Lutz Herden
22.03.2016 | 15:23 24

Wenn es um so viel geht

Anschläge Nach Brüssel sollte man sich mehr denn je fragen, wann hat das eigentlich begonnen? Und wodurch wurde der "Krieg gegen den Terror" so unaufhaltsam?

Wenn es um so viel geht

Die zerstörte Abfertigungshalle des Flughafens Brüssel

Foto: Virginie Lefour/AFP/Getty Images

Wie heißt es im letzten Absatz von Erich Maria Remarques Weltkriegsromans Im Westen nichts Neues. An jenem Tag im Jahr 1918, als der Romanheld Paul Bäumer von einem französischen Scharfschützen tödlich getroffen wird, meldet der Heeresbericht bis auf einige kleinere Gefechte keine besonderen Vorkommnisse – „im Westen nichts Neues“.

Wenn der Krieg gegen den Terror als Jahrhundertkrieg verstanden und geführt wird, wie manche glauben, muss man sich dann darauf einstellen, dass Attentate wie die von Brüssel eines Tages kaum mehr der Rede wert sein werden? Weil sie sich zu sehr häufen, weil sie konkurrieren mit anderen Gewaltakten, weil sie übertroffen werden in der Zahl der Toten, im Ausmaß der Zerstörung, in der Blendkraft des Grauens? Weil die Sinne abstumpfen, wenn ihr Fassungsvermögen auf den toten Punkt gebracht ist?

Und man wird sich fragen, wann hat das eigentlich begonnen. Wodurch wurde es so unaufhaltsam?

Nichts zu verlieren

Wie oft wird jetzt wieder von einer „Kriegserklärung“ der Täter die Rede sein. Abgegeben an den belgischen Staat, an die EU-Hauptstadt Brüssel, an die europäische Staatengemeinschaft und an die von ihr verkörperte Werteordnung, an die „Art, wie wir leben“ (gibt es die überhaupt als Norm?). Wenn es um so viel geht und so viel auf dem Spiel steht und soviel getroffen werden kann – dann muss das zu allem entschlossene Täter magisch anziehen, alldem die Stirn zu bieten und dafür das eigene Leben für ein angemessenes Opfer zu halten.

Glaubenskrieger sind Märtyrer, die sich einbilden, sie hätten nichts zu verlieren auf dem Weg ins Paradies.

Allein mit dem schnell gezückten Begriff vom „Kulturkrieg“, der gegen den Terror des Islamismus geführt werde müsse, öffnet sich eine selbst gestellte semantische Falle. Es wird damit den Kriegern des Dschihad eine kulturstiftende Wirkung zuerkannt. Schließlich stehen sie auf der anderen Seite der Front, sind also Teil eines mutmaßlichen „Clash of cultures“, sind als Gegner auf makabre Weise anerkannt.

Der Wille zur verbalen Abrüstung oder geistigen Deeskalation – ja, das klingt jetzt zynisch – kann so wertvoll sein wie ein Großaufgebot der Polizei, wertvoller jedenfalls als die Statements von Politikern, die darauf gefasst sein müssen, dass ihnen Deeskalation als Kapitulation ausgelegt wird. Irgendwo und irgendwie muss das Bewusstsein für die eigene Verwundbarkeit – noch dazu bei komplexen Agglomerationen wie europäischen Großstädten – doch zu seinem Recht kommen. Wer immer die Anschläge geplant und ausgeführt hat – zu erleben ist eine erneute eine Ausweitung der Kampfzone: nach Madrid (2004), London (2005) und Paris (2015) noch weiter hinein nach Europa.

Das Grauen des syrischen Bürgerkrieges oder des schiitisch-sunnitischen Bruderkrieges im Irak, das Sterben in Aleppo wie das in Bagdad, hat sich am 22. März 2016 eines anderen Schauplatzes versichert. Morgen schon kehrt es wieder zurück ins angestammte Revier, auch nach Libyen und in den Jemen, nach Aden oder Sanaa, wo die Bombardements der Luftwaffe Saudi-Arabiens, eines strategischen Partners der USA und geschätzten Kunden der deutschen Rüstungswirtschaft, jeden Tag für zivile Opfer sorgt, über die im Westen so gut wie nie berichtet wird. Die frühestens bemerkt werden, wenn sie in Flüchtlingströmen ihrem Elend zu entkommen suchen und auf der Schwelle nach Europa stehen.

