Magda
28.07.2014 | 15:20 291

Woher kommt all der Hass?

Genderfragen Immer wieder werden an den Themen "Feminismus" und "Gender-Forschung" tiefsitzende Ressentiments abgearbeitet. Das nimmt aktuell bedrohliche Formen an

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Magda

Woher kommt all der Hass?

Demonstration der französischen Gruppe "Hommen" gegen mehr Rechte für Homosexuelle

Foto: AFP/Getty Images/Pierre Andrieu

Nicht nur im Beitrag über die neue vorgestellte Studie über Maskulisten der Friedrich-Ebert-Stiftung, auch anderswo tobt sich ein geschlechtsspezifischer Hass neuer Qualität aus.

Der Schriftsteller Akif Pirinçci („Felidae“), der selbst Sarrazin toppt und dessen Buch „Deutschland von Sinnen“ von vielen Männerrechtlern begeistert aufgenommen wird, hat sich gegen die Kasseler Professorin der Soziologie und Genderforscherin, Elisabeth Tuider, in Stellung gebracht. Die hatte – schon vor einigen Jahren – Vorschläge für den Sexualkundeunterricht gemacht und wollte dabei auch für 12-13Jährige „delikate“ Fragen beantworten. Z. B. was Analverkehr und was BDSM ist. Sie meinte, dass die Heranwachsenden zunehmend mit Pornographie konfrontiert würden und dann wäre es unklug, einfach zu schweigen. Sie wollte den Lehrern eine Handreichung dazu anbieten.

Verbale Ausfälle und Bedrohungen

Das führte bei Pirinçci zu Ausfällen wie »Noch vor 30 Jahren hätte man so eine Alte in den Knast gesteckt und sie so lange dort behalten, bis sie verrottet wäre.« Tuider sei eine »dumm schwätzende und ausschließlich ihr abartiges Sexualleben im Auge behaltende irre Lesbe« und »sexbesessene Zwangsjackenkandidatin«

Damit war der Wettbewerb der Hassgesänge offensichtlich eröffnet: Darunter ein Anwalt aus Offenburg, der vorschlug, „dieses Päderastenweib … „im Gangbang-Style anal zu penetrieren“- Ein anderer will Prof Tuider – die „Genderlesbe“ – gleich erschießen. Dies alles und weitere Beschimpfungen erschienen und erscheinen auf Pirinçcis-Facebook-Seite. Einige sind inzwischen entfernt. Dieser Tage hat sich die Deutsche Gesellschaft für Soziologie nicht nur mit Prof Tuider, sondern allen Wissenschaftlern, die sich mit den Themen Geschlechter- oder Sexualforschung beschäftigen, solidarisch erkärt. Denn nicht nur Professor Tuider, sondern auch andere werden auf facebook, in Blogs und E-Mails persönlich attackiert und verunglimpft bis hin zur persönlichen Bedrohung.

Ein Professor, der sich mit Tuider solidarisch erklärt hat, wird von ihm als„geisteskranker Schwuler“ beschimpft. Für eine Stärkung der Streitkultur setzt sich Professor Voss aus diesem Anlass ein. Prof. Elisabeth Tuider ist - um den bedrohlichen Attacken auszuweichen - abgetaucht. Professor Voss hat Anzeige erstattet.

Pirinçci ist aber nur die Spitze des Eisberges. Die Fachgesellschaft Gender hat in einer aktuellen Stellungnahme darauf verwiesen, dass es bei dieser breiten Kampagne darum geht, die gesamte Richtung geschlechtsspezifischer Forschung zu diskreditieren und als unwissenschaftlich zu denunzieren. Dies allerdings in den meisten Fällen bei ziemlicher Unkenntnis der Forschungsgegenstände und der Ziele und Vielfältigkeit dieser Forschungen.

Es gibs Blogs, in denen die gesamte Soziologie verteufelt wird, wie bei Hadmut Danisch, den ich aber nicht verlinken will. Erst auf den Einwand, es gäbe auch männliche Soziologen und solche, die sich ohne diese Gender-Frage mit Soziologie beschäftigen, lenkt er ein bisschen ein, denn eigentlich sind für ihn Gesellschaftswissenschaften per se keine wirklichen Wissenschaften. Es gibt noch mehr solche Websites und bei manchem dreht sich einem der Magen um über das Ausmaß an Hass und Ignoranz.

Die vorgestellte FES-Studie über die Maskulisten, verweist auf diese hate speech-Methodik, die sich im Netz hervorragend praktizieren lässt. Auch hier in der FC mehren sich nebenbei die – bei Bedarf - einfliegenden antifeministischen und maskulistischen Prediger. Dass diese Männerrechtler andere Akteure wie das „Bundesforum Männer“ ebenfalls heftig attackieren, wird immer wieder deutlich, denn diese bemühen sich um Debatte und Ausgleich. Dafür werden sie als „Lila Pudel“ verspottet.

Die Fachgesellschaft Gender stellt fest: Dabei werden nicht nur frauenfeindliche, homo- und transphobe Positionen vertreten, sondern auch gezielt rassistische und nationalistische Ressentiments geschürt.

"Die große Verschwulung"

Pirinçci selbst liefert auf seine facebook-site selbst den Nachweis der „Rechtslastigkeit“. Allerdings könnt ihr mit dem "Nationalistischen" tatsächlich etwas recht haben. Ich bin wirklich national eingestellt und liebe mein Deutschland. Und eure dummdreisten Behauptungen dienen nur dazu, dieses Volk zu verunsichern, wehrunfähig und (sexuell) orientierungslos zu machen. Die große Verschwulung soll ja schon in der Grundschule beginnen wie man es anhand des Baden-Württembergischen Bildungsplan konstatieren kann.“

Netz gegen Nazis dazu in einem Beitrag. Kein Wunder, dass rechtsextreme Parteien und Organisationen seine Thesen loben: Menschen mit Migrationshintergrund, die sich als „Kronzeugen“ für scheinbare Objektivität (miss)brauchen lassen, sind in Rechtsaußen-Kreisen stets beliebt.

Blogger asansoerpress schrieb bereits vor einiger Zeit einen Beitrag zum Thema.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (291)

Saul Rednow 31.07.2014 | 15:52

Hallo Magda,

es ist wohl die pure Angst davor Privilegien teilen oder abgeben zu müssen, die solche - meist auffällig unattraktiven Männlein - dazu treibt sich dermaßen vor aller Welt lächerlich zu machen.

Selbstbewusste und wirtschaftlich weitgehend vom „Ernährer“ unabhängige Frauen, die in vielen Ländern keine Minderheit mehr sind und doch weiterhin in ihren Rechten massiv beinträchtigt werden, machen besonders den Schwächlingen unter den Männern Angst (manches „Männlein“ fühlt sich nur „groß“, wenn es andere, z.B. Frauen und homosexuelle Menschen „klein“ machen kann, was auf ein gestörtes Selbstbewusstsein schließen lässt).

Doch, das Zeitalter der Frauen ist längst angebrochen, genauso übrigens wie das der homosexuellen Menschen, die nach Jahrzehnten (Jahrhunderten) der Unterdrückung in vielen zivilisierten Ländern nicht mehr hinter die einmal erreichten Standards zurückweichen werden.

Zitat: Ban Ki-Moon, UNO-Generalsekretär: "Your Time Is Come"

Also, auch wenn erneut geifernde frauenfeindliche und homophobe Ausfälle zu vernehmen sind - so sind es doch nur Rückzugsgefechte der Verlierer.

Wir werden gewinnen!

Gruß

Saul Rednow

http://www.queer.de/detail.php?article_id=19018

http://www.queer.de/detail.php?article_id=12773

http://www.queer.de/detail.php?article_id=15845

Und hier sind die deutschen Ewiggestrigen:

http://www.queer.de/detail.php?article_id=22018

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Ehemaliger Nutzer 31.07.2014 | 16:18

So wie ich Magda in anderen blogs kennenlernden durfte, wird sie wohl auf die "Schmeicheleien" dieses Herrn nicht hereinfallen. Es würde mich wundern.

Nur um Mißverständnissen entgegen zu wirken: bin wohl dank der Ferndiagnose eines Saul R. vielleicht als Männlein einzustufen, das geht mir am Oberschenkel sowas von locker vorbei. Was nicht an mir vorbeigeht, was solch ein agent provocateur hier im FC eigentlich erreichen will. Hat man ihm an der nächtlichen Hotelbar auf den Hosenlatz geguckt und will er jetzt einen @Aufruhr der Geknechteten und Beleidigten starten? Von mir aus. Wenn es ihm hilft!

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Ehemaliger Nutzer 31.07.2014 | 16:26

Prima, dann schaue frau doch mal was der Herr sonst noch so von sich gibt zur Stimmung im Lande und zu den aktuellen Konflikten und Bedrohungen. Ich glaube es einfach nicht, dass dieser feinfühlende Mensch z.B. die heutigen Beiträge von "magda" übersehen haben kann. Allein beim Video zum "Kongress der Freiheit" müßte ihm doch die Galle und Magensäure hochgekommen sein, ob der darin - für ihn - lächerlichen Behauptungen und Vorwürfe.

Saul Rednow 31.07.2014 | 17:01

„(…) Nur um Mißverständnissen entgegen zu wirken: bin wohl dank der *Ferndiagnose eines Saul R. vielleicht als Männlein einzustufen, das geht mir am Oberschenkel sowas von locker vorbei (…)“

Wer sich „verteidigt“, klagt sich an … :-) (unbekannter Autor)

Wie kommen Sie @Michael J. denn eigentlich darauf, dass ausgerechnet SIE von mir *gemeint oder auch nur *angesprochen sein könnten? Ist das vielleicht Ausdruck eines Minderwertigkeitskomplexes, der durch übersteigerte Ichbezogenheit zu kompensieren versucht wird?

Machen Sie sich bitte nicht noch lächerlicher, als Sie sich durch Ihre (teils nächtliche) Kommentarflut der letzten Tage bereits gemacht haben. Soweit mein gut gemeinter, wenn auch ungefragter, Rat an diesen FC-Frischling und SPON-Flüchtling?, der hier leider wahrscheinlich nicht allzu lange verbleiben wird :-)

Ach übrigens, wie war das doch noch mit Ihrem „Mossad“-Vorwurf gegen mich? :-) Sie dürfen sich dafür gern bei mir entschuldigen; ob ich das dann ggf. annehmen werde, wird sich zeigen:

https://www.freitag.de/autoren/gt1234/flugzeugabsturz-mh17-suche-nach-der-wahrheit#1406727234452417

Saul Rednow 31.07.2014 | 17:09

@Magda, ich verspreche Ihnen, dass die obige Antwort mein letzter Kommentar sein wird, der hier in Ihrem Blog an den FC-Neuling @Michael J. gerichtet ist, denn ich möchte Ihren Blog nicht für private Auseinandersetzungen missbrauchen.

Zum Blog-Thema werde ich mich aber ggf. (sofern ich noch etwas beitragen kann) natürlich sehr gern erneut zu Wort melden. Bis evtl. dahin beste Grüße S.R.

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Ehemaliger Nutzer 31.07.2014 | 20:50

Mit diesen Jammergeiferern, die furchtbar leiden, weil ihnen kein Papa Hitler mehr eine folgsame Zuchtgefährdin zuführt, kann ich eigentlich gar nix anfangen, Die sind mir so was von jenseits meiner Welt.

Trotzdem und weil ich gerade gut gelaunt bin erzähle ich ihnen jetzt eine kleine Trostgeschichte zur Guten Nacht.

Also. Es war einmal eine Stadt, auf deren Gelände fanden Ritualhandlungen zur Vergöttlichung des Männlichen statt. Eine Frau drehte davon mehrere Filme. Einen nannte sie "Triumph des Willens". In der gleichen Stadt wurden dann einige der zuvor Gefeierten vor ein Tribunal gestellt und in ihrer abgrundtiefen Mittelmäßigkeit vorgeführt. Da war nichts Göttlkiches mehr, da war pure Feigheit. Da zeigte sich, dass auch mittelmäßige Ganoven monströseste Verbrechen anleiten können, wenn sie nur genügend Männlein finden, die folgen und gehorsam sind. Diese Stadt zahlte ihren Preis.

Als einige Jahrzehnte ins Land gegangen waren, waren die Schäden beseitigt, die von all den gehorsamen Männlein angerichtet worden waren. Ein neuer Geist zeigte sich in der Bevölkerung. Und sie begann eine U-Bahn zu bauen. Erst eine Linie, dann eine Zweite und schließlich eine Dritte. Die U-Bahnen wurden ganz selbstverständlich von Männer gesteuert. Denen traute man zu, dass sie die Tausenden von Fahrgästen täglich sicher an den jeweiligen Zielbahnhof bringen. "Einsteigen, Zurücktreten" so tönte es sonor durch die Lautsprecher. Und wirklich, es passierten wenig Unglücke. Frauen waren als U-Bahn Fahrerinnen ausgeschlossen. Das stellte nicht alle Frauen zufrieden. Und nachdem sie lange genug gefordert hatten, wurden auch Frauen zur Prüfung als U-Bahn Fahrerin zugelassen. Und sie fuhren die UBahnen so sicher wie ihre männlichen Kollegen.

Dies nun ließ einige Ingenieure bei SIEMENS keine Ruhe. Sie grübelten, wie sie diese Schmach des Männlichen beseitigen könnten. Und sie hatten Erfolg! Sie erfanden eine fahrerlose U-Bahn. Die braucht keine Frau am Steuer, die bewegt sich wie von Geisterhand durch den Untergund.

So haben die Männer gegen die Frauen auch einmal Eins zu Null gewonnen.

Und nun, Marsch ins Bett und fleißig ins Kissen geheult.

SchrittmacherM 31.07.2014 | 22:04

Genau, Magda, die Stimmung im Lande und die internationalen Konflikte gehören auch zusammen. Seit 2011 gehts in der Welt rund und du beschäftigst dich mit Banalitäten. O.k., sie sind es nicht, aber angesichts der globalen Lage sind sie es doch.

Und beim ersten Kommentar kann man "Mann" gegen "Frau" auswechseln und der Text gäbe immernoch Sinn her. Du aber schweigst oder bemerkst es nicht mal. Vielleicht kontrollierst du auch mal deine Tendenz?

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Ehemaliger Nutzer 31.07.2014 | 22:40

Kinderbuchautor trifft's. Er schreibt für die, die zeitlebens auf der Suche nach der väterlichen Autorität sind, die ihre Welt in Ordnung bringt und hält. Für alle die, die zu bequem sind, erwachsen zu werden und selber mal die Verantwortung für ihr mewhr oder weniger verpfuschtes Dasein zu übernehmen. Diese weinerlichen Gestalten mit ihrem, "das wird man doch wohl mal sagen dürfen." Und angesichts der globalen Lage ist es immer noch besser Apfelbäuchen zu pflasnzen als anderen Menschden die Kontrolle ihrer Tendenz, was immer darunter zu verstehen sein mag, nahe zu legen. Das bessert die globale Lage nicht um ein Fünferl.

SchrittmacherM 31.07.2014 | 23:56

Doch, schon gemacht.

Und schon sind wieder Befindlichkeiten auf persönlicher Ebene wichtiger. Ihr ignoriert die wesendlichen Bedingungen und reitet auf deren Symptome rum, als wäre das einzig das Verbrechen. Die Exzesse der Debatten sind zuweilen übel. Aber die Ursachen sind es viel mehr. Aber die Damen haben eine sehr konfortable Position aus der sie bemängeln, wenn die Ursachen ignoriert werden.

dame.von.welt 01.08.2014 | 07:22

Wenig überraschend, daß Sie als Beleg für Ihre Meinung zur Postille von Sven von Storch verlinken, dem Gatten von Beatrix von Storch, nebst beider Initiativen zu x bräunlichen think tanks.

Mich überrascht auch nicht, daß Sie die Hasser in der Mitte unserer Gesellschaft und in oberen Gehaltsklassen ausmachen. Über deren Ressentiments verliehen bereits die Mitte-Studien zum Rechtsextremismus im Auftrag der FES und die Heitmeyer-Studie über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit Aufschluß. Ein Ressentiment kommt bekanntlich nur selten allein.

Mir bleibt dennoch bei °Ärzten, ... Juristen, ... Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen – ... Menschen mit einem hohen Bildungsgrad und mit hohem Verantwortungsbewusstsein° das Verlassen jeder Kinderstube ein Rätsel. Aber vermutlich ist Zivilisiertheit insbesondere bei Rechten tatsächlich nur ein hauchdünner Firnis.

Es ist eine Binse, daß psychische Krankheiten in Führungspositionen dreieinhalb mal so häufig vorkommen wie im Mittel der Gesellschaft. Reflektierter Umgang mit einer psychischen Erkrankung und persönliche Souveränität sehen aber anders aus als der ungebremste Drang, Haß, Unflätigkeiten, Gewaltaufrufe in Buchform oder im Internet zu äußern. Aggression in diesem Ausmaß halte ich für behandlungsbedürftig, zumal sie nicht selten ein erstaunliches Maß an Autoaggression beinhaltet - schließlich sind z.B. Aufrufe zum Gangbang strafbar.

Geradezu amüsant finde ich allerdings u.a. Ihre Fixiertheit auf °Gender°. Vermutlich verwenden °Genderlesben° den Begriff weit seltener als Sie. Amüsant finde ich auch Ihre Annahme, Sie würden sich °argumentativ auseinandersetzen°. Sobald man sich mit Ihren "Argumenten" auseinander setzt, müssen Sie entweder zurückrudern oder Sie werden unsachlich und aggro, vermutlich je nach Tagesform.

Magda 01.08.2014 | 09:45

Sie geben wieder mal Zeugnis ab von einer erbarmungswürdigen Naivität, wenn Sie fragen, woher all der Hass kommt.

Und Sie geben mal wieder ein grandioses Beispiel für Selbstüberschätzung.

Und diese Leute werden eben richtig sauer, wenn „Genderlesben“ wie Frau Tuider an ihren Kindern herumpfuschen wollen und die soziale Grundeinheit der Familie, von der sie wissen, dass diese die wichtigste und vom Staat selbst nicht herstellbare Basis unserer Gesellschaft darstellt, durch deren Treiben in ihrer Entstehung beschädigen oder gar zerstören.

Und dafür brauchen die einen Pirincci? Die Texte von Professor Tuider sind seit 6 Jahren im Angebot. Und die Schulen waren überhaupt nicht "gezwungen", dies 1:1 umzusetzen. Und man konnte darüber zivilisiert debattieren.

Prima Beispiel, wie die "Mitte der Gesellschaft" immer mehr nach rechts driftet. Das geht einher mit Hassgesängen und am Ende Mordaufrufen. Aber, das wurde bereits entsprechend kommentiert.

SchrittmacherM 01.08.2014 | 09:52

Ist ja krass.

Ich habe mich mal darüber lustig gemacht, wie die Sexualaufklärung bei mir damals in der Schule gelaufen ist. Da kam dann ein Holzphallus plus Kondom vor und Bienen sicher auch. Sonst nicht viel mehr. Die Frau scheint sich jedenfalls Gedanken gemacht zu haben.

Sicher ist, dass so manche Eltern solchen"Kursus" erstmal durchmachen müssen - sonst ist es logisch, dass dies als Subversiv empfunden wird.

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Ehemaliger Nutzer 01.08.2014 | 10:23

Gibt es eigentlich bereits Untersuchungen, ob in den letzten Jahrzehnten der Anteil von Homosexuellen an der Gesamtbevölkerung gestiegen ist? Nach dieser langen Zeit der... äh, Verschwulung (was sich manche Leute für Wörter einfallen lassen) müßte sich doch ein Anstieg nachweisen lassen.

Ciao

Wolfram

Saul Rednow 01.08.2014 | 11:25

Zur vom Aktivisten einer evangelikalen Sekte, der außerdem Lehrer an einer staatlichen Realschule ist, Gabriel Stängle aus dem Schwarzwald verfassten Open Internet-Petition gegen ein Arbeitspapier der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg ...

· Die erste Version dieser Petition enthielt derart viele diffamierende und diskriminierende homophobe Formulierungen und Stereotype, dass sie von den Betreibern der Open-Petiton Internet Seite zurückgewiesen wurde;

· dann verfasste Stängle eine neue Version, die er zwar weiterhin mit nachweislich falschen Behauptungen, wie etwa „die heterosexuellen Geschlechter von Mann und Frau würden durch den Bildungsplan in Frage gestellt“ spickte aber vorsorglich von eindeutig als menschen-verachtend und homophob zu identifizierenden Aussagen reinigte.

· Als die Petition ins Netz gestellt wurde, fand sie schnell die Unterstützung rechtsextremer und notorisch homophober Kreise. So verlinkte etwa die in Bayern als verfassungsfeindlich eingestufte Webseite ‚PI-news’ (Politically Incorrect) ebenso zur Petition und forderte ihre Leser zur Unterstützung auf, wie evangelikale Gruppierungen (die uns z.B. allen Ernstes weismachen wollen, „dass die Evolutionslehre Lüge sei und die komplette Erde mit allen Lebewesen innerhalb 1 Woche von einem weisen Gott erschaffen wurde - Dinosaurier und prähistorische Lebensformen inclusive“ - :-) ), außerdem katholische Fundamentalisten, wie die ‚Pius Bruderschaft’, die einst aus der RKK ausgeschlossen, vom deutschen Papst aber rehabilitiert wurde, obwohl sie einen rechtskräftig verurteilten Holocaustleugner in Ihren Reihen duldete und immer noch behauptet: „Homosexuelle gehörten zur Weltverschwörung der Freimaurer, die seit 300 Jahren das Christentum bekämpfen würde“ [sic], sodann NPD, Pro Deutschland und "Klerikalfaschisten" wie kreuzgang.org oder gloria.tv. Mit anderen Worten, die geistige und moralische Elite des Landes :-)

· Nachweisbar sind weniger als die Hälfte der Unterzeichner, von denen viele angeblich "Tante Charlie" oder "Lieschen Müller" heißen und in weltbekannten Metropolen wie "Nnnnnnnnnnn" wohnen (kein Scherz!), Baden-Württemberger. Davon abgesehen konnte und kann man da eintragen was und wen auch immer man will und auch Mehrfach-Unterschriften unter verschiedenen Namen ist nicht vorgebeugt. Zwar hatten die beiden Gegenpetitionen schon innerhalb weniger Tage zusammen mehr an Unterschriften als die Stängle-Petition erreicht (doch die Ewig Gestrigen, gaben im engen Schulterschluss mit Neo-Nazis und Klerikalfaschisten nicht auf und gingen zusammen mit der NPD-Jugendorganisation (ist belegt), der Pius Bruderschaft, Neo-Nazis und den offenbar nur schwer integrierbaren sog. Russland-Deutschen in Stuttgart bereits mehrfach mit jeweils etwa 800 Demonstranten auf die Straße

http://www.spiegel.tv/filme/bildungsplan-baden-wuerttemberg/

fegalo 01.08.2014 | 11:35

Wenig überraschend, daß Sie als Beleg für Ihre Meinung zur Postille von Sven von Storch verlinken, dem Gatten von Beatrix von Storch, nebst beider Initiativen zu x bräunlichen think tanks.

Diese Bemerkung ist etwa so genial, wie es wäre, wenn ich auf Ihr Geschreibe mit dem Hinweis auf die ideologische Ausrichtung von Herrn Augstein antworten würde.

Mir bleibt dennoch bei °Ärzten, ... Juristen, ... Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen – ... Menschen mit einem hohen Bildungsgrad und mit hohem Verantwortungsbewusstsein° das Verlassen jeder Kinderstube ein Rätsel.

Es gibt schon bei Aristoteles sinngemäß die Feststellung, dass derjenige, der behauptet, man dürfe seine Mutter töten, keine Argumente verdient, sondern Prügel. Für Sie ausbuchstabiert: Jegliche zivile Auseinandersetzung setzt immer schon ein Fundament an gemeinsamen Werthaltungen und Überzeugungen voraus. Wer diese Basis verlässt oder angreift, wird Reaktionen zu spüren bekommen. Das hat mit Kinderstube gar nichts zu tun.

Es ist eine Binse, daß psychische Krankheiten in Führungspositionen dreieinhalb mal so häufig vorkommen wie im Mittel der Gesellschaft. Reflektierter Umgang mit einer psychischen Erkrankung und persönliche Souveränität sehen aber anders aus als der ungebremste Drang, Haß, Unflätigkeiten, Gewaltaufrufe in Buchform oder im Internet zu äußern. Aggression in diesem Ausmaß halte ich für behandlungsbedürftig…

Aha. Küchenpsychologische Ferndiagnose. Wird immer gern genommen, wenn argumentativ partout wieder nichts einfallen will.

Geradezu amüsant finde ich allerdings u.a. Ihre Fixiertheit auf °Gender°. Vermutlich verwenden °Genderlesben° den Begriff weit seltener als Sie. Amüsant finde ich auch Ihre Annahme, Sie würden sich °argumentativ auseinandersetzen°.

Die Hilflosigkeit Ihrer Versuche, mich zu diskreditieren, ist wirklich erheiternd.

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Ehemaliger Nutzer 01.08.2014 | 11:46

Dann sabbel ich halt weiter.

Das mit der "väterlichen Autorität" ... ist das schlecht?

Will mal so sagen: Die väterliche Autorität ist ins Ge rede gekommen, weil sie selbstzufriedene Figuren zu schaffen in der Lage war, die akkurat z. B. Auschwitz am Laufen hielten.

Dazu kann man sich u.a. bei Günther Anders in Die Antiquiertheit des Menschen oder bei Theodor W. Adorno in dessen Studien zum autoritiären Charakter oder bei Alexander Mitscherlich Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft oder bei Erich Fromm oder bei Wilhelm Reich kundig machen, wenn man denn will.

Dass ich die, die sich so maßlos über Genderfragen erregen für autoritäre Charaktere halte, versteht sich von selbst.

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Ehemaliger Nutzer 01.08.2014 | 12:04

@Magda 31.07.2014

Zu Pirinçcis fäkal-, gossen-, zuhälter- und pornosprachlichen Unflätigkeiten und Obszönitäten braucht man wohl nichts weiter zu sagen; falls man dabei keinen Schaden nimmt, kann man versuchen, sich vorzustellen, in welcher Welt Pirinçci groß wurde und/oder lebt. Das Video der Heute-Show trifft es recht gut.

Zur Sexualerziehung von Kindern ist, wenn ich mich recht erinnere, im Freitag mal ein guter Beitrag einer Ärztin erschienen, die richtigerweise sagt, dass Ärzte recht gute, weil nüchtern und distanzierte, Aufklärer in Schulen sein können.

Seinerzeit gab es mal großes Geschrei als Günther Amendt seine Bücher Sex-Front (1970) und Sex-Buch (1979) herausgab. Mit seriöser Sexualwissenschaft, wie der von Volkmar Sigusch, hatten Amendts Bücher aber schon damals nichts zu tun.

Das kann man vor dem Hintergrund einer nüchternen Sexualerziehung und eines natürlichen Umgangs der Geschlechter miteinander, wie beides wohl in der DDR stattfand, kaum verstehen.

Manch einer der selbsternannten Aufklärer der 1970er unterstellten aber der Gesellschaft, sie sei verklemmt und müsse mittels solcher 'Aufklärungsschriften' zwangsbeglückt werden, ähnlich übrigens wie die Grün-Rote Regierung in Baden-Württemberg heute. Von da bis zu den päderastischen Pädagogen [Odenwaldschule] und anderen Kinderschändern aus den tatsächlich aus verklemmten kleinbürgerlichen Verhältnissen stammenden grün-alternativen Kreisen war es dann nicht mehr sehr weit.

Von der in den 1970ern sich liberalisierenden Welt der Bundesrepublik ist ja nun nicht mehr viel übrig. Geblieben sind abstruse Kulte sowie Weltbeglücker [Esoteriker, Kreationisten, Evangelikale ...] und ähnliches mehr. Anstelle der auch in den 1970ern nicht unumstrittenen nüchternen Aufklärung wurde jedoch eine kommerziell durch- und übersexualisierte Welt errichtet, die jetzt als Begründung für Tuider dient, die ja damit von der normativen Kraft des Faktischen der Pornoindustrie ausgeht, was eine bedenklich schlechte Ausgangsbasis für eine soziologisch begründbare Individuation der Kinder zu gefestigten Personen ist. Solche Posititionen, wie die von Tuider, sind für mich mehr als befremdlich. Und antiaufklärerisch [geistesgeschichtlich] sind sie allemal.

Pirinçci setzt aus meiner Sicht übrigens nur auf einer von Gazetten wie Bild und den privaten Kanälen lange [30 Jahre] und gut geformten sowie zugerichteten mittelalterlich-rückschrittlichen Hass- und Prangergesellschaft auf, deren Vertreter auch in den Regierungen ab 1998 zu finden wahren und heute noch sind. Die Gegenaufklärung hat sich weitestgehend durchgesetzt.

Saul Rednow 01.08.2014 | 12:21

Wir haben es bei den selbsternannten Familien- und Kinderschützer/innen zweifellos mit der geistig-moralischen Elite Deutschlands zu tun (zumindest sehen sich die, teils adeligen, Herrschaften wohl selbst so), als da wären Beatrix von Storch - Freifrau Hedwig von Beverfoerde - Hartmut Steeb - Birgit Kelle - und früher z.B. Christa Meves etc. etc. :-)

https://de.wikipedia.org/wiki/Beatrix_von_Storch

https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Steeb

https://de.wikipedia.org/wiki/Birgit_Kelle

https://de.wikipedia.org/wiki/Christa_Meves

Nicht zu vergessen die katholische Fraktion:

http://www.queer.de/detail.php?article_id=22018

Magda 01.08.2014 | 12:26

Anstelle der auch in den 1970ern nicht unumstrittenen nüchternen Aufklärung wurde jedoch eine kommerziell durch- und übersexualisierte Welt errichtet, die jetzt als Begründung für Tuider dient, die ja damit von der normativen Kraft des Faktischen der Pornoindustrie ausgeht, was eine bedenklich schlechte Ausgangsbasis für eine soziologisch begründbareIndividuation der Kinder zu gefestigten Personen ist.

Darüber kann man streiten. Ich denke nicht, dass es die "normative Kraft des Faktischen", sondern eher der Versuch, ihr mit Wissen und teilweise spielerischem Humor zu begegnen und sie so eher zu "entkräften".

fegalo 01.08.2014 | 12:55

Wenn kinderfreie Lesben sich ausgerechnet auf das Gebiet der Sexualpädagogik kaprizieren, lässt das aufhorchen. Denn es geht dann erwartungsgemäß nicht vorrangig um die Kinder, sondern um Lobbyarbeit.

Und so nimmt es auch nicht Wunder, dies zu lesen:

Die »Sexualpädagogik der Vielfalt« dient der Förderung sexueller Minderheiten. Das sagte die Professorin für die »Soziologie der Diversität« an der Universität Kassel, Elisabeth Tuider, im Interview mit der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen. Dafür nimmt sie auch die Verunsicherung von Jugendlichen in Kauf, die mit den grenzüberschreitenden Methoden konfrontiert werden.

