M. Möhling

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RE: Das Labor der Republik | 19.09.2009 | 00:11

Herr Krogerus,

mir wäre lieb, wenn bereits kommentierte Artikel über sichtbar bleibende Errata korrigiert würden, das gehört sich so.

Aus zuerst genannten 13,34 Einwohner/km² wurden mit Leserhilfe 1,34, und durch Herrn Kühne vom Ressort "Wissen" endlich 0,013. Da mir den Tenor des Artikels nicht passt, ganz recht, bin ich bei solchen Kleinigkeiten recht unhumorig.

> alle interessanten wie problematischen Aspekte
> eines Bezirks kann ein Artikel nicht abdecken

Mit den paar wichtigsten wäre ein Anfang gemacht. Der Freitag ist ein linkes, politisches Meinungsmedium, kein TUI-Reisekatalog. Ich bitte um Haltung.

> Werfen Sie mir bitte keinen Antisemitismus vor

Dem Eurobarometer2003 zufolge halten 59% der Europäer Israel für die größte Gefahr für den Weltfrieden, 65% der Bundesbürger und -hoppla!- 69% der Österreicher.

Nicht Russland, dessen demographische Daten ebenso marode sind wie seine Rüstung, inklusive nuklearemd Arsenal, nicht Pakistan, dessen Armee und Geheimdienst von Islamisten unterwandert sind, dass ganze Provinzen an Regionalfürsten und Taliban abgegeben und bereits dreimal mit deinem ebenfalls nuklear bewaffneten Nachbar Indien Krieg geführt hat - mit China next door. Die Liste der üblichen Verdächtigen und validen Kandidaten ließe sich verlängern.

Aber nein, in Euroland hat mein eigene Vorstellungen, ein shitty little country muss es sein, wie ein französischer Diplomat mal launig meinte. Sind wir nun einfach falsch informiert oder antisemitischen Projektionen aufgesessen? Beauty is in the eye of the beholder - ist das Glas nun halb voll oder leer?

Wenn ich morgens von Pimpfen beim Gang zum -türkischen- Bäcker die neuesten Nachrichten von Manar-TV zu hören bekommen, demzufolge wir mal wieder Giftgas an die "Juden" schicken, um Muslime zu töten, bekomme ich einen Hals. Ich erkläre denen aber nie, dass wir bisher noch stets ausschließlich die SS oder arabische Potentaten beliefert haben, um Juden respektive Muslime zu töten - dann bekommen die nämlich einen Hals, denn bekommen sie schon bei kleineren Provokationen. Und nein, ich exkulpiere das nicht mit Marginalisierung und derlei Scherzen. Fischzüchter, Dackelfreunde oder Liechtensteiner werden als Gruppe nie zum Frustobjekt der Verdammten dieser Erde - das sind stets die Juden. Putzig, nicht? Der Jungen Welt, der Islamischen und der National-Zeitung geht's genauso. Auch putzig.

Und nein, ich glaube nicht, das unsere dissoziierten türkischen, kurdischen oder libanesischen Mitbürger politisch aufgeklärter sind als der Rest der Republik oder des Kontinents. So viel dazu - Ihr Name ist nicht gefallen, wer schaut schon in seines Nächsten Herz. Möglicherweise verspeise ich Neugeborene zu Frühstück oder hätte dies zumindest gerne. For all you can know, I just could do that. Haben sie also bitte Verständnis dafür, dass mich Bekenntnisse und Verlautbarungen nicht unbedingt interessieren.

RE: Abzug aus Afghanistan: Replik auf den Perlentaucher | 18.09.2009 | 00:30

ol geht nicht und führt zu Darstellungsfehlern, ul und blockquote klappt:

ul

li





ein Zitat mit blockquote

RE: Abzug aus Afghanistan: Replik auf den Perlentaucher | 18.09.2009 | 00:27

Gut, Links, Fettungen und Kursive sind erlaubt, darauf sollte man die Nutzer aufmerksam machen, zusammen mit einer verlinkten Anleitung. Schlage strike als zusätzliche Formatierung vor, damit lassen sich unterhaltsame Dinge anstellen, sicherheitstechnisch spricht nichts dagegen. Ebensowenig übrigens wie für ul, ol und blockquote für Zitate.

Mal sehen, ob die gehen:


ul




ol




ein Zitat mit blockquote

RE: Abzug aus Afghanistan: Replik auf den Perlentaucher | 18.09.2009 | 00:22

Da wir hier beim Chef sind: Es fehlen feeds für die Kommentare. So wird es lästig nachzusehen, ob sich etwas tut. Man könnte Nutzern auch die Möglichkeiten bieten, sich über neue Kommentare und zusätzlich über Antworten auf eigene Kommentare per mail benachrichtigen zu lassen.

