Ein 7. Oktober

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Das war vielleicht eine Übung. Schon zweimal hatte ich ihn nach dem Sonntagsdienst gefragt, ob er mit mir noch ein Bier trinken geht. Nee, wollte er nicht. Ich wusste aber, dass er mich ganz gut findet. Ich wusste auch, dass er ein Sonderling ist, nicht so einfach zu nehmen und nicht ganz berechenbar.

Irgendwann dann hatte sich ein Kollege erbarmt und einen Trick gefunden, uns beide mit in die Kneipe zu schleppen und sich dann zu verabschieden. Und da saßen wir dann und wieder musste ich die ganze Übung allein machen. Ich konnte ihn überreden, noch einen Schluck anderswo als in der Kneipe zu trinken. Es kam also wie es kommen musste und wir waren - wie man so sagt, Lebenspartner.

Immer mal wieder dachte ich, dass wir nicht zusammenpassen. Manchmal verließ er wütend meine Wohnung oder schimpfte: "Du bist so anstrengend" . Irgendwann brüllte ich ihn an: "Mit Dir möchte ich nicht alt werden".

Das ist jetzt 27 Jahre her. Und wir sind inzwischen - auch schon wieder eine Weile - verheiratet und zusammen älter geworden.

Es gibt eine lustige Stelle in einem Roman, die ich ganz passend finde. Es sind die problematischen Beziehungen, die halten, weil sich die Partner immer wieder verständigen müssen.

Kann sein, inzwischen haben wir auf jeden Fall ganz andere Probleme als damals und ich bin erstaunt, wie viel Gemeinsames sich mit den Jahren ansammelt.

20:33 07.10.2009
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Geschrieben von

Magda

Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. Die FC ist eine schlechte, die ich - noch nicht - überwunden habe.
Magda

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