»Der Sexualpädagogik geht es darum«, sagte Tuider, »Jugendlichen, die in ihren Liebes- und Lebensweisen nicht der gesellschaftlichen Dominanzkultur entsprechen, Anerkennung und Unterstützung zu geben. Und allen Menschen die Kompetenz zu geben, anderes anzuerkennen, auch wenn es nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.«

http://www.freiewelt.net/nachricht/bildungsplaene-und-aehnliches-sind-fuer-sexuelle-minderheiten-da-10035520/

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Ehemaliger Nutzer 01.08.2014 | 13:33

@Magda 01.08.2014 | 12:26 "... sondern eher der Versuch, ihr mit Wissen und teilweise spielerischem Humor zu begegnen und sie so eher zu "entkräften". Die 'spielerische' Herangehensweise mit den von Tuider et.al vorgeschlagenen Materialien und Handlungsanleitungen erzöge aus meiner Sicht bestenfalls gute Kunden von Läden wie Beate Uhse und Pornoportalen. Ich fürchte, Sie geben Tuider et. al. da einen Vertrauensvorschuß, den sie nicht verdienen. Sowohl die von Ihnen verlinkte Rezension ist bezüglich der Einschätzung der Ziele und Absichten von Tuider et. al. recht durchwachsen als auch mein Eindruck, von den bei Beltz lesbaren Probeseiten des Buches. "... So übersichtlich jedoch die Einleitungskapitel das Thema insgesamt wie auch seine Unterpunkte darstellen, so befremdlich ist es, dass jegliche Quellenangaben, die eine theoretisch-fachliche Einordnung ermöglicht würde, fehlen. Für die Lesenden ist nicht nachvollziehbar, inwieweit die Ausführungen des Autorenteams faktenbasiert sind oder sich auf Annahmen beziehen. ..." Das ist, mit anderen Worten, eine schallende Ohrfeige. Der Rezensent ist ob seiner eigenen Kritik dennoch voll des Lobes. Das mag auch einer in akademischen Kreisen begründete Selbstbezüglichkeit geschuldet sein: man zitiert sich gegenseitig und gewinnt dadurch an akademischem Gewicht. Die dem Buch unterliegende Ideologie kann nicht von den Ausführungen von Tuider et. al. überdeckt werden: man will eine neue Wirklichkeit schaffen. Das genau wird auch der Grün-Roten Regierung in Baden-Württemberg vorgeworfen, zurecht, wie ich finde.

fegalo 01.08.2014 | 13:53

http://www.lehrerfreund.de/schule/1s/schwul-lesbische-aufklaerungsarbeit/3368

Wenn Herr Timmermanns nicht schwul ist! Es hat eben nichts mit Frauen zu tun, das ist nur Ihre private Unterstellung (denn alle wissen: Frau=Opfer).

Es war einfach Frau Tuider, die sich in die Öffentlichkeit gedrängelt hat, und deshalb Prügel bezog.

Es bleibt dabei. Wenn ein Schwuler und eine Lesbe gemeinsam ein Buch zur Sexualpädagogik für Kinder verfassen, dann werden sie die homosexuelle Sicht auf die Sexualität befördern wollen. Dass dies tatsächlich der Fall ist, ist bereits dokumentiert worden. Und Sie glauben ernsthaft, dass da manchen Eltern da nicht die Hutschnur platzt?

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Ehemaliger Nutzer 01.08.2014 | 14:20

Hatte versprochen, keinen Krawall mehr zu machen. Sorry, aber die Lektüre hier zwingt mich geradezu, doch noch meinen "Senft zur Wurscht" draufzuschmieren,

Denke, dass die Frage nach der Herkunft von H. hier wunder schön beantwortet wurde. H. entsteht, weil keiner mehr dem Anderen zuhört, mit Neugier einen Text "liest", sondern nur noch auf vermeintliche Reizworte reagiert, um ihm, dem Verursacher dieser vermeintlichen Unverschämtheit kräftig einen hinter die Ohren zu geben. Das funktioniert in beide Richtungen, leider. Jede/Jeder fühlt sich erst einmal angegriffen, an der Wand, so wie eine verängstigte Katze in der Sackgasse, auf den Hinterpfoten stehend und mit den Vorderpfoten wedelnd, jedenfalls kräftig fauchend. Auf den ersten Blick, auf den zweiten wohl auch, ist das purer, schierer Hass. Stimmt wohl auch, aber führt das irgendwie weiter?

Nicht von ungefähr taucht in diesem Zusammenhang mit Hass ausgerechnet der Begriff "Analsex" auf. In dem einen oder anderen Beitrag weiter oben wird bspw. kräftig dieser Begriff doch tatsächlich "als Argument" für die Verderbnis der Regierung in Baden-Württemberg" verwendet. Von den gleichen Personen eventuell, die kurz vorher eine Postille am Kiosk wegen des aufreisserischen Titels "Was Sie schon immer über Analsex wissen wollten!" gekauft und verstohlen in der Aktentasche vergraben haben. Analsex, das ist wie ein Fliegenfänger für jede verstrobene Meinung, insbesondere dann, wenn die anale Phase schief gelaufen ist. Hass entsteht auch und gerade aus unterdrückter, verdrängter oder unerfüllter Sexualität. All denen, die AS für den Untergang des Abendlandes halten, er ist - ich kann es versichern - ein Erlebnis. Nur nicht neidisch werden!

Den Herrschaften, die her so vehement gegen die Aufklärungsversuche z.B. einer Frau Tuider aufbegehren, möchte ich die Frage stellen: ist es denn besser, wenn die "Kinder" auf ihrem Smartphone oder Tablet unvorbereitet mit solcherlei "Vorgängen" konfrontiert werden? Da ist doch diese "Praxisaufklärung" nur einen - früher hat man/frau gesagt Mausklick - Wischer mit dem Daumen entfernt, in allen Varianten und rund um die Uhr.

Möge mir verziehen werden, dass ich das los werden mußte.

Saul Rednow 01.08.2014 | 14:27

Es bleibt dabei. Wenn ein heterosexueller Mann und eine heterosexuelle Frau gemeinsam ein Buch zur Sexualpädagogik für Kinder verfassen, dann werden sie die heterosexuelle Sicht auf die Sexualität befördern wollen. Dass dies tatsächlich der Fall ist, ist bereits dokumentiert worden. Und Sie glauben ernsthaft, dass da manchen schwulen oder lesbischen Elternpaaren nicht die Hutschnur platzt?

http://www.queer.de/detail.php?article_id=21907

http://www.uni-bamberg.de/kommunikation/news/artikel/regenbogenfamilie/

http://www.queer.de/detail.php?article_id=21984

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39323/Ich-faende-es-seltsam-wenn-mein-Vater-eine-Freundin-haette

alalue 01.08.2014 | 14:31

Anale Phase ist eine Erfindung von Freud und heute nicht mehr haltbar.

Warum kann man keine Aufklärung auf der Basis des häufigsten Modells machen, mit Hinweisen auf sonstige, weshalb müssen ausgerechnet solche exotische Minderheitspraktiken im Mittelpunkt stehen ?

Der Vorwurf, Heteros würden von geheime Analgelüsten geplagt, ist so was von daneben: Hauptsache draufhauen. Eine Standardfloskel, macht sich immer gut: in Wirklichkeit will der selber...

In Wirklichkeit sind alle diese Palästinenser radikale Zionisten, die wollen es sich nur nicht eingestehen.

Und die ganzen Armen in der Welt: wenn die könnten, wären die sofort die schlimmsten Kapitalisten.

Und alle diese Schwachköpfe sind in Wirklichkeit die Schlausten, die wollen es nur nich zugeben.

fegalo 01.08.2014 | 14:37

ist es denn besser, wenn die "Kinder" auf ihrem Smartphone oder Tablet unvorbereitet mit solcherlei "Vorgängen" konfrontiert werden?

Was ist das denn für eine seltsame konstruierte Alternative? Natürlich wird jedes/r Kind/Jugendlicher irgendwann mit allen möglichen Praktiken konfrontiert, und muss dabei eventuell mit gewissen Irritationen fertig werden oder auch nicht. Aber das ist doch völlig normal. Etwas anderes ist es, wenn staatlich bestellte Autoritätspersonen diverse Praktiken ohne Nachfrage zur Kenntnis bringen und die erwünschte Bewertung gleich mitliefern.

Saul Rednow 01.08.2014 | 14:44

@alalue fragt am 01.08.2014 um 14:34 Uhr u.a.

„(…) Muß ich mich als üblicher Hetero vor Schwulen, Lesben, SadoMaso, Analfans, Leder,Ketten, Kaviar, Engelwasser entschuldigen?“

Antwort:

Als „üblicher Hetero“ (was sind denn unübliche Heteros? :-) ) „müssen“ Sie essen, schlafen, verdauen und ausscheiden, sonst zunächst mal nix, genau wie ein „üblicher“ Homo auch.

P.S.

Sie scheinen bei Ihrer obigen Aufzählung sexuelle Praktiken (gehen da jetzt Ihre unterdrückten Phantasien mit Ihnen durch? :-) ) mit der sexuellen Identität eines Menschen zu verwechseln. Ist ganz und gar nicht dasselbe. Auch jemand der überhaupt keinen Sex praktiziert (soll es ja geben) bleibt dadurch trotzdem heterosexuell oder homosexuell.

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Ehemaliger Nutzer 01.08.2014 | 14:46

Aufklärung auf Basis des häufigsten Modells? Prima, vielleicht noch nach dem Kochrezept von vor 60 Jahren und früher: Onanie macht dumm und krank, führt zur Gehirnerweichung? Freud ein Auslaufmodell? Analgelüste der Heteros? Schlimmste Kapitalisten? Schwachköpfe? Welche Laus ist denn da über die geschwollene Leber gelaufen? Ach übrigens, passiv ist AS genauso ein Erlebnis, dazu braucht es nicht mal ... ach, sie wissen schon was ich meine. Igitt!

Saul Rednow 01.08.2014 | 14:50

Hallo Magda, ich verabschiede mich ins Wochenende und hoffe Sie nehmen es mir nicht übel, dass ich Sie jetzt mit „den üblichen Verdächtigen“ allein in Ihrem Thread lasse. Nachdem nun auch noch die „Klemm-Fraktion“ eingetroffen ist, dürfte die „Diskussion“ immer mehr in Richtung Klamauk abdriften. Vielleicht wäre es keine so schlechte Idee, die Gemüter abkühlen zu lassen (bevor denen die Gäule ihrer unterdrückten sexuellen Phantasien vollends durchgehen) und vorübergehend die Kommentarmöglichkeit zu deaktivieren. Nur so eine Idee :-)

Bis demnächst S.R.

alalue 01.08.2014 | 15:49

Freud hat sich auf jeden Fall überholt.

Sie sollten sich ein bischen sachkundig machen.

Onanie mach schlau, ich bin der Beweis dafür.

Bei manchen hilft gar ncihts mehr.

Manchmal wirds man einfach überdrüssig, aber ganz ruhig mag man auch nicht sein.

Ich dachte allerdings auch die Menschen mit Migrationshintergrund: wenn Muslime ihre Töchter vom Schwimmunterricht berfreien, weil ihr Schamgefühl beeinträchtigt wird, dann treten bei der Präsentation der neuesten technischen Hilfsgeräte für Exotensex möglicherweise Ausdrücke wie "entarteter Westen" auf.

Das wollen wir doch auch nicht, oder ?

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Ehemaliger Nutzer 01.08.2014 | 16:35

An dieser Stelle ist mir die Diskussion analytisch zu unscharf. Denn sowohl in ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert wie in den sie begleitenden Analyse- & Forschungsansätzen zur Frauen-/Genderfrage war die Frauenbewegung dialektisch stets verbunden mit sozialen und politischen Emanzipationsbewegungen, die ihr einerseits den Boden mitbereiteten, andererseits aber das spezifische Moment der primär Frauen betreffenden Fremdbestimmung missachteten. Dies begann schon zur Zeit der Französischen Revolution: Als Olymp de Gouche das Leitmotiv der Fraternité auf die "Schwestern" ausgedehnt wissen wollte und das Wahlrecht für Frauen forderte, schickten sie die radikalrevolutionären Gegner auf's Schaffot, obgleich sie doch selbst erst die Plausibilität von Forderungen wie der ihren geschaffen hatten.

Im 19. Jahrhundert bildete die Frauenbewegung die Polarität des bürgerlich liberalen Flügels (u.a. Henriette Goldschmidt, Lousie Otto-Peters), der (zu Recht) spezifische Probleme von Frauen proklamierte und (zu Unrecht) soziale Fragen als sekundär erachtete, im Gegensatz zum sozialistischen Flügel (Lilly Braun, Clara Zetkin) der (zu Recht) auf das soziale Bedingungsgefüge von Genderkonstruktionen verwies & (zu Unrecht) der Klassenfrage das einsame Primat zusprach, da die Befreiung von Frauen sich in der klassenfreien Gesellschaft von selbst ergeben werde.

Wie sieht es aber heute aus? Und was ist von neuen Anfeindungen zu halten? Und wen betreffen sie überhaupt?

Wir müssen, wie im 19. Jahrhundert, eine Rückkehr des Ökonomismus beobachten. Doch anders als der paternalistische (westeuropäische) Nationalstaat im Manchesterkapitalismus hat der globalisierte Neoliberalismus kein mehr Interesse daran, die Reproduktion seiner Arbeitskräfte durch die Propagierung der 'klassischen Frauenrolle' ideologisch zu flankieren. Das heißt aber nicht, dass die Forderungen der Frauenbewegung eingelöst wären. Besonders in den im neokolonialen Jargon zur "Dritten Welt" degradierten Regionen leben Frauen genauso depraviert wie zur Zeit der Industrialisierung in Europa: oft allein erziehend mit einem Haufen Kinder und unqualifiziert ihren Körper zu Markte tragend (ob als Schwerarbeiterin oder als Sexdienstleisterin), mit mangelhafter medizinischer Versorgung und leidvoll das gesellschaftliche Scheitern der eigenen Kindern miterlebend. Als neue perfide Formen der Ausbeutung haben sich zu den klassischen noch Leihmutterschaft und Organhandel entwickelt, dem gleichfalls erheblich mehr Frauen als Männer zum Opfer fallen. Auch die Fremdbestimmung von Frauen in Europa nimmt wieder zu, sobald - wie in Griechenland oder Portugal - die Substanz des Sozialstaats zerbröselt. Freilich die der Männer auch. Und hierbei sind die südeuropäischen Länder nur die Vorreiter einer Entwicklung, die uns allen noch blüht.

Was sagt uns das über die Angifterei von rechten Schreihälsen wie Akif Pirincci, Henrik M. Broder oder Thilo Sarrazin? (Im Kontrast dazu: der mediale Erfolg von Pussy Riot und Femen - ich kann's nicht lassen!)?

Meine These ist: Diese Schreihälse werden (künstlich) gehypt, um anschließend jeweils - nach einer auflagenfördernden ausgiebigen Diskussion in wenig informativen Polit-Talkshow=Runden - wieder diskursiv beiseite gelegt zu werden - bis zum nächsten Geschrei. Durch sie kann doch prima der Schein geweckt werden, die Forderungen der Frauenbewegung seien doch längst prinzipiell eingelöst, während in Wirklichkeit der Zug in die entgegengesetzte Richtung fährt. Denn eine Handvoll Frauen in den Vorständen der DAX-Unternehmen ändert an der Zunahme gesellschaftlicher Heteronomie Fremdbestimmung: gar nix. Setzen die Redaktionen dann noch als Gegenpol eine Alice Schwarzer in die Runde, die längst ihren Frieden mit den Eliten & ihren Strukturen geschlossen hat, scheint alles rund.

Da, wo aber Feministinnen mit unverminderter Schärfe nach den strukturellen Ursachen von genderbegingter Unfreiheit fragen und nicht bereit sind, (weibliche) Autonomie für geschlechtsübergreifende Heteronomie aufzukündigen, wo sie also weiterhin ein Stachel gegen den Mainstream bleiben, treffen sie unvermindert Abwehrreaktionen und Feindseligkeit jener, die sich noch gegen Sarrazins & Pirinccis gerne als Verteidigerinnen & Verteidiger der Frauenbewegung ausgeben. Der unglaubliche Umgang mit der Genderforscherin Judith Butler in deutschen Medien ist hierfür ein treffendes Beispiel.

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Ehemaliger Nutzer 02.08.2014 | 03:02

Hoppla, was ist da passiert? Wollte nur etwas in meinem Kommentar korrigieren und jetzt steht der Beitrag viermal drin. Kann aber leider die vorherigen nicht löschen hier. Bitte nur den aktuellsten Kommentar beachten! Seltsame Vorgänge, die sich in der virtuellen Welt manchmal abspielen...

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Ehemaliger Nutzer 02.08.2014 | 07:15

Danke, Schneime,[Journalist, Musiker, Buchautor, konservativ, vier Kinder (zwei afrostämmig), selbst zum Teil indianischer Abstammung, aber Deutscher und Patriot.] für Deine klaren Worte. Gottlob erwachen wir, (die deutschen Patrioten?) Deutschalnd erwacht. Und Deutschland wird dem linken Aktionsmüllgetue ein Ende setzen. Ein Ende mit Schrecken.

Habe ich Sie richtig verstanden. Wie wird das schreckliche Ende aussehen? Müssen die linken Aktionsmüllgetuer dann den ganzen Tag Ihre Artikel lesen, Ihre Musik anhören oder Ihre Bücher studieren. Ja, das wäre wahrscheinlich schrecklich genug. Sie meinen es vermutlich anders, mehr so wie frühers, Columbiahaus und so?

Aber bedenken Sie; ein wack'rer Schwabe forcht sich nit. Er findet die langjährige Ohnmacht ein- und zuschlägiger Kreise in politischer Knechtschaft richtig und gut. Und wird vieles bis alles geben, diese Knechtschaft aufrecht zu erhalten.

Insoweit ein schönes Wochenende im Kreise ihrer Lieben.

Magda 02.08.2014 | 10:49

Dass dies ebenso perfide wie funktionabel ist, sieht man am Diskussionsverlauf. Kaum einer, der sich die Frage stellt, welche Gründe es haben könnte, warum jemand gegen die Ideologie des Genderismus eingestellt sein könnte.

Mit dreimal umgedrehtem Spieß kommen auch Sie nicht weiter. Aber, wenn ich Sie lese, fällt mir auch noch ein Grund ein für den Hass. Es hat damit zu tun,dass Sie und die meisten Mistreiter entweder gar nicht wissen, wass Gender meint, was Gender Studies beinhalten oder - schon gar nicht - was Gender Mainstreaming ist. Der Hass kommt aus Unkenntnis und er kommt aus Furcht. Wovor das wissen die Leute, die immer heftiger werden, vielleicht selbst nicht so genau.

Magda 02.08.2014 | 10:58

So siehts aus. Klasse, danke für die genaue Analyse.

Setzen die Redaktionen dann noch als Gegenpol eine Alice Schwarzer in die Runde, die längst ihren Frieden mit den Eliten & ihren Strukturen geschlossen hat, scheint alles rund.

Alice Schwarzer ist aber der Beißknochen, an dem sich alle festbeißen, während niemand mehr andere Bewegungen und Ansätze wirklich wahrnimmt. Die feindselige "Männerwelt" braucht die Schwarzer förmlich. Manchmal - wenn die Beschimpfungen zu penetrant werden, ergreife ich rein emotional ihre Partei.

Magda 02.08.2014 | 11:24

Bei der Gelegenheit der Verweis auf einen sehr lustigen und sehr "aufklärenden" Film.

In guten Händen

spielt im England um 1880 und erzählt von einem jungen Arzt, der Partner eines Kollegen wird, der sich um die Behandlung der weiblichen "Hysterie" durch vollen Massageeinsatz verdient macht und dabei auch viel verdient. Der junge Arzt aber hat ein Problem: Die Hand macht nach einer Weile schlapp. So greift er auf die Erfindung eines Freundes zurück, der eigentlich einen elektrischen Staubwedel konstruieren wollte. Und das wird ein Riesenerfolg. Umrahmt ist das alles von einer Liebesgeschichte.

Sehr empfehlenswert. Lief kürzlich auf arte.

Saul Rednow 02.08.2014 | 12:23

Ihnen ist der Unterschied zwischen Sexualität, sexuellen Vorlieben und sexueller Identität/Ausrichtung/Orientierung nicht bekannt? Vielleicht „googeln“ Sie dann doch lieber erst einmal, bevor Sie darüber schreiben.

Die von Ihnen plakativ angesprochenen sexuellen Praktiken (die Sie offenbar aufführen, um beim schlicht gestrickten Leser/in irrationale Ängste zu befördern und Dinge miteinander zu vermischen, die vorrangig nichts miteinander zu tun haben) sind weder spezifisch heterosexuell noch spezifisch homosexuell. Sie kommen vielmehr bei beiden Gruppierungen (übrigens bei beiden relativ selten) vor, also sowohl bei Heterosexuellen, als auch bei Homosexuellen. Stichworte: heterosexuelle Domina-Studios (BDSM), heterosexuelle Swinger-Clubs (Partnertausch und Gruppensex), die es auch als homosexuelle Pendants gibt.

Doch dadurch, dass Sie hier sexuelle Praktiken und Vorlieben ansprechen und nicht zu unterscheiden vermögen zwischen der sexuellen Identität, Ausrichtung bzw. Orientierung eines Menschen und seinen sexuellen Vorlieben (siehe oben), machen Sie deutlich, dass besonders bei der von Konservativen und den sexuell unzureichend Aufgeklärten im Lande geführten „Diskussion“ (es ist wohl eher „Hetze“, als Diskussion) enorm viel Vorurteil und Unwissenheit im Spiel sind.

Es ist allerdings in erster Linie an diesem Personenkreis sich zu informieren, bevor er andere diffamiert, verdächtigt und beschuldigt. Als Privatperson bin ich (schon aus Zeitgründen) nur sehr bedingt daran interessiert ausgerechnet in öffentlichen Internet-Portalen zu versuchen Versäumnisse und Defizite auszugleichen, die bei deren Erziehung und Sozialisation möglicherweise aufgetreten sind und die diese Personen zu den „tumben und reaktionären Homophoben“ (- siehe unten stehenden Link -) gemacht hat, die sie heute sind.

Daher nachstehend nur in Stichworten nochmals zusammengefasst und das auch nur damit hier kein Unsinn unwidersprochen stehen bleibt:

Sexualität beschreibt neben der Fortpflanzung, auch die unterschiedlichen sexuellen Praktiken und somit das Sexualverhalten. Dabei ist Sexualität allerdings keineswegs vorrangig auf die *Fortpflanzung ausgerichtet, wie oft fälschlich behauptet wird (die unrealistische Reduktion der Sexualität auf die Reproduktion), sondern eher ein mehr oder weniger nützliches Beiwerk (angesichts von bald 10 Milliarden Menschen auf der Erde, gelegentlich wohl ein eher schädlicher Nebeneffekt). Zum Unterschied: Die sexuelle Identität/Ausrichtung/Orientierung umfasst dagegen weit mehr als nur die Sexualität, sie betrifft das Leben, die komplette Identität und Persönlichkeit, das ganze Sein. Sie beschreibt, wie man sich selbst wahrnimmt und wie man wahrgenommen wird, sie beschreibt, wen man liebt und sexuell anziehend findet, sie beschreibt damit auch, wie man seinen Lebensweg voraussichtlich gehen wird.

Also nochmals, die sexuelle Identität/Ausrichtung/Orientierung hat mitnichten nur mit Sexualpraktiken zu tun, im Grunde gar nicht (die wie oben angeführt auch kaum Unterschiede zwischen Heterosexuellen und Homosexuellen aufweisen), sondern mit der kompletten Identität und Persönlichkeit einer Person!

*Fußnote Inzwischen gilt nachstehendes als belegt: „Es zeigte sich, dass der Sexualtrieb, mit seinem Erzeugen von Lust und Entspannung, in der Natur hauptsächlich dem Herstellen und Festigen von Sozialkontakten sowie dem natürlichen Abbau von Stress dient und nur eher zufällig auch die Fortpflanzung garantiert.“ (‘Biological Exuberance, Animal Homosexuality and Natural Diversity’, Bruce Bagemihl - gilt als wissenschaftlich weltweit anerkanntes Standardwerk zum Thema ‚Homosexualität im Tierreich’)

Zitate: (…) Dass gleichgeschlechtliche Paare unter Tieren gewöhnlicher sind als bei Menschen, stellt alles auf den Kopf, was wir bisher glaubten. Tiere haben der Forschung zufolge Sex in allen denkbaren Varianten und sie tun es nicht nur der Fortpflanzung wegen, sondern weil es Spaß macht. Dieses Wissen kann dazu beitragen, Homosexualität bei Menschen zu entmystifizieren …

(…) Manchmal geht es auch ums Überleben des Nachwuchses: Bei schwarzen Schwänen in Australien sind die Männchen viel größer und kräftiger als die Weibchen. Hier kommt es zum heterosexuellen Geschlechtsakt nur, um rasch mal Junge zu zeugen. Danach trollt sich das Weibchen und zwei Männchen ziehen den Nachwuchs auf (ist bei dieser Art inzwischen Standard, wohl weil die Evolution Erfolgreiches fördert). Die Küken haben bei einem Männchen-Paar eine zehnmal so große Chance zu überleben wie bei einem heterosexuellen Schwanen-Paar, denn die männlichen Paare verteidigen den Nachwuchs sehr viel aggressiver und damit wirkungsvoller gegen Feinde.

(…) Es wurden aber bei anderen Arten auch recht häufig weibliche Paare festgestellt, die sich nur kurz zur Befruchtung mit einem Männchen paaren, das männliche Tier danach vertreiben und die Jungen gemeinsam sehr erfolgreich aufziehen und beschützen.

Es wurde bei den Studien insgesamt festgestellt, dass homosexuelle Tier-Paare ebenso gute und zudem bei gewissen Tierarten sogar erfolgreichere Eltern sind als die heterosexuellen Elternpaare.

Mehr als 1500 Tierarten haben überhaupt kein Problem mit der, bei ihnen weit verbreiteten, Homosexualität, von Pinguinen über Elefanten und Menschenaffen bis zu Tintenfischen. Sex ist ein wichtiger Teil des Lebens vieler Spezies. Er fördert Bindungen und löst Konflikte, ganz zu schweigen davon, dass er Spaß macht und Befriedigung verschafft.

Homosexualität spielt dabei nicht nur für die meisten Säugetiere eine wichtige Rolle, sie wird auch bei Vögeln, Reptilien, Fischen, sogar Insekten und anderen Wirbellosen häufig praktiziert. Je nach Art und Gattung sind dabei jahre- bis lebenslange gleichgeschlechtliche Partnerschaften mindestens so häufig wie bei Menschen.

Bei Delphinen sind Beziehungen zwischen Weibchen und Männchen sogar überwiegend nur flüchtig, während homosexuelle Verbindungen (zwischen männlichen Paaren und zwischen weiblichen Paaren, die allesamt regelmäßig miteinander Sex haben) Jahre halten.

Bei Giraffen werden, den Untersuchungen zufolge sogar von 100 Geschlechtsakten tatsächlich 94 unter gleichgeschlechtlichen Partnern ausgeführt. Jeder fünfte Pinguin ist homosexuell und sogar jeder zweite Rosenkakadu, was keineswegs zu einer Bedrohung der beiden Arten geführt hat, was das Ammenmärchen von der Artgefährdung durch Homosexualität eindrucksvoll widerlegt.

Homosex ist also - so das Ergebnis der Studien - bei Tieren an der Tagesordnung - und zwar nicht etwa im „kulturdekadenten“ Zookäfig, sondern in „Gottes“ freier Natur und im Gegensatz zum sozialen Zusammenleben von Menschen ist bei Tieren zudem kein Fall von Ausgrenzung oder Diskriminierung homosexueller Artgenossen dokumentiert.

Was bedeutet Homophobie?

https://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie

Saul Rednow 02.08.2014 | 12:32

Nur ein Stern *

Begründung:

Es wäre gar nicht notwendig dümmlich-homophobe Kommentare mit der Höchstzahl von 5 Sternchen zu belohnen, um damit Ihre Zustimmung zu signalisieren und zu verdeutlichen „wes Geistes Kind“ Sie sind. Denn spätestens, seitdem Sie in der FC öffentlich mitgeteilt haben, dass Sie die homophobe "Idioten-Petition" von Gabriel Stängle (siehe oben) unterzeichnet haben, besteht daran ja sicher kein Zweifel mehr:

@GEBE schrieb am 24.01.2014 um 18:54 Uhr

„Ja, ich bin eine Erklärung für meine Übelkeit schuldig geblieben, die ich hier nachhole:

Ich habe die Petition mitunterzeichnet, weil ich der Ansicht bin, daß sich der Begriff der Toleranz (Duldung, Hinnehmen) beginnt sich zu verkehren in die eigentümliche Ansicht, Toleranz müsse erzwungen werden, also in den Status der Akzeptanz (für sich selbst annehmen) überführt werden, und dies genau dort, wo eine unbefangene Urteilskraft noch nicht möglich ist – nämlich bei Kindern und Jugendlichen.

Es ist ein arges Mißverständnis von Toleranz, wenn Minderheiten ihre durchaus mittlerweile gesellschaftlich tolerierte sexuelle Lebensführung, zum unterschiedslosen Maßstab erheben wollen, sich nicht mehr damit zufrieden geben eben toleriert zu werden. Mich würgt der Versuch Unterschiede auf diese Weise nicht nur nivellieren zu wollen und individuelle Beliebigkeit zum kulturellen Maßstab hochstilisieren wollen. Und was mich besonders erschreckt ist, mit welcher Aggression dies betrieben wird, indem reflexartig mit dem Pseudoargument, wer nicht dafür sei (eben nur toleriert - dies aber hundertprozentig(!) - und nicht auch noch akzeptiert) sei „homophob“ und intolerant. Das aber nenne ich den Inbegriff von Intoleranz.“

GEBE 02.08.2014 | 12:54

Blasen Sie mir 'n Schuh auf.

Sind Sie tatsächlich zu feige den Anlaß, weswegen ich diesen Kommentar geschrieben habe - und zu dem ich nach wie vor stehe - hier wiederzugeben. Nicht einmal einen Link zu dem entsprechenden Blog geben Sie an. Es ging inbezug auf meinen Kommentar und die anderen Kommentare von mir um Akzeptanz und Toleranz, und deren Unterschied.

Daß Sie etwas als Zitat aus diesem Thread-Zusammenhang herausreißen, zeigt mir, was für ein unredlicher Harlekin Sie sind.

Aber das scheint eben Ihre Knüppel-Manier zu sein.

gweberbv 02.08.2014 | 12:59

Es bleibt dabei. Wenn ein Schwuler und eine Lesbe gemeinsam ein Buch zur Sexualpädagogik für Kinder verfassen, dann werden sie die homosexuelle Sicht auf die Sexualität befördern wollen. Dass dies tatsächlich der Fall ist, ist bereits dokumentiert worden. Und Sie glauben ernsthaft, dass da manchen Eltern da nicht die Hutschnur platzt?

Ei, wo ist denn das Problem? Davon abgesehen, dass die alberne Analpantomime wohl so schnell nicht den Weg in die Lehrpläne finden wird.

Was soll passieren? Wärst du umgehend schwul geworden, wenn ein Lehrer erzählt hätte, dass es nix dolleres als einen Penis im eigenen Hintern gibt? Und falls ja, was wäre das Problem daran gewesen. Hätte dann jemand vorbei kommen sollen, um gleichberechtigt die Vorzüge des heterosexuellen Verkehrs zu preisen? Oder ist Homosexualität so eine Art genitales Crack, das umgehend abhängig macht?

