofür sie aber nicht auf die Straße gegangen sind. Es wurde ihnen ´Wohlstand & Demokratie für Alle´ versprochen, umgesetzt wurden Privatisierung von Unternehmen, in Folge Aufkauf für nen Appel & nen Ei & danach Massenentlassungen von Arbeitnehmern. Das ´Welcome to the new neolibireal Democracy´ haben die verpennt oder nicht verstanden. Wie denn auch mit gekauten Politikern & Medien!

Come on _ worüber wird denn hier eigentlich. Ja, auch in Südamerika neigen selbst sog. linke Politiker zur Korruption & Selbstbereicherung. Nicht schön aber so ist es nun mal. Allerdings wäre angesichts dieser Erkenntnis auch eine Beurteilung der Verhältnismäßigkeit relevant.

Die orthodoxe Moralisten-Erkenntnis, dass alle von links bis rechts korrupt & beschissen sind, ist zwar ehrenwert, doch sollte man sich den Scheißhaufen genauer betrachten & welcher Haufen höher stinkt. Vor allem welcher stinkender Haufen den Bürgern erst recht zum Verhängnis wird. Auch welcher Haufen in Nordamerika gebrieft wird.

Sorry to say _ aber da erwarte ich von Dir etwas mehr Information als das übliche Geo-Pol-Blabla der hiesigen Medien…

tlacuache 24.04.2016 | 12:31

..."Die orthodoxe Moralisten-Erkenntnis, dass alle von links bis rechts korrupt & beschissen sind, ist zwar ehrenwert, doch sollte man sich den Scheißhaufen genauer betrachten & welcher Haufen höher stinkt"...

Ja das habe ich sogar mit der Lupe gemacht, verheerendes Ergebnis:

Venezuela, Kuba und Nicaragua waeren auch ohne Embargos von den Ami's abgesoffen da ihnen komplett die Kontrollmechanismen abgehen, in so unsauberen westlichen Demokratien gibt es mal mehr, mal weniger Landes- und Bundesrechnungshoefe, aber immerhin gibt es sie, auch wenn ich mir noch viel mehr Freiheit derer wuenschte...

Das kannste bei den linken Autokraten so etwas von vergessen, da musste in die Partei und Stiefel und sonst etwas lecken um etwas zu werden...

Das koennen wir uns dann noch einmal genauer anschauen "welcher Haufen höher stinkt", schliesse da lieber keine Wetten ab...

mymind 28.04.2016 | 21:44

Der Kamm war gar nicht so geschwollen…;-)

Mein Einwand ging eher in die Richtung obsüd-|mittelamerikanische linke | sozialistische Politiker tatsächlich mit den rechtsorientierten | konservativen in einen Topf geworfen werden können _ mal abgesehen bzgl. Korruption, Vetternwirtschaft usw. Ist die Sozialpolitik tatsächlich 1:1 vergleichbar? Oder die Inbrunst, mit der eine neoliberale Wirtschaftspolitik verfolgt wird? Vom Schmuseverhalten mit dem nordamerikanischen Big-Brother ganz zu schweigen…

Sorry _ manchmal klingen meine Sätze häter als sie gemeint waren...wer mich kennt, weiß das...

Gruss