Magda
26.07.2013 | 10:43 28

Können wir bauen, wenn wir lieben?

Blogtexte Es ist immer schön, wenn sich das Leben im Netz und das reale Leben mal wieder treffen. Diesmal geschah es bei einer Lesung des archinaut in Berlin-Kreuzberg

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Magda

Können wir bauen, wenn wir lieben?

Foto: Magda

Der Berliner oder die Berlinerin jammern schon, wenn sie sich von einem Stadtbezirk zu einem anderen verfügen müssten. Dieser Satz fiel gestern und amüsierte mich, denn ich war von Pankow-Heinersdorf hergereist zum Kreuzberger Mehringdamm, wo es ein Projekt namens Büchertisch gibt, das neben vielen vielen Büchern, Bücheraustausch, -kauf und -abgabe natürlich auch die Lesung von selbst Geschriebenem anbietet.

"Können wir bauen, wenn wir lieben" - so das Thema der gestrigen Lesung, die dort angesagt war. Es lasen: Ja, alle kennen ihn hier bei der Community: Der archinaut.

Sein Blog ist umfangreich, behandelt reale und fiktive Gestalten, ist kunstvoll miteinander verlinkt und verbunden - ein wahres Netzkunstwerk. Sein nimmermüder Einsatz gegen ein Schloss der Anmaßung, Verschwendung und Volksverachtung ist bekannt. Er engagiert sich in der Schlossfreiheit.

Mit ihm las Melanie Nebe, die - wie er – ebenfalls Architektin ist.

Es konnte nur eine lose Auswahl sein, aber sie führte doch immer wieder zu der oben gestellten Frage und im Grunde zu der allgemeinen Frage: Wie man leben und bauen soll. Zum Beispiel im Monolog zu Babel- über das Wesen der Architektur. Ein Text, in dem Künstler teils fiktiv, teils mit realen Zitaten über ihre Arbeit nachdenken .

Mich berührte sehr die Trauer in Thale - ein gemeinsam gelesenes Stück, das auch eine Dramaturgie hat. Eine konkrete Wendegeschichte wird von einem sich wiederholenden Trauersingsang begleitet.

Und weil ein sehr bekannter Titel der Rolling Stones, As tears go by, eine Rolle spielte und dort ein Klavier stand, durfte ich auch einen Beitrag leisten und das Lied drauf spielen. Das war reiner Zufall, aber ich hatte meine Freude dran, weshalb es hier erwähnt wird.

Am Ende gabs die Schlossbeschimpfungen. "Lacht nur dazu" die mich beim Wiederhören grimmig erheiterte.

Ein schöner Abend in einem Kreuzberger Hinterhof mit Kultur, bei dem es auch eine - dem Wetter angepasste - schmackhafte, erfrischende, kalte Tomatensuppe gab und natürlich ein Gläschen Wein, für die, die es bei der Wärme noch vertrugen. Ich vertrugs gut und fuhr bereichert und angeregt wieder ins heimische Heinersdorf zurück. Danke archinaut und Melanie Nebe und auch an die freundlichen Gastgeber des Büchertisches.

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Archinaut bei den Vorbereitungen, assistiert von einem aufgeweckten Zuhörer.

https://lh5.googleusercontent.com/-mLEXPJrG79U/UfIttYy58vI/AAAAAAAAFo8/r7YpBJnlLU0/s640/Lesung%25202%2520besser.jpg

Lesung im Lampenschein und bei sommerlicher Stimmung

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (28)

Joachim Petrick 26.07.2013 | 19:47

"Der Berliner oder die Berlinerin jammern schon, wenn sie sich von einem Stadtbezirk zu einem anderen verfügen müssten"
So kann es im Berliner Lokal Kolorit kommen.
Aber was soll unser Einer bei Überlegungen von Hamburg nach Haiti sagen?.

wenn das kleine Literatur Musen und Klavier Geklimper Glück von einem Beeerrliner zum anderen Berliner Bezirk so nahe liegt?
"Hab es gerne gelesen und vernommen! Danke!

Lyrik soll ja allerorten so im Kommen sein!,
wenn ja?, auch da?

Gibt es da eine Homepage?

archinaut 26.07.2013 | 20:54

Liebe Magda,

es hat mich sehr, sehr gefreut, dass Du die weite, in der Sommerschwüle auch schweißtreibende Reise unternommen und schließlich noch gut überstanden hast ;-))

Deine Klaviereinlage hat uns alle übrigens auch sehr beeindruckt, da kriegt man richtig Lust, Live-Musik in die nächste Lesung einzubauen! Oder am Ende die Stühle wegzuräumen um zu tanzen...

Na ja, den After-Show-Teil müssen wir wohl noch etwas ausbauen, am besten mit Übernachtungsmöglichkeit, damit frau/man die Heimreise erstmal vergessen kann;-))

Herzliche Grüße

archie;-))

archinaut 26.07.2013 | 20:55

Liebe Magda,

es hat mich sehr, sehr gefreut, dass Du die weite, in der Sommerschwüle auch schweißtreibende Reise unternommen und schließlich noch gut überstanden hast ;-))

Deine Klaviereinlage hat uns alle übrigens auch sehr beeindruckt, da kriegt man richtig Lust, Live-Musik in die nächste Lesung einzubauen! Oder am Ende die Stühle wegzuräumen um zu tanzen...

Na ja, den After-Show-Teil müssen wir wohl noch etwas ausbauen, am besten mit Übernachtungsmöglichkeit, damit frau/man die Heimreise erstmal vergessen kann;-))

Herzliche Grüße

archie;-))

poor on ruhr 28.07.2013 | 13:54

@Magda

@Archinaut

Ich habe es sehr gerne gelesen und finde es ziemlich beeindruckend.

Da kann ich Koslowski nur zustimmen. Ich wäre auch sehr gerne beeindruckend.

Magdas nettes und liebes Gesicht kenne ich ja durch das Profilfoto schon, aber das ist das erste mal , dass ich das liebe Gesicht vom archinauten das erste mal näher gesehen habe.

Ein beeindruckender Mensch mit ganz tollen Blogs und Texten , von dem ich mir ganz sicher gewiss bin , dass er progressive und avandgardistische Beiträge zum Berliner Kulturleben liefert.

Klasse.

Herzliche Grüße

poor on ruhr

poor on ruhr 28.07.2013 | 13:56

@Magda

@Archinaut

Ich habe es sehr gerne gelesen und finde es ziemlich beeindruckend.

Da kann ich Koslowski nur zustimmen. Ich wäre auch sehr gerne beeindruckend.

Magdas nettes und liebes Gesicht kenne ich ja durch das Profilfoto schon, aber das ist das erste mal , dass ich das liebe Gesicht vom archinauten das erste mal näher gesehen habe.

Ein beeindruckender Mensch mit ganz tollen Blogs und Texten , von dem ich mir ganz sicher gewiss bin , dass er progressive und avandgardistische Beiträge zum Berliner Kulturleben liefert.

Klasse.

Herzliche Grüße

poor on ruhr

SuzieQ 24.09.2013 | 17:55

Ja, wir können bauen, wenn wir lieben.

Wir können es auch lassen.

Und für die nächste öffentliche Veranstaltung können wir die Buschtrommeln frühzeitig ölen, denn ich zB habe dann mindestens 634 km vor mir, eher mehr.

Dat braucht dann schon so seine Zeit mit dem Hinkommen und dem Ankommen und dem Bleiben und dem Zurückfahren.

Glaub ich : )

Danke für das blog

hinterher ist man immer... älter ; P