Als ob es bei Pubertierenden in Sachen Sexualität irgendwas zu "befördern" gäbe. Das erledigen schon die Hormone. Zu informieren, aufzuklären, Scham und Tabuisierung aufzuheben - das ist notwendig. Eltern, denen dabei schon dir Hutschnur platzt, geben ihren Kindern eine schwere Hypothek mit auf den Weg ins weitere Leben.

gweberbv 02.08.2014 | 13:15

Etwas anderes ist es, wenn staatlich bestellte Autoritätspersonen diverse Praktiken ohne Nachfrage zur Kenntnis bringen und die erwünschte Bewertung gleich mitliefern.

Wie bitteschön sollen Sexualpraktiken denn "bewertet" werden? Mann mit Frau, Missionarsstellung -> 10 Punkte; Mann mit Frau, Doggystyle -> 7 Punkte; Mann mit Mann, Oralverkehr -> -5; Mann mit Mann, Analverkehr -> -10, etc.

So ungefähr?

gweberbv 02.08.2014 | 13:34

Dass Sexualität irgendetwas mit Fortpflanzung zu tun hat, und dass ihre gesellschaftliche Kontrolle und Bewertung immer im Zusammenhang steht mit der Reproduktion dieser Gesellschaft selbst und ohne diese gar nicht zu erklären oder zu rechtfertigen ist, ist das große Tabu der Genderdiskussion.

Nahrungszubereitung und -aufnahme hat auch etwas mit der Erhaltung der Lebensfähigkeit des menschlichen Organismus zu tun. Mit der Entwicklung der Kultur sind aber noch ein paar Apskete hinzugetreten, nicht wahr? Der menschliche Umgang mit Nahrung unterscheidet sich bei näherer Betrachtung durchaus vom "Fressen" im Tierreich. Und auch von der in früheren Zeiten notwendigen rigiden Kontrolle der Nahrungsaufnahme (Vorratshaltung, Seuchenschutz, etc.) hat man sich dank Technik und Wohlstand emanzipiert. Ähnlich verhält es sich mit der (praktizierten) Sexualität.

Dass jedwede Rechtfertigung für eine gesellschaftliche Kontrolle der Sexualität (unter mündigen Menschen), die in biblischen Zeiten angebracht gewesen sein mag, seit geraumer Zeit weggefallen ist, darauf reiten die Anhänger unterdrückter Ausformungen menschlicher Sexualität ja seit geraumer Zeit herum.

Saul Rednow 02.08.2014 | 15:08

@GEBE schrieb am 02.08.2014 um 12:54 Uhr u.a.

„Blasen Sie mir 'n Schuh auf.“

NEIN! Blasen Sie sich selbst (einen Schuh auf) oder sonst etwas :-)

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„Sind Sie tatsächlich zu feige den Anlaß, weswegen ich diesen Kommentar geschrieben habe - und zu dem ich nach wie vor stehe - hier wiederzugeben. Nicht einmal einen Link zu dem entsprechenden Blog geben Sie an (…)“

Weder bin ich zu feige, noch ändert ein Link oder der „Anlaß“ etwas an der Tatsache, dass Sie eine Internet-Petition unterzeichnete haben und „nach wir vor dazu stehen“, wie Sie soeben betonten, die homophob war, auf nachweisbar unrichtigen Behauptungen basierte und von überdurchschnittlich vielen rechtsextremen Internet-Portalen, rechtsextremen Parteien, als verfassungsfeindlich eingestuften rechtsextremen Kreisen und evangelikalen und katholisch-fundamentalistisch „Ewiggestrigen“ unterstützt wurde.

Und hier ist der Link zum Freitag-Blog, den Sie - wie ich finde „in widerlicher Weise“ - kommentierten und damit die lesbische Autorin des Textes brüskierten.

https://www.freitag.de/autoren/amanda-pavati/die-verlorene-integritaet-des-gabriel-staengle

SuzieQ 02.08.2014 | 15:24

Woher kommt all der Hass?

Es ist schon angeklungen... es sind Ängste. Es ist keine Furcht, denn Furcht impliziert etwas Fassbares. Es sind die Ängste vor Unfassbarem, sie werden umgemünzt aus 'inneren Glaubenssätzen', die einem sagen, was 'sich gehört und was nicht'. Wenn zB (erlernte) Rollenverhalten nicht erfüllt werden...

Sie sind daher übernommen und nicht erarbeitet, und sie werden nicht hinterfragt!

Sie bedürfen keines rationellen Grundes, es genügt ein allgemeines 'dass nicht sein kann, was nicht sein darf'.

Und alle, die wettern, sich ereifern, wutschnauben oder verurteilen, stellen sich nicht der simplen Aufgabe: zu schauen, was wirklich ist. Tolerabel, akzeptabel, respektabel...

denn es widerspricht dem Angelernten, dem Anerzogenen, und es bedeutet: da gibt es etwas, das anders lebt, anders denkt... als ich... ergo muss es falsch sein...

Wie oft irrt sich der Mensch, wenn er denkt, dass etwas, das nicht für ihn ist, gleichbedeutend mit gegen ihn ist...

Gottes Gärten sind groß, sie sind bunt, und wäre es in letzter Zeit in der dFC nicht so runtergenudelt worden, würde ich hinzufügen: die Liebe ist es. Sie lässt leben. Alle.

SuzieQ 02.08.2014 | 16:59

Ich lese Sie als intolerant.

Und ich finde 'Angst haben' ist nichts Schlimmes.

Ich persönlich stehe weder auf Mythen noch auf Ideologien.

Schwätzen Sie nicht. Sagen Sie, wo Sie das Unverständnis sehen.

Da können wir dann ansetzen.

Wenn ich Männer befrage, höre ich: sie sind einfach strukturiert.

Sie lesen sich für mich als nicht locker, sondern verkrampft.

Es geht darum, wo all der Hass herkommt. Dahinter können wir (vielleicht) kommen, aber dann authentisch... Nix Blabla, das ist albern. Und halten Sie sich bitte nicht an Oberflächlichkeiten auf... da hapert es, allgemein.

gweberbv 02.08.2014 | 17:03

behaupten, sexuelle Identitäten wären gesellschaftlich konstruiert

Was subsummierst du denn unter "sexueller Identität"? Allein das Bedürfnis des heteosexuellen Mannes mit einer Sex/Zärtlichkeit zu haben? Oder auch weitergehende Konventionen, wie z. B. dass zur Anbahnung eines sexuellen Kontakts der Mann die Frau zum Esssen ausführt oder auf einem sinkenden Schiff zuerst Frauen und Kinder die Rettungsboote besetzen dürfen?

fegalo 02.08.2014 | 17:34

Ich lese Sie als intolerant.

Woher nehmen Sie das? Habe ich mich irgendwo abfällig über Schwule geäußert?

Und ich finde 'Angst haben' ist nichts Schlimmes.

Der ist nett. Die angedichtete Diagnose der „Angst“ ist ja durchschaubar nichts anderes als der Versuch, das Gegenüber argumentfrei in die Defensive zu bringen. Liefern Sie bitte mal was zur Sache.

Ich persönlich stehe weder auf Mythen noch auf Ideologien.

Dann sollten Sie nicht auf Mythen à la „Männer haben Angst vor feministischen Thesen XY“ hereinfallen.

Wenn ich Männer befrage, höre ich: sie sind einfach strukturiert.

Wie lieb! Wie alt sind Sie denn, wenn Sie solche Auskünfte ernst nehmen, und nicht erkennen, dass man einfach keinen Bock auf Diskussionen hat?

Sie lesen sich für mich als nicht locker, sondern verkrampft.

Was ist das für ein seltsames Kriterium? Ja, ich bin mal locker, manchmal auch nicht, aber was hat das mit Argumenten zu tun?

Es geht darum, wo all der Hass herkommt. Dahinter können wir (vielleicht) kommen, aber dann authentisch... Nix Blabla, das ist albern. Und halten Sie sich bitte nicht an Oberflächlichkeiten auf... da hapert es, allgemein.

In 100 Kommentaren bin ich immer noch der einzige, der auf diese Frage überhaupt Antworten gegeben hat. Lesen Sie es nach! Naturgemäß hat es niemanden interessiert, denn es geht hier um etwas ganz anderes, um Selbstbespiegelung und –bestätigung einer bestimmten Szene.

kami 02.08.2014 | 17:58

Ja, liebe Magda,

ich kann gar nicht sagen, was ich häufiger erlebe: Dass Männer über Frauen herziehen, oder dass Frauen über Männer herziehen. Beides passiert jedenfalls ständig, in Witzen oder auch bitterernst vorgebracht.

Ich habe den Verdacht, dass sich an Geschlechterfragen Konflikte entzünden, die ganz anderen Quellen entstammen. Die Enttäuschten und Zukurzgekommenen agieren dort ihren Frust aus, wo die Frontlinien vermeintlich übersichtlicher verlaufen und wo es scheinbar noch was zu verteidigen oder gar zu gewinnen gibt.

Dass die Männer dabei das derbere Vokabular aufbieten, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Militanz doch wechselseitig ist.

Magda 02.08.2014 | 18:09

Das mit der Angst ist so ein herrlich lächerliches feministisches Narrativ, soll es doch suggerieren, in der eigenen Ideologie stecke die gefährliche subversive Kraft, die bestehende Ordnung umzustürzen.

Also von den Reaktionen, die so kommen, scheint es, dass Sie eine ziemlich zutreffende Erklärung gefunden haben.

Vor vielen Jahren habe ich mal einen Beitrag zu diessem Thema gelesen. Von einem Mann übrigens, (über dessen sexuelle Orientierung ich mich nicht informiert habe). Der meinte, die Zugehörigkeit zu einem biologischen Geschlecht schaffe im Menschen eine ontologische Sicherheit und Verortung. Er machte das an dem Spruche fest: "Ich wusste nicht mehr, ob ich Männlein oder Weiblein bin". Und er signalisiert höchste Verwirrtheit.

Ich glaube übrigens keine Sekunde, dass Magda davon überhaupt eine Ahnung hat.

Aha. Na gut. Aber Sie. Ich räume ein, dass Judith Butlers Texte nicht einfach zu lesen sind. Wobei sie noch nicht mal unbedingt herangezogen werden muss, um zu erörtern, dass Geschlecht auch sozial hergestellt wird. Außerdem und weiter. Es gibt sehr unterschiedliche feministische Ansätze. Übrigens auch eine, die eher die Differenz der Geschlechter und untereinander zum Thema hat. Gender Studies sind nicht nur "queer", sondern auch ein Querschnittsthema. Ich dachte nur, man muss nicht immer beim Urschleim anfangen mit allem.

Es handelt sich bei den Gendertheorien um anthropologische Thesen, die zumeist von lesbischen Literaturwissenschaftlerinnen aufgestellt werden und mit den hermeneutischen Mitteln der Literaturwissenschaft verteidigt werden.

Klar doch, Meister. Wir wirbeln ein bisschen rum mit dem Shaker und tun ein bisschen Begriffe rein.

Was nehmen wir denn da: Anthropologie, ein bisschen Wissenschaft und Literatur rein, ein bisschen Hermeneutik und dann noch die lesbische Orientierung und mixmixmix - haben wir die Erklärung was das ist mit Gender. Rummmssss.

Magda 02.08.2014 | 18:16

Inzwischen hat der Beitrag hier bei facebook eine neue Schimpfkanonade von Pirincci ausgelöst. Wie heißt diese Waffe, mit der man breit streut? ich glaube Bazooka. Also eine Verbal-Bazooka hat er da abgefeuert.

Ich wollte schon vorschlagen, dass er das Ganze vielleicht auch noch in Reime setzen sollte. Das würde den kreativen Drang möglicherweise eine Weile beschäftigen. Naja, eigentlich ging es mir weniger um ihn. Im Moment spielen einige Leute verrückt.

Tao Traveller 02.08.2014 | 18:59

Liebe Frau Magda,

leider bestaetigen viele der "Kommentare" und Anwuerfe die Berechtigung, wenn nicht Notwendigkeit, ihres Artikel. Und ihre Erwiderungen werden oft als Anlaesse zu weiteren Mobbing-Anwuerfen verwurstet.

Im Artikel "Push the Pussy" ueber "Schamlippen-Beauty"habe ich teilweises noch schlimmere Anmerkungen gelesen. Ich bin kein Psychologe, aber es liegt fuer mich auf der Hand, dass - hier wie dort - handfeste Neurosen der betreffenden Blogger vorliegen.

Es liegt in der Natur der Neurose, sich immer wieder in den Vordergrund zu schieben. Wuerden sich ihre Traeger sonst entbloeden, derart menschenverachtende Auesserungen im Freitag (und anderswo) zu verewigen?

Genderfragen wecken mehr und mehr mein Interesse, dabei hat m.M.n. natuerlich jede "Seite" ein (Menschen-) Recht auf Meinungsaeusserung. Sonst kann keine Kommunikation entstehen.

Mehr als bei anderen Themen sind dazu aber Hoeflichkeit, angemessene Wortwahl und gegenseitger Respekt eine Grundvoraussetzung. Die oben angesprochenen Blogger-Neurosen sollten das Klima nicht vergiften duerfen.

Saul Rednow 02.08.2014 | 19:06

Ganz im Gegenteil. Sie werden sich daran zu gewöhnen haben, dass böswillige Behauptungen, gespeist aus irrationalen Ängsten, die z.B. aus unterdrückter eigener Homosexualität resultieren können, von den derart Diffamierten nicht mehr hingenommen werden.

Geldstrafen, die bisher in ähnlichen Fällen verhängt wurden, belaufen sich auf teilweise über 3.000,00 Euro. Manch Homophober „gönnt sich ja sonst nichts“ und verzichtet da schon mal gern auf die eigentlich von dem Geld zu finanzierende Urlaubsreise :-))) Sie hören ggf. von mir.

Saul Rednow 02.08.2014 | 20:27

@FEGALO schrieb am 02.08.2014 um 19:17 Uhr „böswillige Behauptungen, gespeist aus irrationalen Ängsten, die z.B. aus unterdrückter eigener Homosexualität resultieren können,“ Der Klassiker schwuler **Küchenpsychologie

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Homophobie als Kompensationsversuch von Selbsthass und Minderwertigkeitskomplexen homophober Männer:

Homophobie (von griech. homós: gleich; phóbos: Angst, Phobie) bezeichnet eine soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete, Aversion und Feindseligkeit, die lesbische Frauen und schwule Männer teilweise massiv beeinträchtigen, sowie die irrationale, weil sachlich durch nichts zu begründende, Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen.

Homophobie wird in den Sozialwissenschaften zusammen mit Phänomenen wie Rassismus, Antisemitismus, Xenophobie oder Sexismus unter den Begriff gruppen-bezogene Menschenfeindlichkeit gefasst.

Der Begriff Homophobie weist auf Angst als Ursache des ablehnenden Verhaltens. Angst ist ein anerkanntes Erklärungsmodell für das aggressive ablehnende Verhalten nicht nur Jugendlicher, sondern auch Erwachsener gegenüber Homosexuellen, und zwar nicht Angst vor diesen Personen, sondern eine tief sitzende, oft unbewusste, Angst vor den eigenen, oft lebenslang ängstlich unterdrückten, Persön-lichkeitsanteilen.

Es ist also häufig eine, meist unbewusste, Angst, des Homophoben dass seine (vorgeblich heterosexuelle) Identität in Frage gestellt werden könnte und dessen Lebenslüge in sich zusammenbricht. Jeder selbstbewusst und offen auftretende homosexuelle Mann erinnert den Homophoben an diese Lebenslüge und wird von ihm daher als Bedrohung empfunden (** siehe dazu auch „homophobe Männer haben beim Ansehen von Gay-Pornos häufiger Erektionen, als nicht homophobe heterosexuelle Männer)

HomophobeMenschen beschäftigen sich auffallend häufig geradezu exzessiv (und fast zwanghaft) mit dem Thema Homosexualität, versuchen sie überall zu bekämpfen, auch um damit davon abzulenken, dass sie selbst (verklemmte) Homosexuelle sind, die zu ängstlich sind, um ihre eigene Sexualität zu akzeptieren und zu leben.

Wem von Kindesbeinen an (z.B. durch die Katholische Kirche, Evangelikale Gemeinden oder rechtskonservative Elternhäuser) eingebläut wurde ("Gehirnwäsche"), dass das Hingezogensein zum eigenen Geschlecht durch und durch "sündhaft" bzw. "verbrecherisch" sei, der wird unfähig sich selbst anzunehmen, wenn er homosexuell ist.

Dieser homosexuelle Selbsthass wird dann stellvertretend an anderen ausgelassen. Eine Art übertragene Selbstgeißelung.

Homophobie findet sich besonders häufig in *rechtskonservativen, rechtsextremen und fundamentalistisch-religiösen Kreisen; diese Gruppierungen versuchen Sexualität zu unterdrücken und auf die Fortpflanzung zu reduzieren. Mit dem künstlichen Schaffen von Schuldgefühlen und der Verteufelung alles Sinnlich-Körperlichen wird bereits seit Jahrhunderten erfolgreich Macht über Menschen ausgeübt.

Homophobie ist außerdem untrennbar mit Dummheit verbunden (es gibt bekanntlich eine tief sitzende Dummheit, auch bei Menschen die sich selbst für gebildet halten).

Siehe dazu „Konservative und religiöse Menschen haben (…) einen geringeren Intelligenzquotienten. Psychologen glauben, dass man das Phänomen evolutionsbiologisch erklären kann …“ SPIEGEL-ONLINE 01.03.2010 (- unten verlinkt -)

Die verschiedenen Formen homophober Gewalt (seitens Gesellschaft, Gruppierungen oder Individuen, usw.) müssen als gestörte Verhaltens-weisen bezeichnet werden

Jemand, der in seiner eigenen heterosexuellen Identität gefestigt und sich ihrer sicher ist, geht im allgemeinen sehr gelassen mit sexuel-ler Vielfalt um. Nur Schwache und sich ihrer selbst nicht sichere fürchten die Vielfalt, denn …"die größten Kritiker der Elche sind selber welche"
Homophobie wird zwischenzeitlich auch als Unterform des Rassismus angesehen (nicht zu verwechseln mit Rassenhass), weil sie dessen typische Merkmale aufweist:

Konstruktion und Betonung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zwischen dem (Diskriminierer) und seinem Opfer, Wertung dieser Unterschiede zum Nutzen des (Diskriminierers) und zum Schaden des Opfers, Verallgemeinerung und Verabsolutierung dieser Unterschiede, Legitimierung einer Aggression oder eines Privilegs

(**Test-Teilnehmer bestanden aus einer Gruppe von homophoben Männern und einer Gruppe von nicht-homophoben Männern. Den Teilnehmern wurden Filme mit erotisch stimulierenden Szenen gezeigt. Während diese gezeigt wurden, wurde der Penisumfang der Teilnehmer gemessen.

Interessanter Weise zeigten besonders die homophoben Männer bei den männlich-homosexuellen Szenen eine zunehmende Erektion, während die nicht-homophoben heterosexuellen Männer durch Gay-Pornos deutlich weniger sexuell erregt wurden:

Sexuelle Erregung (Tumeszenz) bei der Betrachtung von Videos mit homosexueller Handlung:

Homophobe Männer erregt 54 %, Nicht homophobe Männer erregt 24 %

Homophobie ist also offensichtlich verbunden mit deutlich messbarer homosexueller Erregung, welche der homophobe (und vorgeblich heterosexuelle) Mann bestreitet, weil sie ihn als verklemmten Homosexuellen offenbaren würde.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/iq-und-politische-einstellung-konservative-sind-weniger-intelligent-1.13440

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/intelligenz-und-evolution-konservative-haben-geringeren-iq-a-680956.html

http://www.ekr.admin.ch/themen/d376.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie

http://www.non-discrimination.net/de/law/european-legislation/die-neue-antidiskriminierungsrichtlinie

Saul Rednow 02.08.2014 | 20:44

Genießen religiöse Menschen, die sich auf Gott und die Bibel berufen, wenn Sie homosexuelle Menschen diskriminieren, in Deutschland Narrenfreiheit?

Nein!

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte:

"(...) Religion darf nicht zur Rechtfertigung der Diskriminierung von Homosexuellen benutzt werden. Die Verpflichtung, Lesben und Schwule nicht zu diskriminieren, gilt auch für diejenigen, die aus religiösen Gründen Homosexuelle ablehnen (…)“

(- Europäischer Gerichtshofs für Menschenrechte, Urteile vom15.01.2013, Nr. 48420/10, 59842/10, 51671/10 und 36516/10 -)

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Religionsfreiheit, Menschenrechte und die Erziehungsfreiheit der Eltern:

Deutschland ist gemäß Grundgesetz ein säkulares Land (strikte Trennung von Staat und Religion/en) und nicht etwa ein katholischer, evangelikaler, islamischer oder jüdischer Gottesstaat.

Das Recht auf Religionsfreiheit aller Bürger/innen beinhaltet gleichwertig auch das strikt garantierte Recht auf die Freiheit von Religion (Agnostik und Atheismus).

Religionsunterricht in staatlichen Schulen, der über eine nicht wertende sachliche Vorstellung der großen Weltreligionen hinausgeht, ist daher im Grunde bereits „verfassungswidrig“.

Im übrigen sind Kinder nicht „das Eigentum“ ihrer Eltern und sie können sich mit Hilfe von Jugendämtern und Vormundschaftsgerichten rechtlich gegen eine wahnhaft religiöse Ausrichtung ihrer Erziehung durch die eigenen Eltern zur Wehr setzen.

Kinder haben außerdem per Geburt alle Menschenrechte und diese sind nicht nur universal gültig und unteilbar, sondern auch auf immer unveräußerlich.

Kinder sind lt. Gesetz in Deutschland mit 14 Jahren religionsmündig und können in diesem Alter - auch gegen den ausdrücklichen Willen ihrer Eltern - rechtskräftig aus der Kirche bzw. Religionsgemeinschaft austreten.

Deutschland ist ein demokratischer Rechtsstaat und im säkularen Deutschland gelten das Grundgesetz und die übrigen Gesetze. Bibel, Koran oder Tora sind für die Rechtsprechung nicht maßgebend. Wer hier lebt, hat sich daher an die Gesetze des Landes zu halten - die für alle gelten, gleichgültig ob gläubig oder nicht - oder auszuwandern.

Magda 02.08.2014 | 21:10

Lieber Saul Rednow ,

die Redaktion meint, ich solle prüfen, ob ich den von Ihnen gemeldeten Kommentar einklappen will.

Ich bin nicht dafür, denn eigentlich zeigt er genau und deutlich, welche Ressentiments und "Ängste" und auch wacklige Gewissheiten dahinter stecken. Wenn ich den einklappe, dann wird das alles ziemlich löcherig. Ich selbst habe ja auch auf den Kommentar geantwortet. Es stimmt, dass die von Ihnen zitierte Wendung an der Grenze ist, aber sind das in diesem Zusammenhang und mit diesem Thema nicht auch andere?

Fegalo ist einer, der ziemlich deutlich zeigt, worum es geht.

Saul Rednow 02.08.2014 | 21:24

Liebe Magda,

ja ich verstehe das Problem der daraus evtl. erfolgenden Unverständlichkeit des Textes. Allerdings bin ich inzwischen nicht mehr bereit menschenverachtende, böswillig diffamierende und „volksverhetzende“ (weil den bereits bestehenden irrationalen Hass auf Minderheiten weiter verstärkende) Internet-Kommentare hinzunehmen. Natürlich ist es Ihr Blog und Ihre Entscheidung, ich war/bin allerdings über @Fegalo und seine fortgesetzt miesen Diffamierungen so verärgert, dass ich bereits dabei bin seine ladungsfähige Adresse zu beschaffen (bin mit einem Anwalt liiert). Wäre es mein Blog, hätte ich den Typen bereits rausgeschmissen.

Gruß und weiterhin schönes Wochenende!

S.R.

Tao Traveller 02.08.2014 | 21:28

Ich denke, jeder Beitrag sollte stehenbleiben wie er ist. Was raus ist ist raus. Ihn einzukassieren ist schiere Bequemlichkeit und in gewissem Sinne eine Kapitulation vor dem Verfasser.

Jeder soll fuer seine Meinung geradestehen. Wenn diese den Rahmen des Anstands ueberschreitet, muss sich der Autor selbst den Konsequenzen stellen.

Man kann Querschlaeger und Mobber ohne "Zensur" nicht verhindern, aber man kann sie blossstellen und damit ihre Macht brechen.

"Wir" mueesn uns dem stellen, sonst wird der grosszuegige Rahmen des Freitags missbraucht und letztendlich zerstoert.

Metall-Hahn 02.08.2014 | 23:57

Habe hier eigentlich nur mitgelesen, will aber anmerken, dass ich es im Sinne eines offenen Diskurses über kontroverse Themen nicht sinnvoll finde, wenn man versucht provokante Meinungsbeiträge juristisch zu inkriminieren. Das wird wohl vermutlich ohnehin keinen Erfolg haben, aber es verdirbt doch das Klima im Forum, wenn man mit solchen Drohungen um sich wirft. Das ist hier ein wirklich schwieriges Thema, und mir sind solchefrühsexualisierenden pädagogischen Konzepte für Schulkinder auch nicht geheuer. Darüber muss eine offene Debatte statfinden, sonst wird man keine Akzeptanz erreichen, sondern in bestimmten Lagern werden die Rolläden ganz runtergeklappt. Wenn sie jeamden anzeigen wollen, sollten sie sich besser Herrn Pirincci zur Brust nehmen, der an einem chronischen Tourette Syndrom zu leiden scheint.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 01:39

Ich bin eigentlich ganz froh, dass es solche irredrehenden Fanatiker gibt, denen wenig mehr einfällt als Homophobie! zu schreien und mit dem Strafgesetzbuch (Möchtegern) Schindluder zu treiben. Denn es erinnert daran, dass jenes Odenwaldschulmilieu, das Vergewaltigungsparadiese für Päderasten unter pädogogischem Progressismus tarnte, immer noch von einen parlamentarischen Arm hat.

Roger11 03.08.2014 | 03:13

Apropos Männer

Männer reagieren agressiv. Männer leugnen die Wahrheit. Männer wollen die Dominanz. Männer zücken Waffen. Männer führen Krieg.

Frauen....ja wie, Frauen?

Frauen reagieren nicht agressiv, Frauen sind bei der Wahrheit. Frauen wollen keine Dominanz. Frauen zücken keine Waffen, und führen keine Kriege. Und fordern übrigens auch keine männliche Genitalbeschneidung.

Noch Fragen, Jungs?

Saul Rednow 03.08.2014 | 10:12

@Konfuzikuntz schrieb am 03.08.2014 um 01:41 Uhr „Der einzige Hass in diesem Thread spricht aus den Worten des Bloggers Saul Rednow“

Das schreibt der Richtige :-)))

@THINKTANKGIRL schrieb am 17.03.2013 um 19:10 Uhr u.a. „(…) Nun, Herr Kuntz (aka @Konfuzikuntz) vertritt hier offenfrauenfeindliche, homophobe und rechtsradikale Ansichten (…)“

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Und endlich „wächst offenbar zusammen, was schon lange zusammen gehörte“, wenn man sich die Unterstützung ansieht, die @Konfuzikuntz seinem kritisierten „Gesinnungsgenossen“ @Gebe zukommen lässt :-)

https://www.freitag.de/autoren/tahir-chaudhry/scharia-mania-in-der-arabischen-welt-teil-2#1363543812780770

https://www.freitag.de/autoren/magda/woher-kommt-all-der-hass#1407022779414802

https://www.freitag.de/autoren/goedzak/hundert-jahre-querfront

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 10:24

Die Vorstellung, dass unbestellte Personen wie Kitapersonal oder Lehrer auf der Basis einer kranken Ideologie in die sensibelsten Bereiche der Entwicklung unserer Kinder steuernd hineinpfuschen wollen, löst bei denen, die das verstanden haben, echten Hass aus. Und der Hass entzündet sich bereits daran, dass diese genderideologische Sicht der Dinge sozusagen staatlicher und sozialpolitischer Standard werden soll.

In diesem Passus verwirren sich verschiedene Ebenen unheilvoll miteinander - und es zeigt sich, wie wirkungsvoll die Herauslösung einer Emanzipationsbewegung aus ihrem sozialen Bedingungsgefüge umgekehrt Abwehrreflexe auslösen muss, weil sie andere Formen sozialer Bedrängnis nicht wahrnehmen kann, ergo ignoriert & (unabsichtlich) verstärkt.

Denn mit dem Kern Ihres Unbehagens habe ich durchaus ein sattes Verständnis: In einer Zeit, die (fast wie zu Beginn der Industrialisierung) die totale Flexibilisierung der menschlichen Arbeitskraft verlangt, gibt es keine Lebensform, die so sehr in Bedrängnis gerät wie die Familie. Das Leben mit Kindern, also Schutzbdürftigen, die einen stabilen sozialen Zusammenhalt benötigen (Scheidung etwa bedeutet für Kinder immer auch Leiden), ist inzwischen in unserer Gesellshaft zum größten Hemmnis für eine 'erfolgreiche Karriere' mutiert, obgleich doch andererseits das Großziehen von Kindern die unbezweifelbare Voraussetzung für ein Fortbestehen der Gesellschaft bleibt. Der favorisierte gesellschaftliche 'Lösungsweg', nämlich die Begleitung dieses Heranwachsens ganztägig und volljährig an durchorganisierte 'professionelle Zwangsverwahranstalten' zu deligieren, damit der Komplettverwertung der menschlichen Arbeitskraft nichts mehr im Wege steht, ist aus vielerlei Gründen mehr als zweifelhaft - und er wird auch auf Dauer gesamtgesellschaftlich nicht funktionieren.

Denn warum sollen sich denn Leute eine mehrjährige nächtliche Ruhestörung, eine Verminderung ihrer beruflichen Flexibilität, ein durch keine Kita lösbares Betreuumgsproblem im Fall jedes kindlichen Infektes und eine möglicherweise fünfundzwanzigjährige Kostenbelastung anlachen, wenn die gemeinsame Familienzeit auf die zwei Stunden des BettfertigMachens des Kindes und sein morgendlich hastiges Stopfen in Klamotten beschränkt ist? Wer Eltern werden will, will in der Regel mit kleinen Menschen leben und ihre Weltentdeckung begleiten. Das gilt heute dezidierter als früher für die Mütter und die Väter.

Dazu kommt ein zweites Problem: Die Einrichtungen der institutionalisierten Komplettbetreuung (und ich polemisiere hier nicht gegen Betreuungsangebote, sondern den Zwang) sind - entsprechend des gesellschaftlichen Primats der profitorientierten Erwerbsbereiche personell und strukturell miserabel ausgestattet. Und vor allem, wo es um kleinere Kinder geht, ist das Personal rein weiblich (das ist vor allem ein Problem für die Identitätsbildung von Jungs) und (da die Bezahlung mäßig ist) oft auch nur mäßig gescheit. Für das Gros der Kinder (& keinesfalls nur für Akademikerkinder) ist emotional & sozial eine Kombination von Halbtagsbetreuung & aktiv gelebtem Familienleben bereichernder als die komplette Hospitalisierung ihres Aufwachsens.

Und jetzt komme ich zum dritten Punkt dessen, was Sie als "Ideologisierung" bezeichnen: nämlich, die Kompensation der durch die (dürftig finanzierte) Binnenstruktur geschaffenen zwischenmenschlichen & sozialen Defizite in den Bildunseinrichtungen durch Lehrplaninhalte, die auch Emotionalstes & Privatestes zum Unterrichtsgegenstand erheben, die Kinder nötigen, ihr Innerstes zur Diskussion & Außenbewertung zwangsweise im institutionalisierten Öffentlichkeitsraum der Peer Group (Klassen-/Kitagruppenplenum) 'auszupacken' & sich vor Publikum selbst zu entblößen. (Auch hierunter leiden Jungs tendeziell mehr als Mädchen.)

