Familientraditionen in der CDU

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Beispiel: Gottfried Ludewig

Frische Ideen für Pankow hat sich der CDU-Direktkandidat für Pankow, Gottfried Ludewig, ausgedacht. Dieser Gottfried ist Sohn des einstigen, allerdings vorzeitig abgelösten Chefs der Deutschen Bahn, Johannes Ludewig, der auch einmal Beauftragter für die Neuen Bundesländer war.

Bevor Gottfried die Lizenz bekam, fürPankow ein Direktmandat zu erkämpfen - ohnehin aussichtslos -musste man in der CDU-Pankow erst einmal Vera Lengsfeld verzichten lassen, mit verhängnisvollen Folgen für Friedrichshain-Kreuzberg, wie wir von Plakatwänden wissen. Dann musste man den stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden - Rene Stadtkewitz - entsorgen, weil er mit denmerkwürdigen Nominierungssitten bei der CDU Pankow nicht klarkam.

Dort trat in gutsherrlicher Weise CDU-Kreischef Peter Kurth auf - auch ein sattsam bekanntes Mitglied der Berliner CDU-West. Finanzsenator im vom Bankenskandal erschütterten Senat von 1999.Und später dann selbsternannter Retter für Berlin-Ost. Kürzlich warKurth Kandidat für den Kölner OB, da gabs auch was zu retten, aber war wohl nicht so erfolgreich, weshalb mit ihm in Berlin leider bald wieder zu rechnen ist. .

Das Klassensystem der Bahn wirkt inspirierend

Zurück zu Peter Kurths Ziehkind Gottfried. Der schlug schon im vergangenen Jahr vor, dass die Wahlstimmen der "Leistungsträger" gegenüber denen vonRentnern und Hartz IV-Empfängerndoppelt zählen sollten. Möglicherweise hat ihn zu diesem außerordentlich innovativen Vorstoß Papas Bahn-Vergangenheit inspiriert . Dortgibts ja auch verschiedene Klassen. Er erntete einhellige Empörung bei den anderen Parteien, sogar bei der FDP.

Na, wunderbar, diesen Erfolg muss man wiederholen, sagte er sich. Und deshalb hat er diesen Gag noch mal aus der Versenkung geholt und als frische Idee für Pankow verscherbelt. Er weiß ja, dass er nicht gewinnen kann. Gegen Thierse in Pankow hat er keine Chance. Aber er will das, was man unbedingt braucht, wenn einen die Poliitk ernähren soll: Aufmerksamkeit, eine Empfehlung, eine gewisse frische Dreistigkeit. Ludewigs Gottfried also empfiehlt sich der politischen Klasse in diesem Lande. Besser wäre es, er empfähle sich wirklich aus der Politik. Aber damit ist leider nicht zu rechnen.

09:53 24.09.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Magda

Immer mal wieder, aber so wenig wie möglich
Magda

Kommentare 4

Avatar
meisterfalk | Community