Tag 18 – Das Buch, mit dem schönsten Cover, das du besitzt

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Seit mehreren Wochen schleiche ich immer mal wieder um diese Frage herum und somit auch um mein Bücherregal – um nicht fündig zu werden und ihre Beantwortung auf den nächsten Tag zu verschieben. (Vom Winde verweht liegt mir übrigens als grauenvolles Taschenbuch mit lila Cover vor, auf einem Flohmarkt für sehr wenig Geld und der Vollständigkeit halber erstanden und in dieser Form noch nie erneut gelesen. Oha: Als ich elf war stand neben dem Radiowecker ein kleiner quadratischer Bilderrahmen auf meinem Nachttisch, in den ich aus einer Fernsehzeitschrift das schwarzweiße Kussbild von Scarlett O'Hara und Rhett Butler gefummelt hatte, und schon allein wegen dieser winzigen, zurück geholten Erinnerung freue ich mich, diesen Text begonnen zu haben..)

Um nun endlich die Hürde des 18. Fragetags zu nehmen, hielt ich schon einige Male ein amerikanisches Internet-Phänomen-Theorie-Buch in Händen, das sonst in der obersten Regalreihe steht. Ich glaube mich zu erinnern, dass Begrifflichkeiten wie Long Tail und andere längst langweilig gewordene Dinge darin vorkommen. Im Büro sitzend vermag ich mich nicht einmal mehr an den Titel zu erinnern. Das Buch hat keinen festen Einband, ist vom Format her aber größer als ein Taschenbuch. Wie ein gebundenes Buch ist es in Papier gehüllt und dies hat hier die Anmutung von Geschenkpapier, denn der Einband ist türkisfarben, glänzt metallisch und ist in sich noch einmal mit Punkten versehen, die man nur je nach Lichteinfall sieht.

Das Buch hat also aus popkultureller Sicht so etwas wie ein schönes Cover, so man diese Effekte mag, aber hat nicht viel mit dem zu tun, was das Buch mit dem schönsten Einband für mich ausmachte, wenn ich denn eins besäße.
Jenes Buch hätte einen ledernen, schon etwas abgegriffenen Einband, gerne grau oder auch braun sowie eine Prägung, die kunstvoll eine Szene aus dem Buch abbildete und ich würde es von Zeit zu Zeit aus dem Regal nehmen und mit den Fingern darüber streichen.
Wichtig wäre mir auch die Verbundenheit, die ich mit dem Inhalt des Buches fühlte. Die beiden Komponenten gingen also Hand in Hand. Ach eben ganz wie im echten Leben: Die schönste Hülle mag mir nicht mehr gefallen, wenn ich herausfinde, dass sich nichts Schönes dahinter verbirgt. Da gibt es da ja auch dies ähnlich gelagerte englische Sprichwort..

(Man mag mir meine Kitschigkeit nachsehen: Draußen liegt so viel wundervoller Schnee und ich höre gerade offenbar zu viel Proust.)

13:37 15.12.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von