Revanche für Mali

Es bleibt die Frage, ob wirklich die EU getroffen werden sollte. Sie wäre dann erstmals derart ins Visier geraten und zum Angriffsziel erklärt. Es kann nur spekuliert werden, welchen Grund es dafür geben mag. Das militärische Engagement im westafrikanischen Mali käme in Betracht. Dort gibt es seit dem durch eine französische Intervention (Opération Serval) Anfang 2013 aufgehaltenen Vormarsch islamistischer Verbände auf die Hauptstadt Bamako eine EU-Militärmission.

Es handelt sich um die European Union Training Mission (EUTM), an der augenblicklich auch 350 Bundeswehrsoldaten beteiligt sind. Immerhin gab es nur Stunden vor den Anschlägen in Belgien einen Angriff auf das Nord-Sud Hotel in der malischen Hauptstadt und damit das Hauptquartier dieses EU-Ausbildungskorps.

Kommentare (24)

Moorleiche 22.03.2016 | 15:36

"Es bleibt die Frage, ob wirklich die EU getroffen werden sollte. Sie wäre dann erstmals derart ins Visier geraten und zum Angriffsziel erklärt. Es kann nur spekuliert werden, welchen Grund es dafür geben mag. Das militärische Engagement im westafrikanischen Mali käme in Betracht."

War da nicht so eine Festnahme vor einigen Tagen?

Immerhin würde sich der Terror dann als ziemlich rational erweisen.

Moorleiche 22.03.2016 | 15:47

Hallo Lutz Herden.

Allein mit dem schnell gezückten Begriff vom „Kulturkrieg“, der gegen den Terror des Islamismus geführt werde müsse, öffnet sich eine selbst gestellte semantische Falle. Es wird damit den Kriegern des Dschihad eine kulturstiftende Wirkung zuerkannt.“

Nicht kultur-, aber identitätsstiftend.

Kann man blöd finden, aber noch blöder ist, dass wir auf die Frage, was denn unsere Antwort, unser Angebot für die Suchenden, Identitätssuchenden ist, keine Antwort haben. Noch immer nicht. Schon die Diskussion darüber ist ja inzwischen wieder langweilig geworden, wenn sie denn jemals geführt wurde. Ich habe da leider nichts Neues zu erzählen, aber ich glaube, die Antwort müssen wir dennoch a) finden und b) umsetzen.

Benka 22.03.2016 | 16:39

"Wer immer die Anschläge geplant und ausgeführt hat – zu erleben ist eine erneute eine Ausweitung der Kampfzone: nach Madrid (2004), London (2005) und Paris (2015) noch weiter hinein nach Europa."

Das scheint mir eine etwas verwirrte Einordnung. Warum ist Brüssel tiefer in Europa als Paris? Es scheint bisher eher, dass die Attentäter diesmal näher an ihrer Basis gearbeitet haben als das in Paris der Fall war.

Montaine Duvall 22.03.2016 | 22:30

Ich glaube kaum, daß sich Terrorismus mit den heute üblichen Mitteln minimieren läßt. Solange man sich nicht um die Ursachen kümmert wird die Bekämpfung viele Milliarden kosten ohne durchschlagenden Erfolg. Aber die dümmlichste aller Methoden verfängt beim Bürger meist am besten und manche verdienen noch dabei.

Die Lösungsansätze sind komplizierter als Bomben werfen.

Siehe Saudie-Arabien. Hier haben wir ein Problem und interessanter weise kümmert man sich nicht darum. Wegen Öl oder einem anderen Grund?

Wenn der Wagen nicht anspringt schaut man zuerst vielleicht nach dem Benzin und nicht ob der Motor noch da ist.

Richard Zietz 22.03.2016 | 23:47

»Wenn es um so viel geht«

??? – Ich weiß nicht.

