Lafontaine driftet nach ... wohin eigentlich?

Flüchtlingspolitik Oskar Lafontaine hat der "Welt" ein umfassendes Interview gegeben. Um seine Kernsätze wird heftig gestritten: Ist das opportunistische Anbiederung oder Selbstzerlegung?
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Lafontaine driftet nach ... wohin eigentlich?
Realist, Populist oder was jetzt?
Bild: Sean Gallup/Getty Images

Die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, macht sich auch Oskar Lafontaine auf. Deshalb hat er – damit er auch ordentlich vernommen wird – der "Welt" ein Interview gegeben.

Staat muss entscheiden können, wen er aufnimmt.

Die Frage, die sich stellt, ist, warum er unterstellt, dass "der Staat" das bisher nicht konnte. Wegen des Asylrechts? Wegen der Entscheidung der Kanzlerin von 2015? Neben durchaus berechtigter Kritik an Merkel, grenzt er sich deutlich von ihr ab und ..."rief die Linke zum Nachdenken auf, „warum so viele Arbeiter und Arbeitslose AfD wählen, obwohl diese Partei Lohndrückerei und Rentenkürzung im Programm hat. Wir dürfen es nicht rechten Parteien überlassen, die Probleme der Lohn- und Mietkonkurrenz anzusprechen".

Außerdem beruft er sich auf Colin Crouch, der postuliert hatte, dass "offene Grenzen ein Projekt des Neoliberalismus" seien. Das stimmt, aber ... das ist ja das Problem mit den Populismen: Sie stimmen immer nur teilweise.

Der Umkehrschluss wäre dann auch wohl: Wer links ist, der wendet sich gegen offene Grenzen. Was soll das werden?

Lafontaine – ein Realist, ein Populist oder was jetzt? Merkel wirft man vor, sie wolle mit ihrer Flüchtlingspolitik einen Bevölkerungsaustausch erzielen. Will Lafontaine einen Austausch der Leute, die links wählen? Was er mit seiner Flüchtlingspolitik will, kann man auch über die CDU erstreiten – oder gleich mit der CSU. Da kann man noch ein soziales "Schwänzchen" dranhängen: Mindestlohn für alle und mehr Sozialwohnungen für alle – fertig.

Oder die Leute wählen gleich das "Original": die AfD.

10:47 06.02.2017
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Geschrieben von

Magda

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben. (George B. Shaw)
Magda

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