Alles ein Abwasch XVI - Herrschaftsausübung

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Wie funktioniert eigentlichHerrschsucht? fragte ich heute, aber eher so vor mich hin.

Ach nee, jetzt nicht sowas. Spielen wir hier jetzt Spejbl und Hurvinek? meinte mein Mann. Deine Herrschsucht funktioniert gerade, während Du wieder am Abwaschtrog den Weg versperrst.

Nee, ich herrsche nicht, ich walte nur meines Amtes. „Und drinnen waltet die tüchtige Hausfrau“. heißt es ja.

„Gut, gut nun beeil Dich mal ein bisschen. Apropos: öffentliche Amtswalter sind ganz schlimme Herrschaftstypen.

Mag sein, aber wie herrscht man denn nun?

Also jetzt tu mal nicht so neugeboren, versetzte der Herr, der auch hier wohnt.Jeder versucht irgendwann mal, sich durchzusetzen.

Nee, das ist keine Herrschaft, das ist normale Konkurrenz, meinte ich. Eigentlich geht es ja auch gar nicht um sich Durchsetzen, sondern ums Recht behalten um jeden Preis.

Stimmt schon, lenkte der Herr des Hausesein, es gibt welche, die können, auch wenn sie sich streiten ,nicht aufhören zu "zackerieren" .

Ach das ist schlimm, seufzte nun wieder ich, allerdings gibt’s glaube ich ganz unterschiedliche Formen von Herrschsucht und Machtausübung.

Ja, genau und die gibts bei Männern und Frauen, so der Diskussionspartner an der Doppelspüle.

Ach ja, die Quotenansage hatte ich vergessen, schob ich spöttisch nach. Herrschsucht gibt es bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Ausprägungen.

Daraufhin energische Nachfrage: Was willst Du jetzt eigentlich - hast Dich jemand geärgert oder Du jemanden?

Mal so mal so. Ich denke mir immer, wenn einen jemand beherrscht oder geärgert oder gekränkt hat, so kurzfristig, dann kann man dem ja eine Weile aus dem Wege gehen. Man muss sich nicht beschimpfen und so....

Aber es gibt eine ganz besonders widerwärtige Art von Herrschaftsausübung.

Was meinst Du denn jetzt wieder?

Das sind die Figuren, die nicht nur herrschen wollen. Das genügt denen nicht, die wollen auch noch geliebt werden. Die sind ganz furchtbar. Die herrschen, die machen andere fertig, gehen über sie hinweg und dann nehmen sie das Objekt ihrer Herrschaftsausübung und schütteln es und fordern: „Sag, dass Du mich liebst. Wirst Du mich wohl lieben?“

Daraufhin meinte die von mir beherrschte männliche Küchenkraft.

Ach die meinst Du. Die mit der jovialen Herrschaftsjacke mit der Gutsherrenjoppe, sag das doch gleich.

Die verprügeln erst jemanden und dann werden sie sentimental. Die sind freilich schrecklich, die verfolgen Dich mit ihrem Hass, wenn Du sie nicht liebst. Das sind auch schon nicht mehr so Allerwelts-Herrscher. Das sind dann schon mehr...Tyrannen.

Da gibt’s nur eins: Ausweichen, weiträumig,sonst walzen die Dich platt - so sinddie eben. Wenn Du denen nicht ausweichen kannst, musst Du sie umbringen.

Schlussfolgerung mit dem Schürzenzipfel in der Hand: Genau und dann wird es klassisch. Dann haben wir den Tyrannenmord.

23:00 28.11.2009
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Geschrieben von

Magda

Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. Die FC ist eine schlechte, die ich - noch nicht - überwunden habe.
Magda

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