Interessantes Interview über Geheimdienste

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Auf Telepolis ein hochinteressantes Interview mit der Journalistin Regine Igel , die im Freitag, wenn ichs richtig verfolge bisher nur ein lahme Rezension über die obrigkeitshörigen DDR-Bürger mit ihrem Diktaturtrauma verewigt hat, aber eine ganz hervorragende Kennerin ist, wenn es um die Verwicklung der Geheimdienste und Aktionen der Destabilisierung in Italien und anderswo geht.

www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31120/1.html

Zitat aus dem Interview:

"Und man weiß inzwischen eben auch, dass es Interessen gab, über den Terrorismus eine bestimmte Unruhe im Staat zu halten - beziehungsweise die Bewegung, die Mitte der 1960er Jahre unter den Studenten und Arbeitern in der westlichen Welt begonnen hatte, auch die Befreiungsbewegungen in der 3. Welt und die Dissidenten im Osten unter Kontrolle zu halten. Man wusste nicht, wo das alles enden mag und welcher Weg dort eingeschlagen wird und wollte präventiv tätig werden. In Italien wurde ja im staatlichen Untergrund auch die Möglichkeit erwogen, eine Militärdiktatur (wie damals in Griechenland, in Spanien und in Portugal) zu errichten, wenn es denn nötig werden würde. " - Wahrheiten, die nicht nur für Italien gelten müssen.

Über Italien hat sie ein spannendes Buch geschrieben

"Terrorjahre, die dunkle Seite der CIA in Italien"

Auch, wenn sie voranschickt, dass Deutschland nicht ihr Spezialgebiet ist, so sind ihre Aussagen über den Fall Verena Becker und generell die RAF-Problematik sehr interesssant.

Ich selbst wusste zum Beispiel nicht, dass Staatsanwälte den Weisungen des Justizministeriums folgen müssen. Sie verwies auf einen Beitrag fürs Fernsehen "Maulkorb für den Staatsanwalt", von Christoph Maria Fröhder und Hans Leyendecker , der aber leider im Netz nicht mehr auffindbar ist.

Nicht alles ganz neu, aber trotzdem aktuell. Sehr aktuell aber ihr Verweis auf Komplizenschaften der Ost- und Westgeheimdienste. Natürlich nicht im Sinne von Unterwanderung-Ost sondern von Kooperation, wie sie durchaus einleuchtet.

Anmerkung: Es gibt doch im früheren Freitag einen sehr interessanten Beitrag von ihr. www.freitag.de/2006/38/06381801.php

10:03 14.09.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Magda

Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. Die FC ist eine schlechte, die ich - noch nicht - überwunden habe.
Magda

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