Alles ein Abwasch XXVI - Flug- und Sicherheitsfragen

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Dass ich heute nacht von einem Flugzeugabsturz geträumt habe, kann nicht allein mit den tragischen Ereignissen bei Smolensk zusammenhängen, sinnierte ich laut mit Blick auf die in Richtung Tegel schwebende Maschine. Sie kommt mir vom Abwaschbecken aus ins Blickfeld. Ihren trägen Sinkflug kann ich beobachten bis sie hinter Baumwipfeln nach unten verschwindet.

Den Anflug auf der anderen Seite hätte ich vom der Wohnzimmercouch aus verfolgen können. Nicht jeden Tag ist das so, es hängt ja auch vom Wetter ab, von welcher Seite gestartet oder gelandet wird. Ich liebe das sehr, auch wegen der Dramatik, die dieser Anblick erzeugt. Man denkt, die fliegen direkt aufs Haus zu. Angstlust nennt man das wohl. Bei Dunkelheit sieht man die Lichter und wenn der Andrang groß ist, hängen sie wie eine Lampionkette am Himmel.

Wenn jedoch gerade so ein Absturz zu vermelden ist, setzt sich im Traum auch die angstbesetzte Seite durch und dann träumt man von einem Absturz.

Bei aller Tragik des Ereignisses gingen wir – vielleicht verleiten praktische Tätigkeiten dazu – zu pragmatischen Fragen über. So meinte P., er könne überhaupt nicht verstehen, dass die gesamte „Elite“ eines Landes in einer einzigen Maschine zusammen befördert worden sei.

Gehöre das nicht zu den grundsätzlichen Richtlinien der Sicherheit, dass man so wichtige Personen nicht zusammen transportiert und zwar genau aus den Gründen, die sich jetzt so tragisch zeigen? In den Nachrichten war zu hören, die gesamte polnische Armeeführung sei mit in der Delegation gewesen. Sind die denn wahnsinnig?

Und – wie der Mensch so ist – bei Katastrophen dieser Art, fantasiert man sich was zusammen. Ich zum Beispiel fragte mich, welche Verschwörungstheorie sich da besonders in den Vordergrund schieben wird. Angesichts der offensichtlichen absoluten Hirnrissigkeit mit der einzigen Maschine könnte das Gerücht die Runde machen, in der Maschine seien – aus Sicherheitsgründen – nur Doppelgänger gewesen. Und dann fragt man sich eines Tages, wo die wirklichen Funktionsträger alle geblieben sind oder so.

An der Stelle wurde ich ermahnt, meine makabren Überlegungen ein bisschen zu bremsen, das sei doch pietätlos. Überhaupt Frauen seien in ihrem Sinn manchmal grausamer als....Ach was, oder doch?Na gut, na gut, ich „bremste“, nahm die Schürze ab und warf den Lappen auf den Trockner. Aus Sicherheitsgründen. Man will sich ja nichts schon morgens crashen.

12:03 11.04.2010
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Geschrieben von

Magda

Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. Die FC ist eine schlechte, die ich - noch nicht - überwunden habe.
Magda

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