Jetzt noch ein Test, um zu sehen ob HTML-Links (und Formatierungen wie kursiv, strike oder del) möglich sind. Bei langen Adressen von taz oder FAZ wäre das praktisch: google.com

RE: Abzug aus Afghanistan: Replik auf den Perlentaucher | 17.09.2009 | 23:55

> Wir erinnern uns an die Daisy Cutter Bombe, mit der die Al-Kaida-Festung
> Tora Bora zu Splittern zerlegt wurde

Faktencheck:

www.fas.org/man/dod-101/sys/dumb/blu-82.htm :
- The BLU-82B [...], nicknamed [...] Daisy Cutter [...] was originally designed to clear helicopter landing zones [...]. The warhead contains 12,600 pounds of low-cost GSX slurry [...] and is detonated just above ground level [...], optimized for destruction and ground level without digging a crater. The weapon produces an overpressure of 1000 psi [pounds per square inch] near ground zero, tapering off as distance increases. (MM: "and ground level" ist wohl ein Typo, gemeint ist sicher "at ground level")

www.nationalmuseum.af.mil/factsheets/factsheet_print.asp?fsID=1013=1 :
- The designers optimized this bomb to clear vegetation while creating little or no crater

Nix Splitter, nix Zerlegen, kein Krater. Töten im verzweigten unterirdischen Gängesystem durch Überdruck, wie es die Presse seinerzeit auch schilderte. Weder schön noch allzu wichtig, aber der Gesinnungsjournalist ist eben stets faktenresistent, deswegen ja die gesinnungsethische Zeilenschinderei.

> Der Preis liegt in der Demut des Westens und in der Ehrlichkeit

Ausgerechnet in der taz (tinyurl.com/l4uakq) eine schönes Zitat von Carl Schmitt, no less:
"Tatsächlich scheint sich hier der Befund Carl Schmitts als treffend zu erweisen: Alle politischen Begriffe sind säkularisierte religiöse Begriffe. [...] Demut als die moderne Unterwerfungsgeste - zum Nutzen der Politik. 'Wer Demut sagt, will betrügen', ist man mit Carl Schmitt zu sagen geneigt."

> Der Universalismus der Menschenrechte droht unter den Bedingungen des
> globalen Kapitalismus leicht zum Kultur-Imperalismus zu werden

Der Universalismus der Menschenrechte *ist* Kultur-Imperialismus und war stets so gemeint. Die Levée en masse und der Einfall in Nachbarstaaten zwecks Beseitigung feudaler Herrschaft war kein Späßchen. Auch die Linke hatte nie daran gezweifelt, bis sie zur regressiven Linken mutierte und, um mit Grönemeyer zu schluchzen, "Religionen zu schonen" zum Schutze des Propheten erste linke Unbürgerpflicht wurde. Nachdem der Islam 9/11 sein antikulturimperialistische und überhaupt anti-imperialistische/kapitalistische/zionistische Potenz unter Beweis stellte, steht seine 5. Kolonne bei Fuß, um unter den "Bedingungen des globalen Kapitalismus" nun eben mit Hilfe der Reaktion Widerstand zu leisten, da ja der Sozialismus in seinem Lauf doch von Eseln aufgehalten wurde und jetzt dasteht wie bestellt und nicht abgeholt. Poor things.

RE: Das Labor der Republik | 17.09.2009 | 23:05

Einen hamwa noch: Wenn F'hain-K'berg Bionade-Biedermeier für Arme ist, dann wurde er hier kongenial in Szene gesetzt. Artikel und Sujet haben sich gegenseitig redlich verdient - darauf einen 1968er Chapeau Claque.

btw: Ick wohne hier, in SO36. Aber ich bin -noch- nicht blind und ideologisch weniger gefestigt. My bad.

RE: Das Labor der Republik | 17.09.2009 | 22:51

Mr Krogerus, you made my day. If you can't use it, abuse it.

