Was ist noch wirklich an der Wirklichkeit? (2)

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Gerade das eigentlich individuelle, ist nicht Anzeichen liberaler, linker gesellschaftlicher meinungspolitischer Tendenzen sondern das ganze Gegenteil.

Die äußerliche Aufrechterhaltung dieser Szene ist nur durchsetzbar, wenn man sich deutlich zu dem vermeintlichen Gegenteil distanziert, diese Abgrenzung erfolgt in der Regel durch die räumliche und soziale Trennung. Es werden in Städten Bezirke zu Szene - Bezirken, diese zeichnen sich nicht durch besondere Eigenschaften aus sondern stellen eine alternativlose Aneinanderreihung von Bar's dar. Modegeschäfte verkommen zu einem "marketing - Fetisch", die vermeintliche ausgestrahlte Meinungsposition ist jedoch ohne Kern und Verstand. Alles ist kaufbar und ohne großen Aufwand zu beschaffen, der Friseur um die Ecke kann die immer gleiche Frisur für jeden reproduzieren und die Röhrenjeans bekommt man für 80 Euro nebenan. Selbstverständlich ist dies kein eigentümlich Szene - spezifisches Problem - es manifestiert sich darin nur am stärksten - sondern ein gesamt gesellschaftliches Problem.

Wie schon im ersten Artikel angedeutet bekommt man damit nicht die intellektuelle Szene, sondern eine uniformierte und gleichgeschaltete Generation.

Die Problematik, die sich daraus ergibt, ist nicht einfacher Natur. Es wird immer komplexer zu unterscheiden, wann man etwas originales und damit universell einzigartiges gefunden hat und ob man es als solches auch erkennen kann.

Die "Werteschaffung" - und dies soll ruhig als ein mit konservativen Werten belegtes Wort gedeutet werden - fällt fast ganz aus. Alles ist über Stunden und Tage zu besorgen, die gesellschaftliche Geschwindigkeit lässt keine Zeit für den eigentlichen Charakter, der sich eben in Ruhe und Mühe bilden muss.

M.M.

08:32 10.08.2010
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Geschrieben von

Max Merziger

Interessiert an Naturwissenschaften und Philosophie.
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