Magda

Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. Die FC ist eine schlechte, die ich - noch nicht - überwunden habe.
Magda
RE: Bis dass der Tod uns nicht scheidet | 01.12.2020 | 19:52

Das stimmt aber nur bedingt. Demenz ist ganz sicherlich ein problematischer Fall für sich. Aber ansonsten gibt es gute Pflegedienste, Hilfen in verschiedenen Stufen und - im Ernstfall -auch Ärzte, die in Bereitschaft sind.

Es ist nicht hohles Gerede, es sind eine Fülle von Menschen unterwegs, die helfen und unterstützen. Sicherlich ist es nicht immer leicht, die richtigen Hilfen zu finden, aber es ist möglich.

RE: Vor Überheblichkeit strotzend | 29.11.2020 | 12:16

Da schließe ich mich gern an. Hofbauer verteidigt die "Demokratie der Anderen."

RE: Immer diese böse „Identitätspolitik“ | 28.11.2020 | 19:11

++ die "zitatenperversion" sehe ich in den identitätspolitiken, die die "kulturell konstruierten" geschlechter von butler ins absurde übersteigern und zementieren, während butler sie hinterfragen und loswerden wollte. ++

Ich sehe, dass Butler eher eine Kritikerin der Identitätspolitiken ist. Und die berufen sich auch weniger auf sie, wenn ich mich nicht irre.

RE: Immer diese böse „Identitätspolitik“ | 28.11.2020 | 18:46

Hm, das Marxsche Menschenbild - ist das nicht auch ein Fall für die Identitätspolitik? Und jene, die klagen, dass die Identitätspolitik die Klassengegensätze verwischt- sind das nicht auch alles Leute, die zu der Klasse, die sie da immer meinen, gar nicht gehören?

Ich bin gern mal ein bisschen unterkomplex oder auch niederkomplex. Lieber das, als diese merkwürdigen Gewissheiten.

RE: Bittere Realität | 28.11.2020 | 16:52

Ich hab mir das Buch als Hörbuch zugelegt und freue mich darauf. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass er ein Präsident ist, der - gegen Mehrheiten im Kongress- doch einiges erreicht hat. Auffällig ist mir aber auch, dass sich gegen ihn ein diffuser Hass manifestiert, von dem viele gar nicht mitbekommen, dass er auch einen rassistischen Hintergrund hat. An ihn werden völlig überzogene Maßstäbe angelegt. Dass er an sein Land glaubt, das hat er mit vielen Menschen dort gemein.

https://www.youtube.com/watch?v=wxiMrvDbq3s

RE: Immer diese böse „Identitätspolitik“ | 25.11.2020 | 19:10

Das übermalte Gedicht stand im Zusammenhang mit einer ohnehin geplanten neuen Gestaltung der Fassade in der Alice Salomon Hochschule. Die Skandalisierung war dabei eher medial. Und es ist auch legitim, ein solches Gedicht kritisch zu betrachten. Von Verzückung habe ich nichts bemerkt.

Es kann durchaus sein, dass im Zuge der vielfältigen Debatten zu dem Thema auch allerlei Schlenker sich einstellen.

++ wovon sie schreiben, magda, ist die idee, der gedanke, das was judith butler meinte. womit wir zu tun haben, ist aber leider nicht butler, sondern eine zitatenperversion davon. ++

Also ich habe mich überhaupt nicht auf Butler bezogen, sondern mir schlicht meine eigenen Gedanken gemacht. Ich weiß nicht, wo Sie da eine Zitatenperversion sehen.

RE: Immer diese böse „Identitätspolitik“ | 24.11.2020 | 17:27

Mir fällt immer wieder auf, dass sogar in Beiträge, die durchaus eine "Lanze brechen" für Identitätspolitik in diese merkwürdige hierarchische Sicht verfallen.

Beispiel: ++ „Die Ausbeutung der Welt steigert sich, aber wir versehen die Ausgebeuteten heute mit einem Gendersternchen. ++

“Wer ist denn "wir". Nein, die "Ausgebeuteten" selbst sind es, die fordern, richtig benannt zu werden.

Mir fällt auch auch noch eine Stelle in Stefan Hermlins Buch "Abendlicht" ein. Da erinnert sich der Autor an eine Passage im Kommunistischen Manifest, in der es heißt: "An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mir ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die Entwicklung eines jeden die freie Entwicklung aller ist."

Und der sich erinnernde Stefan Hermlin stellt erstaunt fest, er habe das immer genau umgekehrt gelesen. Es ist aber so, dass ohne die freie Entwicklung der Einzelnen - in ihrer Sexualität, ethnischen Zugehörigkeit und Geschlechterzugehörigkeit - keine freie Entwicklung der gesamten Gesellschaft möglich ist. Und wenn das nicht gesehen wird, sondern albern mit Gendersternchen verspottet und nicht geachtet wird, dann entsteht eine neue böse Unfreiheit, die momentan permanent zu spüren ist. Z. B. in vielen Kommentaren und in der Art des Umgangs mit Identitätspolitik. Solch eine Haltung will keine "freien Menschen", sondern eine unterdrückte Masse, die aus der Unfreiheit zu führen sich schon neue Volkstribune aufmachen.

RE: Die Verzweiflung eines Isolierten | 24.11.2020 | 13:24

Eine serbische Kollegin, die in ihrer Studiumszeit den Krieg in Jugoslawien erlebt hat, fühlt sich mit dieser Corona-Situation an diese Kriegszeit erinnert. Sie meint die beklemmende Situation, die keinen Ausweg erkennen lässt. Für mich fühlt sich diese Situation, je länger sie dauert, auch immer wieder apokalyptisch an. Ich konnte das sofort verstehen - auch wenn ich freilich noch keinen Krieg erlebt habe.

Das ist ja auch nachvollziehbar, genau so wie in der Sinfonie selbst Stalins Stiefel und Terror hörbar werden. Aber, dann bitte nicht Corona in dieser Weise mit ins Spiel bringen, das ist mein eigentliches Unbehagen.

RE: Die Verzweiflung eines Isolierten | 23.11.2020 | 21:11

oder es gibt auch "marktkonforme Interpretationen" - ist halt momentan absolut "angesagt" ein bisschen Corona zu verticken.