Klinsi macht Werbung für die taz

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Unser Ex-Bundestrainer und Liebling der WM-Nation 2006 ist ein humorloser Kleingeist, welcher in „keinschter“ Weise Verständnis für satirische Scherze mit seiner Person aufbringen kann. Die taz hatte ihn Ostern in Anspielung und unter Nutzung einer Fotomontage der weltberühmten Schlussszene aus dem wohl populärsten Film von Monty Python „Das Leben des Brian“ auf den Titel gebracht.

Sicher – dass muss man Klinsmann zu Gute halten – liegen seine Nerven nach dem fußballerischen Peinlichkeitsreigen seiner Bayern im spanischen Barcelona ziemlich blank und Grund zum Lachen scheint er zur Zeit wirklich nicht zu haben, sieht man mal von seinem Dauergrinsen ab, welches aufgesetzt wird, sobald Kamera und Mikrofon eingeschalten sind. Seine Mannschaft spielt gegen ihn und nun auch noch der österliche Spaß in der taz. Da platzt wohl auch dem Optimismusmessias des deutschen Fußballs der Kragen.

Wahrscheinlich ist Klinsi Beratungsresistent oder war zu lange in Amerika. Sonst würde er wissen, dass solche „Angriffe“ souverän zu ignorieren sind, anstatt durch trotziges Klagen, die ganze Sache erst so richtig in Gang zu bringen. Kurt Beck hat genauso Lehrgeld bezahlt wie einst auch Kai Dieckmann. Ersterer hat seinen Ruf als humorloser Spießer seit dem weg und obendrein erweist sich somit der ewige Helmut Kohl zum wiederholten male als weit souveräner, trotz der ständigen satirischen Attacken gegen seine Person. Vielleicht hätte Klinsi diesbezüglich mal mit Beck oder Diekmann telefonieren sollen bzw. vor allem mit Helmut Kohl.

Jedenfalls hätte ich nicht gedacht – seine Fußballerexistenz bereits strafmildernd eingepreist – dass unser aller Klinsi kulturell so unterbelichtet ist, wie es jetzt den Eindruck macht. Aber vielleicht ist ihm der Film, auf den sich der österliche taz-Titel ziemlich eindeutig bezieht, tatsächlich nicht bekannt. Aber selbst wenn, hat dieser Mann keine Berater? Sollte in seinem Umfeld niemand sein, der ihn mal auf die Schulter klopft und sagt: entspann dich Jürgen, dass ist nämlich so …

Jedenfalls macht Klinsi auf diese Weise unfreiwillig PR für die taz, welche sich bestimmt schon tierisch auf den eventuell anstehenden Rechtsstreit freut. Ganz gelassen und entspannt natürlich. Die werden sicher ein kleines Fläschchen öffnen und anstoßen auf den eingeschnappten Fußballlehrer. Allein, ich gönne es ihnen und Klinsi will ich zurufen:

Allways look on the bright side of life, didüt, didüt, didütdelitedüt …

22:28 14.04.2009
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Geschrieben von

mahung

Ende der 80er Jahre aus Halle-Neustadt zugereister Dresdner mit starker Affinität zur schönen Stadt Leipzig. Aber nunmehr in Berlin ...
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