Auftrittsverbot nach freier Meinungsäußerung

Ausgespielt. Wegen privater Tweets zum Ukraine-Konflikt wurde die ukrainischstämmige Pianistin Valentina Lisitsa von ihrem geplanten Auftritt beim Toronto Symphony Orchestra verbannt.
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Der brutale Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist noch nicht allzu lange her und schon sind die Lehren die man eigentlich hätte daraus ziehen müssen schon wieder komplett in die Vergessenheit geraten.

So zumindest musste das die berühmte Pianistin und Youtube-Star Valentina Lisitsa am eigenen Leib in Erfahrung bringen als ihr geplanter Auftritt beim Toronto Symphony Orchestra (TSO) wegen einiger ihrer Tweets zum Thema Ukraine-Konflikt gestrichen wurde.

Zum Hintergrund.

Laut Informationen von RT begründete TSO Präsident und CEO Jeff Melanson diesen Schritt als eine Reaktion auf "die andauernden Vorwürfe mit zutiefst beleidigender Sprache seitens ukrainischer Medien" und fügte dabei hinzu, dass Lisitsa's "provokative Kommentare" die letzten Auftritte überschattet haben.

Wirft man dann einen Blick auf ihren Account bei Twitter dann findet man dort vor allem Tweets vor in denen sie die einseitige Berichterstattung westlicher Leitmedien in Bezug auf den Konflikt in der Ukraine kritisiert. In einem ihrer Tweets fragt sie zum Beispiel konkret danach warum eine erst vor kurzem stattgefundene Demonstration vor der US-Botschaft in Kiew mit einigen tausend Teilnehmern und "Wir sind kein Viehzeug!"-Rufen in den westlichen Leitmedien im Grunde kaum bis gar keine Beachtung gefunden hat und postete dazu auch gleich noch einen passenden Videolink mit.

Und die Moral von der Geschicht?

Die immer als Fortschritt angeführte Meinungs- und Redefreiheit in der westlichen Welt sind demnach also als solche Konstrukte zu verstehen, für die gilt, dass sie ihre Daseinsberechtigung in genau dem Moment verlieren, an dem sie eigentlich am dringensten gebraucht werden.

15:22 07.04.2015
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Geschrieben von

Machinist

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