Spätestens nach dem vierten, fünften, sechsten größeren Anschlag schaltet doch jeder – klammheimlich oder auch offen – in den Scheißegal-Modus um. Es ist ja nun auch nicht so, daß man um die grundlegenden Problemlagen nicht Bescheid wüsste. Vielmehr ist es eben halt der Wille, mit dem als falsch Erkannten weiterzumachen wie gehabt: den exletalen Folterungen in Drittländern, den Drohnen gegen Zivilbevölkerung, den an Private und Warlords outgesourcten Kriegen & Völkermorden, der Politik des nächstvielversprechenden Deals und der Politik der rassistischen Ausgrenzung der migrantischen Unterklassen im eigenen Land.

Dass das nur ins Auge gehen kann, kann eigentlich ein Sechsjähriger vorrechnen.

Ich denke, der Gewöhnungseffekt hat sich spätestens mit Brüssel eingestellt. Die üblichen Polit-Charaktermasken werden zwar wie gehabt ihre jeweiligen Rollen aufsagen. Allerdings weiß jede Seite (und jede Bevölkerung auf jeder Seite), dass der asymetrische Krieg sich unaufhaltsam weiter hochschaukelt. Weil es keine Lösung gibt, keine Konfliktpartei, die von ihrer Maximalposition (Freihandel vs. Antiimperialismus) abrückt und keine Zwischenpartei, die in Sachen Ausgleich ein wirkliches Gewicht in die Wagschale zu werfen hätte.

Also machen wir es uns bequem. Der Krieg mag schrecklich sein. Der Friede danach jedoch wird – vermutlich – ziemlich alptraumhaft. In dem Sinn: Ein Hoch auf das Empire! Etwas anderes Lebenswertes gibt es – zumindest für uns Westler(innen) – nicht.

Moorleiche 23.03.2016 | 10:16

Völlig d'accord.

Ich würde mich ja schon über ein Signal freuen, dass man gewillt ist umzusteuern, aber bislang ist da irgendwie Fehlanzeige.

Nun tut der Mensch als anpassungsfähiges Wesen das, was er kann und richtet sich in der neuen Situation ein. War wieder ein Terroranschlag, wie schrecklich. Morgen ist ein Friseuetermin. Ob die Bayern in dieser Saison wohl noch aufzuhalten sind?

Dann beschimpft man das Volk, dass es unpolitisch sei und sich ins Private zurück zieht. Vielleicht ist das größere Problem, dass die Politiker unpolitisch sind. Sie sondern die üblichen Sprechblasen ab und feiern sich dafür, alles richtig gemacht zu haben und die Wirtschaft zeigt sich vom Terror auch nicht groß beeindruckt. Läuft.

seriousguy47 23.03.2016 | 11:29

Mir fehlt hier der eigentliche Punkt: die parallelgesellschaftlichen Milieus als Brutstätten von Terror in Europa. Und daran angeknüpft die Frage, wie es dazu kam. Und daran angeknüpft die Warnung, dass das Kippen der "Willkommenkultur"und die zunehmende Feindseligkeit gegenüber Kriegsflüchlingen in D genau solche Entwicklungen befördern kann.

Kurz der Hinweis darauf, dass wir es in unserer Flüchtlingspolitik noch in der Hand haben könnten, Ähnliches bei uns in Zukunft zu verhindern - obwohl wir mit unserer "Menschenrechts"-Gewaltpolitik im arabischen Raum möglicherweise bereits den größten Fehler begangen haben.

Heinz Lambarth 23.03.2016 | 21:20

Die parallelen in den reaktionen auf die terrorakte in Paris und Brüssel sind schon erstaunlich. Immer geht es zuerst darum, dass wir uns unseren "offenen" lebensstil nicht "nehmen" lassen werden.

Das baut die brücke von den profiteuren des systems zu den klieneten, den "normalbürgerinnen". Es wird suggeriert: euer lebensstil - billig einkaufen, in strassen-cafés sitzen und die zeit verstreichen lassen und vor allem "wohlstand" geniessen - ist in gefahr! Also macht demonstrativ so weiter, lasst euch das nicht "nehmen"!

Was dabei verborgen bleibt, ist, dass eigentlich andere einfach so weiter machen wollen, nämlich die, die für des profit willen, die herrschende internationale wirtschaftsordnung - koste es was es wolle - aufrecht erhalten wollen.

Das muss aufhören, damit wir alle (und zwar wirklich alle!) gut leben können!