Eben weil ich seit inzwischen zwanzig Jahren im Schuldienst arbeite, weiß ich, wie oft ich bei neuen Querschüssen der staatlichen Bildungsverwaltungen in die Tischkante gebissen habe, weil ich den Eindruck hatte, die "da oben" scheinen keine Ahnung zu haben, wie ein wirkliches Kind 'tickt'. Oder: die da oben ahnen nicht, dass sie mit ihren fixen Ideen in den Entscheidungsbereich von Erziehungsberechtigten mit reinfunken. Den Ärger darüber müssen dann wir, das Bodenpersonal, ausbaden, selbst wenn wir den Eltern insgeheim Recht geben. Die Erklärung, warum 'von oben' so an der psychosozialen Realität der Kinder und ihrer Familien vorbei entschieden wird, sehe ich auch darin begründet, dass 'oben' eben auch im Bildungsbereich Leute sitzen, die sich das Karrierehindernis "Kind" selbst geklemmt haben. Kinder sind für sie in der Tat Papierkonstrukte, keine wirklichen kleinen Personen.

Also: Ich verstehe durchaus, dass das Empfinden bei Eltern, in den neuen Bildungsplänen werde das Lebensmodell, dass sie gegen Widerstände eine Sozialform aufrechterhalten, der sich die Entscheidung zum Kind erst verdankt, in den Kindern desavouiert. Es erscheint ihnen berechtigter Weise als ein ideologischer 'Enteignungsvorgang'. Andererseits aber hängt die Infragestellung der Legitimität ihres Familienkonstrukts doch nicht an der Tatsachel, dass Kinder lernen, dass es auch Patchworkfamilien & gleichgeschlechtliche Erziehungspartner gibt. D.h.: Hier wird doch wieder der Hass abgeleitet auf das falsche Zielobjekt.

Mir erscheint die ganze Debatte, so wie sie geführt wird, als ein gelungenes Ablenkungsmanöver. So wie ich es in anderer Form in sozial schwachen Gebieten erlebt habe, als konzentriert neu eingewanderte Romas in eh sozialschwachen Vierteln mit hohem anderweitigem Migrantenanteil angesiedelt wurden. Da gingen sich zwei Seiten an die Gurgel, man konnte sich prima emotional für die eine oder die andere Seite echauffieren, aber die eigentliche, die zynische Sauerei dahinter wurde nicht angetastet.

Das ist das Dilemma dieses Streits - hier im Forum & außerhalb...

Saul Rednow 03.08.2014 | 11:05

Und da das Thema „Bildungsplan in Baden-Württemberg“ hier nun auch mehrfach angesprochen wurde (u.a. von mir :-) ), gibt es nachstehend weitere „Informationen“ dazu.

WARNUNG! Das Ansehen des Videos erfolgt auf EIGENE GEFAHR, denn es könnte den Einen oder die Andere derart aufregen, dass bei ihnen mit einem Herzkasperl zu rechnen ist. Doch damit ist nicht zu spaßen, wie wir wissen.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 12:11

Ihr Beitrag zeigt, dass Sie gänzlich unbelastet von jedem soliden Wissen über den konfessionellen Religionsunterricht an staatlichen Schulen sind.

Denn dessen Lehrpläne beruhen auf zwei Säulen: a) erstens - wie alle anderen auch - auf der Verfassung des jeweiligen Bundeslandes und den gültigen Schulgesetzen; b) auf curricularen Entscheidungen all jener konfessioneller Träger des öffentlichen Rechts, die auf vertraglicher Grundlage mit dem Staat die Anerkennung als Rechtsträger erhalten haben, im Verbund mit dem Staat konfessionellen Religionsunterricht anzubieten. In NRW sind dies: die evangelische Kirche, die katholische Kirche, der Zentralrat der Juden in Deutschland, die alevitische Gemeinde Deutschlands (& unter den Muslimen nur die Ahmadyya-Gemeinde). Der Staatsvertrag mit einer religiösen Gemeinschaft hängt übrigens von ganz klaren rechtichen Bedingungen ab, wie z.B. die Aktzeptanz der dauerhaften Freiheit des Individuums aus der Zuständigkeit der Religionsvertreter abmelden zu können (sprich: die konzeptionelle Selbstverfassung einer Religion muss den Austritt vorsehen können, was übrigens einer der Hindernisse ist, mit den meisten muslimischen Verbänden vertragseinig zu werden, die stikum vertreten, aus dem Islam könne man nicht austreten.)

Übrigens gelten für den Religionsunterricht die gleichen pädagogischen Leitziele wie für alle anderen Fächer auch, nämlich: die (ich zitiere die Lehrpläne des Landes NRW) "individuelle Selbstverirklichung in sozialer Verantwortung". Religionsunterricht ist keine Katechese. Seine Aufgabe ist es nicht, Kinder zu Gläubigen zu machen, sondern dafür zu sorgen, dass die Entscheidungen für oder gegen den Glauben auf einer fachlich fundierten Grundlage fällt. Die Religionskritik ist ebenso konstitutiver Bestandteil des Religionsunterrichts wie die Außenansicht einer religiösen Konfession durch andere. Und die Religionslehrer sind verfassungsmäßigen Zielen im Fach Religion exakt so verbunden wie in ihrem anderen Fach auch. Für diese fachliche Grundlage freilich ist eine solide akademische Ausbildung vonnöten. Dies beweist nicht nur die Zunahme vulgärtheologischer "fundamentalistischer" Strömungen seit zwei Jahrzehnten, die in allen Religionen zunehmen (und die in Deutschland die zentralen konfessionellen Verbände konsequent ablehenen), sondern die nicht minder alliberalen, totalitären und vulgärideologisch daherkommenden neuen Atheismen, die ihr eigenes plakativ gestricktes & menschenfeindliches Feindbild zum Kern jener Religionen erheben, die sie unqualifiziert verzerren. Ihr Beitrag ist ein prima Beispiel dafür. Anscheinend gibt es eine Reihe Zeitgenossen, die auch die Anti-Religiosität eines Goebbels, Stalins und Maos nicht davon abhalten kann, klar zu erkennen, dass Religionsfeindschaft nichts, aber auch gar nichts mit Liberalität zu tun hat.

Auch ist die Bundesrepublik Deutschland - anders als Frankreich - kein säkularer Rechtsstaat, sondern einer, der auf einer synthetischen Partnerschaft zwischen Staat & Religion beruht. Die verfassungsmäßg garantierte Religionsfreiheit (der mehrheitlich katholischen rheinischen Republik ab 1949) begreift sich - als Antwort auf die Ausgrenzungserfahrung von Katholiken & Juden im preußischen Staat - als Verbürgung der positiven Freiheit, eine Religion undiskriminiert öffentlich ausüben zu dürfen, die eben auch die Freiheit, dies nicht zu tun, konstitutiv miteinschließt. (Anders als die Verfassung der DDR, die repressiv unter "Religionsfreiheit" die Abwesenheit praktizierten religiösen Glaubens verstand.)

Nett ist auch, wie sie selbst das Grundgesetz apologetisch in einer Weise deuten, die aus dieser Verfassung ein repressiv verfahrendes positives Agglomerat von Gesetzen zimmern: Als jemand, der dieses Grundgesetz gegen jede Gefährdung vehement verteidigen würde, halte ich es für richtig & einzig rechtstaatlich zu verteidigen, dass die Nichtzustimmung vom Grundgesetz nicht damit zu vereinbaren ist, eine hoheitliche Aufgabe auszuüben. Selbst in ihrer illiberalsten Phase (dem der Berufsverbote) hat der bundesdeutsche Rechtsstaat Menschen, die das Grundgesetz nicht vertreten mochten, nur daran gehindert, Beamter oder Beamtin zu werden, nicht aber, ihre Expatriierung zu betreiben, wie Sie das - unfassbarer Weise - vorschlagen. (Vermutlich galt ihr Vorschlag aber, seinem unter 'religionskritischem' Etikett verborgenen immanenten Rassismus entsprechend, auch nur unseren Mitmenschen mit "Migrationsgeschichte". Vow - ich gratuliere!) Übrigens ist der Konflikt mit dem Grundgesetz keiner der je genuin religiös bedingt ist (auch Islamisten sind keine gläubigen Muslime, sondern politische Extremisten!) , sondern immer nur politisch - vor allem auch wenn es um die christlichen Amtskirchen geht. Denn als Kölnerin, die ihre Stadtgeschichte fundiert kennt, weiß ich, dass bereits im Hochmittelalter kirchliches Recht und städtisches klar unterschieden waren. (Die höchste kirchliche Sanktion war & ist die Exkomunikation, d.h. der Ausschluss aus den Sakramenten. Eine Lebensgefahr stellte selbst im Hochmittelalter kirchliches Recht nur für Anhänger des Klerus dar. Alle Opfer etwa von Hexenprozessen im 16./17. Jhd. (die v.a. nach dem 30jährigen Krieg aus der Motivation der Aneignung von individuellem Besitz geführt wurden) wurden von städtischen Gerichten verurteilt - & zwar im mitteleuropäischen Raum. Der italienisch dominierte Vatikan fand die deutsche Lust an Hexenverfolgungen, die im Hochmittelalter verboten war, völlig verrückt, hielt aber aus Angst, seine deutschen Schafe auch an die noch begeisterter verbrennenden Lutheraner zu verlieren, seine Kritik realpolitisch verborgen zurück. Beendet wurde dieses unglaubliche Phänomen, ein sehr deutsches, übrigens in katholischen deutschen Gegenden von Jesuiten - aus Glaubensgrübnden!)Seine politische Regierungsfunktion verlor der Erzbischof bereits 1288 nach der Schlacht von Worringen gegen die kölnische Bürgerschaft. (Und die evangelische Kirche war in Deutschland immer schon durch eine affirmative Haltung zur Staatsmacht geprägt - seit Luthers Standortbestimmung gegen Münzer & die aufständischen Bauern).

Ihr Beitrag steht symptomatisch für eine billige & auf kulturgeschichtlicher Ignoranz beruhende Relgionsfeindschaft, die die eigenen repressiven, totalitären & menschenfeindlichen Implikationen komplett ignoriert. Unter den praktizierenden Christen in beiden christlichen Amtskirchen kenne ich keine praktizierenden Laien, die so illiberal & frei von Selbstkritik ihre Sicht der Welt durch die Gegend posaunen wie selbst ernannte Religionskritiker, die vom Gegenstand ihrer "Kritik" nur eine propagandistische Comicversion kennen.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 13:26

Huch, ein Smiley. Das Humorschauspiel soll vermutlich den verheerenden Eindruck, den die Paragraphen- und Link-Kanonade hinterließ, ein bisschen aufhübschen. Schließlich stehen Sie in hier ja noch ein paar Tage im Schaufenster.

Was Sie von der Odenwaldschule halten, haben Sie mir natürlich nicht geschrieben. Wie auch? Schließlich ist ja besser, wenn Grünen tun, was sonst eher bestimmte Kreise in der katholische Kirche tun. Es ist übrigens keine Verleumdung, sondern eine Tatsache, dass die riesige Mehrheit der Pädophilen schwul ist. Priesterlein und Reformpädagoge interessieren sich typischerweise nicht für kleine Mädchen, sondern für kleine Jungs. Und was die "Pädogogen" angeht, gehören Leute wie Sie zu den Claqueuren, Vertuschern und Wegschauern.

Und eines haben Sie mir Ihrem Mastermind sogar richtig beobachtet: Vor die Wahl zwischen konservativem Islam und gesellschaftlich organisierter Pädophilie gestellt, nehme ich tatsächlich das erste. Und eine Schwulenbewegung, die nichts dagegen hat, wenn ihre Mitglieder im Kindergarten übergriffig werden, die ist eben mein Gegner. Sie müsste es nicht sein, aber sie ist es.

Ich male mir gerade Ihren Beruf aus. Psychologe oder Jurist können Sie nicht sein. Hmm.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 13:30

Ich geh jetzt mal nicht auf den ganzen Quatsch von Keimzelle heterosexuelle Familie und unseren armen Kinder werden von den bösen Homos verführt ein.

Aber was immer sehr interessant ist in diesen Diskussionen, ist, dass man dann spätstens nach 10 Kommentaren (hab ich jetzt nicht ausgezählt;)) auf Analverkehr kommt, obwohl es kein Blogthema ist. Analverkehr ist dann die Pforte zur Hölle ;) . Kinder müssen beschützt werden davor zu erfahren, dass es sowas gibt. Und natürlich, das machen diese Homosexuellen, gegen die man ja nichts hat, solange sie niemanden zeigen, dass sie homosexuell sind.

Tatsächlich aber ist Analvekehr eine hauptsächlich von heterosexuellen Männern und Frauen praktizierte Sexualtechnik. Und nicht alle Homosexuellen praktizieren Analverkahr. Die Welt ist eben dann doch etwas bunter als mean gemeinhin denkt. Nur gibt es eben das Problem, das niemand wissen darf, dass Heteros Spaß an Analverkehr haben und erst recht nicht, dass auch heterosexuelle Männer sich die Prostata von ihren weiblichen Sexualpartnerinnen stimulieren lassen. Und wie kommt man dahin??? Richtig.

Ein Mann ist in der Lage über die Stimulation der Prostata zum Orgasmus zu kommen. Der ist dann allerdings nicht so belegbar wie ein Ejakulat. Auch Männer haben also zwei Orgasmusmöglichkeiten, wie die Frauen. Einen vaginalen und klitoralen (für die die es nicht wissen). Das ist doch super eingerichtet von der Natur. Und das Schönste daran, dass jeder Mann ob homo oder hetero sich freiwillig dazu entscheiden kann, was er will. Um das beurteilen zu können, muss man allerdings etwas darüber wissen, oder es ausprobieren, sprich sich mit Sexualität beschäftigen.

Jetzt schnell den Laptop zuklappen, bevor das die Kleinen lesen.

Saul Rednow 03.08.2014 | 13:44

Der homophobe Mann, das unbekannte Wesen.

Wie lebt er - was lebt er - was tut er (heimlich und offen)?

Satire:

Der typisch homophobe Mann ist unverheiratet und kinderlos; er lebt bei der (verwitweten) Mutter und bewohnt sein altes Kinderzimmer. Sein Geld verdient er im pädagogischen Bereich eines staatlichen oder kirchlichen Trägers. Neben der ehrenamtlichen Tätigkeit in der kirchlichen Jugendarbeit, leistet er sich einige wenige Hobbys: Er liest schöngeistige Literatur, hört und singt gern Opernarien, sieht sich im Internet heimlich Gay-Pornos an, schleicht sich manchmal bei Nacht in schwule Sex-Saunen und geißelt sich anschließend für seine „Sünden“. Außerdem schreibt er regelmäßig hasserfüllte Internet-Kommentare gegen Homosexuelle, um sich von seiner eigenen „Schuld“ reinzuwaschen. Politisch steht er stramm rechts und bewundert autoritäre Führungsstrukturen.

Und da es „typische“ Homophobe genauso wenig gibt, wie „typische“ Homosexuelle, finden wir auch verheiratete, heimlich homosexuelle, Familienväter unter diesen Homo-Hassern.

Sorry Magda, wenn dieser Kommentar zu sehr off topic ist. Ich versuche nur die bitterböse Konfrontation in diesem Thread ein wenig aufzulockern. Bin dann auch gleich wieder weg. Viel Spaß mit dem Video.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 15:11

Liebe Magda,

es wundert mich nicht im Geringsten, dass eine ernsthafte und ehrliche Diskussion mit Ihnen nicht möglich ist.

Sie lieben es eben doch viel zu sehr, mit Unterstellungen, Verleumdungen und Beleidigungen zu arbeiten.

So gehen Sie also einfach mal - die altbekannte, allzu billige Methode - davon aus, dass ich und meine "Mitstreiter" gar nicht wüssten, was Gender Mainstreaming sei. (Welche Mitstreiter denn? Ist jeder, der nicht Ihrer Meinung ist gleich einer meiner Mitstreiter? Befinden wir uns denn in einem Krieg?)

Oh je.

Denken Sie im Ernst, diese Ideologie wäre intellektuell derart herausfordernd, dass es Menschen gäbe, denen ihre tiefsten Erkenntnisse verborgen bleiben könnten?

Dann sprechen Sie gerne von Hass und Angst.

Sie lieben ja sowas, denn das sind emotionsgeladene Begriffe, mit denen man gut diffamieren kann. Das passt zu Ihnen. Sie sind ja stark ideologisch geprägt und vermögen (das zeigt sich bei jeder Diskussion) ausschließlich in Freund-Feind-Schemata zu denken.

Das unterscheidet uns fundamental:

Ich bevorzuge Wörter wie Skepsis, Kritik, Entrüstung und Widerstand.

Wohl weil ich einer anderen Generation angehöre als Sie.

Ideologien und erst recht ihre wirre Apologeten von Ideologien stoßen bei mir nicht selten auf Unverständnis und Ablehnung.

Dass Sie das anders sehen und gerne Ideologien anhängen, offensichtlich, weil diese Ihr Leben besser ordnen und Ihnen obendrein noch das Denken ersparen, ist bedauerlich - aber wohl nicht zu ändern.

fegalo 03.08.2014 | 15:19

Ich sehe ja die weitgehende Übereinstimmung unserer Ansichten, und will daher nur kurz zu dem einen Punkt Ihrer Kritik etwas sagen:

„Andererseits aber hängt die Infragestellung der Legitimität ihres Familienkonstrukts doch nicht an der Tatsache, dass Kinder lernen, dass es auch Patchworkfamilien & gleichgeschlechtliche Erziehungspartner gibt. D.h.: Hier wird doch wieder der Hass abgeleitet auf das falsche Zielobjekt..“

Dass es Patchworkfamilien etc. gibt, ist bereits für Schulkinder so trivial, dass man sich fragt, warum das überhaupt Thema des Unterrichts sein soll. Das Blau des Himmels ist ja auch kein Lernziel im Unterricht. Es muss also um mehr gehen. Wer die Debatten der letzten Jahre verfolgt hat, dem ist natürlich klar, dass es um eine lobbygetriebene Umdefinition des Begriffs der gesellschaftlichen Normalität geht. Da werden selbst vom Familienministerium Alleinerziehende, Patchwork- und „Regenbogen“familien für „modern“ verkauft im Gegensatz zur traditionellen Familie mit Hausfrauenmutter, obwohl sie nichts anderes darstellen als Ergebnisse des Scheiterns. Nebenbei sind sie deswegen mitnichten Gegenstand irgendwelchen Hasses.

Was dagegen den von mir beschriebenen Hass auslöst, ist, wenn sich staatliche Behörden und öffentliche Institutionen wie etwa das Familienministerium, diverse Kultusministerien, öffentliche Träger von Kitas und Kindergärten u.v.a. von gewissen Interessengruppen instrumentalisieren lassen, um neue Entwürfe der Gesellschaft zu möglichst frühzeitig in die Köpfe unserer Kinder einzuschleusen. Es geht dabei unter anderem um die sexuelle Identitätsbildung, um Geschlechterrollen und um familiäre Lebensformen. Hier unbefugt präskriptiv tätig zu werden und auf eine Veränderung bestehender und verankerter Normvorstellungen hinzuwirken gegen die normativen Haltungen der Eltern, ist eben der Skandal.

Als Vater habe ich genaues Augenmerk auf das, was das Erziehungspersonal sich so herausnimmt, und lasse mir von meinem Nachwuchs ab und zu Bericht geben. Als Bewohner eines konservativen Bundeslands habe ich allerdings, abgesehen von lächerlich kleinkariert gegenderten Schulbüchern bislang wenig Grund zur Klage gefunden.

Aber bei der Auseinandersetzung mit solchen Texten wie dem von Frau Tuider geht es nicht vorrangig um die praktische Frage, ob tatsächlich einmal ein Lehrer ihren idiotischen Vorschlägen folgt (vermutlich nicht), sondern es geht um die zugrundeliegenden Absichten und Haltungen und um den Versuch, via Sexual- und Genderpädagogik großflächig Einfluss zu nehmen auf die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder zum Zwecke der Beförderung der eigenen gesellschaftlichen Ziele. Dass die betroffenen Kinder dadurch verunsichert oder in ihrer Entwicklung gestört werden könnten, nimmt man dabei in Kauf.

GEBE 03.08.2014 | 16:00

"... Einfluss zu nehmen auf die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder zum Zwecke der Beförderung der eigenen gesellschaftlichen Ziele."

Ich unterstreiche das und sage erweiternd, es geht innerhalb des Erziehungs- und BildungsBelehrungssystems hauptsächlich darum mentale und kognitive Irritationen in Kinderseelen zu erzeugen, bis es ihnen abgewöhnt worden ist, sich überhaupt noch integer zu ihren eigenen Empfundungen stellen zu können und die so entstehenden Selbstzweifel ideologisch gelenkt, kanalisiert werden können. Werte-Beliebigkeit ist das Ziel dazu.

Der erste und zweite Sesamstraßen sozialisierte Generation, die inzwischen mittendrin im Berufsleben steht - auch im "erzieherischen" -, lebt ja schon Menschsein derart als Karikatur aus, so wie es ihnen qua Tele-Visionen jahrzehntelang beigebogen worden ist. Von Generation zu Generation ist das als eine sich exponential steigernde asoziale Verhaltensabartigkeit konstatierbar. Ganz oben steht dabei die Selbstvergessenheit, die Unfähigkeit in erzieherischen Zusammenhängen die Frage zu stellen: wessen hätte ich als Kind selbst bedurft? Nein, das wird mehr und mehr bunten Journalen entnommen.

GEBE 03.08.2014 | 16:16

P.S.:

"das wird mehr und mehr bunten Journalen entnommen." - Erziehung und Menschenbildung ist zur feuilletonistischen Kategorie verkommen, zum Belustigungsprogramm.

Alles Geistesleben geht aus dem Erziehungs- und Unterrichtswesen hervor. Wenn das gewußt ist - und diejenigen, die das Bestreben haben, die Menschheit zu unterjochen, wissen das sehrwohl und prägen genau deshalb das Erziehungs- und Unterrichtswesen so, daß mentale und kognitive Irritationen mit all den Dissoziationen infolge ein, indem beständig Beliebigkeit eingeträufelt, hineindiffundiert wird!

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 16:46

Das ist ja mal ein hübscher Einwurf!

Beides ist unter Harmoniegesichtspunkten abzulehnen. :)

Wobei ich den Hinweis auf Verheiratungsstile, die seit Tausend Jahren in den afghanischen Bergen Tradition sind, nicht benötige, um "Aufklärungs"-Fingerer, die sich sonst mit Pistolendildos vergnügen und von Wowi gehypt werden aus dem Kindergarten zu jagen.

An sich war das aber eher eine rhetorische Replik auf den "Diskussionsstil" von Bruder Saulus. Nach seinem Schlaganfall oder etwas ähnlichem kann es nämlich schon sein, dass man etwa eine Behauptung über jemanden für den Beleg ihres Inhalts hält. Nicht das ich mich vor einem gegen die Netikette amoklaufendem Freak verteidigen müsste. Aber die Behauptung, ich äußere mich bspw. frauenfeindlich, entbehrte schon damals jeden Belegs.

Nochweniger ist es "Homophobie", einen bildungsretardierten Queer-Schreihals ein bisschen die Spur zu helfen. Und wenn es doch "Homophobie" ist, über einen Saul Rednow den Kopf zu schütteln, dann bin ich das sehr gerne.

Da siehste mal, was das für Früchtchen sind.

Ich wollte hier eigentlich gar nichts schreiben, weil ich das Blog Plattenbaufeder, die noch ein bisschen San Franciscoluft schnuppert und das mit Toleranz sichtbar am üben ist, eher goldig fand. So als Gesamtkunstwerk.

Aber manchmal geht nur Contra. Gerade gegen einen, der seinen eigenen Blog für Kommentare sperrt. Im Mittelalter hätte dieser Charaktertypus "Ketzerei!" geschrieren und die Inquisition gearbeitet.

Den Punkt muss man sehen, um diesen Thread zu verstehen. Und ich bin ja gewiß nicht der einzige Contra hier.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 16:48

"Was dagegen den von mir beschriebenen Hass auslöst, ist, wenn sich staatliche Behörden und öffentliche Institutionen wie etwa das Familienministerium, diverse Kultusministerien, öffentliche Träger von Kitas und Kindergärten u.v.a. von gewissen Interessengruppen instrumentalisieren lassen, um neue Entwürfe der Gesellschaft zu möglichst frühzeitig in die Köpfe unserer Kinder einzuschleusen."

Ich stimmte Ihnen hier zu, würde aber den Begriff "Hass" gerne geändert wissen, denn es ist keineswegs Hass, was sich da vorwiegend Bahn bricht sondern sehr häufig (in der Mehrzahl), eine Verwunderung, die irgendwann in Verärgerung und Empörung umschlagen kann (oft bleibt es bloß bei der Verwunderung!).

Hass ist ein Kampfbegriff, Magda benutzt ihn deswegen sehr bewusst. Deswegen ist sie ja so glücklich irgendwelche Irrläufer zitieren zu dürfen.

Dass sie die damit die allermeisten, die den Genderapologeten skeptisch gegenüber steht, denunziert, scheint ihr dabei nur recht zu sein.

Magda 03.08.2014 | 16:59

Ich machs gleich selbst:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

Geschlechtergerechtigkeit bedeutet, bei allen gesellschaftlichen und politischen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern zu berücksichtigen. Dieses Vorgehen, für das sich international der Begriff "Gender Mainstreaming" etabliert hat, basiert auf der Erkenntnis, dass es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt, und Männer und Frauen in sehr unterschiedlicher Weise von politischen und administrativen Entscheidungen betroffen sein können. Das Leitprinzip der Geschlechtergerechtigkeit verpflichtet die Politik, Entscheidungen so zu gestalten, dass sie zur Förderung einer tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter beitragen. Ein solches Vorgehen erhöht nicht nur die Zielgenauigkeit und Qualität politischer Maßnahmen, sondern auch die Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern.

Was um Himmelswillen ist denn daran so unglaublich? Was ist daran ideologisch verbohrt. Was bloß. Es hat beide Geschlechter im Blick und nicht nur die Frauen.

GEBE 03.08.2014 | 17:18

Wenn Sie "Anomalie" etwa durch Besonderung ersetzen würden (nicht wahr, es macht schon der Drall eines Begriffs seine Absicht aus, so wie es auch einen Unterschied macht,ob ich extraordinär schreiben oder extra ordinär), könnte ich bis dahin soweit zustimmen, mit Ausnahme auf den letzten Abschnitt. Wären Sie morgen schwul, würden Sie selbstverständlich nicht zu Arzt gehen, weil Sie dann nämlich, wenn Sie es sind, schwul sein akzeptiert, d i. für sich selbst angenommen hätten.

Wenn ich dagegen morgen schwul wäre, dann wäre ich morgen halt schwul. Aber das wäre dann einzig meine private Angelegenheit! Ich wäre da vollkommen schmerzfrei und bräuchte auch nicht zum Arzt.

Der Kommentar wurde versteckt
Magda 03.08.2014 | 17:34

Anders als die Verfassung der DDR, die repressiv unter "Religionsfreiheit" die Abwesenheit praktizierten religiösen Glaubens verstand.

Liebe Alphabetta, wenn Sie so vehement gegen billige Polemik zu Felde ziehen, dann bleiben Sie ihr selbst bitte auch fern. Religionsfreiheit bedeutete auch in der DDR, die Freiheit, seine Religion auszuüben, nichts anderes. Ich z. B. - katholisch aufgewachsen - konnte zu bestimmten kirchlichen Feiertagen (Fronleichnam) zu Hause bleiben. Der Religionsunterricht wurde in einer Schule angeboten oder wenn nicht, wurde er nicht behindert. Es gab auch religiöse Feste, die offiziell gefeiert wurden. Die Verfassung war völlig in Ordnung und meinte nicht "Freiheit von Religion". Die Verfassungswirklichkeit war es weniger.

Magda 03.08.2014 | 17:45

Gerade gegen einen, der seinen eigenen Blog für Kommentare sperrt.

Das tun Sie doch auch hin und wieder. Immer, wenn Ihnen nichts mehr einfällt.

Ich wollte hier eigentlich gar nichts schreiben, weil ich das Blog Plattenbaufeder, die noch ein bisschen San Franciscoluft schnuppert und das mit Toleranz sichtbar am üben ist, eher goldig fand. So als Gesamtkunstwerk.

Sehn Sie und ich klappe Sie nicht ein, weil manchmal ganz gut ist, dass auch andere Leute sehen, welchen tollen Debattenstil Sie pflegen.

mymind 03.08.2014 | 17:51

Ich wollte hier eigentlich auch gar nicht schreiben, weil ich das Thema einer ernsthafteren Diskussion würdig finde als es hier mal wieder in der immer üblich werdenden, schreiend grottigen Art behandelt wird. Das betrifft gleichermaßen diejenigen, die keine Gegenmeinung ertragen oder gar mit Strafanzeigen drohen _ & / oder ihre Meinung i.d.R. anhand Unterstellungen & Verleumdungen der Gegenmeinenden vertreten. Aber auch jene, di e von kranken Ideologien schreiben.

Das mit den Pistolendildos habe ich wohl verpasst. Ich stell sie mir gerade vor, irgendwie putzig… fand ich doch immer, dass das Rumhantieren mit Pistolen als Ersatz für das LieberSpielenWollen mit Willy fungiert…;-)

Dass Sie sich mit Ihrer rhetorische Replik persönlich wehren, habe ich verstanden. Ihre spitze Giftfeder finde ich manchmal sogar amüsant & manchmal atemraubend _ aber ist nix für schwache Nerven & humorfreie Geister. Da hilft auch kein Contra, das sich in extremen Vergleichen bewegt, weil diese oftmals mehr gemein haben als offensichtlich ist. Auf letzteres wollte ich mit meinem Einwurf hinweisen.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 18:02

Das ist aber doch die von mir dargestellte Verwirrung: Sie sagen, Sie wehren sich (zu Recht), wenn den Kindern präskriptiv ein normatives System 'eingeschrieben' werden soll, weil der Staat (durch das Erziehungssystem) sich hier paternalistisch ein Intrusionsrecht in einen Bereich anmaßt, in dem er normativ nicht zu wirken hat. Genau da haben Sie recht: Unser Grundgesetz garantiert sowohl dem im Bildungsprozeß befindlichen Subjekt wie auch - bis zu seiner Mündigkeit den Erziehungsberechtigten - die Möglichkeit eigenständiger Werteentscheidung. Das einzige, was die Landesverfassungen gleichfalls festschreiben, ist, dass auch die gesellschaftlichen Konsequenzen von Wertentscheidungen mitrefelktiert werden müssen. Genau das umschreibt als übergeordnetes Lernziel der Satz der Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung. Diese wird aber durch die Befassung mit keiner Position eingeschränkt. Selbstverständlich besprechen wir im Unterricht (altersabhängig) auch Goebbelsreden, ohne Kindern zu Nazis zu erziehen, und Texte von Karl Marx, ohne eine dogmatische Erziehung zu Marxisten zu verfolgen. Also kann es nicht um den Text von Frau Tuider gehen, sondern um die Frage, welcher Stellenwert ihren Texten zugebilligt wird. Wenn da präskriptiv eine Norm gesetzt werden soll, ist das Verfahren an sich fraglich - unabhängig davon, wie ich diese konkret Norm bewerten mag. (Konservative Normen sind da nicht besser. Restriktiv ist sui generis ein Verfahren, dessen Paternalismus im Vorgang der normativen Eichung durch ein staatliches Schulsystem selbst liegt. Normativ vertreten werden dürfen nur verfassungsgemäße Grundrechte selbst (GG 1-20); auf die wurden Lehrkräfte vereidigt.)

