Was ist noch wirklich an der Wirklichkeit?

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Noch nie gab es mehr Möglichkeiten sein Leben selbstständig zu gestalten, doch wir sind an einen Punkt gelangt, an dem die vermeintliche Individualität kein Zeichen der eigenen Selbstbestimmung ist sondern ein Zeichen der eigenen Anpassung.

Diese Vielzahl von Individualisierungsmöglichkeiten, werden sehr gern und in breiter, meist auch finanzstarker Szene in Großstädten bedient. Gerade dies ist jedoch ein Anzeichen für eine Zukunft, an deren Ende nicht der freie und selbstständige Mensch steht, sondern vielmehr der entleerte und verwaltete Rest menschlicher Lebensform.

Der Individualisierungsprozess in einer bürgerlichen, von Ressentiments geprägten Gesellschaft, ist kein Prozess der heute in der Öffentlichkeit ohne Entleerung und Entkernung des eigentlichen Gedankens stattfinden kann. Die nach Veränderung strebende Szene ist kein eigentlicher Prozess, der sich in Zeitungen oder Zeitschriften verfolgen lässt. Doch ist er nach einiger Zeit schon zum sogenannten Mainstream verkommen.

Gegen diesen Trend versuchen sich bestimmte Gesellschaftsteile abzugliedern und so unabhängig von der breiten Masse zu werden.

Doch gerade die "individuelle Szene" ist das ganze Gegenteil, sie ist die letzte Äußerung dessen, was wir eine verwaltete Gesellschaft nennen, in der man sich durch käufliche Dinge wie Musik, Kleidung vermeintlich herausstehlen kann.

An diesem Prozessende, steht nicht der freie und selbstständige Mensch sondern eine Generation, denen man nur Individualität durch Musik und Kleidung beigebracht hat und die sich durch diese selbst uniformieren und so eine gleichgeschaltete Generation darstellen.

M.M.

17:56 24.07.2010
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Geschrieben von

Max Merziger

Interessiert an Naturwissenschaften und Philosophie.
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