RE: Das Labor der Republik | 17.09.2009 | 22:46

> 1,34 Einwohner pro Quadratmeter
>> Hoppla, Sie haben natürlich Recht, es sind 1,34 pro qm
>>> Also 0,013 Einwohner pro Quadratmeter

Die vom wertgeschätzten Autoren auch nach Leserhinweis nur unter Schwierigkeiten gehandhabten Grundrechenarten geben beredten Hinweis auf die journalistischen Grundlagen der Umwidmung von Elend in Utopie. Zum journalistischem Handwerk gehört auch der Kontext, schließlich soll der Leser ja vergleichen können. Auch der vom Freitag. Also:

Gaza
46 km²
674.309 Einwohner
14659/km²

Kreuzberg
10,4 km²
147.952 Einwohner
14226/km²

Fhain-Kreuzberg
20,2 km²
270.572 Einwohner
13395/km²

L'enfer, c'est les autres. Zum Bewahrung des vom Autor ersehnten Stücks "Utopie im Diesseits" fordere ich die Anforderung von Schutztruppen der UN, damit sich Autonome, Alkis, autonome Alkis, Bioniker, ostwestnordsüdliche Esofaschisten, Feminazis, Palisolidariker, Redakteure des Freitags, frisch reislamisierte Schul- Lehr- und Lebensversager, Graue Wölfe und die Milli Görüs nicht vor Platzangst zerfleischen müssen wie in Hamastan.

Die Berliner Stadtverwaltung ist möglicherweise noch nicht ganz so korrupt wie die palistanische UNWRA, aber die Transferleistungsquote sollte die gleiche sein, das können wir also so lassen. Außerdem bemüht man sich ja rege um vermehrte Anstellung von Migranten unter sachgerechter, nun, Anpassung des Anforderungsprofils. Um den Autor zu zitieren: Hoppla. Alles so schön bunt hier.

RE: Das Labor der Republik | 17.09.2009 | 20:09

Der lokal widerständisch sozialisierte Bionade-Biedermeier feiert sich selbst als Menschheit 2.0.

Kaum ein Wort zur bereits derzeit und erst recht zukünftig dominierenden migrantischen Bevölkerung, keines zu Kreuzberger Schulen mit bis zu 100% Schülern 'nicht deutscher Herkunftssprache' und gegen 0% Jobchancen.

Kein Wort zu Joschka Fischer, der bereits 1994 in "Risiko Deutschland" diktierte, "Deutschland" müsse "von außen eingehegt, und innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi 'verdünnt' werden. Dabei war er doch klüger als Ede Stoiber, der in diesem Zusammenhang von "Durchrassen" sprach, und wesentlich klüger noch als ein Feld- Wald- und Wiesennazi, der von Umvolkung und Aufnordung brabblen würde. Meinte Joschka ja auch nicht, ihm ging es um Aufsüdung, Hebung genetisch minderwertigen Materials durch ehemals subalterne Subjekte aus dem Reiche Postcolonia.

Er hat Erfolg gehabt. Der ehemalige EU-Justizkommissar Franco Frattini fasste den EUMC Report 2003 mal unfreundlicher Zusammen, als es sich die Autoren trauten: "Some 50 percent of anti-Semitic incidents on the European continent are connected to radical Islamic elements" (tinyurl.com/npnf25 - zionistische Quelle, sorry, aber die Arier hat's nicht interessiert). "vor dem Schultor: die Raucher, ungefähr gleich viele Jungs und Mädchen, mehr Türken als Deutsche. Blitzumfrage, was würdet ihr wählen? Rund 80 Prozent sagen: die Linke". Go figure: tinyurl.com/dlxhjm - Hisbullah Jelpke at her very best. Wichtig ist es, stillzuhalten, damit die Jungs in Ruhe ihre Arbeit tun können. Also, kein Wort hierzu.

Kein Wort auch zu berlinweit 18% Hartz IV-Empfängern -in SO36 dürften es gegen 30% sein, bei ca. 60% auf direkten und indirekten Tansfer basierender Wirtschaftsleistung-, keines zum grassierendem Anti'zionismus' bei links- oder migrantisch gestrickten gleichermaßen -da wertgeschätzte Bionade-Bioniker ihn teilen-, keines zu Berliner Polizeipräsidenten, die Bullen mit Imamen gemeinsam auf die Streife schicken, weil, wie eine höhere Charge im Tagesspiegel meinte, "die Luft brennt".

Das tut sie nicht am Paul-Lincke-Ufer, nicht in von Tækker bewirtschafteten Wohnraum für kreative Kreaturen, nicht in der Cafeteria des Freitags. Freuden sozialdemokratisierter Denke. Selbstbefriedigung auf hohem, Kierkegaard zitierenden Niveau - lustbetonte linke Regression. Sollen die faschistoiden Spiesser ihren Dreck doch alleene machen, solange sie unsere dauerpubertierenden Freiräume, unsere "Utopie im Diesseits" finanzieren, et pereat mundus und vor allem shitty little countries.