Ich behaupte aber, dass diese Übertretungen, von denen ich als zweifach Betroffene (Erziehungsberechtigte & Lehrkraft) weiß, sich nicht einem monolithischen Programm verdanken (wie etwa in der DDR), sondern der Tatsache, dass unsere Politiker großmäulig einen Anspruch an das Bildungssystem ausrufen (um den Wähler-/Eltern zu gefallen, für das die Finanzminister aber einfach nicht genügend Geld rausrücken. Um die Lücke, die gescheite Menschen nicht übersehen können, zu übertünchen wird dann allen möglichen (inkompetenten) Menschen der Freiraum gegeben, aus der Hüfte heraus Querschüsse zu landen, hinter denen sich oft für die Kinder Zumutungen verbergen. Und diese Querschüsse fallen bei Christdemokraten, Sozialdemokraten oder Grünen, je nach Gusto ihrer Klientel, dann ideologisch unterschiedlich aus. Ich kann Ihnen da zig Beispiele nennen, die alle ähnlich die konkreten psychologisch-sozialen Befindlichkeiten von Kindern komplett ignorieren. Die öffentlichen Eitiketten lauteten immer in der Werbesprache ähnlich superlativistisch: das sind dann "Exzellenzinitiativen", die nicht schlauer machen, "Förderkonzepte", die keinen zusätzlich fördern, "Das Programm: Kein Kind bleibt zurück" heißt z.B. nicht, man gibt Geld aus, um Kindern zu helfen, die das Klassenziel nicht zu erreichen drohen, sondern man etikettiert Lernergebnisse um & schüttet alle Lehrer und Lehrerinnen mit Zusatzarbeit (Gutachten schreiben) völlig zu, die bei dem Etikettenschwindel nicht mitmachen wollen. "Progressive Gendererziehung" ist auch so etwas: Eine Leerformel, die Dürftigkeit mit großkotzigen Phrasen übertüncht. Denn Kinder bilden Beziehungsmuster aus, indem sie Beziehungen eingehen & leben & sehen, was wie funktioniert, & nicht, indem man sie ideologische Phrasen "nachschwätzen" (die Wortwahl galt jetzt dem Schwaben) lässt.

Denn nachhaltig erhalten Rollenmuster dadurch Legitimität, dass sie sich mit Gewinn für alle (Mitglieder einer Familie) praktizieren lassen. Wenn etwa möglichst in allen Berufsbereichen in der Phase der Kindererziehung Berufstätigen (& nicht nur im ersten Lebensjahr ihrer Kinder) auch (hoch)qualifizierte Arbeit als Teilzeitarbeit möglich wäre, weil endlich mal auf die Arbeitgeber Druck ausgeübt würde, Arbeit familientauglich zu strukturieren, wäre substanziell etwas geändert. Natürlich müssten dann Familien, also soziale Einheiten mit Kindern, anders besteuert werden, als Erwachsenenduos, die nur für sich selbst sorgen. Wenn das so wäre, wenn die strukturelle Benachteiligung von Eltern (unabhängig von ihrem Geschlecht) gegenüber dem 'freischwebenden Individuum'aufgehoben wäre, das keine Bindung daran hindert, ganz und gar in totaler Flexibilität dem Markt zur Verfügung zu stehen, wäre für die freie Wahl der sozialen Rollen, die Indivuduen für sich wählen mögen, mehr getan als durch normatives Geschwätz.

Sie aber sehen ein sinistres System, wo Gleichgültigkeit gegenüber Kindern wilde Kurpfuscherei fördert. Fordern wir einfach eine substanzielle Politik für die Emanzipation (d.h. Selbstbestimmung) für alle Elternteile (beider Geschlechter also) - und wir sind aus dem ideologischen Schattenboxen raus. Dann wäre auch die Wahl von (Mann oder Frau), eine Zeit lang, nur Haushalt zu machen, eine wirklich individuell freie, die selbstverständlich niemanden sonst etwas angeht.

GEBE 03.08.2014 | 18:04

Danke für die Antwort.

"Ich fürchte beinahe, Sie überschätzen die Fähigkeit der Verwalter des staatlichen Bildungssystems, überhaupt so etwas wie einen Plan zu haben, bei weitem."

Ich wählte des halb auch mit Bedacht den Begriff der Beliebigkeit.

Es bedarf überhaupt keines besonderen Plans, eines erwogenen Kalküls, wenn Beliebigkeit angewendet wird. Jede Idee, jeder Vorschlag ist lediglich dann nur dahingehend zu verwirklichen, daß Beliebigkeit in ihn als Wesentliches Element wirkt. Es ist damit geradezu jedweder Plan entbehrlich, jedwedes Kalkül obsolet.

Und das ist das Geheimnis dabei: Die Ausführenden brauchen keinerlei Plan!

Es brauchen Menschen über ein paar Generationen hinweg nur in eine gewisse Gestimmtheit gebracht zu werden, dann erfüllen Sie den „Masterplan“ ohne überhaupt einen Plan von einem Plan zu haben.

Und ein solcher Masterplan ist das Subtilste, was es gibt! Er geht einher mit Musik, Süßigkeiten und Leckereien, mit einem „Sommer of Love“, mit „sexueller Revolution“, alles Dinge, die die Emotionalität, Sehnsüchte und Begierden hervorlocken und nachhaltig stimulieren.

Und wie diese Gestimmtheit erzeugt wird, das ist seit Ende des WK II überall abzulesen als Methode des Konsumismus zu Lifestyle. Erst muß man den Hebel mit großem Auswand ansetzen, viel Aufwand betreiben und dann immer weniger und weniger, bis nur noch hier und dort gewisse kleine subtile Stellschrauben nachgedreht werden müssen.

Das ist übrigens auch innerhalb einer auf Konditionierung ausgelegten Erziehung bei Kindern genau so: Erst macht es Mühe, man muß konsequent vorbildlich sich geben, selbst Regeln vormachen, einhalten usf.; das ahmen Kinder nach, bis es zu einem somatisch Agens (organisch manifestierten Reiz-Reaktions-Schema) bei Ihnen geworden ist; und mehr und mehr kann man dann auch das Kontrollieren nachlassen, nur ab und zu bedarf es dann noch des Schnippens mit dem Finger unter gütigem Lächeln, als Korrektur- und Erinnerungs-Impuls, und man selbst kann dabei bequem die Füße hochlegen. - Das hält dann auch ein Leben lang als ponerogen intitiierte Psychose, weil es bei einem solchen Kind zum Charakterwesen, zur Gestimmtheit geworden ist!

Nicht anders klappt es mit des in Gestimmtheit-Bringen zur Beliebigkeit inbezug auf die Umerziehung einer kompletten Gesellschaft! Nicht wahr, aus Kindern werde ja Leute!

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 18:12

Okay, kein Problem damit (- ich muss mich - weiß Gott - nicht an diesem Staat abarbeiten). Meine andere Einschätzung hier beruht auf der Erfahrung einer Freundin (& deren Familie), die 1985 nach einem sehr schmerzhaften Kampf die Bewilligung zur Auswanderung erhielt, weil ihr in der DDR als praktizierende Katholikin, die dies nicht verbarg, trotz exzellenter Noten die Berechtigung zum Studium verwehrt blieb. Die offizielle Begründung lautete aber auf "charakterliche Unreife", von der sie jedoch meinte, die nur wegen ihres Glaubens attestiert bekommen zu haben.

seriousguy47 03.08.2014 | 18:12

Liebe Magda,

Sie greifen hier zwei Themen gleichzeitig auf - und es ist typisch, welches aufgegriffen und welches gar nicht erst wahrgenommen wird. (Einschränkung: ich habe nur die ersten Kommentare gelesen, dann wurde es mir zu dumm.)

Von einer Soziologieprofessorin erwarte ich eigentlich, dass Sie ihre Grenzen kennt. Und die Frage, womit 12jährige sich in der Schule auseinandersetzen sollen, ist eine der Pädagogik und eine des Erziehungsrechtes der Eltern (im Sinne der Verfassung).

Wenn wir ein freiheitlicher Staat sein wollen, dann bedarf die Enteignung der Eltern in Erziehungsfragen (sprich: Schulpflicht) einer sehr gut überlegten Begründung und sehr eng gezogener Grenzen.

Soziologisches Brainstorming erfüllt diese Voraussetzungen mit Sicherheit nicht. Ganz offensichtlich aber ist wieder einmal eines: Kinder werden immer noch schlicht und einfach als Verfügungsmasse von Eltern, Staat, Religionen, Wissenschaftlern, Ideologen, Lobbyisten usw. betrachtet und der Begriff des "Kindeswohls" scheint reines Alibi zu bleiben.

Wo also bleibt die inhaltliche Auseinandersetzung darüber, was eine Zwangsbeschulung darf und was nicht?

Beim zweiten Thema der Zwangsbeschulung von 12jährigen in Sachen Analverkehr, wundert mich die Empörung über die Empörung. Wie naiv muss man eigentlich sein, um nicht zu wissen, welche Tabus man da bei vielen Menschen verletzt. (Ich sehe mit "Freude" all dem entgegen, was Menschen, die mich nicht im geringsten kennen, mir nun im eigenen Kopf oder in öffentlichem Schreiben möglicherweise unterstellen....)

Was den Herrn Pirinçci betrifft, so habe ich die Lektüre seines Buches noch vor mir - wie die Lektüre von ein paar Dutzend anderer Bücher auch. Ich denke mal, die Erzk0nserevativen haben so einen lange vermisst.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 18:38

Ein tolles Hase-und-Igel-Spiel, das hier so abläuft unter dem Motto "Woher kommt der Hass!" vom Igel am Punkt A eingestellt. Wird nur zaghaft der Finger gehoben, bekommt der Fingereigner sofort kräftig eins übergebraten vom Igel am Punkt B "Ich bin all hier". Jeder Hase, der jetz verdutzt aufschreckt, sich evtl. sogar in nicht devotem Ton zu rechfertigen versucht, bekommt schnurstracks noch mal freundlich den Scheitel nachgezogen. Manchmals wir dann gar von Igel A der jeweilige Hase flugs als Krawallmacher - Vorsicht, jetzt keinen falschen Begriff wählen - entlarvt. Ist vielleicht die Überschrift falsch gewählt, sollte es nicht eher lauten: "Wie schaffe ich Hass? Eine Praxisstudie!"? Wer weiß!

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 18:41

Das tun Sie doch auch hin und wieder. Immer, wenn Ihnen nichts mehr einfällt.

Mit etwas schärferem Blick wäre Ihnen aufgefallen, dass Käptn Volksverhetzungs Blogs immer zu sind, von Anfang an, während meine offen sind und sich nur dann, manchmal, nach Tagen, zu mache, wenn es unergiebig wird oder die Diskussion langweilt.

Mir fällt durchaus zu allem etwas ein. Don´t worry.

Sehn Sie und ich klappe Sie nicht ein, weil manchmal ganz gut ist, dass auch andere Leute sehen, welchen tollen Debattenstil Sie pflegen.

Danke. Sehe ich auch so. Daran liegt es übrigens auch begründet, dass mein Stil und Denken hier zunimmt, manch anderes hingegen dahinsiecht. Wenn Sie also etwas besser machen wollen. Studieren Sie mich mal. XD

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 18:52

@Magda 03.08.2014 | 16:59

'Falsch' daran ist, dass man erst eine neue Begrifflichkeit und 'Forschungsrichtung' [Geschlechtergerechtigkeit = Gender Mainstreaming] erfindet, um den diesbezüglichen und bisher unerfüllten Auftrag des Artikels 3 Absatz 2 GG überhaupt erst mal 'anzugehen', d. h. seine Verwirklichung zu beginnen. Das ist dem Grunde nach eine vollständige Bankrotterklärung eines katastrophalen über Jahrzehnte sich hinziehenden Versagens aller Bundesparlamente und -regierungen seit 1949, insbesondere natürlich der SPD und der Grünen, bei letzteren seit ihrer Gründung in 1980. Denn:

GG Artikel 3 (1949)
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

GG Artikel 3 (2014)

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

D.h. 65 Jahre lang geschah nahezu nichts oder gar das genaue Gegenteil. Bekannt ist ja, dass die Union vieles blockierte, aber die SPD machte es von 1969-1982 und von 1998-2005 als auch von 2005-2009 nicht besser. Auch jetzt nicht.

Die Einführung Christina von Brauns in ihr Buch belegt übrigens genau das: man erfand regelrecht eine neue Wissenschaft. Natürlich erst in den USA, was dann wie viele Male zuvor schon bei ähnlichen Vorgängen mit zeitlicher Verzögerung letzlich zu uns rüberschwappt. Verwunderlich ist es indes nicht, dass solche Bewegungen wie die des Gender Mainstreaming aus dem Land der Hochburgen der Kreationisten stammen.

Die von Christina von Braun angeführte 'linguistische' Begründung für den Gebrauch der US-Englichen Vokabel 'gender' ist übrigens hanebüchen. Denn in keiner Sprache gibt es eine vollständige 'Übersetzung' von in anderen Sprachen vorzufindenden Wörtern. Gäbe es sie, könnte man Übersetzungsautomaten bauen und bräuchte nicht einmal mehr menschliche Übersetzer/Dolmetscher. Das aber nur nebenbei.

Für mich ist das Fazit: kein sozial-/gesellschafts-schaftswissenschaftlicher Studiengang [Psychologie, Soziologie, Pädagogik] dürfte begonnen werden, ohne dass deren Studenten zuvor mindestens zwei Pflichtsemester in allgemeiner Biologie und menschlicher Biologie [Antropologie] erfolgreich [mit Prüfungsnachweisen] absolviert haben. Das würde viele Diskussionen überflüssig machen, die Gesellschaft weniger Geld in der Ausbildung der entsprechenden Wissenschaftler kosten und Fehlentwicklungen in der Gesellschaft verhindern, die durch biologisch unbedarfte Psychologen, Soziologen oder Pädagogen ausgelöst wurden und zu verantworten sind.

Pschologie ist schon heute kein Laberfach mehr, wie Pädaogik oder Soziologie, dennoch lassen all zu viele Sozialwissenschaftler solide Biologiekenntnisse schmerzlich vermissen: Die biologische Evolution schuf mit der Entwicklung zweier unterschiedlicher Geschlechter übrigens selbst erst die Grundlagen für die Evolution höherer Lebensformen als die der Einzeller. Ohne Geschlechter gäbe es nur Einzeller.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 18:55

Anale Phase ist eine Erfindung von Freud und heute nicht mehr haltbar.

Das wäre mir neu. Anale Phase bei Freud kennzeichnet den Abschnitt der "Sauberkeitserziehung" bei Kindern, die dabei erstmals mit zeit- und ortsgebundenen Ansprüchen der Eltern konfrontiert sind, etwas zu produzieren bzw. herzugeben und die dafür dann gelobt oder früher auch bestraft wurden, wenns nicht geklappt hat. Psychoanalyse vermutet hier eine Ursache für Zwangserkrankungen, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es für diese Logik (nicht die Phase selbst) abweichende Stimmen gibt. Aber widerlegt schaut anders aus!

Interessant ist daran völlig off topic zum Blog eher die Parallele zur Funktionsweise in unserer Gesellschaft - Produktion und Belohnung. Aber das ist ein anderes Thema, das nicht hierher gehört - so wenig wie die anale Phase;-)

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 18:57

"Ich glaube, sie überschätzen die Redlichkeit einiger Angreifer gegen die Gender-Forschung."

Bei der Unterschriftenaktion gegen den Bildungsplan in Baden Württemberg waren es am Ende 200 000, die gegen die Neufassung (im Sinne der LBSTT- Vertreter) protestierten.

Im Gegensatz zu den Meinungsmachern (ZEIT, FAZ, SPIEGEL etc.) in diesem Land halte ich diese 200 000 Menschen nicht für gefährliche Spinner, zurückgebliebene Reaktionäre oder sonstwie verblendete religiöse Fanatiker sondern versuche mich stattdessen zu fragen, was sie bewogen haben könnte, zu unterschreiben.

Und schon nach einer kleinen Recherche tauchen da eben schnell ganz andere Beweggründe auf als Hass!

Im Gegenteil, diesen Leuten Hass zu unterstellen, ist nichts als Hetze.

Selbst wenn einige darunter sein mögen, bei denen der Begriff passt, so funktioniert er bei der überwiegenden Mehrheit eben nicht - er ist somit denunanziatorisch und fällt auf die Benutzer zurück, bei denen konstatiert werden könnte, dass sie ein sehr problematisches Menschenbild haben.

Geht es nun konkret um Genderismus, so denke ich schon, dass es erlaubt sein darf, nach der Sinnhaftigkeit von über 100 Lehrstühlen in Dtl. zu fragen, nach neuen seltsamen Sprachentwürfen mit Endungen wie x oder Gleichstellungsbeuftragten (die früher Frauenbeauftragte hießen) - und zwar ohne, dass einem gleich Emotionen unterstellt werden, die auf Blindwütigkeit hinweisen.

Entweder diskutieren wir miteinander oder wir denunzieren uns gegenseitig.

Ehrlich gesagt habe ich persönlich keine Lust mit Maoisten zu diskutieren, egal ob sie sich nun Feministen, Genderisten oder sonstwie nennen.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 19:12

"Ja, was ist denn - aus Ihrer Sicht- Gender Mainstreaming?"

Erwarten Sie, dass ich jetzt lache?

Erst unterstellen Sie mir, ich wüsste nicht, was Gender Mainstreamingist, dann erklären Sie einem Mitforisten, dass Sie Schwierigkeiten damit hätten, Judith Butler zu verstehen und jetzt soll ich Ihnen (als Art Abfragetest wohl) erklären, was Gender Mainstreaming ist.

Ganz ehrlich, als "Prüfling" ist man schon etwas peinlich berührt, wenn man mehr weiß als der Lehrer.

Mal so als Tipp: Versuchen Sie es doch einfach noch mal mit der Butler, vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal besser. So schwer ist das wirklich nicht.

Magda 03.08.2014 | 19:47

Hallo, ich habe eine Definition angefügt, die Sie übersehen haben.

Nebenher: Judih Butler hat sich über "Gender Mainstreaming" weniger, wenn überhaupt geäußert. Sie verwechseln das mit "Gender Trouble". Allein schon dieser Satz zeigt, dass Sie wenig Kenntnis haben. Sie ist eine Wissenschaftlerin und keine Alltagspolitikerin.

Ich kenne das inzwischen: Da gibts Seiten , die bieten schnelle und oberflächliche Erklärungen an und damit ist die Information fertig . Niemand kann verlangen, dass man sich durch jeden der verschiedenen Strömungen und Überlegungen und Forschungen zum Thema "Gender" durcharbeitet. Aber, diese Kurzdefinitionen sind ziemlich daneben und sollen - in der Tat - nur einen Dämon aufbauen, den es gar nicht gibt.

Judith Butler hat übrigens auch ein Buch geschrieben mit dem Titel: "Hass spricht". Das finde ich auch sehr interessant und sicherlich lesenswert. Es geht da um sprachphilosophische Überlegungen. Butler ist eine schwierige Lektüre.

kami 03.08.2014 | 19:51

Da hat ALALUE schon recht: Es wurden keine Zusammenhänge zwischen einer besonders strengen Sauberkeitserziehung und den von Freud für diesen Fall vorher gesagten analen Charakterzügen (Ordnungsliebe, Sparsamkeit, Eigensinn) gefunden. Das gleiche gilt für die anderen von Freud postulierten Beziehungen. Deshalb gelten die zentralen Annahmen Freuds über die Charakterentwicklung als widerlegt und spielen in der heutigen empirischen Persönlichkeitspsychologie keine Rolle mehr.

seriousguy47 03.08.2014 | 19:59

Danke für den Link. Das Interview geht allerdings an den Punkten vorbei, die ich angesprochen habe.

Und es zeugt von Unkenntnis des Unterrichtsalltags ebenso wie von einer gewissen Ahnungslosigkeit von kindlicher, heranwachsender Seele - um es mal so konservativ auszudrücken.

Da ist z.B. der vollkommen erwachsene Blick auf SM, Bordelle oder Transgender. Es werden möglicherweise vereinzelte jugendliche Prahlereien aufgegriffen und einem erwachsenen Blick gleichgesetzt. Ich weiß es nicht, aber es scheint mir so.

Da herrscht offensichtlich völlige Unkenntnis über die Beeinflussbarkeit von Kindern & Jugendlichen.

Da herrscht offenbar völlige Unkenntnis darüber, was Schule & Lehrer mehrheitlich überhaupt leisten können.

Da herrscht offenbar völlige Unkenntnis über den Charakter von "Freiwilligkeit" im schulischen Umfeld.

Da wird offenbar überhaupt nicht reflektiert, was es in einem Kind anrichten kann, wenn er/ sie über eine geliebte Lehrperson in einen fundamentalen Wertekonflikt zwischen Elternhaus & Schule gerät. usw. usw.

Und wieder wird der eigentliche Punkt überhaupt nicht gesehen: es bedürfte psychisch klarer, souveräner, selbstkritikscher und einigermaßen gesunder Lehrpersonen, dann würde sich manches dieser heiklen Themen von selbst erledigen.

Diese Personen gibt es so gut wie nicht und sie werden auch so gut wie nicht angestrebt. Lehramtsanwärter z.B., die eine Psychotherapie gemacht hatten, galten zu meiner Zeit als nicht verwendungsfähig. Unreflektierte Neurotiker schon.

KollegInnen erzählten mir nach Jahren unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit, dass sie heimlich eine Therapie machten oder gemacht hatten......

Und solche Leute sollen mit 12jährigen Kindern solche Themen angehen? Dann können Sie auch gleich Islamistischen Terroristen die Atombombe in die Hand drücken.

Was mich an solchen interessengeleiteten Vorschlägen stört, ist, dass da so mal eben völlig verantwortungs- und hin und wieder auch kenntnislos an unfertigen Seelen herumgepfuscht werden soll. Und zwar nicht an der eigenen Seele, sondern an den Seelen fremder Kinder, für deren Schäden man selbst dann nicht grade stehen muss, sondern was im Zweifel am Ende genau die Eltern ausbaden müssen, die man erst gar nicht gefragt hat.

Irgendwo ist eine Grenze. Und ich würde sie genau hier ziehen.

Setzt LehrerInnen seelisch & fachlich in die Lage, dass sie erstens als Vertrauenspersonen für die Schüler taugen. Und ermutigt sie dann, Schülern, die sich ihnen anvertrauen wollen, bei ihren Fragen und Problemen offen gegenüber zu treten. Aber lasst eure Finger von den Seelen fremder Kinder, solange sie nicht selbst an euch herantreten.

Dass viele Kinder und Jugendliche im "Alltag" ungefragt mit Dingen konfrontiert werden, mit denen sie nicht konfrontiert werden wollen und mit denen sie womöglich überfordert sind, ist schlimm genug. Man muss das nicht auch noch zum Schulpflichtfach machen - was Frau Professor laut Interview allerdings auch nicht will. Nur: was die Schulbürokratie am Ende dann daraus zusammenbraut, darauf hat Frau Professor eben keinen Einfluss mehr.

Magda 03.08.2014 | 20:08

Und hier noch ein schöner Link bevor ich aus der mäandernden Debatte aussteige.

Scharfe Kritik vom Vatikan: Ordensschwester schreibt über Liebe und Sex

Masturbation? Kein Problem. Homosexualität? Kann gerechtfertigt sein. Die Unauflöslichkeit der Ehe? Muss hinterfragt werden. Diese Thesen der Autorin Margaret Farley verurteilt der Vatikan scharf. Dumm nur, dass die Amerikanerin Mitglied einer katholischen Ordensgemeinschaft ist.

fegalo 03.08.2014 | 20:16

Selbstverständlich besprechen wir im Unterricht (altersabhängig) auch Goebbelsreden, ohne Kindern zu Nazis zu erziehen, und Texte von Karl Marx, ohne eine dogmatische Erziehung zu Marxisten zu verfolgen. Also kann es nicht um den Text von Frau Tuider gehen, sondern um die Frage, welcher Stellenwert ihren Texten zugebilligt wird. Wenn da präskriptiv eine Norm gesetzt werden soll, ist das Verfahren an sich fraglich - unabhängig davon, wie ich diese konkret Norm bewerten mag.

Sie scheinen hier zu übersehen, dass die Reden von Goebbels oder die Schriften von Marx heutzutage als historische Quellentexte gelesen werden, das Buch von Frau Tuider dagegen als gültiges „Praxislehrbuch“ zur Sexualpädagogik gehandelt wird.

GEBE 03.08.2014 | 20:34

* * * * *

"Und es zeugt von Unkenntnis des Unterrichtsalltags ebenso wie von einer gewissen Ahnungslosigkeit von kindlicher, heranwachsender Seele - um es mal so konservativ auszudrücken."

Mich erinnert das immer wieder an eine Situation die folgendermaßen sich vor Jahren zutrug:

Der kleine M. zog mit seinen Eltern, weil der Vater dort einen lukrativen Job bekommen hatte von A-dorf nach B-dorf um. In B-dorf kam er auch in einen anderen Kindergarten. Von den Kindern dort wurde er gefragt, wo er denn herkäme. M. war noch etwas verschüchtert in der neuen Umgebung und der ihm neuen Kinder wegen, und zuckte mit den Schultern, wahrscheinlich auch, weil er nicht genau zu sagen wußte wo er herkam, weil sie zwar aus A-Dorf umgezogen waren, aber A-Dorf eigentlich zu C-Stadt gehörte, und dort wo sie in A-Dorf wohnten, nannte man diese Ecke traditionell Z-Hausen.

Zuhause fragte er dann seine Mutter deswegen, "Mama, wo komme ich eigentlich genau her?"

Die Mutter nahm ihn auf den Schoß und fing an mit einer Stimme, die klang als sei ihr Empathie wie angeheftet: "Also, weißt du, das ist so, wenn Papa und Mama sich gaaanz, ganz dolle lieb haben ..." usw. usf.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 20:41

Es wäre aber ein Bruch mit allen bislang gültigen Formen des Unterrichtens, irgendein Buch zum apodiktisch gültigen Wahrheitsspender zu erheben. Veröffentlichungen sind grundsätzlich diskursiv zu hinterfragen. Zumindest in NRW sind die Schulen verpflichtet, in altersgemäß fortschreitenden Etappen Wissenschaftspropädeutik zu betreiben. Da mögen einzelne Lehrkräfte & auch Bildungspolitiker (aus Dummheit oder Borniertheit) mal gegenschießen, prinzipiell ändert dies aber nichts daran, dass Lehrkräfte qua Amt verpflichtet sind, den gesetzlichen Vorgaben ihrer Arbeit zu entsprechen. Übrigens: selbst dann, wenn Bildungspolitiker oder Schulleiter anderes wollen. Die Verantwortung für ihre Unterrichtsmethodik & die Bewertung der einzelnen Schülerinnen und Schüler trägt letztinstanzlich die Lehrkraft selbst. Steht diese Arbeit im Gegensatz zu Landesverfassung & Schulgesetzen haben Eltern jedes Recht, juristisch dagegen vorzugehen.

karstenfinke 03.08.2014 | 20:42

Ich verstehe den ganzen Hass auch nicht. Es ist wohl Angst vor eigenem Machtverlust. Jedoch müssen auch die (männlichen) Unterdrücker*innen endlich verstehen, dass Emanzipation auch sie befreien wird!

Ich habe auf meinem blog gestern einen kleinen Text verfasst, er passt zwar nicht ganz, aber ich würde ihn trotzdem gerne verlinken:

http://classlessandfree.wordpress.com/2014/08/02/fur-freiheit-liebe-und-kommunismus/

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 21:06

Ich folgte Ihrem Link und las eine Allerweltsdefinition über Gender Mainstreaming: Erwarten Sie wirklich, dass jemand, der hier diskutiert, eine solche Definition in Staunen versetzen könnte?

Ins Staunen kommt man dann allerdings schon, wenn man liest, was Sie darunter behaupten, nämlich dass Männer durch Gender Mainstreaming ebenso gefördert würden wie Frauen.

Ganz ehrlich, ich kann sowas nur als Witz oder als Anschlag auf meine Intelligenz betrachten.

- Die über 100 wohldotierten Gender-Lehrstühle an deutschen Universitäten werden ebenso wie die Posten als Gleichtstellungsbeautragte ganz selbstverständlich von Frauen besetzt.

- Wenn Frauenbeauftragte nun Gleichstellungsbeautragte heißen (und selbstverständlich nicht von Männern gewählt werden dürfen) so ähnelt dies totalitärem Neusprech, bzw. Apartheitsverlautbarungen aus dem ehemaligen Rhodesien oder Südafrika.

Hier wäre leicht noch einiges anzuführen, die viel entscheidendere Frage ist jedoch, ob durch die Betonung der geschlechtlichen Unterschiede nicht andere, deutlich schlimmere Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft ausgeblendet werden sollen.

In einem Land, in dem sich der Mittelstand langsam aber sicher verflüchtigt, Harz IV tägliche Realität ist und scharfe wirtschaftliche, finanzpolitische und außenpolitische Konflikte anstehen, permanent von Geschlechterungerechtigkeit zu sprechen, halte ich zunehmend für ärgerlich selbstbezogen.

Wer diskutiert hier eigentlich?

Mein Verdacht:

In der Mehrheit wohlsaturierte Rentner und Renterinnen aus der 68er Generation, die noch einmal die alten Schlachten schlagen und denen die ges. Realität in diesem Land sonstwo vorbeigeht.

(Man kann es sich leisten!!)

fegalo 03.08.2014 | 21:09

Die Verantwortung für ihre Unterrichtsmethodik & die Bewertung der einzelnen Schülerinnen und Schüler trägt letztinstanzlich die Lehrkraft selbst. Steht diese Arbeit im Gegensatz zu Landesverfassung & Schulgesetzen haben Eltern jedes Recht, juristisch dagegen vorzugehen.

Eben. Ich habe gar nicht mal so viel Sorge, dass Lehrer ernsthaft auf den Gedanken kommen könnten, so einen Scheiß in die Praxis umzusetzen.

http://www.amazon.de/Sexualp%C3%A4dagogik-Vielfalt-Praxismethoden-Identit%C3%A4ten-Jugendarbeit/dp/3779920751/ref=la_B00457Z4ZU_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1407088596&sr=1-1

Die kritischen Kundenrezensionen bei Amazon sind übrigens auch sehr sprechend und bestätigen meine Perspektive.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 21:42

Eben. Ich habe gar nicht mal so viel Sorge, dass Lehrer ernsthaft auf den Gedanken kommen könnten, so einen Scheiß in die Praxis umzusetzen.

Verehrter Fegalo,

ich denke ebenfalls, dass die überwiegende Mehrheit (überhaupt) keinen Wert darauf legt, sich mit dieser Art Material in den Klassen blicken zu lassen.

Allerdings wird es (ganz) sicher welche geben, die glücklich auf den Zug aufzuspringen werden - eben weil sie ihre ganz eigene Agenda verfolgen.

Ich hatte - wie so viele meiner Bekannten - einen Religionslehrer, der seine eigene Agenda verfolgte.