Moorleiche 24.03.2016 | 08:09

Hallo Heinz Lambarth.

Das baut die brücke von den profiteuren des systems zu den klieneten, den "normalbürgerinnen". Es wird suggeriert: euer lebensstil - billig einkaufen, in strassen-cafés sitzen und die zeit verstreichen lassen und vor allem "wohlstand" geniessen - ist in gefahr! Also macht demonstrativ so weiter, lasst euch das nicht "nehmen"!

Was dabei verborgen bleibt, ist, dass eigentlich andere einfach so weiter machen wollen, nämlich die, die für des profit willen, die herrschende internationale wirtschaftsordnung - koste es was es wolle - aufrecht erhalten wollen.“

Haben Sie mal gefragt? Ich meine, ob die Leute das in Wirklichkeit gar nicht wollen und nur gezwungenermaßen tun, was sie tun?

Ich habe den Eindruck, dass Sie da so ein wenig ein Zerrbild skizzieren. Ein Kollege aus dem Maghreb, der schon lange hier wohnt, erzählte mir übrigens, dass die Leute dort viel ausdauernder in Straßen-Cafés sitzen und dass, während während er mit einem Verwandten, der ihn hier besuchte, in einem solchen Café saß, diesem aufgefallen sei, dass während einer normalzeitigen nordafrikanischen Café-Sitzung, die Besetzung der Nebentische im Schnitt bereits 2 bis 3 mal gewechselt hat.

Dass nun ausgerechnet ein entspanntes easy going mit ausgedehnten Pausen und einem Verstreichen lassen von Zeit (in der man statt dessen soviel Produktives leisten könnte?) zum deutschen Lebensstil gehört und auch noch zu dem, was wir ganz dringend mal ändern müssten, würde ich stark bezweifeln.

Moorleiche 24.03.2016 | 08:16

Hallo Seriousguy47.

Man muss eine Mehrfachstrategie anwenden und wenn ich das richtig sehe, gibt es da eine Schieflage.

Zum einen muss man den militärischen, logistischen und finanziellen Druck aufrecht erhalten, was glaube ich gar nicht so schlecht läuft. Ich bin da kein Eingeweihter, aber auch mein Eindruck ist, dass die Terroranschläge in Brüssel zum einen ein Racheakt waren, zum anderen aber ein Resultat des Fahndungsdrucks. Ich glaube, dass man die Szene durchaus verunsichern kann und dass das eine gute Strategie ist. Des weiteren sollte man weiter daran arbeiten, dass der Nimbus der Unbesiegbarkeit der Terroristen erschüttert wird. Cool ist vor allem, wenn man bei den Gewinnern ist.

Die andere Seite ist in der Tat die Integration und das soziale Angebot an sozial Abgehängte. Das ist in den berüchtigten Pariser und Brüsseler Vorstädten und Stadtvierteln vermutlich wirklich nicht so prickelnd, aber die islamistische Propaganda hat da einen Erfolg errungen, nämlich das schon erwähnte identitätsstiftende Moment. Vom Niemand zum stolzen Krieger, zu unvergesslichen Helden, das ist verlockend. Verlockender als das, was die andere Seite anbietet: Nichts. Du bist ein Niemand und bleibst ein Niemand. Man muss ja nicht gleicht Held werden, aber ein realistisches Angebot, das wäre doch schon mal ein Fortschritt. Was mir auch noch eingefallen ist, ist die Radikalisierung im Knast. So wird aus manchem Kleinkriminellen ein ideologisierter Extremist. Vermutlich hat man da herzlich wenig Mittel um einzugreifen.

seriousguy47 24.03.2016 | 11:14

Ich denke auch, dass dass zusammenhängt. Zum Beispiel kann man die Vernachlässigung der Rolle des staalichen Gewaltmonopols in diesem Bereich (siehe auch "Köln") als die andere Seite der Vernachlässigung der Integration betrachten. Am Ende nimmt auch der Richter, der ein kriminelles Vergehen nicht ernst nimmt, die betreffede Person nicht ernst. Und eine Radikalisierung im und außerhalb des Knastes ist nur möglich, wenn es keine konkurrierenden/ besseren Angebote gibt.....

