Was Flüchtling sein bedeutet

Landgericht und Clausnitz Ein Fernsehspiel und zwei Dokumentationen berichten über Schicksale aus Vergangenheit und Gegenwart, über Hoffnung und das Elend des Ausgeliefertseins
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Was Flüchtling sein bedeutet
Menschen protestieren am Flughafen von Los Angeles gegen Trumps Einreiseverbot

Foto: Justin Sullivan/AFP/Getty Images

Die Dokumentation "Landgericht" - lief gestern nach dem ersten Teil des ZDF- Fernsehspiels "Landgericht". Ein ganz hervorragender Film und eine ebenfalls hervorragende Dokumentation. Wie Verfolgung, Flucht und Exil die Menschen auseinandertrieben, Kinder von den Eltern und Ehepartner voneinander trennten, das alles ist erschütternd zu sehen.

Basierend auf dem Roman

von Ursula Krechel

Es ist – basierend auf dem 2012 preisgekrönten gleichnamigen Roman von Ursula Krechel – die Geschichte des deutschen Juden Robert Michaelis, der als Jurist vor einer großen Karriere stand, bevor 1933 alle Hoffnungen zerfielen. Er kehrt nach dem Exil zurück aber muss erleben, wie jene Juristen, die Hitler dienten, seine Bemühungen um Gerechtigkeit torpedieren und sein Leben und das seiner Familie weiter verdüstern und verbittern.

Im Film und in der Doku wird in einer Episode der Einreisestopp für Juden in die USA zum Thema. Über 900 Juden auf der St. Louis baten 1939 um Asyl in den USA - Die Behörden schickten das Schiff zurück, viele der Passagiere wurden von den Nazis ermordet.

Blick in die Gegenwart

Etwas später lief in der ARD die Dokumentation Der-Bus-der-Mob-das Dorf über die Vorkommnisse im sächsischen Clausnitz. Ein Film, der nicht plakativ ist, der gerecht sein will, der die Geschichte der mit Bedrohungen und Blockaden empfandenen Flüchtlinge weiter verfolgt. Das Leben in Clausnitz mit den Flüchtlingen hat sich normalisiert, Vom Leben danach aber deren Schicksal ist weiter bestimmt, von Ungewissheit, Trennung und von Hoffnungen auf eine Zukunft, die von offiziellen Entscheidungen, Bestimmungen und Erlaubnissen abhängt. Und da schließt sich der Kreis zu den vor den Konsulaten und auf Flughäfen wartenden Menschen - einstmals und heute.

10:52 31.01.2017
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Geschrieben von

Magda

Immer mal wieder, aber so wenig wie möglich
Magda

Kommentare 1