Statt mit uns über sexuelle Praktiken nur über Umwege wie "freizügige Sekten" (lediglich) sprechen zu können, dürfte er wohl heute mit seinen Schülern "spannende" Experimente durchführen.

Schon ein bisschen gruslig, sich das vorzustellen.

Magda 03.08.2014 | 21:53

Ich folgte Ihrem Link und las eine Allerweltsdefinition über Gender Mainstreaming: Erwarten Sie wirklich, dass jemand, der hier diskutiert, eine solche Definition in Staunen versetzen könnte?

Ja, haben Sie es denn nun verstanden. Was haben Sie denn gedacht? Wollen Sie eine Spezialdefinition nur für Ihren eigenen Verständnishorizont? Mir ist klar geworden: Gender, Gender Studies, Gender Mainstreaming ist alles, was ihnen nicht passt: Professorinnen, Gleichstellungsbeauftragte, überhaupt alle und alles, alles. ... Es ist ein Elend.

Alles Gute

seriousguy47 03.08.2014 | 22:00

"Ich habe gar nicht mal so viel Sorge, dass Lehrer ernsthaft auf den Gedanken kommen könnten, so einen Scheiß in die Praxis umzusetzen."

Also wenn ein Schüler zu mir kommt (Vergangenheit!) und sagt, er meine , er sei schwul und wisse nicht, wie er damit umgehen soll, dann ist das mit Sicherheit kein Scheiß, sondern ein Problem, bei dem er von mir Orientierung erwartet und mit dem ich mich jedenfalls nach bestem Wissen & Gewissen auseinandersetze (Vergangenheit!).

An meiner Schule gab es allerdings schon in den 80er Jahren Schüler, die sich offen zu ihrem Schwulsein bekannten. Sie galten als Exoten und das wars dann auch schon. Insofern frage ich mich, ob zumindest in diesem Punkt gerade teilweise eine Phantomdebatte stattfindet, die (vor)pubertäre Macho-Bemerkungen mit Diskriminierung verwechselt.

Etwas anderes ist es, wenn ich Kindern notfalls gegen deren Willen & gegen den Willen ihrer Eltern zu einem Zeitpunkt und in einer Form, die ich/ die Schulbehörde/ ein Schulbuchverlag usw. bestimmen, eine sexuelle Vielfalt predige, die er/ sie zu diesem Zeitpunkt & in dieser Form gar nicht will.

Was dabei herauskommt, kann man am Ergebnis linker Schulmissionierungsversuche der 68er beobachten. Oder an den Folgen schulischer "Lektüren" ablesen. In diesem Fall tippe ich auf militante Homophobie als vorhersehbares Ergebnis einer sexuellen Zwangsbekehrung - die ich allerdings gar nicht als die nähere Zukunft sehen mag.

In diesem Fall würde nicht nur Schule, es würden auch Kinder emotional missbraucht. Die Grenze zum Totalitarismus kann dabei schnell überschritten werden.

Sexualität ist etwas extrem Zwischenmenschliches und verlangt genau dann, wenn sie sich herausbildet Verantwortung, Rücksicht, Diskretion, Individualität, Toleranz und Feingefühl. Mindestens.

Was sie auf jeden Fall nicht braucht ist staatlich verordnete geistig-emotionale Vergewaltigung.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 22:14

Mir ist klar geworden.

Ihnen kann gar nichts klar werden, weil Sie (leider) gar nicht fähig oder bereit sind, sich auf andere Standpunkte einzustellen.

Gut dass Leute wie Sie nicht über Leute wie mich bestimmen. Es reicht schon, wie Sie mir ganz perfide Dinge unterstellen, um zu erkenne, wessen Geistes Kind Sie sind.

Sage ich in irgendeinem Posting etwas gegen Professorinnen? (Wie dämlich sind Sie eigentlich, dass Sie mich für so dämlich halten?)

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 22:18

Es ist ein Irrtum, dass Gleichstellungsbeauftragte nicht von Männern mitgewählt werden dürfen. Zumindest im Schuldienst in NRW nicht. Da benennt die gesamte Lehrerkonferenz die Personen für diese Funktionsstellen . Das frühere proportionale Übergewicht von Männern auf der Beförderungsstufe A14 etwa hat sich längst umgekehrt, von daher kann jetzt auch die Quote zugunsten von Männern wirken. Bei A15-Stellen ist dies noch nicht der Fall. Zudem haben Gleichstellungsbeauftragte mit arbeitsrechtlichen Fragen wie dem angemessenen Einsatz von Teilzeitkräften zu tun (etwa bei der Frage der fairen, gehaltsgerechten Aufteilung von außerunterrichtlichen Tätigkeiten, da ewig lang Teilzeitkräfte proportional mehr gearbeitet haben.) Ich habe übrigens drei Kollegen, die anstelle ihrer selbständig tätigen Frauen kinderbedingt auf Teilzeit gegangen sind. Natürlich werden die genauso vertreten wie Kolleginnen in gleicher Position. Der Vertreter unserer (weibl.) Gleichsstellungsbeauftragten ist übrigens ein Mann, warum auch nicht? Die Ressentiments in Ihrem Beitrag sind also durchaus unbegründet.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 22:37

Interessant, doch NRW ist eben NRW und nicht überall.

In den meisten Bundesländern ist es noch immer so, dass Gleichstellungsbeautragte (ehemals Frauenbeauftragte) nur von Frauen gewählt werden dürfen. (Ist es wirklich bereits ein Ressentiment, wenn man dies einfach nur benennt?)

Es ist gut zu wissen, dass Sie (ganze 3!) Kollegen haben, die in Teilzeit gehen. Bloß, wer, bitte schön, soll denn damit ein Problem haben?

Ich bin mir sicher, eine ganze Menge Männer würden liebend gerne kürzer treten - wenn dafür ihre Frauen bereit wären, die finanziellen Lasten zu tragen.

Im übrigen denke ich, im Schuldienst werden ja noch ganz ordentliche Gehälter gezahlt - da lohnt es sich sogar noch, kürzer zu treten.

Nur, wie sieht es denn in anderen Berufsgruppen aus? (Mal drüber nachgedacht?)

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 22:40

P.S. Ich sehe trotzdem, dass soziale Differenzen gravierender wirken, gerade auch für Frauen in Niedrichlohnsektoren. Die Arbeitsplätze im Einzelhandel etwa sind durch die Ausdehnung von Ladensöffnungszeiten so ungaublich familienfeindlich geworden, dass sich nicht selten eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden auf 6 gestückelte Arbeitseinheiten verteilt. Dies oft so ungünstig, dass Fahrtzeiten die auf den mageren Erwerb verwandte Zeit sehr ausdehnen & Fahrtkosten den dünnen Ertrag noch weiter schröpfen. Was da passiert ist, ist echt übel. Dagegen sind die Probleme festangestellter und erst recht beamteter Akademikerinnen Gold. Deshalb halte ich die künstliche Trennung von sozial und geschlechtsspezifisch wirkenden repressiven Mechanismen auch für falsch. Der wichtigste Befund ist: Soziale Ausgrenzung & Armut nehmen mit dem Neoliberalismus zu. Die schlimmste Form der Verwertung depravierter Menschen ist dabei die, die den Körper als Ressource versaftet (durch Zwängen in völlig erschöpfende & die Lebenszeit extrem verkürzende Knochenmaloche, Elendsprostitution, aber auch Organhandel. Es gibt in alarmierender Zahl Menschen, die ein Organ (etwa eine Niere) verkaufen, um ihre Kinder am Leben zu erhalten. Aber auch unter diesen ganz niedergedrückten Existenzen sind Frauen überrepräsentiert.

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Ehemaliger Nutzer 03.08.2014 | 23:05

Sie können an der Mehrheit meiner Kommentare in diesem Blog erkennen (es sind mindestens 5 an der Zahl), dass ich definitiv sozialen Mechanismen mehr Gewicht zumesse als rein mittelständischen Gendermechanismen. Aber der direkt nachfolgende Zusatz zu meinem letzten Kommentar (P.S. an mich selbst, von 22.40 Uhr) zeigt auch auf, dass in der sozialen Ausgrenzung geschlechtsspezifische Komponenten eben auch eine Rolle spielen. (In einigen Bereichen auch zulasten von Jungs, wenn ich mir beispielsweise militärische Zwangsrekrutierungen bei den wachsenden Ressourcenkriegen angucke. Opfer sind da auch oft genug weiblich. Aber die seelischen Verheerungen des Milizendaseins treffen Jungs häufiger.)

Dennoch ist ein Gleichstellungsbeauftragte/r jemand, der eine sachlich definierte Funktion hat. Sie sprechen da von "Neusprech" - das meinte ich mit ressentimentbeladen. Denn Teilzeitkräfte haben ein Problem, das andere nicht haben, weil die Tatsache, dass Sie bereit sind, nur die Hälfte zu verdienen, nicht heißt, dass Sie nur die Hälfte arbeiten & Ihr Einsatz familienverträglich erfolgt. Denn nur ein Teil unserer Arbeit, nämlich die erteilten Unterrichtsstunden, werden zuverlässig um den Teilzeitfaktor reduziert. Nicht anderes wie Projektplanung, Beratungen, Prüfungseinsätze, Konferenzen ect. Wenn man Pech hat, kommt man mit einer halben Stelle auf eine Arbeitszeit von 35 Wochenstunden; bei drei kleinen Kindern & eventuell noch einer zu pflegenden Oma kann einen das in einen ganz schön verzweifelten Stress treiben.

Übrigens arbeiten auch ziemlich viele Arbeiterinnen, Verkäuferinnen oder Sprechstundenhelferinnen reduziert, weil - Geld hin oder her - die menschliche Belastungsfähigkeit keine unendliche Größe ist. Irgendwann ist einfach Schluss, da auch Familienarbeit eine Anstrengung sein kann.

alalue 03.08.2014 | 23:48

Ich lese gerade Joachim Bauer: Schmmerzgrenze.

Ueber die neurobiologischen Grundlagen der Agression. Am Anfang wird Geschichte beschrieben, da sind Freud, Darwin und Lorenz dabei. Freud wird ziemlich abgefertigt.

Das waren damals aber auch naive Ansaetze, die wollten alles Verhalten, auch Niesen, Husten irgendwie psychologisch beschreiben. Auch ziemlich an Darwin angelehnt.

Weil die alle so verklemmt waren damals, hat er den Sexualtrieb hinter allen moeglichen

alalue 04.08.2014 | 00:00

So wie Sie die schilderten, und deren Texte im Internet, ganz offizielle Geschlechtertrennung, die hoeheren Weihen der Liebe: wenn deren 14 jaehrige Toechter mit einer Vakuumpumpe konfrontiert werden, und ihre Kinder ein Tmheater ueber Analverkehr machen sollen: meinen Sie nicht, dass das Probleme gibt ?

Und auch sonst, Ihre zweierlei Mass: wenn irgendein deutscher, christliche User solche Texte posten wuerde, solche Statements wie die auf ihrer Internetseite, was wuerden die alle ueber sie herfallen, Sie inclusive.

Aber bei denen muss man tolerant sein.

Aber es ist Ihr Kopf, nicht meiner.

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 00:39

Sie können an der Mehrheit meiner Kommentare in diesem Blog erkennen (es sind mindestens 5 an der Zahl), dass ich definitiv sozialen Mechanismen mehr Gewicht zumesse als rein mittelständischen Gendermechanismen.

Ich weiß das wirklich zu schätzen.

Ich habe auch keinesfalls Einwände gegen Teilzeitarbeit (von wem auch immer getätigt) - im Gegenteil.

Dennoch beharre ich darauf, von Neusprech zu reden, wenn eine Funktionsstelle nur von einem Geschlecht bestimmt werden darf und trotzdem plötzlich nicht mehr "Frauen"- sondern "Gleichstellungsbeautragte" heißt.

Wenn dies in NRW anders ist, so finde ich das einen (großen) Fortschritt, den ich sehr begrüße.

Offenbar hat sich in Ihrem Bundesland jemand an der Praxis gestoßen, Menschen qua Geschlecht von Wahlen auszuschließen und man hat außerdem begriffen, dass Teilzeit ein Thema ist, das beide Geschlechter angeht.

Immerhin gibt das ein wenig Hoffnung in dieser leidigen Diskussion, in der immerfort nur Differenzen betont werden, anstatt dass Gemeinsamkeiten gesucht werden.

gweberbv 04.08.2014 | 00:41

Also wenn ein Schüler zu mir kommt (Vergangenheit!) und sagt, er meine , er sei schwul und wisse nicht, wie er damit umgehen soll, dann ist das mit Sicherheit kein Scheiß, sondern ein Problem, bei dem er von mir Orientierung erwartet und mit dem ich mich jedenfalls nach bestem Wissen & Gewissen auseinandersetze (Vergangenheit!).

Woher wusste der Schüler in den 80ern denn, was "schwul" zu bedeuten hat? Aus dem Lehrplan, der ein halbwegs differenzierten Überblick zu den Spielarten menschlicher Sexualität bot (nein, damit meine ich nicht das Darstellen bestimtter Stellungen)? Oder war er auf das angewiesen, was er durch sein Umfeld mitbekam (oder eben nicht mitbekam)?

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 01:53

Sie sind unter uns. Der religiöse Wahnsinn. Die Frau schreckt nicht davor zurück Judith Butler zu dämonisieren mit einer Einleitung, dass sie lesbisch und jüdisch ist. Ich poste dieses kranke Zeug, weil ich glaube, dass man seine Gegner kennen muss. Dieser religiöse Roll Back ist real. Das Video zeigt, die Masse, die dieser Frau zujubeln, die meines Erachtens ihre Scheidung nicht verkraftet hat.

Auch wenn es schwer zu ertragen ist, sich das anzuhören, das ist die Realität. Die deutsche Tea Party is on the Way.

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 08:20

Sie werden zu JEDEM Theoretiker auch Schriften finden, die ihn fehlinterpretieren und seine Ansichten für Unsinn erklären.

Um Freud als Unsinn oder nicht zu qualifizieren sollte man vielleicht mehr als Sekundärliteratur lesen.... ?

Das andere - wir hattens im anderen Blog von Gebe bereits: was setzt denn die Neurobiologie in Gang? Sie kann Dinge beschreiben, aber auch erklären?

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 08:27

Ich bin kein Freud-Verteidiger. Mich nerven nur manchmal Aussagen, die ohne Begründung und Quelle daherkommen: ist falsch, ist richtig - kann jeder behaupten, zumal in allen Wissenschaften unterschiedliche Theorien existerien, oft für lange Zeit, die sich widersprechen und von denen trotzdem lange Zeit keine als widerlegt gelten kann (das ist sie oft nur aus Sicht der gegnerischen Auffassung) ;))

Und welche Beziehungen hat die empirische Persönlichkeitspsychologie statt dessen gefunden? Können sie mir da einen Vertreter nennen??

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 08:54

"Woher wusste der Schüler in den 80ern denn, was "schwul" zu bedeuten hat?"

Bravo, TV, Peer Group, Bücher, Eltern ... ja, und durchaus auch die Schule.

Glauben Sie mir, auch wenn damals nicht in jedem Absatz des Lehrplans das Wörtchen LSBTTI vorkam und gelehrte Handreichungen Lehrer dazu auffordern, mit ihrem Kindern Puff zu simulieren, man erhielt auch in so grauen Vorzeiten wie den 80ern davon Kenntnis, was Schwulsein bedeutet.

(Es sollen sogar Jugendlichen in den 70ern und 60ern nicht völlig entgangen sein, was schwul ist.)

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 09:09

Liebe Magda, ich möchte Ihren Blog nicht mit dem Freud-Thema abfälschen. Es soll ein Nebenschauplatz bleiben.

Zum Hauptthema habe ich aber wirklich gar nichts zu sagen: woher kommt Hass? Woher der Zwang, sich mit anderen zu vergleichen und wutentbrandt die Interessen und Denkweisen der jeweils anderen Seite zu diskreditieren?? Ich lerne, dass das die Neurobiologie und die Biochemie erklären können. Wenn das so ist, dann sinds wohl auch die beiden, dies abstellen können durch freundliche Cocktails;-) Die Erde ist immer noch eine Scheibe: flach. sehr flach...

Saul Rednow 04.08.2014 | 09:46

Gabriele Kuby, Rimsting (Oberbayern), geb. 1944:

Nach der Trennung (die Ehe wurde 1999 geschieden) von Ihrem Ehemann Wolfgang Furth, trat Frau Kuby vom evangelischen zum katholischen Glauben über (wie auch Birgit Kelle) und verfasste u.a. das Buch ‚Mein Weg zu Maria’.

(…) Seit ihrer Bekehrung zum katholischen Glauben setzt sie sich für konservative und christlich-fundamentalistische gesellschaftspolitische Positionen ein (…) Sie ist Kuratoriumsmitglied im Forum Deutscher Katholiken … Im Sommer 2007 wandte Kuby sich in einem Aufsatz in der Jungen Freiheit u.a. gegen Sexualaufklärung in der Schule.

(Politikwissenschaftler, die sich mit der Zeitung befasst und hierzu publiziert haben, ordnen sie mehrheitlich als zentrales Sprachrohr der Neuen Rechten sowie als Medium der „Grauzone“ oder „Mittellage“ mit „Scharnier-“ beziehungsweise „Brücken“-Funktion zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus ein …)

Kuby veröffentlichte im Jahr 2002 ein erstes kritisches Buch zu Harry Potter, ‚Harry Potter - Der globale Schub in okkultes Heidentum’ und im Jahre 2003 ein zweites Buch.

Frau Kuby ist darüber hinaus regelmäßiger Gast in Talkshows von ARD, ZDF und anderen Sendern und vertritt hier häufig Positionen, die homosexuelle Menschen als beleidigend, verleumderisch und homophob empfinden (Die Philosophin Petra Gehring warf Kuby voreine „homophobe Polemik“ zu verwenden.

Obwohl geschiedenen Menschen von der Römisch Katholischen Kirche regelmäßig die Teilnahme am Heiligen Abendmahl verweigert wird und ihre Arbeitsverträge mit katholischen Trägern von Krankenhäusern, Altenheimen, Kindergärten usw. in diesen Fällen gekündigt werden können, da die RKK Scheidungen nicht akzeptiert, schmückt man sich in diesen Kreisen gern mit der, erzkonservativ und fundamentalistisch argumentierenden geschiedenen Konvertitin Gabriele Kuby.

Und das, während von katholischen Kreisen gegenüber eigenen Mitarbeiter/innen, die sich scheiden ließen, ansonsten z.B. allen Ernstes von einem „schädlichen Ärgernis“ gesprochen wird, das die geschiedenen Mitarbeiter/innen darstellen und die daher gekündigt werden müssten.

Nicht so, bei Frau Kuby - die Devise lautet wohl „Hauptsache erzkonservativ, dann sieht man über solche ‚Ärgernisse’ gern hinweg“. Was für eine Heuchelei.

Außerdem scheinen Gabriele Kuby und Birgit Kelle die Bibel nicht zu kennen oder sie suchen sich nur Stellen aus, die ihnen gefallen, denn gemäß der Bibel dürften wir nie wieder etwas von Ihnen hören:

"Lasset eure Weiber schweigen in der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, dass sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es steht den Weibern übel an, in der Gemeinde zu reden."

(1. Korinther 14, Vers 34 - 35)


"Einem Weibe aber gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei."

(1.Timotheus 2, Vers 12)

Auch sonst scheint manchen die Bibel nur als Vorwand für die eigene reaktionäre und menschenverachtende Grundeinstellung zu dienen:

So etwa bei der Einschätzung von Homosexualität. Hier handelt es sich - so etliche Bibel-Experten - ohnehin nur um einen Übersetzungsfehler, da im hebräischen Ursprungstext (der falsch übersetzt wurde) gar nicht die mann-männliche Sexualität kritisiert wird, sondern (und das selbstverständlich völlig zu recht) jene von Erwachsenen mit unmündigen Kindern, die berechtigter Weise auch heute strafbar ist und bleiben sollte, sei es nun im heterosexuellen oder im homosexuellen Bereich.

Man(n)/Frau biegt sich die historischen, von Menschen verfassten, Texte der Bibel einfach so zurecht, dass sie anscheinend die Grundlage eigener Menschenverachtung und Homophobie bieten. Andere Bibelstellen werden dagegen geflissentlich übersehen, was allerdings bei „bibeltreuen“ Anhängern schon mal zur einen oder anderen Irritation und Frage führen kann:

Lev. 1:9
Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt. Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie.

Soll ich sie niederstrecken?

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Exodus 21:7
Falls ich meine Tochter in die Sklaverei verkaufen möchte, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird.

Was wäre heutzutage ein angemessener Preis für sie?

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Lev. 25:44
stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Österreicher zutreffen, aber nicht auf Holländer. Können Sie das klären?

Warum darf ich keine Holländer besitzen?

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Exodus 35:2
Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss.

Bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?

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In Lev. 21:20
wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich eine Lesebrille trage.

Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt es hier ein wenig Spielraum?

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Lev. 19:19 +++ Lev. 24:10 +++ Lev. 20:14
Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft.

Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)

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Obwohl Religionsfreiheit besteht (Art. 4, GG), ist auch die Freiheit von und vor Religion ein verfassungsmäßiges Recht. Niemand muss also unerwünschte Missionierungsversuche und Belästigungen durch Religionen hinnehmen, da das Recht des Atheisten auf Religionsfreiheit ebenso garantiert ist.

Die säkulare Gesellschaft behandelt Religion und Atheismus als zu schützende Privatangelegenheit. Der Staat allein besitzt die Autorität zur Regelung des weltlichen Zusammenlebens (Stich-wort: Zivil-Ehe).

Religion wird nicht zum Maßstab weltlicher Autorität gemacht und eine Religionsgemeinschaft kann ihre Normen nicht als rechtsverbindliche Gesetze für alle anderen postulieren, wie es in einem Islamischen Gottesstaat der Fall wäre.

Sie müsste vielmehr, wie alle anderen Gruppen auch, den Gang durch die Institutionen wählen und um parlamentarische Mehrheiten für ihre Vorhaben werben.

Ein grundsätzliches Problem ist, dass Religion, unabhängig von der Konfession, fast immer einen nicht verhandelbaren intole-ranten Kern besitzt.

Es geht darum den Freiraum zu schützen, den ein Mensch für die Ausübung seiner Religion braucht, ohne die Freiräume Andersgläubiger oder Nicht-Gläubiger einzuschränken!

Da es keinerlei Fakten gibt, die für die Richtigkeit einer bestimmten Religion sprechen, ist jede Religion lediglich eine Sammlung unbelegbarer Meinungen und auch so vom Staat zu behandeln.

„(…) Religion darf nicht zur Rechtfertigung der Diskriminierung von Homosexuellen benutzt werden. Die Verpflichtung Lesben und Schwule nicht zu diskriminieren, gilt auch für diejenigen, die aus religiösen Gründen Homosexuelle ablehnen (…)“

(Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: Urteile vom 15.01.2013 Nr. 48420/10 +++ 59842/10 +++ 51671/10 +++ 36516/10)

Seit 1905 sind Kirche und Staat in unserem Nachbarland Frankreich eindeutig getrennt. Dies ist in Deutschland noch immer nicht der Fall. Vielmehr sind Kirche und Staat weiterhin in einem eng gestrickten, kaum durchschaubaren, Netz verbandelt.

Ohne Ausnahme haben alle bundesrepublikanischen Regierungen die evangelische und katholische Kirche mit vielfältigen, zum Teil hanebüchenen Privilegien ausgestattet, die in einer demokratischen Republik nichts zu suchen haben. Nur wenige Bürger durchschauen das dichte Geflecht von Privilegien und Subventionen.

http://carstenfrerk.de/wb/buecher/violettbuch-kirchenfinanzen.php

http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Kuby

https://de.wikipedia.org/wiki/Birgit_Kelle

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 09:47

Tatsächlich war es aber meistens so, dass man zunächst schwul zuerst nur als Schimpfwort kennenlernte ohne zu wissen, was es bedeutet und danach erst, was es bedeutet. Was dann natürlich negativ belegt war.

Für ein homosexuelles Kind/Jugendlichen ist es aber sehr wichtig, dass es auch positive Verknüpfungen/Darstellungen gibt, etwas, was nicht ständig sagt, du bist falsch. Und da ist die Schule ein guter Ort. Vor allem angesichts der Tatsache wie massiv schwule Sau wieder als Schimpfwort auf den Schulhöfen präsent ist.

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 10:08

Ich habe gerade festgestellt, dass mein kommentar nur zur Hälfte erscheint.

Was ich auch äußerst krass finde , ist ihre Kritik an Butler. Nun mag man von Butler halten, was man will und kritisieren ist auch kein problem. Aber diese Frau stellt zuerst klar, dass Butler lesbisch und jüdisch sei, um sie sofort im Anschlauss lang zu machen.

Es ist beängstigend, wie geschickt Kuby vorgeht. Sie diskriminiert auf eine Weise, sie lanciert antisemitische Haltung so an der Grenze, dass man ihr keinen Strick draus drehen kann, aber trotzdem jeder weiß, was sie meint.

Mich hat dazu schockiert, wie viele junge Menschen da saßen, obwohl ich mich auch gefragt habe, ob das vielleicht auch der Schnitt des Videos war um das zu vermitteln.

Saul Rednow 04.08.2014 | 10:24

„(…) Ich habe gerade festgestellt, dass mein kommentar nur zur Hälfte erscheint (…)“

Das Problem habe ich auch immer mal wieder, meist wenn ich die „normale“ Word-Formatierung benutze und dann irgendein Link usw. das Format sprengt. Ich bin eindeutig zu doof, um das in meinem hohen Alter noch zu lernen, so wie wie auch nicht mehr lerne Fotos einzubetten, ohne "imageshek" oder wie das heißt zu verwenden :-)

Ich kann deinen Kommentar aber trotzdem komplett lesen (- vielleicht auch ein Tipp an andere Interessierte -), indem ich nämlich in meinem Kommentar vom 04.08.2014 - 9:46 Uhr das rot angezeigte @KALLEWIRSCH mit dem Maus-Zeiger berühre.

Ansonsten übrigens, volle Zustimmung zu deinen Kommentaren!

Saul Rednow 04.08.2014 | 10:58

„Abnorm geartet“ Nein, nein, es sind mit dieser Aussage nicht durchgeknallte „Religioten“ gemeint, sondern homosexuelle Menschen :-)

Und weil es so ein Brüller ist, anschließend noch einmal Akif Pirinçci, der sich u.a. über eine angeblich „verweichlichte“ Gesellschaft auskotzt. „Eine ziemlich steile These für jemanden, der aussieht wie ne 75-jährige Transe“, so die ‚heute-show’ :-)

Saul Rednow 04.08.2014 | 11:12

Für alle, die sich (schon) wieder nach einem STARKEN FÜHRER sehnen (zack, zack, stillgestanden!), der endlich mit dem eisernen Besen kehrt und dem verblödeten Nachwuchs beibringt „wie man Gips anrührt“ und „DEUTSCHES! Gemüse von FREMD-Gemüse an der Supermarktkasse unterscheidet“, ist dieses Video gedacht:

MUSKATNUSS, Herr Müller! Haben Sie VERSTANDEN, Herr Müller?

Kim Schicklang 04.08.2014 | 12:23

Man sollte auch mal untersuchen, wie maskulinistisch Gender-Ideologisten selbst sind, stellen sie doch das Genital in den Mittelpunkt und sind bis heute nicht in der Lage, dass transsexuelle Mädchen keine "Jungs, die´sich als Mädchen empfinden" sind, sondern Mädchen, die mit vermännlichten Körpermerkmalen geboren werden. Da geht es nicht minder um geschlechtliche Macht und Deutungshoheit über Geschlecht. Wer dann nicht ins Bild passt, wird unsichtbar gemacht und totgeschwiegen.

Es wird höchste Zeit, das hier eine öffentliche Debatte darüber beginnt, die sich den Fragen geschlechtlicher Fremdbestimmung stellt. Wer hier jede geschlechtliche Abweichung von der Norm als "gender identity" erklären will, dem geht es nicht selten darum, dass das Genital weiterhin der Mittelpunkt des Universums ist. Und das ist auch selbst eine sehr menschenverachtende Weltanschauung - weil es eben Menschen gibt, bei denen die Genitalien nicht dem eigentlichen Geschlecht entsprechen. Es gibt Gender-Identitäts-Ideologen die ihre ganze Energie dafür verwenden, die Existenz dieser Menschen zu leugnen. Man sollte sich mal darüber Gedanken machen, welche Motivation dahinter steckt.

Wer selbst ein geschlechtliches Thema besitzt und meint, ÜBER andere Menschen zu schreiben, dass diese nicht existierten hat selbst ein ziemliches Problem damit, geschlechtliche Vielfalt anzuerkennen. So gibt es heute zahlreiche Veröffentlichungen in denen einem Mädchen, das mit vermännlichten Genitalien geboren wird, eingeredet wird, es sei ein "Junge mit weiblicher Gender Identity".

Nehmen wir da z.B. Jan Feddersen, schwuler Journalist, Mitgründer von queer nations und Kuratoriumsmitglieder der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Er schreibt einen Artikel, der das Ziel hat, einem transsexuellen Mädchen sein Wissen über sich selbst zu nehmen:
http://atme-ev.de/index.php?option=com_content&view=article&id=156

Nehmen wir eine Veröffentlichung von Volker Weiss, Mitglied des Waldschlösschen e.V., und Autor, der im hamburger Männerschwarm-Verlag veröffentlicht. Er schreibt 2009 eine Dissertation darüber, dass transsexuelle Menschen gar nicht existieren.
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000003792/?hosts

Nehmen wir Sophinette Becker, Volkmar Sigusch, Martin Dannecker und all die schwulen und lesbischen Sexologen, die bis heute meinten, es sei ok, Bücher über transsexuelle Menschen zu schreiben und sie als "identitätsgestört" oder als "gender dysphorisch" zu bezeichnen. Transsexuelle Frauen sind für diese Leute "Männer" mit weiblicher "Gender Identität".

Bei all dem fragt man sich, warum niemand sich mal mit Deutungshoheitsgebaren und geschlechtlicher Fremdbestimmung innerhalb der Gender-Lehre beschäftigt, wenn es doch offensichtlich ist, dass es da auch zum grossen Teil darum geht, Menschen unsichtbar zu machen, die ganz genau selbst wissen, dass sie existieren.


seriousguy47 04.08.2014 | 12:38

"Jetzt schnell den Laptop zuklappen, bevor das die Kleinen lesen."

Das ist genau jene unverantwortliche und unbedachte Einstellung, die meint, sich gar nicht erst die Mühe machen zu müssen, zu fragen, ob es möglichgerweise Unterschiede zwischen Erwachsenen & Kindern gibt. Vor nicht allzu langer Zeit gab es Gruppen die unter Missachtung genau dessen das Recht auf Sex zwischen Erwachsenen & Kindern forderten. Hauptsache den Erwachsenen geht es gut dabei.....

Ich darf noch einmal darauf aufmerksam machen, dass es in diesem Lande eine sogennante Schulpflicht gibt und dass Eltern, die sich weigern würden, ihre Kinder zu einer "Aufklärung" über SM, Bordelle, Analverkehr usw. zu schicken, Gefahr liefen, im Knast zu landen.

Und hier stellt sich dann eben doch die Frage: Was darf der Staat Kindern auch gegen den Willen der Eltern und gegen ihren eigenen Willen verordnen und wo ist die Grenze? Darum geht der Streit. Und wer von diesem Streit auf andere Felder umlenkt oder anfängt, aus erwachsener Perspektive lächerlich zu machen, der will Totalitarismus statt Schulpflicht.