Das gilt dann auch für die Integration. Und jeder Mitarbeiter staatlicher Institutionen, der, wie ich das derzeit hier gelegentlich erlebe, Integration bewußt oder unbewußt sabotiert und ehrenamtlichen Helfern bürokratische Knüppel zwischen die Beine wirft, während in der Bevölkerung die Anti-Stmmung angeheizt wird, legt den Grundstein für zukünftige Radikalisierung.

Und manchmal frage ich mich, ob da nicht der eine oder die andere AfD-SympathisantIn an einer kleinen sich selbst erfüllenden Prophezeiung bastelt.....

Moorleiche 24.03.2016 | 11:41

Hallo Seriousguy47.

Ich denke auch, dass dass zusammenhängt. Zum Beispiel kann man die Vernachlässigung der Rolle des staalichen Gewaltmonopols in diesem Bereich (siehe auch "Köln") als die andere Seite der Vernachlässigung der Integration betrachten.“

Dem würde ich zustimmen. Ein Staat der nicht ernst genommen wird, kann das Gewaltmonopol kaum beanspruchen.

Am Ende nimmt auch der Richter, der ein kriminelles Vergehen nicht ernst nimmt, die betreffede Person nicht ernst.“

Man muss sich die Mühe machen, die Denkweise eines Kriminellen, auch Kleinkriminellen zu verstehen. Da gehört das Gefühl der Überlegenheit zum psychischen Inventar und auch da muss man ansetzen.

Und eine Radikalisierung im und außerhalb des Knastes ist nur möglich, wenn es keine konkurrierenden/ besseren Angebote gibt.....“

Und das ist ja leider oft der Fall.

Das gilt dann auch für die Integration. Und jeder Mitarbeiter staatlicher Institutionen, der, wie ich das derzeit hier gelegentlich erlebe, Integration bewußt oder unbewußt sabotiert und ehrenamtlichen Helfern bürokratische Knüppel zwischen die Beine wirft, während in der Bevölkerung die Anti-Stmmung angeheizt wird, legt den Grundstein für zukünftige Radikalisierung.“

Ja, die Stimmung ist Mist gerade. Aber man kann nicht so tun, als sei sie anders und alle die berechtigt oder unberechtigt Angst haben, zu Nazis stilisieren. Es gibt auch tatsächlich besorgte oder ängstliche Bürger und es gibt dennoch legitime Ansprüche der Flüchtlinge. Es wird mittelfristig keinen anderen Weg geben, als zueinander zu finden und zu definieren, wie wir zusammen leben wollen, was hier geht und was mit Sicherheit nicht geht.

Dabei ist es vielleicht genauso falsch krampfhaft das Trennende wie das Verbindende zu betonen, man muss es einfach leben. Habermas sagt (im Kontext einer Diskussion zwischen religiösen und säkularen Bürgern im Allgemeinen) in „Zwischen Naturalismus und Religion“, dass in den meisten Themen des Alltags die Frage nach dem Glauben überhaupt keine Rolle spielt. Das findet dann mitten im Leben statt und dort kann man auch diskutieren und sich konstruktiv streiten.

Und manchmal frage ich mich, ob da nicht der eine oder die andere AfD-SympathisantIn an einer kleinen sich selbst erfüllenden Prophezeiung bastelt.....“

Das ist ganz gewiss so. Wie soll ein braver 08/15 Moslem, der sich jahrelang für seine = unsere Gesellschaft krumm gelegt hat auch reagieren, außer verzweifelt, wenn er immer mehr Ablehnung spürt. Allerdings ist die deutsche Einwanderungspolitik in meinen Augen seit langem ein Fiasko, aber wo viel Unsinn passierte, hat man eben auch viele Stellschrauben an denen man drehen kann. Ein weiter so erscheint mir hingegen nicht so günstig.

denkzone8 24.03.2016 | 12:55

warum nach den ur-sachen fragen? haben wir dann durch rück-gang zu den ur-sachen den magischen schlüssel in der hand?

mir scheint, wenn es eine lösung der krise geben sollte(was nicht ausgemacht ist), sollten wir alle stell-schrauben zur eindämmung in ihrem stellenwert untersuchen und schrot-schüsse vermeiden. symbol-handeln in der politik, auf basis guter absichten und unsolider analysen gibts schon genug.