Traditioneller Neujahrsempfang bei ÜPFI

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ÜPFI – ist die witzige Abkürzung für Überparteiliche Fraueninitiative Berlin Stadt der Frauen. Seit über 18 Jahren gibt es sie. Sie meldet sich zu aktuellen politischen Fragen zu Wort. Auch in diesem Jahr lud sie zum traditionellen Neujahrsempfang. Schon zeitig musste die Anmeldung erfolgen, denn die Plätze sind rar. Und beizeiten sollte man da sein, denn die Kontrollen an den Eingängen machen deutlich, dass die Zeiten sich geändert haben. Nach der Begrüßung durch Carola von Braun, ÜPFI

https://lh3.googleusercontent.com/_Sc4ZfO5dTTA/TWYeNRPbLLI/AAAAAAAAB2Y/6AwyH8zXpd8/s288/Carola%20von%20Braun.jpg Carola von Braun

und Martina Michels, LINKE, MdA hielt Magdalena Kemper, langjährige Redakteurin der Frauensendung Zeitpunkte , die Festrede.

Prima Anfang oder
trügerische Hoffnung?

Es habe doch in diesem Jahre alles ganz prima angefangen. Die Quotendebatte hätte die Benachteiligung von Frauen mal wieder in den Mittelpunkt gerückt, dann kam Bascha Mika, sorgte große Aufmerksamkeit und stritt zuallererst bei den „Zeitpunkten“ um ihre Thesen. Das Machtwort der Kanzlerin gegen die Quote nähre aber den Verdacht, dass der paradiesische Eindruck von der „Hälfte des Himmels“ für die Frauen trüge. Es muss weiter gestritten werden, auch durch „Zeitpunkte“, die das schon so lange Jahre tun. Dass sich der feministische Satz vom Privaten, dass Politisch ist, heute so ins Trashig-Trivialisierte gewendet hat und Debatten unter Frauen schnell als Zickenkrieg und Stutenbissigkeit abqualifiziert werden, gehört zu den Erscheinungen, die die Berechtigung einer solchen parteinehmenden Sendung immer wieder belegen. Zweimal in der Woche am Sonnabend und Sonntag wird die Sendung . die Frauenbelange – jenseits von Tabu und political correctness – zur Sprache bringt, ausgestrahlt. Nach all diesem aber gab es – musikalisch begleitet von Muzet Royal, den Tangos und Muzetten spielenden Frauen - das Büfett und Kontakte, Kontakte.

Ich sprach eine ganze Weile mit Heli Ihlefeld-Bolesch, die ich noch als Frauenbeauftragte der Telekom kennen gelernt habe. Dass das Vorbild Telekom bei der Quotenregelung ständig - manchmal als Alibi für unterbliebenen weitere Bemühungen - in aller Munde ist, dafür hat auch sie – in der Stabsstelle Gleichstellung – die Weichen mit gestellt.

https://lh5.googleusercontent.com/_Sc4ZfO5dTTA/TWYeFexZufI/AAAAAAAAB2A/NWrJQMe6qV8/s288/Ihlefeld-Bolesch.jpg Heli Ihlefeld-Bolesch


Die Quote bedeutet nicht:
Mal eben Frauen nehmen

Es ist ja nicht so, wie Quotengegnerinnen und –gegner, das so einfach darstellen, dass „dann eben Frauen“ genommen werden. Da müssen Wege geebnet, eine Laufbahn durch Modelle zur Vereinbarkeit auch ermöglicht werden. Und dann muss sie nachdrücklich überwunden werden, die gläserne Decke. Dafür war sie lange Jahre zuständig. Heute ist sie als Autorin und Coach tätig. Demnächst –wenn ich ihr Buch Auf Augenhöhe , das schon vor zwei Jahren erschienen ist, allerdings nicht so viel "Wirbel" gemacht hat wie Bascha Mika in diesen Tagen, gelesen habe - werde ich sie zu einem längeren Gespräch zu dem Thema anfragen. Im Laufe des Gesprächs gestern fiel mir wieder ein, dass Heli Ihlefeldt-Bolesch ja auch in anderen Zusammenhängen – einem nicht ganz unumstrittenen Fernsehfilm über Willy Brandt – erwähnt wurde. „Wir mochten uns“, sagte sie knapp über ihre Beziehung und mehr haben wir darüber nicht geredet. Und dann ging es ohnehin wieder von Tisch zu Tisch.

https://lh6.googleusercontent.com/_Sc4ZfO5dTTA/TWYeL5P4mpI/AAAAAAAAB2U/5hGyLxE9p34/s288/Trinken1.jpg Gespräche und Getränke

Ein guter Abend, nützlich dem „Netzwerken“, das Frauen immer wieder als das Instrument der gegenseitigen Stärkung und Unterstützung gilt.

Und ein bisschen was getrunken wurde auch.

10:31 24.02.2011
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Geschrieben von

Magda

Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. Die FC ist eine schlechte, die ich - noch nicht - überwunden habe.
Magda

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