Darum geht es, nicht darum, auf welche Weise Erwachsenen sich ihren legalen Spaß verschaffen.

Und vielleicht sollten Sie auch einmal einen Gedanken daran verschwenden, von wem solche verordnete "Aufklärung" u.U. vermittelt wird. Ich glaube, wenn man Ihnen da einmal ein paar einschlägige Extrem-Exemplare (aus der Vergangenheit) vorführen würde, würden Sie keine Aufklärung Ihrer Kinder (sofern vorhanden) fordern, sondern schreiend die Flucht ergreifen.

Kim Schicklang 04.08.2014 | 12:44

Ich wusste gar nicht, dass Frau Tuider auch zu den Menschen gehört, welche die Motivation besitzen, ÜBER transsexuelle Menschen zu schreiben und sie dann zu nicht-existent zu erklären. Mir ist nicht ganz begreiflich, welche Motivation so jemand haben muss. Würde es nicht genügen, Vielfalt einfach nur anzuerkennen? Muss ich meine Lebensenergie dafür verwenden, anderen Menschen als nicht-existent zu definieren? Ist das nicht sehr, sehr gruselig?
http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/rt/printerFriendly/249/549

kami 04.08.2014 | 12:59

Ich hoffe, Magda verzeiht uns die kleine Abschweifung :-)

Die Befunde zeigen, dass deutliche Persönlichkeitsänderungen bis zum jüngeren Erwachsenenalter stattfinden können. Eine hohe Stabilität der Persönlichkeit wird erst im höheren Erwachsenenalter (ca. 50 Jahre) erreicht. Dass die Persönlichkeit vor allem in der frühen Kindkeit geformt wird, ist damit nicht vereinbar. Eine Ausnahme davon sind Intelligenzunterschiede, die sich erheblich früher stabilisieren. Neben genetischen Einflüssen gibt es eine Vielzahl von Umwelteinflüssen, die sich auf die Persönlichkeit auswirken bzw. diese formen (Krankheit, körperliche Verfassung, Zufallsbegegnungen, Freundeskreis, Schule, besondere Lebensereignisse usw.). Die Beziehungen sind dabei immer reziprok, d.h. Umwelten beeinflussen die Persönlichkeit und diese wiederum sucht oder schafft sich passende (im schlechteren Fall auch unpassende) Umwelten.

GEBE 04.08.2014 | 14:31

„Die Information zu einem nicht ganz unwichtigen, aber zugleich mit allerlei Tabus und Scham behafteten Thema ist meines Erachtens Aufgabe der Schule. "Puff spielen" braucht man dazu sicherlich nicht.“

Ist es denn nicht sogar so, daß Scham beim Einzelnen auftritt und erst wenn viele Einzelne Scham empfinden, daß Scham erst über diesen kollektiven Aspekt zum Tabu wird, indem es als (graduell) repräsentativ gesetzt wird?

Indem ja auf eben solche Tabus, als in einen kollektiven Status Erhobenes, dann von anderer Seite aus, auf das Kollektiv/die jeweilige (Solidar)Gruppierung, gegenteilig einzuwirken unternommen wird, kommt es zu Verstärkungen innerhalb des infrage stehenden Kollektivs, weil ja damit (getreu dem Motto: der Sack wird zwar geschlagen aber der Esel ist gemeint) das individuelle Schamempfinden des Einzelnen in seiner Integrität letztendlich angegriffen wird. Das ist das, was eigentlich untersagt gehört, weil es die Freiheit des individuellen Empfindens – hier die Scham - außer Kraft zu setzen bestrebt ist.

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 14:38

Ohne selber profunder Freud-Kenner zu sein, aber ich hatte dessen Aussagen eigentlich nie so verstanden, dass alleine die kindlichen Früherfahrungen, die er zu kategorisieren versuchte, das ganze Leben eines Menschen auschließlich beeinflussen - aus diesem Verständnis heraus wäre er mit allem, was Sie sagen, absolut vereinbar (anders gefragt: warum sollte ausgerechnet Sauberkeitserziehung - neben anderem - keinen Einfluss haben?).

Dazu kommt, dass ich mir vorstellen kann, dass Situationen und Einflüsse, die unter besonderen Bedingungen erfolgen, sich besonders einprägen - vor allem wenn sie traumatische Wirkungen haben (z.B. Schrebers Erziehungsmethoden). Beim Kleinkind sehe ich zudem, dass es "erste" Prägungen sind, die noch unabgeschwächt durch andere Einflüsse sich niederschlagen und sich besser einprägen - wie Kinder ja angeblich auch mühelos merhsprachig erzogen werden können.

Daher ist mir die Freudsche Suche in der frühen Kindheit grundsätzlich nicht unplausibel - nicht als alleiniger, aber als durchaus gewichtiger.

Das andere ist die Zeit, in der er lebte. Lacan, der Freudianer, hat mehrfach betont, dass die Theorie der Persönlichkeitsentwicklung in einer anderen Art von Gesellschaft ander Theorien erzeugen würde.

Insofern kann ich mir vorstellen, dass Freudsche Präzisierungen a la anale Phase evtl. etwas in die Jahre gekommen sind. Aber widerlegt?

seriousguy47 04.08.2014 | 14:53

"Woher wusste der Schüler in den 80ern denn, was "schwul" zu bedeuten hat?"

Zunächst einmal hatte & habe ich mit Sexualkunde null zu tun und erinnere allenfalls ein hippes "Aufklärungsbuch", das mittlerweile unter Pädophilie-Verdacht steht (sic!).

Mir war aber von Anfang an z.B. das Thema Jungenpädagogik sehr präsent, das in meinen Anfangsjahren noch kein öffentliches Thema war. So waren Jungen in meinem Unterricht Schüler und kein unvermeidlicher Störfaktor - nicht unbedingt die übliche Wahrnehmung im Gymnasium.

Ich habe auch auf das halbe Dutzend (?) sexualitätsbezogener Fragen geantwortet, die mir außerhalb des Unterrichts gestellt wurden. Und zwar so, wie ich es für richtig hielt. Und dazu gehörte auch meine klare Überzeugung. dass die Festlegung auf eine bestimmte sexuelle Identität erst nach der Pubertät erfolgen sollte. Und zwar unabhängig davon, ob man sich als homo- oder heterosexuell empfand. Wobei ich da in Sachen Homosexualität sehr viel strikter dachte, weil mir die Vorstellung, einer meiner Jungs könnte sich mit 17 mal bei einem Fehlversuch AIDS holen, unerträglich war.

Andererseits erschien & erscheint mir die Freundschaft unter Jungen als sehr erstrebenswert und ich fürchte, dass die frühe Hetero-Sexualisierung heute hier zu Verlusten & Leerstellen führt.

Über andere Varianten habe ich mir keine Gedanken gemacht, weil ich damals davon schlicht und einfach nichts wusste.

Das mal vorneweg.

Und nun zur Frage: Woher soll ich das wissen? Muss ich das als Lehrer wissen? Muss ich als Lehrer/ Eltern alles wissen und überall meine besserwisserischen, voyeristischen Griffel drin haben? Sollen Kinder & Jugendliche total überwacht & geführt werden? Bis in die intimsten Bereiche hinein?

Die Kenntnis der Biologie & Psychologie des Menschen ist ein klarer Fall von Unterrichtsstoff. Dazu gehört auch die Sexualität in all ihren legalen Varianten, die Verhütung. die gesundheitlichen Risiken & und deren Vermeidung

Diskriminierung, Mobbing, Ausgrenzung, Stigmatisierung & Toleranz sind ebenfalls Themen. Z.B. in Sozialkunde, Religion, Ethik & in den sprachlichen Fächern.

Aufklärung über SM-Praktiken oder Bordelle sowie eine Anleitung zu homosexuellem Geschlechtsverkehr sind nach meinem Dafürhalten kein Unterrichtsstoff, weil sie für dass Leben der Mehrheit nicht relevant sind und weil Schule ein Zwangs-Lernort für die Mehrheit ist.

Vielfalt, Abweichung, individuelle Wege sind Themen nicht für die Mehrheit, sondern für den Einzelnen. Und sie sollten auch unreguliert bleiben, will man keine totale Kontrolle über Menschen etablieren.

Auch bin ich der Überzeugung, dass Kinder & Jugendliche einen Raum haben sollen, wo sie selbst entdecken und ausprobieren können. Und es sollen auch Grenzen da sein, an denen sie sich reiben, an denen sie wachsen & die sie ggf. überwinden können.

In diesem Raum fand & findet auch die Entdeckung der eigenen Sexualität statt. Und dass Deutschland "ausstirbt", ist ja überraschenderweise kein Phänomen, das vor dem Sexualkundeunterricht auftrat, sondern seither.

An mangeldem Wissen über Sex kann es also nicht liegen. Eher lag die höhere Kinderzahl davor an mangelndem Wissen über Verhütung.

Heute nennt man es "Alltag", früher nannte man es Strasse. Den Ort nämlich, wo man meist sein unzureichendes Wissen über Sexualität sammelte. "Strasse" klingt sehr abwertend und scheint geradezu nach Sexualkunde-Unterricht zu verlangen, wo das Ganze vermeintlich Würde & Respekt bekommt.

In Wahrheit kann Strasse meinen: Freundeskreis, geschützter Raum, Privatheit usw. Sexualkundeunterricht ist das genaue Gegenteil. Und man kann schon die Frage stellen, was wofür angemessener sei: der vermeintliche unkontrollierte "Schmutz" der "Strasse" oder die Kontrolle selbst des Intimsten unter dem grellen Licht der vermeintlichen "Sachlichkeit" - wo früher dann der vorhersehbare Einzige einen roten Kopf bekam.....

Ich lass das einfach mal so stehen. Woher die paar schwulen Schüler damals wussten/ glaubten, dass sie schwul waren, weiß ich also nicht. Ich nehme mal an, irgendwann fällt es den meisten auf, dass sie andere Jungen lieben und nicht Mädchen. Und dann kommt der für eine Minderheit naturgemß schwierigere Teil, sich selbst sexuell zu verwirklichen. Aber ich glaube nicht, dass die Schule hier Partnerschaften vermitteln sollte & kann.....

Jedenfalls war es von einem bereits in Klasse 10 schulbekannt, weil er es offensiv vertrat. War übrigens noch "Migrationshintergrund" dabei. Ein anderer erklärte mir bei Gelegenheit, dass er schwul sei. Punkt.

Das waren aber ja nur die bekennenden. Die Dunkelziffer ist mir naturgemäß unbekannt.

Ich selbst kannte die Hetero-Basics bereits in der Grundschule. Dank des strengen mütterlichen Katholizismus mit entsprechenden "Bauchschmerzen" verbunden. Selbst das Stuttgarter "Dreifarbenhaus" war mir dem Namen nach ein Begriff - auch wenn die Vorstellungen darüber, was dort so getrieben wird, etwas vage & "exotisch" waren. Ja, als streng katholisches Schlüsselkind bekam man damals schon früh widersprüngliche Lektionen übers Leben....

Dass Männer was mit Männern treiben, konnte man vage an gänzlich unverfänglicher Stelle erfahren, nämlich z.B. in einer Broschüre unter dem Titel "Wer sagt uns die Wahrheit", die in katholischen Kirchen am Broschürenstand auslag und Pubertierende u.a. davor warnte, sich auf junge Männer einzulassen, die einem in Pissoirs usw. ansprachen. Ich denke mal, für Jungen, die Jungen lieben, war das damals ein ganz nützlicher Hinweis....;)

Ich will damit nicht sagen, dass solches der Königsweg sei, sondern nur aufzeigen, dass man selbst als katholischer Internatszögling bereits zu Zeiten von Adam & Eva ein bisschen was über Sex wissen konnte.

Und all die, die damals bereits schwul lebten, mussten ja noch mehr herausbekommen haben. Insofern kann es darum gar nicht gehen, wenn da mehr von der Schule gefordert wird.

Es geht nach meinem Eindruck wieder einmal darum, über die Schule Gesellschaft zu ändern. Und ich meine, die Aufgabe der Schule ist eher, Bestehendes & Erreichtes zu vermitteln, über das weitgehend Konsens herrscht.

Kein freiheitlicher Staat hat das Recht, Schüler auf eine vorweggenommene gesellschaftliche Entwicklung zu drillen, von der man gar nicht weiß, ob und wie sie überhaupt eintreten wird. Schule ist kein Ort für Neuland.

Außerdem gilt in einer freiheitlich-demokratischen Schule ganz besonders das sogenannte "Subsidiaritätsprinzip", das besagt, dass der Staat nur das leisten soll, was Privat nicht leistet/ leisten kann.

Weicht man davon ab, dann öffnet man die Schulen unterschiedlichsten Interessen und macht sie zum Kampfplatz für Lobbyisten & ministeriale Hobby-Reiter, denen es nicht darum geht, was Schüler fürs Leben brauchen, sondern darum, was die Schüler dazu bringt, den Wünschen & Interessen der Einflüsterer zu genügen.

Die zahlreichen "Lehrplanreformen" der Vergangenheit bieten dafür hinreichend negative Beispiele.

Fortgeschrieben werden soll in diesem Fall auch die längst viel zu weit fortgeschrittene pädagogische Überforderung der Schule, für die deren Personal an keiner Stelle auch nur annähernd ausgebildet ist. Auch darüber und darüber, welche Risiken das mit sich bringt, wird - wie üblich in dem bildungspolitischen Saustall - engagiert hinweggesehen.

Erschreckend finde ich die maßlose Diffamierung der Eltern, die ihr verfassungsmäßig verbrieftes Erziehungsrecht einfordern durch die Lobbyisten der "sexuellen Vielfalt". Toleranz scheint hier wieder nur einmal für die Rechtgläubigen zu gelten.

Ansonsten ist der Kern meiner Kritk in dieser Sache das, was ich in meinem ersten Kommentar geschrieben habe.

seriousguy47 03.08.2014 | 18:12

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Ehemaliger Nutzer 04.08.2014 | 15:03

... man könnte es auf die Spitze treiben. Der Grundgedanke der in der "analen Phase" diagnostizierten Konstellation: der (einseitige) Anspruch von Eltern an ein bestimmtes Produzieren an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit (ohne sich um das Bedürfnis des Kindes zu kümmern) ist eher ein Merkmal aktueller erzieherischer Maßnahmen generell. Insofern ist der Kern dessen, was einst mit Sauberkeitserziehung verbunden war, zum Erziehungskonzept überhaupt geworden: die Anpassung an externe Anforderungen. Jedenfalls sind die Nischen, die Kinder für freie Entwicklung haben, im Vergleich zu den früheren Jahrzehnten stark geschrumpft.

seriousguy47 04.08.2014 | 15:34

Die Befunde zeigen, dass deutliche Persönlichkeitsänderungen bis zum jüngeren Erwachsenenalter stattfinden können. Eine hohe Stabilität der Persönlichkeit wird erst im höheren Erwachsenenalter (ca. 50 Jahre) erreicht.“

Da reden wohl zwei ganz unterschiedliche Arbeitsfelder aneinander vorbei. Und in meinen Augen widerspricht das, so pauschal als Kritik an der Psychoanalyse formuliert auch den Erkenntnissen/ Hypothesen der Neurowissenschaft zur Entwicklung des Gehirns.

Richtig sind diese Aussagen dann, wenn man sie als zutreffende Korrektur überholter (und vermutlich vulgärpsychologischer) Annahmen tiefenpsychologischer Art versteht, wo man frühe Kindheit als einzig relevante Phase in der menschlichen Entwicklung ansah/ ansieht.

Es steht aber bereits im logischen Widerspruch zu dem, was Sie anschließend formulieren:

Neben genetischen Einflüssen gibt es eine Vielzahl von Umwelteinflüssen, die sich auf die Persönlichkeit auswirken bzw. diese formen (Krankheit, körperliche Verfassung, Zufallsbegegnungen, Freundeskreis, Schule, besondere Lebensereignisse usw.). Die Beziehungen sind dabei immer reziprok, d.h. Umwelten beeinflussen die Persönlichkeit und diese wiederum sucht oder schafft sich passende (im schlechteren Fall auch unpassende) Umwelten.“



Wie weit kann ein Kind im Mutterleib oder ein Neugeborenes sich „passende Umwelten“ schaffen? Wie weit kann es seine Umwelt in seinem Sinne beeinflussen?

Ich denke mal, ein Erwachsener kann das erstens sehr viel stärker. Und zweitens sind die Wirkungen der Umwelt auf ihn sehr viel schwächer.

Allein daraus aber ergibt sich das stärkere Ausgeliefertsein und damit die stärkere Einflussnahme von Außen mit entsprechend tiefgehenden Prägungen. Und damit erklären sich im Umkehrschluss dann auch die möglichen massiven Schädigungen im Erwachsenenalter durch schwere Traumata. Wenn ich es richtig sehe, dann passieren die genau unter den (negativen) Bedingungen, denen man als Kleinkind bereits im gewöhnlichen Alltag ausgesetzt sein kann.

Ein andere Punkt, der die obige Aussage schlüssig widerlegt, ist, dass Erfahrungen aufeinander aufbauen und positiv korrigiert oder eben auch negativ verstärkt werden können. Daraus aber folgt, dass eine frühe falsche Weichenstellung, die hinreichend verstärkt wurde eine Vielzahl anderer falscher Weichenstellungen im Laufe des Lebens mit sich bringen kann. Die früheste Weichenstellung kann also durchaus die entscheidende sein. Muss es aber nicht.

Die tiefenpsychologische Annahme, dass frühe „Prägungen“ sehr viel massiver & sehr viel generalisierter sind als spätere, ist also ziemlich schlüssig und therapeutisch auch nachvollziehbar, wo Patienten ja auch deshalb sind, weil ihre „Widerstände“ gegen die heilsamen Veränderungen alleine nicht zu überwinden sind. Und selbst der Gang in die Therapie braucht oft eine massive Krise als Anstoß. Und es ist wohl auch kein Zufall, dass eine ganze Reihe psychotherapeutischer Verfahren mit quasi-elterlichen Abhängigkeitsbeziehungen arbeiten, um neue, heilende Prägungen erreichen zu können.

In gewisser Weise gilt das selbst für verhaltenstherapeutische Verfahren oder die „Halbgötter in Weiß“.

Es geht bei Psychoanalyse & Tiefenpsychologie also gar nicht um die Frage, in welchem Alter die Entwicklung einer Persönlichkeit abgeschlossen und diese stabil ist, sondern darum, wo Schädigungen ihre stärkste Wirkung entfalten.

seriousguy47 04.08.2014 | 15:44

Man müsste vielleicht auch einmal die Rolle, Funktion & Genese der Scham untersuchen. Ich vermute mal, dass es scham-lose Gesellschaften nicht bzw. nicht ohne absichtliche Herbeiführung gibt.

Es wird oft davon ausgegangen, Scham sei ein künstlich von Religionen/ Gesellschaften erzeugtes Gefühl. Man kann aber auch auf ganz banale Hintergründe kommen, Z.B. könnte man annehmen, dass der Rückzug in einen sicheren Raum zum sexuellen Kontrollverlust durchaus eine ziemlich tief verankerte Überlebensstrategie sein könnte.

Dann wäre die Frage, was damit noch zusammenhängen könnte. Und wie sich eine ideologisch begründete / interessengeleitete kollektive Verletzung/ Abschaffung von Scham am Ende auswirken würde.....

kami 04.08.2014 | 16:10

Wie weit kann ein Kind im Mutterleib oder ein Neugeborenes sich „passende Umwelten“ schaffen?

Angenommen ein Kind im Mutterleib reagiert für die Mutter wahrnehmbar positiv auf Musik. Die Mutter freut sich und lässt nun öfter Musik abspielen. Damit hat das Ungeborene sich schon eine passende Umwelt geschaffen.

Die tiefenpsychologische Annahme, dass frühe „Prägungen“ sehr viel massiver & sehr viel generalisierter sind als spätere, ist also ziemlich schlüssig

Gegen diese Annahme spricht, dass bei vergleichbaren frühkindlichen Erfahrungen sich die Persönlichkeit von Menschen dennoch ganz unterschiedlich entwickeln kann. Natürlich haben diese frühen Erfahrungen einen Einfluss, aber dieser wird durch spätere Einflüsse und durch genetische Dispositionen relativiert und legt die spätere Persönlichkeit nicht fest.

gweberbv 04.08.2014 | 16:14

@Seriousguy47 und Gebe

1. Ich glaube nicht, dass es ernsthafte Bestrebungen gibt, bestimmte Sexualstellungen im Unterricht nachzuspielen. Vor derlei Unfug braucht man also auch nicht warnen.

2. Es gibt Kinder und Jugendliche, denen im privaten Umfeld Dinge über das Zusammenleben von Menschen vermittelt werden, die in der Mehrheitsgesellschaft nicht anschlussfähig sind. Ein Aspekt davon betrifft die Sexualität. Ich denke, dass es sehr wohl Aufgabe der Schule ist, klar darauf hinzuweisen, dass es a) verschiedene Ausformungen von Sexualität gibt und b) solange dies unter mündigen Bürgern im Einvernehmen geschieht, nichts daran auszusetzen ist, was über reine Geschmacksurteile hinausgeht.

3. Eltern ist es unbenommen, im Rahmen ihres Erziehungsrechts auf die Dekadenz, Sündhaftigkeit, Gottlosigkeit, jüdisch-bolschewikische Unterwanderung, etc. der Mehrheitsgesellschaft, des Privatfernsehens, des Staates und seiner Institutionen hinzuweisen. Der Staat setzt in bestimmten Punkten eben die "Konsensposition" der Mehrheitsgesellschaft dagegen, damit die betroffenen Kinder nicht komplett im Tal der Ahnungslosen aufwachsen. Niemand braucht sich davon überzeugen zu lassen, wichtig ist allein der Umstand, dass unterschiedliche Weltbilder existieren. Mit widersprüchlichen Sichtweisen auf moralische oder politische Grundsatzfragen klarzukommen, ist nämlich sowas wie die Grundfertigkeit, die in einer pluralistischen Gesellschaft notwendig ist.

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seriousguy47 04.08.2014 | 16:50

Offenbar habe ich meinen Punkt nicht verständlich genug formuliert:

1. Offensichtlich gibt es keinen Konsens z.B. über das in Baden-Württemberg zum Thema geplante. Es herrscht also Diskussionsbedarf. Die sexuellen Vielfalter wie die religiösen oder rechtsradikalen Fundamentalisten diskutieren aber eher nicht, sondern diffamieren. Auf Kosten des nötigen Konsenses und der Kinder.

2. Jenseits ideologisch-religiöser und interessengeleiteter Auseinandersetzung gibt es ein paar Aspekte, die ständig untergehen:

a. die Kinder und deren Wohl

b. Notwendigkeiten & Grenzen einer freiheitlichen Demokratie

c. die Frage danach, was Schule real leisten kann und leisten muss

d. die Folgerungen, die sich aus einer Schulpflicht ergeben

e. die Frage, was in einen Lehrplan gehört und was zu einer generellen Lehrerkompetenz - und damit in die Lehrerausbildung und - auswahl.

Mir scheint - Punkt (e) betreffend -, dass z.B. in BW wieder einmal der völlig verfehlte Weg beschritten wird, über Lehrplanvorgaben zu erreichen, was - wenn überhaupt - nur über Lehrerausbildung erreicht werden kann. Es ist die vermeintlich schnelle und kostenlose "Lösung", mit der man außerdem versucht, befürchtete Auseinandersetzungen "elegant" zu umschiffen. Was gründlich in die Hose gegangen ist.

Und um das mal ganz klar zu sagen: ich halte es durchaus für wünschenswert, dass es LehrerInnen gibt, die im Bedarfs- und Einzelfall auch in der Lage sind, Fragen zum Analverkehr sachgerecht zu beantworten. Um dieses Reizwort nocheinmal zu strapazieren. (Daher mein Schwerpunktblick auf die Lehrer und deren Ausbildung.)

Ich zweifle aber, ob es den entsprechenden Lobbyisten um solches Eingehen auf den Einzelfall geht. Mir scheint, es ist ein ideologisches Umsteuern in Richtung Minderheitspositionen angestrebt. Und das geht unter Schulpflicht für mich nicht.

Keine Frage ist für mich, dass Schwule und andere als Mitmenschen ohne Abstriche leben können. Nur kann man das Kindern und Jugendlichen nicht über Unterrichtseinheiten mit abschließendem Leistungstest vermitteln, sondern allenfalls über das eigene Vorbild und ergänzend als Kolateralnutzen bei der Behandlung von anderen Themen.

Es spricht ja gar nichts dagegen, z.B. den CSD dazu zu nutzen, in Geschichte oder Sozialkunde über diesen Tag, seine Hintergründe und seine möglichen Konsequenzen zu sprechen. Man kann das sogar im Englischbuch im Rahmen der Amerikakunde anführen und dann im Gespräch ausweiten. Alles kein Problem für mich. Ich selbst habe bereits in den 80ern einen SPIEGEL-Bericht über ein sogenanntes "schwules Gen" zum Anlass genommen, den Zusammenhang von Genen & Umwelt kritisch zu erörtern.

Soweit ich das mitbekommen habe, ist das in BW wohl auch so intendiert, aber leider in einer Art & Weise, dass man den Eindruck bekommen kann, nur die sexuelle Vielfalt werde als Problem gesehen.

seriousguy47 04.08.2014 | 17:13

"Gegen diese Annahme spricht, dass bei vergleichbaren frühkindlichen Erfahrungen sich die Persönlichkeit von Menschen dennoch ganz unterschiedlich entwickeln kann."

Dieser Widerspruch entsteht nur, wenn man den genetischen Aspekt und die unterschiedliche erworbene Resilienz unterschlägt.

"Damit hat das Ungeborene sich schon eine passende Umwelt geschaffen."

Hier unterschlagen Sie, dass die Mutter auch anders reagieren kann. Genau damit machen Sie aber auch deutlich, wo in meinen Augen Ihr Irrtum liegt:

Sie stellen an "Gesunden" gewonnene Daten der empirischen Psychologie an "Kranken" gemachten Beobachtungen und Hypothesen gegenüber. Das widerspricht sich aber nicht, sondern ergänzt sich.

Magda 04.08.2014 | 17:14

Hallo,

ich habe das mit großem Interesse angehört. Und dachte dabei auch an ihren Vater, den verdienstvollen Erich Kuby, der ja lange Zeit beim Freitag publiziert und den Jakob Augstein zum 100. gewürdigt hat. https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/erich-kuby-zum-100-geburtstag-2013-ein-vortrag

Mir sind allerdings - gerade beim Anhören des Vortrages - schon nochmal die merkwürdigen Ängste deutlicher geworden, die sich da Bahn brechen. Vom Sendungsbewusstsein einmal abgesehen. Und auch die gezielten Ungenauigkeiten fielen mir auf, damit man besser diffamieren kann. Der Umgang mit Judith Butler, böswillig und "geistesfern".

Auf jeden Fall haben die "Männerrechtler" und alle "Aufgeregten" Frau Kuby auf ihrer Seite und den Papst. Prima Gesellschaft.

Magda 04.08.2014 | 17:19

Hier Beelzebub, nur für Sie, gerade geangelt:

Ein Mann stößt seine Frau über die Klippen. Sein Kollege protestiert: “Das ist Mord!” Erwidert der Mann: “Was, Mord? Ich kann meinen Drachen fliegen lassen, wo ich will!”

Den Buchtitel "Toter Mann, guter Mann" finde ich auch nicht gut.

Das mit dem Männerhasser-Pamphlet sagt mir nichts. Ich liebe Männer, vor allem den meinen.

Und ich würde nicht mit Drohungen rumwirtschaften.

dame.von.welt 04.08.2014 | 17:22

Das Manifest von Valerie Solanas erschien in den späten 1960ern, die Buchtitel „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“„Der Mann. Ein Irrtum der Natur?“, „Der Mann als logische und sittliche Unmöglichkeit und als Fluch der Welt“, „Ein bisschen Männerhass steht jeder Frau oder, „Warum Männer nichts taugen“ sind (und bleiben) mir unbekannt und über (noch nicht mal lustige) diskriminierende Witze kann ich nicht lachen.

Ich habe also durchaus Grund zur Klage, wenn mir zum soundsovielten Mal Maskulisten-Haß entgegenschlägt.

°Macht euch auf noch viel mehr davon gefasst! Und vor allem darauf, dass den passenden Worten irgendwann auch passende Taten folgen werden!°<---- das ist Nötigung und Gewaltverherrlichung, an der ich mir die Finger lieber nicht schmutzig mache, sondern das eben der On-Red zur Kenntnis bringe.

Der Kommentar wurde versteckt
kami 04.08.2014 | 18:07

Hier unterschlagen Sie, dass die Mutter auch anders reagieren kann.

Natürlich kann die Mutter auch anders reagieren. Dennoch wird dass Kind zunehmend in einer maßgeblich auch von ihm geschaffenen Umwelt leben. Es wird auf das Verhalten der Eltern und anderer Bezugspersonen ebenso einwirken, wie diese auf das Verhalten des Kindes einwirken.

Sie stellen an "Gesunden" gewonnene Daten der empirischen Psychologie an "Kranken" gemachten Beobachtungen und Hypothesen gegenüber. Das widerspricht sich aber nicht, sondern ergänzt sich.

Inwieweit (und ob) jetzt da zu differenzieren wäre, kann ich nicht beantworten. Aber hat nicht sogar Freud selbst geschrieben, dass seine Psychoanalyse eigentlich am besten bei "gesunden" Menschen anwendbar wäre?

rioges 04.08.2014 | 18:35

Habe den Artikel eben erst gelesen. Was ich nicht verstehe: Warum tut ihr Euch diesem Spam an? Wenn auf der Straße ein Haufen Scheiße liegt, und ich gehe davon aus, dass immer wieder einmal sso ein Haufen dort liegt, dann mache ich einen Bogen drum herum. Denn reintreten ist eklig und sich die Scheiße zu betrachten bringt nichts. dass sie stinkt weiß man ja auch so!

dame.von.welt 04.08.2014 | 18:58

°Was ich nicht verstehe: Warum tut ihr Euch diesem Spam an? Wenn auf der Straße ein Haufen Scheiße liegt, und ich gehe davon aus, dass immer wieder einmal sso ein Haufen dort liegt, dann mache ich einen Bogen drum herum°

Das hieße in der Konsequenz, beim Freitag nicht oder wenigstens zu einer ganzen Reihe von Themen nicht schreiben zu können, einige der hassenden Herren sind nämlich außerordentlich anhänglich. Zertrollte Blogs sind bei Magda Legion und auch ich kann davon einiges berichten. Die Konsequenz ist aber ohnehin, daß sich immer weniger Frauen überhaupt noch an der FC beteiligen.

rioges 04.08.2014 | 19:50

Nein, das meinte ich nicht. Ihr sollt schon über alles schreiben. Ich lese nicht alle "Magdas", aber oft gefallen sie mir.

Ich würde solche Kommentare ignorieren, nicht lesen. Also quasi um die Scheiße einen Bogen machen. Nicht die Straße meiden.

Verstehen kann ioch den Ärger über diese Trolle. Aber auch die gibt es fast überall. Die verderben mir auch oft die Freude an einer Antwort.

Ich lese morgen enmal quer - trete also mitten rein. Vielleicht melde ich mich dann nochmal.

Tao Traveller 04.08.2014 | 21:08

Schade - mit dem werten Herrn BEELZEBUB haette ich mich gerne auseinandergesetzt!

