Mutmaßungen über M.

Bundeskanzlerin Die österreichische Journalistin Anneliese Rohrer hat einen Beitrag über die Bundeskanzlerin geschrieben Sie spart Schwächen nicht aus und würdigt ihre Stärken.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Wenn es um Angela Merkel geht, dann schnurren die meisten Zeitgenossen und - genossinnen, die Zuschreibungen nur so herunter. "Marionette der USA", "Erfüllungsgehilfin der Wirtschaft und Finanzwelt", " Opportunistin" wird auch gern genommen. Dann fehlt noch "alternativlos".

Vor einiger Zeit war Frau Gertrud Höhler zugange mit "Die Patin", einem abenteuerlichen Werk über die Bundeskanzlerin. Da wird sie als eine Art "Wölfin der Macht" beschrieben, die - seit sie in die Politik gekommen ist - nichts tut als machtgierig und raubtierartig herumzustreifen und auf die Stunde zu warten, da sie Beute machen kann. Naja, das Werk war nicht so recht erfolgreich.

Hier beim Freitag ist es auch nicht einfach. der Politikerin gerecht zu werden, denn der Herausgeber hat eine ziemliche Merkelallergie, die immer mal wieder scharf durchbricht und dann haben wir eine "kalte Kanzlerin" aus den "uckermärkischen Steppen" und Minsk II ist eine "Niederlage". Der Hilfeschrei nach Helmut Kohl ist dann auch nicht mehr weit.

Dabei gilt sie, so Anneliese Rohrer in "Die Presse", als zurzeit der einzige Mann in den europäischen Regierungen. (...) Sie würde das nie über sich selbst sagen, schon gar nicht öffentlich. Im Gegensatz zur legendären britischen Regierungschefin Margaret Thatcher oder zur gescheiterten österreichischen Finanzministerin Maria Fekter.

Eine bedenkenswerte Kritik über Merkel hat mal Professor Gesine Schwan ausgesprochen. Sie vermisst bei ihr die Fähigkeit, auf öffentliche Diskurse zu hören. Zwar favorisiert sie Meinungsumfragen, aber die schaffen kein Klima des produktiven Streitens. Wobei man das natürlich schlecht einschätzen kann. Meist zögert Merkel ja eine ganze Weile, bis sie eine Entscheidung trifft. Ausnahmen gibts auch, aber die werden ihr als Opportunismus angerechnet. Beim Opporunismusvorwurf muss ich nebenher immer an einen Ausspruch Otto von Bismarcks denken, der meinte: Meine Gegner werfen mir vor, ich stelle die Segel nach dem Winde. Darin besteht ja gerade die Kunst des Segelns!

Beim Freitag gabs vor zwei Jahren schon mal dieses Gespräch über Angela Merkel, an dem auch ich beteiligt war und dessen Thesen in dem Beitrag, den Anneliese Rohrer für "Die Presse" schrieb, auch eine Rolle spielen. Es scheint zu irritieren, dass sie die großen Gesten selten macht, dass vieles bei ihr aussieht wie Stillstand, aber dahinter durchaus Aktion und Politik sind.

Anneliese Rohrer sieht - wie viele - in der Innenpolitik die Probleme ihrer Kanzlerschaft. Da ist sie oft populistisch und zögerlich. Aber, in der Welt hat sie sich Ansehen erworben, durch allen Verzicht auf äußere Macht-Darstellung.

Anneliese Rohrer stellt fest: Es ist für viele angenehmer, öffentlich über Genderfragen zu parlieren. Wenn aber nicht mehr Frauen die politische Karriereleiter hinaufgestoßen werden, werden dort viel zu wenige mit ausreichender Qualifikation zu finden sein. Und jede schlechte Politikerin schadet der Sache der Frauen im Dienst der Öffentlichkeit mehr als jeder schlechte Politiker den Männern. Das ist ein mathematisches Problem: Unter wenigen Frauen fallen die schlechten besonders auf, unfähige Männer in der Politik sind zahlreich.

Meine eigene Mutmaßung über Merkel ist: Sie wird wohl nicht mehr so lange auf Deutschland beschränkt bleiben. Hier kann sie nichts mehr werden. Aber ihre diplomatischen Fähigkeiten, ihre Geduld und Ausdauer und das Agieren hinter den Kulissen - die wären anderswo gut eingesetzt. Wie ist es denn: Wird nicht im Jahr 2016 der Posten des UN-Generalsekretärs frei? Das wär ein Job für sie.

http://www.one.org/de/blog/2015/03/07/offener-brief-zum-weltfrauentag/

Hier ist ein offener Brief, den ihr zwei Promis geschrieben haben. Sie fordern mehr Engagement für die Frauenrechte weltweit. Vielleicht nimmt sie das ja als Auftrag.

17:13 09.03.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Magda

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben. (George B. Shaw)
Magda

Kommentare 102

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