Internationaler Frauentag – nicht vergessen!

Weltfrauentag Ein kleiner - beinahe privater Blick auf den heutigen 8. März - der in alle Ressorts gehören würde: Politik, Alltag, Kultur und Wirtschaft
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Heute am sehr frühen Morgen, als mich die ersten SMS und WhatsApp Nachrichten mit Glückwünschen zum 8. März erreichten, dachte ich einen Moment daran, dass sich dieser Tag langsam überlebt haben könnte. Irgendwie gehört er für mich eben auch in die DDR-Vergangenheit. Ich erinnere mich, dass wir Frauen 1971 oder 1972 (ich arbeitete damals in der Zentralverwaltung für Statistik), als Geschenk zum Frauentag eine Aufschnittgabel bekamen, die über einen ganz besonderen Mechanismus verfügte. Man konnte mit einem Druck auf den hinteren Teil die Wurst von der Gabel streifen.

Bei meiner Recherche eben, habe ich tatsächlich ein Bild gefunden:

Bild der Aufschnittgabel

Und bei Ebay kann Frau (oder Mann) das Teil auch kaufen:

Kaufen bei ebay

Jedenfalls habe ich mich sehr gefreut - das Teil steckte jahrelang hinten in meinem Fernseher und diente als Antenne. Damit konnte man sogar das Westfernsehen empfangen. Wir lebten ja nicht im Tal der Ahnungslosen. Wobei Westfernsehen denen auch nicht geholfen hätte, wie man heutzutage in Dresden erleben kann .

Wie man an dieser Anekdote sieht, gaben sich die Betriebe (heute würde man sie Arbeitgeber nennen) in der DDR richtig Mühe.

Ich lebte in einer gleichberechtigten Beziehung, anderes wäre für mich gar nicht infrage gekommen, und ich dachte, in einigen Jahrzehnten würden wir es geschafft haben.

Neulich traf ich einen Rassisten, er sagte: "Neger sind einfach nicht so intelligent wie die Weißen, das sieht man auch daran, dass sich an den afrikanischen Küsten keine großen Häfen befinden."

In diesem Moment wusste ich wieder, dass nichts vorbei ist - der Kampf um Gleichberechtigung dauert an. Wieso ich von einem auf das andere komme? Naja, bei Diskussionen um die Intelligenz der Frauen, hört(e) man häufig: Und warum sind denn die besten Schneider, Köche, Schachspieler, Philosophen, Physiker und Entdecker Männer?

Es gibt Hoffnung. Unsere Träume. Zum Beispiel der Traum von einer solidarischen Gesellschaft, in der die Starken für die Schwachen da sind, Männer für Frauen und Frauen für Männer und alle für die Kinder überall auf der Welt, eine gerechte Gesellschaft, die dafür sorgt, dass alle Allgemeinen Menschenrechte für alle Gültigkeit haben.

An alle diejenigen, die sich darum bemühen, gebe ich den Blumenstrauß weiter, den mir mein Freund Manfred heute geschickt hat.

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16:09 08.03.2017
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Geschrieben von

Maja Wiens

Geboren und verwurzelt in Berlin. Schreibend überlebt. Manchmal sprachlos. Fotografie als Zweitsprache. Bekennend LINKS. Parteilos. Praktisches Berufsverbot.
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