Gerade Leute, die den hohen neurotischen Output haben, sollten unter uns bleiben, bis sie sich so richtig schoen entbloesst haben! Yap.

Diee Querschklaeger sind vielleicht die authentischsten Blogger.

Immerhin, "wir" anderen aeussern uns i.d.R massvoll, d.h. hoeflich und selbstkristisch genug, wohlwissend, dass auch "wir" den Querschlaegern vergleichbare "Mutter-Neurosen" haben.

Ich persoenlich glaube nicht an die "Unterlegenheit" des weiblichen Geschlechts. Das halte ich in erster Linie fuer eine clevere Strategie. ... aber auch irgendwie fuer wahr, da Frauen nun einmal (aus gutem Grund) von der Natur mit starken Emotionen und viel Gefuehl ausgestattet sind.

Die Frauen, die ich kenne, sind nie "straight" im maennlichen Sinn, sie sind schlauer und wissen, dass man im existierenden gesellschaftlichen Kontext besser faehrt, ein "schwaches" Bild abzugeben.

Wenn ich das als 5-jaehriger bereits rational durchschaut haette, waere mein spaeteres Leben womoeglich leichter gewesen. Immerhin hatte ich eine Intuition, dass irgendetwas nicht so ganz stimmen kann, wenn mein gutmuetiger und hart arbeitender Vater an meiner ewig provokativen und ruecksichtslos inrtriganten Mutter zerschellte.

Sie sehen, liebe Frau Magda, dass fast alle Maenner lebenslang ein aehnliches "Paeckchen" mit sich schleppen - was natuerlich abbeldwatschte Kommentare zu ihrem Artikle keineswegs rechtfertigt.

Aber ohend DIESE Kommentare wird es nie sichtbar!

seriousguy47 04.08.2014 | 21:35

Volltreffer.

Aber es gibt Alternativen. Man kann z.B. sagen: herrlich, was für ein süßes Häuflein. ......

Und dann vergessen Sie eines: es gibt Menschen, die wittern so etwas gegen den Wind. Die suchen das. Die brauchen das. Das steigert den Blutdruck, beendet die Lethargie. Belebt den Alltag. Man fühlt sich plötzlich lebendig. Spürt Emotionen. Jagdfieber. Man hat Gründe, mal so richtig die Sau raus zu lassen, Anzeigen zu erstatten usw. usw.

Und jetzt stellen Sie sich mal vor: monatelang, jahrelang keine Scheiße. Dann setzt die Notfallstrategie ein und man fällt über die nächstbesten Unschuldigen her....

Scheiße hat was, man muss sie nur aus der richtigen Perspektive betrachten. Und manche bloggen womöglich nur wegen ihr. Oder?

;)

Magda 04.08.2014 | 21:57

Ja, das habe ich schon vorgestern gelesen und weiter oben angeregt, er sollte das vielleicht auch noch in Verse setzen.

Es trifft mich nicht, weil er da so allgemein spektakelt. Aber, Sie haben Recht. Mal abgesehen von diesem facebook-Eintrag: Wieso schreitet da niemand ein? Wer bremst denn? Das ist hate speech, das ist an der Grenze zur Volksverhetzung. Mir sind die facebook-Regeln völlig unerfindlich.

miauxx 04.08.2014 | 22:33

Jetzt sag' ich hier doch auch mal was:

Hunter ist nicht unbedingt der Typ sanfter Worte. Faktisch gesehen hat er mit seinen Andeutungen aber schon nicht unrecht. Gender-Studies und zum G. Mainstreaming lasse ich jetzt mal raus. Gleichstellungsbeauftragte jdf. haben keinen Segen in die Arbeitswelt gebracht. Kannst Du glauben. Es hört sich nur gut an, solche zu haben.

Gegen Deinen Blogtext an sich will ich damit nichts gesagt haben!

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Ehemaliger Nutzer 05.08.2014 | 00:29

Diese Ungenauigkeiten sind frapant. und bewusst. diese Schwammigkeit macht sie unangreifbar im strafrechtlichen Sinne, denn sie schrammt daran tatsächlich mit kalkulierter Haaresbreite so manches Mal vorbei.

Ihre Homophobie ist von einer kaum zu übertreffenden Menschenverachtung, die sie wieder kalkuliert an die Grenze treibt.

Was ein Erbe von Erich Kuby. Diese vollkommen bösartige Frau, ein Sohn der den HIVirus leugnet und die Enkelin ist die Sprecherin von Generation Benedikt.

Vielleicht ist das ja die einzige Möglichkeit, die sie sehen aus dem Schatten von Erich Kuby zu treten.

Ich habe mich gewundert, dass ich Kuby nicht bei Pro Christ gefunden habe. Das ist eigentlich dasselbe Weltbild. Billy Graham und sie sind so ziemlich ein Niveau. Und wer mal staunen will, hier die Besetzung des Kuratorium des homophoben und abtreibungsverteufelnden Fundamentalsitenvereins:

Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern

Dr. Peter F. Barrenstein, Unternehmensberater

Dr. Günther Beckstein, Ministerpräsident a. D.

Jochen Bohl, Landesbischof der Evang.-Lutherischen Landeskirche Sachsens

Professor Jerzy Buzek, ehem. Präsident des Europäischen Parlaments

Cacau, Deutscher Fußballnationalspieler

Alexander Graf zu Castell-Castell, Selbstständiger Kaufmann

Dr. Heinz-Horst Deichmann, Unternehmer

Kommerzialrat Martin Essl, Unternehmer

Dr. Ulrich Fischer, Landesbischof der Evang. Landeskirche in Baden

Michael Föll, Erster Bürgermeister der Stadt Stuttgart

Peter Hahne, FernsehmoderatorFriedrich Hänssler, Verleger

Prof. Dr. Michael Herbst, Inhaber des Lehrstuhls für praktische Theologie und Prorektor der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald

Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evang. Gemeinden Deutschland

Hartmut Hühnerbein, Sprecher des Vorstands des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschlands e.V. (CJD)

Dr. h. c. Frank Otfried July, Landesbischof der Evang. Landeskirche in Württemberg

Bernhard Langer, Golfprofi

Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen

Friedhelm Loh, Unternehmer

Joachim Loh, Unternehmer

Dr. Jur. Gert Maichel, Manager

Dr. Gerhard Maier, Altbischof

Prof. Axel Noack, Altbischof u. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste

Prof. Dr. Johannes Reimer, Professor für Missionswissenschaften an der Universität von Südafrika, Dozent für Missiologie am Theol. Seminar des Bundes Freier evang. Gemeinden

Norman Rentrop, UnternehmerHenning Röhl, ehem. Geschäftsführer der Bibel TV Stiftung

Karl-Heinz Stengel, Präses des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland e.V.

Erwin Teufel, Ministerpräsident a. D.

Prof. Dr. Friedrich Weber, Landesbischof der Evang.-Luth. Landeskirche in Braunschweig

Frank-J. Weise, Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit

Rosemarie Wenner, Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland

Saul Rednow 05.08.2014 | 09:32

@KalleWirsch schrieb am 05.08.2014 - 0:29 Uhr u.a.

„(…) Und wer mal staunen will, hier die Besetzung des Kuratorium des homophoben und abtreibungsverteufelnden Fundamentalistenvereins (…)

Jochen Bohl, Landesbischof der Evang.-Lutherischen Landeskirche Sachsens (…)

Dr. Ulrich Fischer, Landesbischof der Evang. Landeskirche in Baden (…)

Dr. h. c. Frank Otfried July, Landesbischof der Evang. Landeskirche in Württemberg (…)

Dr. Gerhard Maier, Altbischof (…)

Prof. Axel Noack, Altbischof (…)

Prof. Dr. Friedrich Weber, Landesbischof der Evang.-Luth. Landeskirche in Braunschweig (…)

Rosemarie Wenner, Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland“

----------

Bischöfe bekommen ihr üppiges Gehalt nicht von der Kirche, sondern von den Steuerzahlern; die Rede ist hier nicht etwa von den Kirchensteuern, sondern von den Steuern, die alle Staatsbürger/innen - also auch Anders- und Nichtgläubige - zu zahlen haben!

Erzbischöfe werden nach B10 (Beamten-Besoldungsstufe) bezahlt - 10000 bis 11000 Euro monatlich; Bischöfe erhalten B6 - 7000 bis 8000 Euro.

Die Bischofsgehälter sind jedoch nur ein winziger Teil der staatlichen Pauschalleistungen. Mit Dotationen (Zuwendungen) in Höhe von 460 Millionen Euro finanzierten die Länder - außer Hamburg und Bremen - 2010 die Kirchen. Neben Bischöfen werden auch Generalvikare, Weihbischöfe und Domkapitulare bezuschusst. Jeder Steuerzahler muss zudem für die Instandhaltung von Orgeln und Kirchen sowie für das Gehalt von Pfarrern und Messnern aufkommen.

http://www.ibka.org/infos/privilegien.html

http://www.rosalueste.de/aufruf1.html

http://www.lust-zeitschrift.de/aufruf/aufruf.php

http://www.kirchenaustritt.de/

http://www.laizisten.de/index.php?option=com_content&task=view&id=102

http://www.ibka.org/artikel/soziale.html

http://www.ibka.org/node/967

http://carstenfrerk.de/wb/buecher/violettbuch-kirchenfinanzen.php

Saul Rednow 05.08.2014 | 10:06

Januar 2014

Papst Franziskus: „Die Kirche ist zum Gespött der Menschen geworden, die den Kopf schütteln, wenn wir vorübergehen.“

Wer könnte dieser Aussage ernsthaft widersprechen wollen, wenn er auch nur den (oben eingebetteten) Comedy-Beitrag von Gabriele Kuby angehört hat? Von schwachsinnigen Aussagen aus den vergangenen Monaten, die andere Kirchen-Figuren absonderten, ganz zu schweigen.

GEBE 05.08.2014 | 10:23

Werte Magda,

Sie haben recht, bei aller Kontroverse ist das absolut etwas, was nicht geht und was gemaßregelt gehört.

Ich an Ihrer Stelle würde tatsächlich im Fall einer angedrohten "bewaffnete Todfeinschaft" zur nächsten Staatsanwaltschaft marschieren und Strafanzeige erstatten - und zwar ohne mit der Wimper zu zücken. Solche Angelegenheiten gehören schlichtweg gemaßregelt, und zwar aus rein leidenschaftslos-sachlichen Erwägungen.

Saul Rednow 05.08.2014 | 10:39

Wehret den Anfängen! Strafanzeige erstatten! (- siehe unten stehenden Link -).

Und weil ich weiß, dass Verleumdungen und Beschimpfungen oft die Vorstufe zu (nicht nur verbaler) Gewalt sein können, hatte ich weiter oben im Thread um die Löschung eines „volksverhetzenden“ Kommentars gebeten.

Inzwischen wurden zwar mehrere Kommentare anderer Nutzer eingeklappt, nicht jedoch der von mir beanstandete. Ich habe das zur Kenntnis genommen

https://www.internetwache-polizei-berlin.de/index_start.html

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Ehemaliger Nutzer 05.08.2014 | 10:57

Ich schließe mich Gebe an. Nimm Kontakt zur On Redaktion auf und zeig den User an.

Ich hatte das mal auf Myspace vor langer, langer Zeit mit nem Nazi. Ich hab damals keine Anzeige gemacht, mich sofort gelöscht und wochenlang ein mulmiges Gefühl. Besser sofort was dagegen tun, damit du selbst auch nicht in eine Hilflosigkeit gerätst.

Und letztendlich brauchen solche Leute Grenzen.

Marian Schraube 05.08.2014 | 11:25

Es wird Sie nicht aufmuntern, aber die Frage von "Strafwürdigkeiten" wird gerade bei WikipediA intensiv erörtert: http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Akif_Pirin%C3%A7ci#Facebook

Mir fällt indem Zusammenhang nur noch das aktuell bei Freitag beworbene Buch "Die Diktatur der Dummen" ein. Natürlich von einer Frau und natürlich von einer Professorin, wie das dieser Pinscheri oder wie er heißt sagen würde.

use77 05.08.2014 | 12:18


In Amerika ist die Lage inzwischen soweit, dass die Ideologie der Genderforschung offen debattiert wird. Dabei erhalten die Vortragenden im Gegensatz zu den deutschen Genderprofessoren Morddrohungen und werden offen physisch attackiert.
Die ehemals radikale Feministin und bis heute linke Geschichts- und Englischprofessorin Janice Fiamengo klagt vor allem die affirmative action hirinf policy (dt. "positive Diskriminierung") an und erläutert in diesem Vortrag hier eingängig, was nicht stimmt. (s. Link) Meines Wissens nach, gibt es in Deutschland bislang noch immer keinerlei Evaluierung der Forschung. Auch werden Argumente der Gegenseite meist als Hasstiraden abgetan, man kriegt es in den Kopf nicht hinein. Dabei ist die Annmerkung, dass weite Teile der aktuellen Politik einen Backlash darstellen, der sich in Form von neoliberaler Unterordnung manifestiert, zumindest meiner Meinung nach noch das Harmloseste, wenn man sich z.B. das #killallmen-Hashtag anschaut, und die vielen Hinweise auf Lexikon-Defninition des Feminismus als eine Antwort auf solche Bemerkungen. Wie auch immer, hier der Vortrag von Fiamengo. Im Englischen heisst es übrigens ehrlicherweise "women’s studies". Zu Judith Butler möchte ich mich an dieser Stelle lieber ausschweigen. (Slavoj Zizek hat schon genug gesagt)
www.youtube.com/watch?v=5I6aYl4XDpA

dame.von.welt 05.08.2014 | 13:24

Wie kommen Sie bei Janice Fiamengo ausgerechnet auf °bis heute linke Geschichts- und Englischprofessorin°?

°In fact, in the most recent article she posted, on February 25, Fiamengo (who is, one might add, notably obsessed with, and largely only published in, the United States, with its Fox News, talk radio ultra-right subculture) led in with:

"Proclaiming himself a conciliator and a moderate with a vision of Americans “stand[ing] with each other” and “paying their fair share,” President Barack Obama is in fact one of the most partisan presidents ever to occupy the White House. Fine-sounding words notwithstanding, he is a leftist ideologue and no-holds-barred political fighter whose practice has consistently been to demonize the American equivalents of the hated kulaks (farmers) and petit-bourgeoisie (small business owners) persecuted in the Soviet Union. Obama’s enemies include those “bitter” people who “cling to guns or religion or antipathy to people who aren’t like them” as well as the presumably benighted bigots who fail to realize that “the future must not belong to those who slander the prophet of Islam.” With his anti-American, neo-Marxist outlook shaped by mentors and heroes such as Frank Marshall Davis, Bill Ayers, Saul Alinsky, and Jeremiah Wright, Obama is naturally inclined to be suspicious of freedom and to feel sympathy for groups such as the Muslim Brotherhood."

This is, to say the least, a fascinating way to characterize the President of the United States. A President who has, in fact, been astonishingly aggressive, imperialistic and violent in his on-going extra-judicial war murdering people in the Middle East (including hundreds of innocent bystanders) without any pretense of a trial or due process. To say that this would be the characterization that would be made by an extreme-right zealot would be obvious.

Fiamengo posted this, as she has many other anti-Islamic articles, on David Horowitz's notoriously bigoted frontpagemag.com, a website that promotes Horowitz's outright racist musings like those found in his joint diatribe, Black Skin Privilege, which is promoted as showing that "in fact the most insidious bias in our culture today is black skin privilege."

It would seem that not only have women and feminists unjustly taken power, but so have blacks and other groups.

Fiamengo is not at all shy about this, attacking Islamics directly and vociferously. She wrote an article on Horowitz's racist site in praise of Gavin Boby, an English bigot who crusaded against mosques in British neighbourhoods, sadly often successfully. She writes glowingly:

"Only in a nation hobbled by political correctness of the most mind-boggling sort could a speaker proposing nothing more shocking than residents’ right to defend their neighbourhoods be so vociferously denounced. The self-righteous outcries at Boby’s “fearmongering” came not only from the predictable sources -- in this case the Canadian arm of the Council on American-Islamic Relations (CAIR-CAN), fawningly reported on by the press despite its close ties to terrorist organizations -- but also from self-proclaimed free-thinkers and mainstream journalists. When everyone involved declares their commitment to free speech while seeking to suppress, distort, and censor Boby’s message, one is left staggered by the House of Mirrors confusion passing for informed debate in this country."

Of course, she is writing of the "right" of residents to "defend their neighbourhoods" from mosques. Places of worship. In an article decrying the supposed lack of "free speech" she praises a bigot and others who would seek to deny freedom of speech to Islamics by denying them the very ability to build houses of worship.

She then, as she is aiming at an American audience, goes on to condemn the "notoriously left-wing Canadian Broadcasting Corporation" for not taking up Boby's cause.

But Fiamengo is not content with Islamics. She also "outs," in the extreme right American Libertarian site, PJ Media, the supposed preference given to Canada's Native People and other peoples in a stunningly offensive diatribe in which she belittles fellow academics who come from backgrounds that she sees as having been "favoured".

In one of her multiple attacks on the very students she teaches, who she herself holds in total contempt, she states:

"Indeed, some students become so immersed in Leftist ideology -- a kind of secret society whose code language they have learned in fear and trembling and now exercise with pride -- that they believe it the only possible view of the world and have never seriously considered alternatives except as the deplorable prejudices of the hateful unwashed. Their conviction of rightness has revealed itself in a multitude of anti-intellectual and repressive behavior on university campuses across the country."

One could go on and on. There are many more examples of her work that are readily available online° Klick.

Da Sie ganz neu beim Freitag sind, ein technischer Tip: Ihre links würden schon anklickbar, wenn Sie nach c+p bloß die Leertaste betätigen würden.

Marian Schraube 05.08.2014 | 17:36

Zur Titelfrage des Blogs dürfte meines Wissens bislang kaum jemand die Antwort so treffend gegeben haben als Ijoma Mangold in „Volle Ladung Hass“ für die Zeit: „Es muss eine Menge Leute geben, die ihre eigenen Normalitätsvorstellungen bedroht sehen. Die sich gegängelt fühlen und den Eindruck haben, sie müssten sich gesinnungsmäßig nach der Decke strecken und wegen der Identitätspolitik von Menschen, mit denen sie nicht befreundet sind, ihr eigenes Vokabular modifizieren, mit dem sie sich seit gefühlten Jahrhunderten in der Welt eingerichtet haben. Dieses Milieu fühlt sich medial nicht mehr repräsentiert und hält sich wie an einen Strohhalm an Akif Pirinçci.“

Das war am 4. April veröffentlicht. Seitdem ist die FB-Präsenz des P. zu einer Plattform degeneriert, auf der unverhohlen zu Gewalttätigkeit aufgerufen wird. An ihr berauscht sich der ganz normale Mob und übt sich im Crescendo.

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Sabbell 05.08.2014 | 20:35

frau sollte das erweitern: wegen der sexistischen Gerichte ist es schwierig "Volksverhetzung" zu bejahen. Selbst Sarrazin, der das Klima in dieser Gesellschaft geschädigt hat, ist ja nie verurteilt worden! Wie brauchen daher wieder den Tatbestand der hetze und der Hasstat, sowie der respektlosen Herabwürdigung. Ich finde es schlimm, dass sich Frau Professorin Tuider quasi verstecken muss, nachdem sie vom P Als "Berufsperverse" geschmäht wurde, nur weil sie den Forschungsstand wiedergibt.

Dasselbe bei Susanne Baer, die er als "kampflesbe" beleidigt, dabei ist sie Richterin am höchsten Gericht! Schlimm ist das.

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Ehemaliger Nutzer 05.08.2014 | 20:36

Nicht nur im Beitrag über die neue vorgestellte Studie über Maskulisten der Friedrich-Ebert-Stiftung, auch anderswo tobt sich ein geschlechtsspezifischer Hass neuer Qualität aus.

Daß der angesprochene Haß geschlechtsspezifisch wäre, kann ich nicht sehen. Sowohl die Behaßten (ich bin so stolz auf das eben von mir erfundene Wort) als auch die Hasser sind Frauen und Männer.

Das führte bei Pirinçci zu Ausfällen wie »Noch vor 30 Jahren hätte man so eine Alte in den Knast gesteckt und sie so lange dort behalten, bis sie verrottet wäre.« Tuider sei eine »dumm schwätzende und ausschließlich ihr abartiges Sexualleben im Auge behaltende irre Lesbe« und »sexbesessene Zwangsjackenkandidatin«

Ich kenne das literarische Werk Pirinçci nicht, aber seine Ausfälle erinnern mich vom Tonfall her an die antisemitischen Haßtiraden des späten Ludwig Thoma im "Miesbacher Anzeiger".

Ciao

Wolfram

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Ehemaliger Nutzer 05.08.2014 | 20:42

@fegalo

Weil Sie selbst nicht drauf kommen: Der Hass entsteht in Leuten, die verstanden haben, dass das Betreiben der Genderfraktion darauf hinausläuft, essentielle Grundstrukturen einer funktionierenden und reproduktionsfähigen Gesellschaft zu beschädigen oder gar zu zerstören (ob gewollt oder ungewollt, will ich an dieser Stelle gar nicht thematisieren, obwohl es ein wichtiger Aspekt ist – denn beides ist der Fall).

Ob du vielleicht erklären könntest, was das Motiv dieser Leute sein könnte, "essentielle Grundstrukturen einer funktionierenden und reproduktionsfähigen Gesellschaft zu beschädigen oder gar zu zerstören". Sind es Reptiloide, welche die Reproduktionsfähigkeit bzw. -willigkeit der Menschen untergraben, um dann die Weltherrschaft zu übernehmen?

Und diese Leute werden eben richtig sauer, wenn „Genderlesben“ wie Frau Tuider an ihren Kindern herumpfuschen wollen und die soziale Grundeinheit der Familie, von der sie wissen, dass diese die wichtigste und vom Staat selbst nicht herstellbare Basis unserer Gesellschaft darstellt, durch deren Treiben in ihrer Entstehung beschädigen oder gar zerstören.

Wer hat eigentlich das Gerücht aufgebracht, Homosexuelle (m/w) seien gegen die Familie eingestellt? Gewiß, es gibt dauerhaft promiskuitiv lebende Schwule und Lesben, diese Lebensform aber gibt es auch bei Heterosexuellen, und nicht zu knapp. Im Bewußtsein der Öffentlichkeit dominieren die schrillen Homosexuellen á la Christopher-Street-Day, sie drängeln sich halt vor (je nun), sie sind einfach am auffälligsten. Die allermeisten Lesben und Schwulen dagegen leben absolut unauffällig (auch, weil sie sich noch? nicht outen wollen). Es sind ausgesprochen stinknormale Menschen, viele davon so normal, daß es schon weh tut. Seit sie die Möglichkeit dazu haben lassen sich Homosexuelle trauen (als Lebensgemeinschaft eintragen), ginge es nach ihnen, hätten sie gerne dasselbe Recht auf Adoption von Kindern wie heterosexuelle Menschen. Die meisten Homosexuellen drängt es, in einer ganz normalen (meinetwegen: stinknormalen) Familie zu leben.

Es raubt einem fast den Atem, daß heutzutage der Papst deutlich milder und... ja, liebevoller über das hier in Rede stehende Thema spricht als die jetzt so allmählich in Fahrt gekommenen Schwulen-, Lesben- und Überhaupt-Hasser. Er redet nicht der Homosexualität das Wort, aber er akzeptiert Homosexuelle. "Wer bin ich, daß ich mir erlauben könnte, Homosexuelle zu verurteilen." (sinngemäßes Zitat aus dem Gedächtnis)

Haben Sie eigentlich selbst Kinder?

Ja, zwei. Beide sind inzwischen erwachsen - und nicht schwul. Die Statistik sagt mir, daß ich 10 bis 20 Kinder hätte haben müssen, um die faire Chance zu erhalten, daß eines davon schwul ist. Ich wäre nicht vor Entsetzen zusammengezuckt, wenn es denn so gekommen wäre. Ischwör.

Ciao

Wolfram

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Ehemaliger Nutzer 05.08.2014 | 20:44

@dame.von.welt

Wenig überraschend, daß Sie als Beleg für Ihre Meinung zur Postille von Sven von Storch verlinken, dem Gatten von Beatrix von Storch, nebst beider Initiativen zu x bräunlichen think tanks.

Im verlinkten Artikel heißt es: "Im Rahmen des Rollenspiels »3 – 2 – 1 – Deins« werden Vierzehnjährige ermutigt, Häkeldeckchen und Vaginalkugeln für ein Mietshaus zu ersteigern." Also, Häkeldeckchen geht gar nicht.

Ciao

Wolfram

Magda 05.08.2014 | 20:46

Hallo Wofram,

mit geschlechtsspezifisch meinte ich eher, dass sich der Hass am Thema Geschlechterfragen abarbeitet. Es gibt - in der Tat - auch einige Frauen, die sich genau so verbittert und verdammend gegenüber Genderfragen äußern. Allerdings auch mit den gleichen Fehlinformationen und Fehlannahmen.

Der Verweis auf Ludwig Thoma ist interessant. Meine Sorge ist aber ganz ernsthaft, dass in der Tat Sündenböcke kreiert werden. Das kann einen schon ganz schön schlauchen.

Gruß

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Ehemaliger Nutzer 05.08.2014 | 20:46

@SchrittmacherM

Das mit der "väterlichen Autorität" ... ist das schlecht?

Nein, nein, man muß die väterliche Autorität nur sinnvoll anzuwenden wissen.

Ich habe meine Kinder streng antiautoritär erzogen - und leicht war das nicht.

Ständig kamen sie damit daher, daß sie gesagt haben "Aber klar, lieber Herr Vater, natürlich haben der liebe Herr Vater recht und klar, wird gemacht, was der liebe Herr Vater beschlossen hat." Und ich sagte, daß das hier ein antiautoritärer Haushalt sei und daß ich mir diesen devoten Ton nicht gefallen ließe und solange sie ihre Füße unter meinen Tisch steckten, hätten sie gefälligst aufsässig zu sein. Und dann bin ich mit eisernem Besen dazwischen gefahren und heute sind sie wirklich mündige Menschen. Ohne konsequente, eisenharte Strenge geht es halt nicht.

Ansonsten sabbelst auch du scheisse zum Ende deines Kommentars.

Es geht halt nix über einen gepflegten Umgangston.

Ciao

Wolfram

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Ehemaliger Nutzer 05.08.2014 | 20:48

@fegalo

Es bleibt dabei. Wenn ein Schwuler und eine Lesbe gemeinsam ein Buch zur Sexualpädagogik für Kinder verfassen, dann werden sie die homosexuelle Sicht auf die Sexualität befördern wollen.

Was ist denn das für ein Zeug? Als könnte man für Homosexualität Werbung machen! Man hat umgekehrt viele Jahrzehnte lang versucht, den Homosexuellen ihre Homosexualität auszutreiben, es hat nicht funktioniert. Der Gedanke, man könnte einen Heterosexuellen von der allgemein gesellschaftlich anerkennten Heterosexualität abwerben, ist absolut abenteuerlich.

Ciao

Wolfram

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Ehemaliger Nutzer 05.08.2014 | 20:50

@alalue

Anale Phase ist eine Erfindung von Freud und heute nicht mehr haltbar.

Im übrigen hat Freuds Konzept der Analen Phase nichts mit Analsex zu tun.

Der Vorwurf, Heteros würden von geheime Analgelüsten geplagt, ist so was von daneben

Gott, was heißt schon "geheim" und "Vorwurf". Ich hab mir sagen lassen, so manche Frau habe auch ein schönes Arscherl. Ob und wie man beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr daraus beiderseitige Lust zieht ist Privatsache.

Ciao

Wolfram

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Schachnerin 05.08.2014 | 21:52

Der Deutsche Sprachpfleger Bastian Sick verteidigt das österreichische Volk gegen kämpferische Sprachfeministinnen und bekämpft das Binnen I. Er hat einen offenen Brief an die österreichische Bildungs- und Frauenministerin und an den Wissenschaftsminister unterschrieben. Von den 800 Unterzeichnern sollen über die Hälfte Frauen gewesen sein.

Sprache war und ist immer ein Bereich, der sich basisdemokratisch weiterentwickelt: Was die Mehrheit der Sprachteilhaber als richtig empfindet, wird als Regelfall angesehen. Wo immer im Laufe der Geschichte versucht wurde, in diesen Prozess regulierend einzugreifen, hatten wir es mit diktatorischen Regimen zu tun. Das staatstragende Prinzip „Demokratie“ verbietet daher a priori sprachliche Zwangsmaßnahmen, wie sie derzeit überhand-nehmen. Ein minimaler Prozentsatz kämpferischer Sprachfeministinnen darf nicht länger der nahezu 90-prozentigen Mehrheit der Staatsbürger ihren Willen aufzwingen.

http://derstandard.at/2000003047934/Sprachkritiker-gegen-Wildwuchs-beim-Gendern

Seit 2011 ist Österreich auch Heimat großer Töchter, die hat der Volks Rock'n'Roller Andreas Gabalier weggelassen und die Hymne gesungen, wie er sie mit 8 Jahren in der Schule gelernt hat. Bildungs- und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat als Lernhilfe für ihn den Text auf facebook gepostet, dafür ist sie mit einem shitstorm übergossen worden. Drei Leute waren damit beschäftigt, die ärgsten Drohungen zu löschen, darunter Morddrohungen wie, sie soll vergast, oder als Hexe verbrannt werden. Hua (Hure) und unbefriedigtes Emanzenweib wurde sie genannt. Gefragt wurde, ob es in Österreich keine anderen Probleme gäbe.

http://derstandard.at/2000002451422/Bundeshymne-Die-Toechter-sinds-nicht

http://derstandard.at/2000002393084/Sexismus-Shitstorm-gegen-Heinisch-Hosek

Schachnerin 05.08.2014 | 23:02

Auf die Frage, ob Gendern in Deutschland genauso emotional besetzt sei, wie in Österreich antwortet Sick:

Es ist auch in Deutschland ein großes Thema, doch wird die Diskussion hier (noch) nicht so leidenschaftlich geführt wie in Österreich und in der Schweiz. Was daran liegt, dass der Staat noch keine Anstalten unternommen hat, hier verbindliche Vorschriften zu erlassen. Und das ist gut so, denn wir Deutschen haben die Erfahrung gemacht, dass es nie zum Vorteil war, wenn der Staat dem Volk die Schreib- und Sprechweise vorschreiben wollte. Zu oft ist Sprache für die Macht und von der Macht missbraucht worden. Ob unter den Nazis oder dem DDR-Regime: Zensur war immer schädlich.

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Ehemaliger Nutzer 06.08.2014 | 09:39

@Schachnerin

Auf die Frage, ob Gendern in Deutschland genauso emotional besetzt sei, wie in Österreich antwortet Sick:

"Es ist auch in Deutschland ein großes Thema, doch wird die Diskussion hier (noch) nicht so leidenschaftlich geführt wie in Österreich und in der Schweiz. Was daran liegt, dass der Staat noch keine Anstalten unternommen hat, hier verbindliche Vorschriften zu erlassen."

Es korrigiere mich, wer es besser weiß: Nach meinen Informationen gibt es für den amtlichen Schriftverkehr sehr wohl Regelungen, welche den Beamten (sic!) vorschreiben, die geschlechtergerechte Sprache zu verwenden.

Das Kreuz an der geschlechtergerechten Sprache ist, daß sie sehr umständlich ist, und zwar sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen. Beim Sprechen kann man sich eventuell drum rum mogeln, bei der Gewerkschaft heißt es dann "Liebe Kolleen und Kolleen".

Ciao

Wolfram

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