Kreuzfahrer gegen das Böse

Sachzwänge Die Bundeswehr steckt in Afghanistan in der Feindbild- und Bündnis-Falle
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Frieden für Afghanistan kann nur ein Verhandlungsfrieden sein, lautet die Botschaft der Londoner Afghanistan-Konferenz. Sich dem anzunähern, erscheint derzeit jedoch unmöglich, weil die als Besatzungsmacht platzierte Militärallianz ­beharrlich dafür sorgt, dass ihr ein Verhandlungspartner fehlt. Auch wenn man es wollte – nicht einmal eine befristete Waffenruhe ließe sich vereinbaren. Mit wem? Bestenfalls auf lokaler Ebene sind Arrangements mit Warlords und deren Anhang denkbar, die jedoch häufig in eigener Sache unterwegs und alles andere als Taliban-Filialen sind.

Dieses Manko beweist, wie absurd und realitätsfremd auf terminierte Abzugsfristen insistierende Exit-Strategien sind, wenn nicht einmal elementare Voraussetzungen existieren, um