USA 1968/2024: Wer nichts aus der Geschichte lernt, verurteilt sich, sie zu wiederholen

Zeitgeschichte Durch den US-Krieg in Südvietnam nimmt vor gut einem halben Jahrhundert das Selbstverständnis einer Nation schweren Schaden
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 20/2024
Bei den Protesten in Washington sind Kriegsgegner auf eine „kriegstypische“ Ausrüstung bedacht
Bei den Protesten in Washington sind Kriegsgegner auf eine „kriegstypische“ Ausrüstung bedacht

Foto: Leif Skoogfors/CORBIS/Corbis via Getty Images

In der David-Frost-Show, die im US-Kanal NBC läuft, erhebt sich die Talkrunde zum Auftakt der Sendung vom 21. September 1970. Ein prominenter Gast muss gebührend begrüßt werden. Spiro T. Agnew, Vizepräsident unter dem Republikaner Richard Nixon, will mit jungen Amerikanern über ihre Absage an den Vietnamkrieg diskutieren.

Er gerät mit der 20-jährigen Eva Jefferson von der Northwestern University aneinander. Sie beklagt, dass die Protestbewegung von der Regierung als Sammelbecken verstiegener Chaoten attackiert werde, von denen vor allem Gewalt ausgehe. Tatsächlich wird auf diese Weise das Massaker vom 4. Mai 1970 an der Kent State University in Ohio gerechtfertigt, als Nationalgardisten in ein Meeting schießen, vier Studenten töten und