Das ewige Leben ist nicht marktfähig

Sterben Das Problem ist, dass man das ewige Leben so schlecht vermarkten kann. Man kann den Glauben daran bekakeln, man kann ein bisschen reden, paar Gebets-Spielzeuge verticken.
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Aber einen richtigen renditeträchtigen Fonds „Ewiges Leben“ zu günstigen Konditionen kann man nicht auflegen. Nicht mehr, denn – auch in der Marktwirtschaft - muss ein fester Glaube an die Rendite vorhanden sein. Und den gibt’s nicht mehr, den festen Glauben. Marktfragen sind Glaubensfragen. Das weiß man inzwischen doch.

Wenn man also das nicht schafft mit dem ewigen Leben, dann muss man wenigstens das Sterben besser vermarkten, denn sonst finden die Leute ja nie dahin – ins ewige Leben. Sie gehen nicht ein, die Leute ins ewige Leben, denn das ist ja der Sinn der Sache, nicht wahr?

Das ist es, die Leute wollen zwar ewig leben, aber halt im Diesseits. An was Nachhaltiges im Jenseits – abgesehen von Staub und Mulch – glauben sie nicht. Und deshalb haben wir jetzt Sterbewochen. Bis Totensonntag geht das noch so.

Dann aber ist Schluss damit, dann haben wir die Auflassung, dann geht’s los mit den Karussells, mit den gebrannten Mandeln für gebrannte Kinder mit dem Würfelspiel – nee nicht aufs ewige Leben – sondern um den kleinen Teddy für Tabea-Jaqueline. Und um das Christuskind geht’s auch, dass uns das ewige Leben näher bringen soll. Vielleicht mit all den Plätzchen und Bäumchen.

Bei dem von mir gerade wiederentdeckten – vor einem Jahr gestorbenen – österreichischen Sänger Ludwig Hirsch gibt’s bei Tante Dorothee allerlei Auktionsstücke: Darunter auch „einen echten Tod aus Marzipan, bittersüß, doch sehr bekömmlich.“ Na, nix wie reinbeißen, dann hat man was Nachhaltiges.

Und damit es auch was für die Ewigkeit gibt, gibts:

„Ein Ringelspiel, das sich ewig dreht, drum setz dich ja nie drauf.“

Genau, setzt Euch nicht drauf, auf dieses Medienwochen-Ringelspiel. Sie drehen’s ewig, allerdings mit immer neuem Zeug und man kommt nie wieder runter, es sei denn man geht ein.

12:06 23.11.2012
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Geschrieben von

Magda

Immer mal wieder, aber so wenig wie möglich
Magda

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